Ella Berman: Das Comeback

Grace lebte einen Traum – eigentlich. Mit 13 Jahren wurde die Britin auf dem Schulhof entdeckt und nach Los Angeles geholt. Ihre ganze Familie siedelte mit ihr nach Amerika, aber sie sieht sie trotzdem kaum. Denn ihre ersten Filme werden volle Erfolge, sie ist viel beschäftigt und hat jede Menge Freunde. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entscheidet sie sich dafür, das alles hinter sich zu lassen. Ohne jemandem auch nur ein Wort zu sagen, zieht sie zu ihren Eltern nach Anaheim und lebt dort beinahe ein Jahr mehr oder weniger unerkannt. Dann entscheidet sie sich dafür, zurückzukehren, aber es soll niemals wieder so werden, wie es einmal war.

Das Buch beginnt mit einem Unfall. Dann zeigt Ella Berman uns Grace bei ihren Eltern und warum sie zurück nach LA geht. Grace erzählt uns die Geschichte aus ihrer Sicht – unterbrochen immer wieder von Rückblenden, wie es so weit kommen konnte.

Es war Able, der sie einst entdeckte, der sie förderte und einen erfolgreichen Film nach dem anderen mit ihr produzierte. Aber es war auch Able, der sie manipulierte, ihr jedes Selbstbewusstsein raubte und sie auch sexuell missbrauchte – was erschütternderweise nicht der schlimmste Teil des Missbrauchs war.

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Maria-Christina Piwowarski (Hg.): Und ich

In dieser Anthologie geht es um drastische Veränderungen im Leben von Frauen und wie die verschiedenen Protagonistinnen damit umgehen.

Zwanzig Geschichten sind in diesem Erzählband versammelt. Zu den Autorinnen gehören außer der Herausgeberin selbst unter anderem:

Gabriele von Arnim, Zsuzsa Bánk, Judith Poznan oder Mareike Fallwickl.

Manche der Geschichten zeigen vielleicht Parallelen zum eigenen Leben auf. Auch Texte die schwer wiegen, die man geradezu aushalten muss, sind zu lesen. Andere wiederum kommen federleicht daher; sie können motivieren, beflügeln, ermutigen.

Lesen ist für sie ein Grundbedürfnis, schreibt die Herausgeberin Maria-Christina Piwowarski in einem Vorwort.

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Elle Kennedy: The Risk: Briar U 02

Dass Jake Connelly der heißeste Mann ist, den Brenna je gesehen hat, beeindruckt sie nicht im Geringsten. Immerhin spielt er im Eishockey-Team für Harvard und ist somit für sie als Tochter des Briar-Coaches und eingefleischter Fan komplett off-limits.

Dann aber kommt es während eines Bewerbungsgespräches zu einer dummen Notlüge: Als der sexistische Chef des Sportsenders einen Witz zu viel darüber macht, dass Brenna hier als Frau komplett fehl am Platz ist, behauptet sie, mit Jake zusammen zu sein und wird prompt auf eine Dinnerparty eingeladen. Das Problem: Nun muss sie Jake davon überzeugen, sie als ihr Fake-Date zu begleiten und sie hat zuvor nur zu deutlich gemacht, was sie eigentlich von ihm hält.

Zu ihrer Überraschung lässt sich der Eishockey-Star jedoch leicht überzeugen und hat nur eine Bedingung: Für jedes Fake-Date möchte er ein echtes mit ihr haben. Riskiert Brenna diesen Deal?

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Mareike Allnoch: A Glimpse of Northern Lights

Sophie und Jonas treten auf ihren lang ersehnten Roadtrip nach Island an. Die Insel ist bezaubernd und sie möchten dort einen Kurzfilm für ihr Studium drehen. Die Reise bietet einige Highlights, zwingt aber auch Sophie dazu ihre Gefühle für ihren besten Freund zu verdrängen, denn sie möchte die Freundschaft nicht zerstören und ahnt nicht, dass sie mit diesen Gefühlen nicht allein ist.

Island als Setting zu wählen ist der Autorin sehr gut gelungen, denn ich war noch nie dort, doch nach dem Lesen dieser Geschichte hat es sich so angefühlt. Ich hatte das Bild der beeindruckenden Landschaft die ganze Zeit vor Augen und konnte somit mit Sophie und Jonas gemeinsam reisen.

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Julia Malye: La Louisiane

Angeblich feministischer Roman, der die Erwartungen jedoch nicht erfüllen kann

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung ist manchmal schmerzhaft, besonders, wenn man mit dem Anspruch gewisse Erwartungen weckt, denen man denn leider nicht gerecht wird.

So sind Thema und historische Einordnung dieses Romans aus Frankreich hochinteressant, auch weil gerade das Thema bislang wenig bis gar nicht in Romanform auftauchte, jedenfalls, soweit mir bekannt ist.

Es geht um Frauen, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Amerika verschifft wurden – man muss diesen Ausdruck verwenden, denn sie wurden wie Ware behandelt. Es sind Frauen, die man aus der Gesellschaft ausgegrenzt hat, die nicht der „Norm“ entsprechen, die vielleicht kleinere oder größere Straftaten begangen hatten oder einfach nur niemanden hatten, der sie schützte. Diese Frauen wurde in der berüchtigten Salpetrière eingesperrt, meist ohne jede Chance, je wieder freigelassen zu werden.

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Melanie Raabe: Der längste Schlaf

Ich kannte und schätzte bisher nur die Thriller von Melanie Raabe und obwohl ich das auch hier erwartet hatte, wurde ich angenehm überrascht. Mara Lux ist eigentlich Deutsche, lebt aber seit Jahren schon in London. Hier gefällt es ihr besser, hier kann sie auch besser forschen. Denn Mara ist Wissenschaftlerin, Schlafforscherin, und das, obwohl es in ihrem Leben bereits viel gibt, das keine Wissenschaft erklären kann. Vor allem ihre Träume, die sie seit ihrer Kindheit hat, sie werden immer wieder wahr. Mara hat alles versucht, um rationale Erklärungen zu finden, aber so richtig will ihr das nicht gelingen.

Eines Tages bekommt Mara eine Villa in einer deutschen Kleinstadt geschenkt, völlig überraschend. Obwohl sie nicht wirklich überzeugt ist, ist Mara doch neugierig, was dahintersteckt. In der Villa angekommen, erwartet sie so manches Mysteriöse und gefangen zwischen logischem Denken und Dingen, die sie einfach nicht wissenschaftlich erklären kann, muss sie sich auf das Geheimnisvolle einlassen, um das Rätsel zu lösen.

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Ava Avery: Puck for Love

Maverick Wolf ist ein Eishockeyprofi und will abseits des Eis nur seine Ruhe, doch dies gestaltet sich seit dem Eintreffen der neuen Physiotherapeutin Melody als unmöglich. Denn sie erweckt in ihm längst vergessene Gefühle, Gefühle, von denen er dachte, er könnte sie gar nicht mehr fühlen. Was er nicht ahnt ist, dass Melody ein gefährliches Geheimnis hütet, dass sie ihr Leben kosten könnte …

Sport-Romance, vor allem wenn es darin um Hockey geht, sind voll meins, deshalb habe ich mich auch entschieden das Buch zu lesen. Allerdings war ich von diesem hier nicht ganz so begeistert, wie ich gerne gewesen wäre.

Der Roman wird direkt auf dem Cover als Enemies-To-Lovers-Eishockey-Liebesroman angekündigt, doch alles, was ich hier gefunden habe, war eine anfängliche Abneigung. Aber eine wirkliche Feindschaft gab es nicht.

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Stefanie Hansen: Für immer und ein Jahr

Man könnte ja meinen, Romane über das Sterben, Verlust, Trauer etc. gebe es inzwischen wie Sand am Meer. Stefanie Hansen hat dennoch einen weiteren geschrieben, der das Thema nochmal ein bisschen anders angeht.

Jan bleibt ziemlich verzweifelt zurück, als seine Frau Kaya viel zu jung an Krebs gestorben ist. Monatelang hat Jan Kaya begleitet, ihre Ängste geteilt, ihre Schmerzen versucht zu lindern, sich auf ihr Sterben vorbereitet. Sollte man meinen. Aber geht das überhaupt? Ist der Tod dann nicht immer doch „plötzlich“? Mit dem Verstand kann man sich vielleicht darauf einstellen, einen geliebten Menschen loslassen zu müssen – das Herz macht da nicht mit. Und blöde Sprüche wie: „die Zeit heilt alle Wunde“ oder „du wirst darüber hinwegkommen“ machen irgendwie alles nur schlimmer. So auch für Jan, der für seine beiden Kinder, Lina und Finn, da sein muss, seine Aufträge als Tischler erledigen muss und sehen muss, wie sie den Alltag ohne Kaya, ohne Ehefrau und Mutter bewältigen, sich neu organisieren.

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Claudie Hunzinger: Ein Hund an meiner Tafel

Die französische Schriftstellerin und Künstlerin Claudie Hunzinger (Jahrgang 1940) erhielt für „Un chien à ma table“ 2022 den Prix Femina (französischer Literaturpreis, der jährlich von einer ausschließlich weiblich besetzten Jury vergeben wird). Am 15. Oktober 2024 ist dieser Roman unter dem Titel „Ein Hund an meiner Tafel“ bei Rowohlt erschienen. Es ist Hunzingers erster Roman, der auf Deutsch veröffentlicht wurde. Übersetzt hat ihn Timea Tankó.

Sophie, Grieg und Yes in ihrer „Hundehütte“

Was hatte ich mir eigentlich dabei gedacht, als ich „Ein Hund an meiner Tafel“ von Claudie Hunzinger zum Lesen auswählte? Hatte mich da mein eigener, bisher unerfüllter Wunsch nach einem Haustier geleitet und wollte ich erfahren, wie es einer älteren Dame mit der Aufnahme einer Hündin ergangen ist? Vielleicht.

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Thomas Schlesser: Monas Augen

Kunstgeschichte in Romanform – interessante Idee etwas unrealistisch umgesetzt

52 mal Kunst in ebenso vielen Wochen besucht ein kleines Mädchen zusammen mit seinem Großvater. Und erlebt so eine Reise zu den berühmtesten Werken in den berühmtesten Museen Frankreichs.

Die kleine Mona verliert für 63 Minuten ihr Augenlicht. Es wird alles schwarz, während sie am Tisch über ihre Hausaufgaben gebeugt ist. Die Eltern sind verständlicherweise schockiert und sehr besorgt, gehen mit der Zehnjährigen zu Ärzten und Fachleuten. Da sich medizinisch keine Ursache für die vorübergehende Erblindung des Mädchens finden lässt, rät man den Eltern, das Kind zu einem Psychiater zu schicken.

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