Ellen Berg: Immer muss man selber feiern

Inhalt

Die Vorweihnachtszeit beginnt – und damit für Nele und ihre Kinder sämtliche Familientraditionen wie Dekorieren, Plätzchenbacken etc. Sehr zum Verdruss von Neles neuem Freund Nick, denn dem ist der gesamte Trubel zu früh und viel zu viel. Konflikte vorprogrammiert. Das Verschwinden der teuren Weihnachtsgeschenke für die Kinder bringt Nele endgültig an ihre Grenzen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Fiona und Hermine macht sie sich auf die Suche nach dem Pakete-Dieb.

Anmerkung: Inhaltlich knüpft das Buch an Ellen Bergs „Immer muss man selber machen“ an, lässt sich aber auch problemlos als Einzelband lesen.

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Joy Williams: Stories 2

Joy Williams (Jahrgang 1944) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin von Rang. Hierzulande ist sie leider nach wie vor nicht so bekannt. 2023 veröffentlichte dtv ihren ersten Band mit Kurzgeschichten auf Deutsch. „Stories“ wurde hochgelobt. Zu ihrem 80. Geburtstag im letzten Jahr erschien dann, ebenfalls bei dtv, ihr Debütroman „In der Gnade“ aus dem Jahre 1973. Joy Williams gilt in Deutschland als späte Entdeckung. Mit „Stories 2“ setzt dtv die Herausgabe von Joy Williams’ Werken fort. Der Erzählband erschien am 16. Oktober 2025 in einer Übersetzung von Julia Wolf.

Joy Williams überzeugt mit „Stories 2“

„Stories 2“ von Joy Williams enthält dreizehn Kurzgeschichten plus eine „anstelle des Vorworts“. Die Originale stammen aus den Jahren 2001, 2015 und 2025. Hatte mich schon ihre erste Sammlung von Erzählungen überzeugt, so kann ich sagen, dass Band 2 die hohen Leseerwartungen ebenfalls erfüllt.

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Melanie Metzenthin: Die Psychoanalytikerin

Hamburg, 1920. Die Nachwehen des Ersten Weltkriegs sind noch überall zu spüren. Auch in der Praxis der Psychoanalytikerin Vera Albers, die überwiegend durch Kriegserfahrungen traumatisierte Menschen behandelt. Als Hermann Braun, einer ihrer Patienten, ermordet wird, beginnen Kommissar Karl Bender und Kriminalanwärter Abel Bernstein auch in ihrer Praxis zu ermitteln. Schnell weitet sich der Fall aus: Es gibt weitere Opfer, die alle Soldaten im selben Regiment waren. Unversehens ist Vera selbst Teil der Ermittlungen, als Willy Schuster verschwindet – auch er Mitglied dieses Regiments und Ehemann Johanna Schusters, einer ihrer Patientinnen. Wird auch er zum Opfer eines unbekannten Rächers? Oder ist er selbst der Täter? Was ist das Motiv? Die ermittelnden Kommissare hoffen, mit Veras Hilfe die mysteriösen Morde aufklären zu können.

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Liz Tomforde: Rewind It Back

Eigentlich dachte Hallie, sie hätte mit Rio DeLuca endgültig abgeschlossen. Er war ihr erster Crush, ihre erste große Liebe – bis alles in tausend Scherben zerbrach. Jetzt, sechs Jahre später, beginnt sie ein Praktikum als Innenarchitektin – und ausgerechnet in Chicago, der Stadt, in der Rio als gefeierter Eishockeyspieler lebt. Hallies Hoffnung, ihm aus dem Weg zu gehen, zerschlägt sich jedoch sofort: Denn nicht nur ist Rio ihr neuer Nachbar, er wird außerdem ihr erster Kunde. Während sie sein Haus umgestaltet, werden alte Gefühle wieder wach … Doch kann eine Flamme nach all dieser Zeit wirklich neu entfacht werden?

