Ian Raine: Save My Drowning Dreams

Adair versus Amelie.
Ein Workaholic, der sich selbst im Weg steht und nicht über seine Probleme spricht. Eine Filmstudentin, die unter einem Schicksalsschlag leidet. Die Protagonist*innen aus „Save My Drowning Dreams“ von Ian Rain sind komplette Gegensätze. Dieser Gegensatz spielt von Anfang an die Hauptrolle und bildet den roten Faden des New-Adult-Romans.

Weitere Themen, die der Autor meiner Meinung nach gleichwertig in die Geschichte eingeflochten hat, sind Sonne, Kleinstadt, Freundschaft, persönliche Träume und der eigene Lebensweg. Besonders das Kleinstadtfeeling hat mich schnell gepackt und wurde realitätsnah beschrieben – ich habe mich als Leserin dort sofort wohlgefühlt. Außerdem vermittelte mir der Roman ein angenehmes Urlaubsgefühl, das sich hoffentlich auch für einen der Protagonisten eingestellt hat. Ein zentrales Thema ist zudem die mentale Gesundheit und die Frage, warum bestimmte Dinge offener angesprochen werden sollten.

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Josi Wismar: Fractured Fates

„Liebe muss mehr sein als nur die Wahl zwischen Vernunft und Gefühl.“ (~Fractured Fates)

Isabelle bleiben drei Monate, um zu beweisen, dass ihre Schwester Vee unschuldig ist, und herauszufinden, wer wirklich hinter dem Mord an Maxwell Davenport – dem einflussreichen Sprössling der Londoner High Society – steckt. Als Holly begibt sie sich in eine Welt, in der Macht und Geld alles bestimmen. Dort trifft sie auf Carter, den Bruder von Max – ihr perfekter Zugang zu der Familie, die Vee vernichten will. Je näher sie ihm kommt, desto schwieriger wird es für Holly, zwischen vorgetäuschten Gefühlen und echter Zuneigung zu unterscheiden. Zwischen Lügen, Verrat und Liebe muss Holly sich fragen, was sie bereit ist zu opfern. Vor allem, wenn die Wahrheit tödlich ist.

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Julie Caplin: Das kleine Zuhause in Prag

Wenn Sie schon einmal in Prag gewesen sind, werden Sie dem Zauber dieser Stadt sicher rasch wieder verfallen. Wenn Sie Prag noch nicht kennen, werden Sie sicher bald mal hinfahren wollen. Das ist irgendwie das Geheimnis dieser „romantic escapes“-Reihe –, die Lust, die Orte des Geschehens auch selber mal zu besuchen. Egal ob Kroatien, Frankreich, Italien, Paris, Tokio, Brooklyn oder eben Prag. In jedem dieser Wohlfühl-Romane schafft es Julie Caplin, die Atmosphäre, das Wesen, den Reiz einer Stadt oder Region einzufangen und den / die Leser dafür einzunehmen. In einen Sessel kuscheln oder auf dem Sofa lang machen und sich einfach mal mitnehmen lassen oder wegträumen. Mehr wird nicht verlangt.

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Jojo Moyes: Ein ganz besonderer Ort

Eher enttäuschend – dröge und sentimentale Geschichte, neu aufgelegt

Es kommt immer wieder vor – und immer wieder zeigt sich, dass es nicht unbedingt eine gute Idee ist. Die Neuauflage älterer, wenig erfolgreicher Romane, sobald eine Autorin berühmt ist und alle ihre Bücher gekauft werden, ob gut oder schlecht.

Diese Neuerscheinung war zuerst 2004 unter dem Titel „Suzannas Coffee-Shop“ herausgekommen. Die damals titelgebende Suzanna soll, auch laut Klappentext, die Protagonistin des Romans sein. Leider – ein absolutes No Go in einem Roman – tritt die Figur erst auf Seite 85 (!) zum ersten Mal auf.

Vorher muss man sich durch etliche Seiten arbeiten, die aus verschiedenen Perspektiven geschrieben sind, ohne dass man erfährt, in welcher Beziehung die auftretenden Personen zu der angeblichen Protagonistin stehen.

