Tommie Goerz: Im Schnee

Ein einfaches Leben in dörflicher Gemeinschaft

Der alte Max lebt, seit er auf der Welt ist, im Dorf. Er kennt nichts anderes. Obwohl sich so manches im Laufe der Jahre verändert hat, scheint beim Max die Zeit stehen geblieben zu sein.

In seinem Haus ist alles noch so, wie es schon immer war. Nicht einmal einen Radioapparat oder einen Fernseher besitzt er. Alles, was er wissen muss, erfährt er im Dorf. In der alten Gemeinschaft kennt man sich untereinander. So wie Max wissen auch die anderen Bescheid über alles und jeden. Max weiß viele Geschichten aus der Vergangenheit von den Bewohnern. Er kennt auch noch die alten Hofnamen der Besitzer. Mittlerweile stehen einige der Höfe im Ort leer. Auch ein Einkaufsladen samt Bäcker und Metzger ist längst verschwunden. Weiter oben am Hang ist eine Neubausiedlung entstanden, aber mit den Neubürgern haben die übrig gebliebenen Alten wenig zu tun und wollen das auch gar nicht.

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Tove Jansson: Der Steinacker

Ein kleiner Roman, dessen Handlung sich um die Bedeutung und den präzisen Gebrauch von Wörtern dreht

Der Protagonist Jonas ist keiner, mit dem man sich identifizieren mag. Überhaupt ist er alles andere als sympathisch. Dennoch muss man ihn immer weiter durch die Zeilen begleiten.

Jonas ist frisch pensionierter Zeitungsredakteur. Nach Abschluss seines Berufslebens soll er eine Biografie über einen berühmten Medienmagnaten verfassen. Jonas nennt ihn Y. Er mag diesen Buchstaben nicht. Auch der Vorname seiner Frau begann mit Y. So ist der Buchstabe Y in Jonas’ Gedankenabläufen immer präsent. Jonas macht sich mit einer Aversion an seinen Auftrag. Er tut sich schwer damit, sich mit Y. auseinanderzusetzen. Alles kommt ihm nicht richtig vor. Dem prominenten Medienmann Leben einzuhauchen, will ihm einfach nicht glücken. Dabei findet er sich selbst immer wieder in der Person von Y. Seine Sichtweise auf Y. und sein Ich zerfließen ineinander. Y. ist stets präsent, verfolgt ihn regelrecht.

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Sarah Adams: The Rule Book: Liebe kennt keine Regeln

Das Buch erzählt die Geschichte von Nora, die mit ihrem Leben eigentlich recht zufrieden ist – bis sie auf Derek, ihren Ex-Freund trifft, der ihr Jahre zuvor das Herz gebrochen hat. Nora ist sich sicher, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, doch durch eine Verkettung von Umständen kreuzen sich ihre Wege erneut und beide werden gezwungen, enger miteinander zu arbeiten als sie möchten. Nun entwickelt sich langsam eine Dynamik und sie sind sich nicht mehr sicher, ob wirklich alles gegen eine zweite Chance spricht.

Das Buch erzählt eine herrlich witzige, atmosphärische Geschichte, durch die man leicht kommt. Teils gibt es spritzige Dialoge, teils ein paar längere Durststrecken. Aber das Gesamtpaket des Buches konnte mich überzeugen.
Der Schreibstil der Autorin ist herrlich, es fühlt sich so echt an und sie schafft es auch, die Längen gut zu überspielen, die in dieser Geschichte leider hier und da vorkommen. Dennoch fliegt man durch die Seiten, vor allem wenn einem der Stil des Schreibens so sehr gefällt. Aber nicht nur der Stil ist gut, sondern auch die Charaktere. Diese sind so herrlich gezeichnet und man spürt die Harmonie der beiden förmlich. Auch wenn sie einige Missverständnisse haben, die ich manchmal ein wenig unnötig und in die Länge gezogen finde.

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Aly Martinez: From the Embers

Bree und Rob, Eason und Jessica sind befreundete Paare und unzertrennlich, bis in einer tragischen Nacht ein Feuer ausbricht und Bree und Eason ihre Partner verlieren. Easons Haus wurde komplett zerstört und er steht nun mit seiner kleinen Tochter vor dem Nichts, also nimmt Bree die Beiden kurzerhand bei sich auf. Was als Zwecks WG beginnt, entwickelt sich so immer mehr zu einer Familie, einem Gefühlschaos der Erwachsenen und der Frage, ob es gut ist, Gefühle zuzulassen, nach all dem, was passiert ist.

Sie müssen erst alles verlieren, um einander zu finden, der Untertitel sagt eigentlich schon alles aus.

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Ayla Dade: Like Feathers we fly

Es geht zurück nach Aspen, diesmal dürfen wir Paxton und Camila begleiten, und sie erzählen uns abwechselnd die Geschichte.
Camila war für Paxton immer nur die kleine Schwester seines besten Freundes, doch bei einer Party kommen sie sich betrunken näher. Dann müssen sie auch noch bei dem Winterferienlager als Betreuer arbeiten und verbringen da natürlich auch viel Zeit miteinander, können sie ihr Vorhaben die Gefühle beiseite zu lassen einhalten?