Der Abschluss dieser wunderbaren Reihe wurde für mich zu einem echten Highlight.

Das Buch wird abwechselnd aus Rios und Hallies Perspektive erzählt, ergänzt durch Rückblenden in ihre gemeinsame Kindheit und Jugend. So versteht man ihre enge Bindung und all die kleinen Gesten, die die beiden miteinander verbinden, noch besser.

Besonders gefreut hat mich, dass die Freundesgruppe hier wieder viel Raum bekommt – sie ist mir im Laufe der Reihe sehr ans Herz gewachsen.

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Line Baugstø: Evil Grandma

Nicht jede Frau wird gern Großmutter – nicht ganz so bitterböse Geschichte

Dies ist mal wieder so ein Roman, dessen Klappentext ziemlich in die Irre führt, weil er nämlich nicht das beschreibt, was wirklich erzählt wird. Der Einstieg passt, aber was dann daraus führt, ist nicht vollkommen überzeugend.

Mona, nur noch wenige Jahre von der Rente entfernt, wird mit der Nachricht überrascht, dass ihr Sohn und dessen Freundin Eltern werden. Sie ist aber überhaupt noch nicht dazu bereit, Großmutter zu werden. Im Gegenteil, gerne würde sie endlich zu leben beginnen, würde eine neue Beziehung wünschen, wäre gerne wirklich frei.

Doch stattdessen ziehen Thomas und Alma auch noch für etliche Wochen zu ihr in ihre winzige Wohnung, weil ihre eigene durch einen Wasserschaden angeblich unbewohnbar ist. Nun muss Mona nicht nur ihr Bett abtreten, sondern hat auch noch ständig die beiden in ihre Handys versunkenen jungen Leute auf dem Sofa sitzen. Während Mona damit beschäftigt ist, hinter den unerwünschten Mitbewohnern aufzuräumen.

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Kai Wiesinger: Zurück zu ihr

Das Romandebüt des Schauspielers Kai Wiesinger („Kleine Haie), „Zurück zu ihr“, bleibt erzählerisch kraftlos. Der 50-jährige Jan fährt zum Klassentreffen nach Hannover – ein Setting voller Möglichkeiten für Selbstbefragung, Umwege und Brüche. Doch statt psychologischer Tiefe bietet der Roman vor allem Alltagsbanalitäten. Jans Rückblick auf Ehe, verpasste Chancen und Jugendliebe wird zu einem breiten Bewusstseinsstrom, der mehr wiederholt als enthüllt.

Wiesinger schildert Staus, Routinen und Klassentreffen-Anekdoten in ausufernder Detailfreude, ohne sie dramaturgisch zu schärfen. Die Figuren bleiben blass: Ehefrau Svenja und Jugendliebe Anja wirken eher wie Folien für Jans Selbstbespiegelung als wie eigenständige Charaktere. Nur eine Autopanne sorgt für Witz und Tempo – ein Hinweis darauf, dass der Autor durchaus Sinn für Situationskomik hat.

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Callan Wink: Bärenzähne

Der US-Amerikaner Callan Wink (Jahrgang 1984) arbeitet als Fly Fishing Guide auf dem Yellowstone River in Montana. Im Winter schreibt er. Nach seinem Debütroman „Big Sky Country“ (2021), der sehr gut besprochen wurde, ist am 13. Oktober 2025 der Roman „Bärenzähne“ in einer Übersetzung von Hannes Meyer im Suhrkamp Verlag erschienen.