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Hannah Lühmann: Heimat

Erschreckende und auch etwas anstrengende Geschichte um Mütter und Tradwives  

Eine junge Familie zieht aus der Stadt hinaus in eine beschauliche Wohnsiedlung. Jana, mit dem zweiten Kind schwanger, hat – ohne es mit ihrem Mann abzusprechen – unvermittelt ihre Stelle gekündigt und wird so zur „Nur“-Hausfrau und Mutter von Sohn Louis. Ehemann Noah, Lehrer, ist von ihrer Entscheidung nicht begeistert und das nicht nur aus finanziellen Gründen.

Jana ist so nicht ausgelastet, auch wenn sie beständig jammert, wie sehr die Mutterrolle sie belastet, was sie alles zu tun und zu besorgen hat, ohne dass ihr Mann ihr ausreichend helfen würde. Dennoch findet sie Zeit, im Café zu sitzen. Dort lernt sie Karolin kennen, eine Mutter aus der gleichen Siedlung.

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John Boyne: Wasser

John Boynes Roman „Wasser“ ist der erste Band seines groß angelegten Elemente-Zyklus und erzählt kompromisslos wie einfühlsam von Schuld, Mitwissen und Selbstfindung. Im Mittelpunkt steht Vanessa Carvin, die nach den kriminellen Machenschaften ihres Mannes ihr Leben hinter sich lässt, sich die Haare abschneidet und auf eine abgelegene irische Insel flieht. Dort versucht sie, unter neuem Namen und fernab der Presse aufzutauchen, ihre eigene Rolle in den Geschehnissen zu hinterfragen und herauszufinden, wo die Grenze zwischen Nichtwissen und Mitschuld verläuft.

John Boyne gelingt es dabei, die tiefenpsychologischen Abgründe einer Frau auszuloten, die sich zwischen Flucht, Reue, Repressalien und der Suche nach Vergebung bewegt. Die Handlung entfaltet sich ruhig, fast kontemplativ, während Details aus Vanessas Vergangenheit und ihrem Familienleben langsam ans Licht treten: Der Vater ihrer beiden Töchter sitzt im Gefängnis, eine Tochter ist tot, zur anderen bricht der Kontakt ab, und Vanessa muss sich den düsteren Fragen nach ihrer eigenen Wahrnehmung und Verantwortung stellen. Besonders gelungen ist die leise, aber nachhaltige Spannung: Statt die Taten des Ehemanns auszubreiten, konzentriert sich Boyne ganz auf Vanessas Innenwelt und das Motiv der Blindheit – wusste sie wirklich nichts oder wollte sie es nicht wissen? Weiterlesen →

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Sybil Volks: Café Finito

Ein Buch über den Tod? Über sechs Trauernde, die mit dem Verlust eines Menschen leben müssen? Will man das lesen?

Man muss!

Sybil Volks hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben über ein Dutzend Menschen und über einen Friedhof, den Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, dessen zahlreiche berühmte „Bewohner“ – von Fichte bis Hegel, von John Heartfield bis Otto Sander, von Herbert Marcuse bis Fritz Teufel – kleine Nebenrollen spielen.

Der Ort der Handlung ist real. Sein Verwalter Kristof, der dort ein Café betreibt, in dem sich für jeweils ein Jahr Menschen versammeln, um gemeinsam ihre Trauer zu verarbeiten, ist fiktiv. So wie die diesjährige Trauergruppe, die sich im Café Finito unter dem programmatischen Schild »Lost & Found« trifft.

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Caroline Wahl: Die Assistentin

Caroline Wahl (Jahrgang 1995) hat ihren dritten Roman innerhalb von drei Jahren geschrieben. Nach ihrem Debüt „22 Bahnen“ (2023) und „Windstärke 17“ (2024) erschien am 28. August 2025 „Die Assistentin“ im Rowohlt Verlag.

