Katharina Köller: Wild wuchern

Eine blutende Kopfwunde unter einem Stirnband versteckt, zerschunden und zerkratzt, so kommt Marie in Tirol an und macht sich mitten in der Nacht auf den Weg zu ihrer Cousine Johanne, die als Eremitin auf einer Alm lebt. Johanna, wortkarg und ihr ganzes Leben lang „komisch“, weil sehr naturverbunden und immer dreckig, nimmt Marie widerwillig auf, weil sie bei Instandsetzungsarbeiten an ihrer Hütte gerade Hilfe gebrauchen kann. Nach einer Weile aber ist alles erledigt und Marie soll wieder verschwinden. Die allerdings hat ein Problem. Ihr Ehemann in Wien schlägt sie und man weiß, Marie hat ein Verbrechen begangen und wird polizeilich gesucht. Um welches Verbrechen es sich handelt, das erfährt man erst am Ende des Buches. In einer Sturmnacht erzählen einander die Cousinen, ihre Mütter sind eineiige Zwillinge, die Katastrophen aus ihrem Leben, die sie geformt und deformiert und zu dem gemacht haben, wie und was sie jetzt sind.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Chloe Walsh: Saving 6: Boys of Tommen 3

In dem dritten Band der Boys of Tommen Reihe geht es um Joey und Aoifes Geschichte. Sie zeigt, wie zerstörerisch, aber gleichzeitig auch schön Liebe sein kann.

Joey Lynch, der Bruder von Shannon, die wir in Band eins und zwei begleiten dürfen (Keeping 13), gerät auf die schiefe Bahn und nimmt Drogen. Zu Hause ist die Hölle los und er muss sich um seine Geschwister kümmern, dabei hat er mit seinem eigenen Leben eigentlich genug zu tun. Also sieht er in den Drogen nun also seinen letzten Ausweg. Die Tochter seines Chefs, Aoife Molloy hat es ihm schon vom ersten Anblick angetan und doch versucht er sie von ihm fernzuhalten, da er glaubt einen schlechten Einfluss auf sie zu haben. Doch da hat er die Rechnung ohne das selbstbewusste Mädchen gemacht, denn der Junge in der Werkstatt hat auch ihre Neugierde geweckt und so beginnt eine komplizierte Freundschaft.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Audrey Magee: Die Kolonie

Irland Anfang der 1980-er Jahre. Iren und Briten bekämpfen einander, beinahe täglich gibt es neue Nachrichten über Bombenattentate, gezielte Erschießungen und Sprengstoffanschläge. Auch auf einer rauen Insel vor Irland erfährt man davon im Radio. Dort lebt der junge James, der die Fischerei verabscheut, weil sein Vater, sein Großvater und sein Onkel auf See ertrunken sind und nie gefunden wurden. Nur er, seine Mutter, seine Großmutter, die Urgroßmutter und einige alte Leute, die aber in der Geschichte keine Rolle spielen, sind auf der Insel übriggeblieben. Es ist Sommer und ein gewisser Mr. Lloyd, ein mittelmäßig talentierter Maler aus London, quartiert sich ein. Er möchte bis in den Herbst bleiben, um die Klippen, den Himmel, das urtümliche Land zu malen. Es dauert nicht lange und ein weiterer Sommergast taucht auf. Jean-Pierre Masson, genannt JP, ist Linguist, kommt aus Paris.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Doris Lessing: Das fünfte Kind

Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und verstarb 2013 in London. Sie gehört mit ihrem umfangreichen, sozial engagierten Werk zu den wichtigsten englischsprachigen Autorinnen der Moderne. Insgesamt hat Doris Lessing über 60 Bücher verfasst und etliche Preise verliehen bekommen. Mit ihrem 1962 veröffentlichten Roman „Das goldene Notizbuch“ erlangte sie Weltruhm. 1981 wurde sie mit dem österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet, 1982 mit dem Shakespeare-Preis. 2007 wurde ihr der Literaturnobelpreis verliehen. In unserem Leselustportal ist ihr Erzählband „Der Ameisenhügel“ zu finden.

1988 erschien „Das fünfte Kind“ in der englischen Originalausgabe „The Fith Child“. Im selben Jahr wurde die deutsche Ausgabe erstmals vom Verlag Hoffmann und Campe aufgelegt.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Morgan Dick: Mickey und Arlo

Die Kanadierin Morgan Dick (Jahrgang 1993) hat mit „Mickey und Arlo“ ihren Debütroman geschrieben. Das Buch ist am 18. Februar 2025 bei hanserblau im Carl Hanser Verlag erschienen. Übersetzt wurde es von Wibke Kuhn.

„Mickey und Arlo“ – eine Familiengeschichte in der Therapie

Michelle und Charlotte, Mickey und Arlo, sind Halbschwestern. Sie kennen sich nicht. Ihr gemeinsamer Vater Adam hat Mickey und ihre Mutter Deborah verlassen, als Mickey sieben Jahre alt war. Er gründet mit Leonora eine neue Familie, sie bekommen eine Tochter Charlotte. Adam Kowalski ist Alkoholiker und stirbt daran. Arlo, inzwischen Psychologin, trauert um ihn. Sie hat sich bis zum Schluß intensiv um ihn gekümmert. Deshalb ist sie enttäuscht und wütend, als sie erfährt, dass Adam sein Testament geändert hat. Statt ihrer soll nun ihre unbekannte Halbschwester fünfeinhalb Millionen Dollar erben.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Anne Stern: Wenn die Tage länger werden 