Wer auf Eishockey, Liebe, Herzklopfen, Drama und Spice steht, ist bei diesem Buch definitiv genau richtig. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist so toll und gut gelungen, das Lesen fühlte sich wie ein großes Wiedersehen an, denn natürlich trifft man hier auch den ein oder anderen Charakter aus den vorigen Bänden wieder.

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Daniel Glattauer: In einem Zug

Eine Zugfahrt, viele Dialoge und ein Protagonist, der mehr von sich preisgibt, als ihm lieb ist

Der Schriftsteller Eduard Brünhofer fährt im Zug von Wien nach München, um einen Termin wahrzunehmen. In seinem Zugabteil sitzt bereits eine Frau mittleren Alters. Brünhofer taxiert sie, macht sich seine Gedanken und hofft, dass die Frau bald aussteigt. Er will seine Ruhe haben und nachdenken. Auf keinen Fall will er sich mit ihr unterhalten, was sich alles andere als einfach erweist. Obwohl er nichts Persönliches von ihr wissen will, erzählt sie ihm, dass sie als Physiotherapeutin und Psychotherapeutin arbeitet. Natürlich möchte sie von ihrem Mitreisenden dann auch Näheres erfahren.

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Elle Kennedy: The Dare: Briar U 04

Im echten Leben hätte Taylor Connor niemals angesprochen, denn Jungs wie er haben kein Interesse an Mädchen wie ihr: unzufrieden mit ihrem Körper, ruhig, uninteressant. Aber das Leben in einer Sorority nimmt auf sowas keine Rücksicht und als Taylor bei einem Partyspiel dazu aufgefordert wird, geht sie schließlich doch auf den selbstbewussten Eishockeyspieler zu. Allerdings nur, um ihn einzuweihen und einen Pakt zu beschließen, der ihr ihre Verbindungsschwestern vom Hals hält: Die beiden faken eine Beziehung.

Taylor weiß jedoch bereits, dass das nicht lange gutgehen und sie mit gebrochenem Herz enden wird, denn was solle jemand wie Connor von jemandem wie ihr wollen?

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Lena S. Berger: Broken Light

Nachdem die 27-jährige Architektin Freya erfahren hat, dass die Liebe ihres Lebens eine Lüge war, nimmt sie ein Jobangebot des wohlhabenden James Baltimore an, der sein Anwesen neu einrichten lassen will. Für den Neuanfang reist sie mit ihrem 5-jährigen Sohn in den beschaulichen Küstenort Monterey, wo sie nicht nur auf James, sondern auch auf seinen attraktiven Bruder Trev trifft, der als Schreiner am Haus arbeitet. Freya bemerkt schnell, dass die Familie Baltimore ein düsteres Geheimnis verbirgt. Alles in ihr schreit danach zu gehen, wäre da nicht diese unerklärliche Anziehung zu den Brüdern.

Die Idee der Geschichte fand ich sehr gut, die Umsetzung ließ allerdings leider etwas zu wünschen übrig. Es war mich nicht tiefgründig genug.

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Angelika Mechtel: Das gläserne Paradies

Die Autorin Angelika Mechtel lässt uns durch eine Glasscheibe in das Innere einer gutbürgerlichen Familie blicken. Von 1971 bis 1972 geht die Zeitreise zu einer „ehrenwerten Gesellschaft“. Den Rahmen bildet die opulente Feier zum 60. Geburtstag von Amelie Born, der Ehefrau eines bekannten Professors.

„Jedes Mitglied ausgestattet mit einer weißen Weste, die untadelig bleibt, solange barmherzig abgedeckte Ungeheuerlichkeiten nicht an die Öffentlichkeit gelangen.“ (S. 10)

Abzudecken gibt es reichlich: Herzlosigkeit, Grausamkeit gegenüber ärmeren Mitmenschen, routinierter Mord, Drogenschmuggel, Lügen, Betrügen und das Vertuschen vergangener Schandtaten.

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Julia Schoch: Wild nach einem wilden Traum

„Wild nach einem wilden Traum“, Band 3 von Julia Schochs Trilogie

Julia Schoch (Jahrgang 1974) hat ihr Romanprojekt mit Band 3, „Wild nach einem wilden Traum“, beendet. Nach „Das Vorkommnis“ (2022) und „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ (2023) erscheint heute, am 9. Januar 2025, der letzte Teil der Trilogie bei dtv.

Darin erzählt die Ich-Erzählerin über ihre Affäre mit einem Katalanen, den sie während eines Schreibaufenthaltes in den USA kennenlernt. Er bleibt namenlos, wird von ihr nur als „der Katalane“ bezeichnet. Sie hat schon einen Mann, ihren Ehemann, den sie Jahrzehnte später verlassen will (davon handelt Band 2 der Trilogie „Das Liebespaar des Jahrhunderts“).

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