Darin die Geschichte von Charlotte, die als Assistentin eines Verlegers in München eine neue Stelle antritt. Caroline Wahl hat nach ihrem Studium selbst in mehreren Verlagen, darunter auch dem Diogenes Verlag, gearbeitet.

Bleiben oder gehen – Vom Umgang mit einem narzisstischen Chef

Charlotte bewirbt sich auf Anraten ihrer Eltern auf eine Ausschreibung für eine Assistentinnen-Stelle bei einem „renommierten“ Verlag in München. Gleich im ersten Satz des ersten Kapitels ihres Romans stellt Caroline Wahl klar, dass das eine „riesengroße Fehlentscheidung war“. So weiß jede Leserin und jeder Leser von Anfang an Bescheid. Aber das nimmt dem Buch wider Erwarten nicht die Spannung. Ganz im Gegenteil. Dieser erzählerische Kniff, der sich durch das Buch zieht, ist eine erfrischende Note in der deutschen Literatur. Eine Vorwegnahme dessen, was Wahl dann in mehreren Schleifen zu erzählen hat. Anfangs hadere ich mit dieser Erzählweise, die jedoch nach und nach ihren selbstironischen Reiz entfaltet. Weiterlesen →

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Barbara Handke: Bernadette ändert ihr Leben

An einem schönen Septembertag radelt Bernadette an der Elbe entlang, um sich mit ihrer besten Freundin und Kollegin Lotta in ihrem Stammcafé zu treffen. Ihr Blick auf das strömende, strudelnde Wasser im Sonnenlicht ist an diesem Tag ein anderer. Es ist ein wacher Blick, der ihr sagt, alles verändert sich im Leben. Warum nicht auch bei? Die Arbeit in der Redaktion der Zeitschrift Paradies gefällt ihr schon lange nicht mehr. Seit ihr Mann sie und ihre Tochter verlassen hat, leidet Bernadette unter einer Schaffenskrise: Sie kann nicht mehr schreiben, nur die Bilder für das Magazin kann sie bearbeiten. Und weil sie von allen Kolleginnen am besten die Bildstrecken zusammenstellt, darf sie nach wie vor in der Redaktion arbeiten. Inzwischen ist sie das Mädchen für alles geworden.

Auf dem Weg zu Lotta öffnet sich nicht nur Bernadettes Blick. Sie sieht die bisher verdrängte Wahrheit: Sie mag nicht mehr den obligatorischen Sekt im Café, nicht mehr Single sein, und sie will raus aus der selbstgeschaffenen Enge.

Kurz darauf erhält sie die Gelegenheit, an Stelle von Lotta nach Madrid zu fliegen. Ihre Reportage über die Königliche Teppichmanufaktur wird von einem renommierten Fotografen begleitet. Eins kommt zum anderen. Bernadette erkundet ihre neue Umgebung, findet Freunde, und dann verändert sie ihr Leben. Weiterlesen →

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Bianca Iosivoni: Der letzte erste Blick

Manchmal genügt ein einziger Blick, um zu wissen, dass es Liebe ist.

Genauso geht es Emery, als sie ihr Studium beginnt. Für sie soll es ein Neuanfang sein, und sie nimmt sogar in Kauf, mit dem nervigsten Kerl aller Zeiten in einer WG zu leben. Als sie dessen Freund Dylan zum ersten Mal sieht, beginnt ihr Herz zu rasen. Dabei gehört er zu der Sorte Männer, von denen sie sich unbedingt fernhalten will – nach allem, was ihr passiert ist …

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Neuauflage der Firsts-Reihe, die erstmals 2017 im LYX Verlag erschienen ist.

Da ich diese Reihe schon immer lesen wollte, habe ich mich sehr über die wunderschöne Neuauflage gefreut – und wurde nicht enttäuscht.

Der Erzählstil ist locker und flüssig. Das Buch hat genau den richtigen Rhythmus, besteht aus humorvollen Szenen, knisternder Spannung, aber auch ernsten Momenten. Zwar wiederholen sich einige Passagen, doch das störte mich nicht, denn ich merkte gar nicht, wie schnell ich las, und flog nur so durch die Seiten.

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