„Bärenzähne“ von Callan Wink: das sind zwei Brüder, ein Schotte, Bären, Hirsche und das liebe Geld

Die Brüder Thad und Hazen leben auf einer Farm am Fusse der Beartooth-Mountains in Montana. Der Vater ist gestorben, die Mutter hat die Familie lange zuvor verlassen. Die Beiden wildern Bären im Yellowstone Nationalpark, angeln im Fluss, fällen Bäume und verkaufen das Holz. Aber das Geld wird immer knapper, Rechnungen und Mahnungen lassen den Briefkasten überquellen, das Haus verfällt und es wird bald Winter. Thad, der ältere der beiden Brüder, ist der Vernünftige. Er versucht alles, um seinen jüngeren Bruder Hazen zu beschützen. Hazen denkt nicht viel nach und verursacht jede Menge Schwierigkeiten. Und ihre Mutter Sacajawea steht auch noch eines Tages mit ihrem Schrott-Van wieder vor der Tür ihrer Farm.

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Katja Früh: Vielleicht ist die Liebe so

Dieser Roman ist ganz schön makaber, geht es doch um einen assistierten Suizid. Dennoch liest sich die Geschichte locker-flockig. Eine ernste Thematik mit einer solchen Leichtigkeit umzusetzen, das muss man erst einmal hinbekommen! Der Drehbuchautorin und Regisseurin Katja Früh ist dies wunderbar gelungen. Umso erstaunlicher, dass es sich hierbei um ihren Debütroman handelt.

Zum Inhalt:

Die Protagonistin Anja steckt voller Schuldgefühle, was auf der problematischen Beziehung zu ihrer Mutter beruht. Die beiden standen sich nie besonders nah. Doch nun stellt die Mutter ihre Tochter vor eine vollendete Tatsache: Ihr Todestag steht unumstößlich fest. Sie hat bereits alle notwendigen Vorkehrungen von der Gästeliste über den Leichenschmaus bis zum Grabstein getroffen. Anja soll anwesend sein, was nicht zu viel verlangt sei, denn letztlich müsse Anja sogar froh sein, dass sie die Mutter einmal nicht zu pflegen brauche. Anja würde diese Rolle sowieso nicht übernehmen wollen, und  wenn, dann höchst widerwillig, unterstellt sie der Tochter.

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Isabelle Popp: Sweeter Than Pumpkin Spice

Den Herbst liebe ich sehr – umso gespannter war ich auf eine herbstliche Geschichte. Leider konnte mich dieses Buch jedoch nicht wirklich überzeugen.

Wir begegnen hier Sadie Fox, die alles daransetzt, den Respekt ihres Vaters zu gewinnen. Ihr Ziel ist es, bis zur Kürbisernte auf der Familienfarm einen riesigen Kürbis heranzuziehen und damit den Wettbewerb zu gewinnen. Dafür reist sie sogar zurück in die Provinz. Doch gleich nach ihrer Ankunft verwüsten Wildschweine das Feld. Ausgerechnet der stets gut gelaunte Nachbar Josh bietet seine Hilfe an – allerdings wirkt es, als verberge er eigene Absichten, weshalb Sadie ihm zunächst misstraut.

Das Cover verspricht eine herbstliche Stimmung, doch im Buch habe ich diese kaum wiedergefunden. Ja, es gibt Kürbisse, aber die Atmosphäre erinnerte mich eher an Spätsommer als an Herbst.

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D. H. Lawrence: Lady Chatterleys Liebhaber

D. H. Lawrences Roman über die Suche einer jungen Frau nach Erfüllung gehört unbestritten zu den großen Werken der Weltliteratur. Der Autor selbst hat nicht weniger als drei Versionen seines Romans verfasst und veröffentlichen lassen – erst die dritte eroberte dann, von England ausgehend, die internationalen Bestsellerlisten.

Zu verdanken war dies einer genialen Marketing-Idee von Penguin Books. Der Verlag ließ von dem Roman lediglich eine Handvoll Exemplare drucken und an eine Londoner Buchhandlung ausliefern. Anschließend zeigte er sich selbst wegen Missachtung eines Gesetzes zum Schutz der Allgemeinheit vor Sittenwidrigkeit an. Der Fall kam vor Gericht, die Aufmerksamkeit war geweckt.

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