Ein wunderbar einfühlsamer, emotionaler, manchmal traurig machender und doch positiver Roman.
Lisa, die Protagonistin sieht man direkt vor sich. Immer abgehetzt, eigentlich nie mal richtig ausgeschlafen, voller Selbstzweifel, weil sie glaubt, es keinem, auch sich selbst nicht, recht zu machen. Ihr Selbstbewusstsein ist irgendwann zwischen „ich werde sicher keine berühmte Violinistin“ und Pauls Geburt auf der Strecke geblieben. Statt Violinistin zu werden, wie ihre Mutter sich das erträumt hatte, schließlich hat Lisa das Talent vom Großvater geerbt, hat Lisa Musik für Lehramt studiert und unterrichtet mehr oder weniger begeistert. Seit Janusz, Pauls Vater vor gut einem Jahr aus beruflichen Gründen von Freiburg nach Oldenburg gezogen ist, lebt Lisa mit dem inzwischen sechsjährigen Paul in einer kleinen, ständig unaufgeräumten Wohnung, alleinerziehend mit Teilzeitstelle, ohne wirkliches Back up, wenn’s mal hakt. Lisas Verhältnis zu ihrer Mutter ist nicht besonders gut, schon gar nicht innig, Barbara ist gehört nicht zu der Sorte Oma, die sich drum reißt, Zeit mit dem Enkel zu verbringen. Auch wirkliche Freundinnen hat Lisa nicht, auf die sie zurückgreifen könnte. Da ist eigentlich nur Nina, aber deren Leben ist völlig anders als Lisas.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jennifer Bright: Almost isn´t enough 02: Echoes of the Past

Damian kann seinen Augen nicht trauen, als er plötzlich eines Nachts seiner Jugendliebe Hazel gegenübersteht, den sie ist vor Jahren aus der Kleinstadt verschwunden. Sie hilft nun ihrem erkrankten Großvater in dessen Buchhandlung und er ist gezwungen sich abzulenken, wenn er sein Herz nicht erneut brechen will. Jedoch knistert es zwischen den Beiden wieder, bis Hazels Probleme sie wieder einholen.

Dieses Buch war ein echter Pageturner, emotional und mit greifbaren Gefühlen wurde hier eine unvergessliche Geschichte erschaffen.

Auch hier hat es die Autorin meisterhaft geschafft, mich von Anfang an zu fesseln, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, genauso wie bei dem ersten Band der Reihe.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Liz Tomforde: Caught Up

Ich habe schnell in die Geschichte hineingefunden und habe sie geliebt.

Wir treffen auf Kai, Single-Helikopter-Dad, heißer Baseballspieler und er will nur das Beste für seinen Sohn Max, nachdem dessen Mutter den Kleinen einfach so bei ihm zurückgelassen hat. Er braucht allerdings einen Babysitter für seinen Sohn, während er bei den Spielen/beim Training ist, doch keine kann es ihm recht machen. Sein Trainer zwingt ihn daraufhin seine Tochter als Nanny zu nehmen und auch wenn er keine Lust drauf zu haben scheint, bleibt ihm natürlich keine andere Wahl als Miller einzustellen und ihr seinen Sohn anzuvertrauen …

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Lisa Eckhart: Boum

Ein bitterböse Satire – echt Lisa Eckhart eben! Viel Sex, wahnwitzige Einfälle und jede Menge Schläge unter die Gürtellinie. Vom Bodyshaming zur Islamophobie, von Obdachlosen, Freaks, Femen-Aktivistinnenbis z u Männern mittleren Alters mit Hang zu schnellen, großen Autos – sie alle bekommen im zweiten Roman der Kabarettistin gehörig ihr Fett weg. Wer Wordplays mag und tiefschwarzen Humor nicht scheut, wird sich bestens unterhalten fühlen. Allerdings serviert uns Lisa Eckhardt weniger eine stringente Story mit Spannungsaufbau, als eine Aneinanderreihung absonderlicher Szenen. Ein „Boum“ – aka Knaller – folgt hier auf den nächsten. Wobei Boum auch für die titelgebende Figur steht, einen Terrorexperten, der außer Eskalation und gebrochenen Frauenherzen nicht viel auf die Reihe bekommt. Für ihren Plot entführt uns die in Österreich geborene Autorin nach Paris, wo sie selbst einmal studiert hat.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Siân James: Ein Nachmittag im Mai

Die Waliserin Siân James (1930-2021) veröffentlichte 1975 ihr preisgekröntes Erstlingswerk, den Roman Ein Nachmittag im Mai. Darin geht es um die sechsunddreißigjährige Anna. Sie ist seit vier Jahren Witwe, Mutter von drei Töchtern und lebt in der walisischen Countryside. Seit dem Tod ihres Mannes Giles steht sie in einer Art Sackgasse. Nur mit viel Mühe kann sie aus den Einkünften eines kleinen Vermögens ihre Familie finanzieren. Und seit die Jüngste das Schulalter erreicht hat, glaubt sie an einen Ausweg: Sie will im kommenden Herbstsemester ihr Studium wieder aufnehmen. Es wird Zeit nach vorn zu schauen, denkt Anna. Als Lehrerin kann sie ihr eigenes Geld verdienen und damit leichter Rechnungen bezahlen.

An einem Tag im Mai geraten Annas Pläne und Gedanken durcheinander, als sie dem gutaussehenden Schauspieler Charlie wieder begegnet. Der jüngere Mann küsst sie spontan und ausgiebig bei der Begrüßung, als wären sie bereits ein Liebespaar. Auch sonst sind seine Umgangsformen einnehmend.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: