Elena Armas: The Fiancé Dilemma: Aller guten Dinge sind fünf

Josie war bereits viermal verlobt und jedes Mal ging die Beziehung in die Brüche und sie weiß nicht, ob sie sich nun je wieder verlieben kann. Als ihr berühmter Vater beschließt in den Ruhestand zu gehen und dies mit einem brisanten Artikel über die Familie ankündigt, weiß sie, dass ihre Vergangenheit nun in aller Munde sein wird. Um nicht bemitleidet zu werden, muss nun die fünfte Verlobung her, ausgerechnet ein Freund ihrer Schwester scheint der passende Kandidat zu sein und er spielt die Fake-Dating-Sache sehr gut … schon fast zu gut.

Ich mag das Fake-Dating Trope sehr und mag die Autorin auch sehr, diese Geschichte wurde mir allerdings leider schnell zu anstrengen. Es gab mir zu viel hin und her und ich konnte mich bald nicht mehr ganz auf die Geschichte konzentrieren. Außerdem wurde die Geschichte bald slowburn und ich habe mich dadurch gelangweilt gefühlt, habe teils einige Sätze übersprungen. Bis zum ersten Kuss der Beiden dauerte es eeeeeewig, man hätte es auch anders lösen können, denn noch dazu gab es manchmal auch ein paar Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Josie und Matthew, hätten sie mal offen und ehrlich geredet, hätte man sich locker 100 Seiten dieser Geschichte sparen können.

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Tove Ditlevsen: Vilhelms Zimmer

Ein autobiografischer Roman, der in experimenteller Form vom Zerfall einer Ehe handelt

Tove Ditlevsen lebte von 1917 bis 1976. In Dänemark zählt sie zu den großen literarischen Stimmen. Ihr letzter Roman „Vilhelms Zimmer“ wird zugleich als „das Buch ihres Lebens“ benannt. Der Roman wurde 1975 veröffentlicht, im Jahr darauf beging sie Suizid.

Die Rezensionen von Tove Ditlevsen vorangegangener „Kopenhagen-Trilogie“  mit den drei Titeln „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“ sind ebenfalls auf Schreiblust Leselust zu finden.

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Kai Meyer: Das Haus der Bücher und Schatten

Das dritte Buch über das Graphische Viertel in Leipzig – mystisch-spannend

Die bisherigen zwei Bände, die sich ebenfalls auf die eine oder andere Weise mit dem berühmten Graphischen Viertel in Leipzig beschäftigen, waren absolute Highlights. Der Handlungsaufbau, die geschickt erschaffene Spannung sowie natürlich das über allem stehende Thema Bücher, all das schuf ein packendes Romanwerk.

Nun also ein dritter Band. Alle drei stehen für sich und können unabhängig voneinander gelesen werden. Es gibt nur wenige Bezüge zwischen den drei Büchern, ein paar wenige Figuren werden hier wie dort erwähnt. Es sind vor allem Thema und Setting, die das Bindeglied zwischen den Büchern bilden sowie ein Fall der Hauptfigur aus dem vorigen Band.

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Nicole Böhm: Looking down the Valley

Mit Wyatt verbindet Haley mehr, als sie je für einen Mann empfunden hat, auf der anderen Seite hat sie schreckliche Angst davor, ihm die Wahrheit darüber zu sagen, was im Penthouse passiert ist. Als die beiden auf Drängen des Presseteams einen gemeinsamen Urlaub miteinander verbringen – Traumsetting inklusive – ahnt Haley nicht, dass sie dort jener Nacht ins Auge blicken muss, die sie seither verfolgt. Doch Wyatt kämpft um sie und ihre Freundschaft … die mittlerweile auch für ihn zu so viel mehr geworden ist.

Die Charaktere kennt man bereits aus Band eins der Reihe, und erneut wurde ich nicht recht warm mit ihnen, konnte mit ihnen keine Beziehung eingehen und sie waren mir einfach zu oberflächlich und ungenau gezeichnet. Auch tat ich mich weiterhin mit dem Schreibstil schwer, ich kam einfach nicht in das Buch hinein und er konnte mich nie in seinen Bann ziehen. Gefühlt brauchte ich eine halbe Ewigkeit, um das Buch zu beenden, da es mir leider ziemlich schnell auf die Nerven ging. Band eins mochte ich deutlich lieber als den Zweiten.

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Silvia Jelincic: Wir im besten Alter

Greta, Ximena, Lilly, Nadine und Burglind wohnen alle fünf in Wien, sind alle Mitte vierzig und miteinander befreundet. Außerdem verbindet sie eine gewisse Langeweile und die Angst vor dem Altwerden. Obwohl keine von ihnen nennenswerte Probleme hat, ist ihnen das Leben in seiner momentanen Form nicht genug. Sie wollen Abenteuer, jung und schön sein und unbeschwert. Vier sind verheiratet, eine hat einen Langzeitlover, der ebenfalls verheiratet ist. Drei haben Kinder, zwei sind freiwillig kinderlos.

Um Pep in ihr Leben zu bringen, schließen sie einen Pakt. Jede von ihnen soll ihre „besten Jahre“ auf ihre Weise genießen. Das machen die Damen auch und in Folge geht es dann fast ausschließlich um Sex. Ximena engagiert zum Beispiel einen Detektiv, der mögliche Liebhaber für sie ausspioniert, Burglind nimmt sich die Männer ohnehin wann und wo sie will und Lilly hatte noch nie einen Orgasmus, was sie schleunigst ändern will.

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Katja Lange-Müller: Unser Ole

Ein Roman mit drei Protagonistinnen, in dem ein geistig beeinträchtigter Junge das Verbindungsglied ist.

Ole will am liebsten in Ruhe gelassen werden. Die Pubertät macht ihm zu schaffen. Außerdem liebt der autistische Halbwüchsige die Welt genauso wenig wie sie ihn. Ein abgedunkeltes Zimmer im oberen Stockwerk des Hauses, dazu immer dieselben Essensrationen. Zum Trinken täglich Cola, dazu mehrere kalte Bockwürste und Brötchen, mehr braucht er nicht. Ein anderes Leben kennt er auch nicht. Versorgt, umsorgt und auch immer häufiger schikaniert wird er von seiner Oma Elvira. Als der geistig schwer beeinträchtigte Junge, dessen Wortschatz sich aus nur wenigen Worten zusammensetzt, seinen eigenen Willen entwickelt, ist Elvira schlicht überfordert. Immerhin hat sie doch bislang alles und alle dominiert. Hat ihre Form von Mutterliebe gegeben oder entzogen. Aber mittlerweile ist Ole ihr körperlich weitaus überlegen.

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Kerri Maniscalco: Escaping from Houdini

Die US-amerikanische Bestseller-Autorin Kerri Maniscalco beweist auch in Band 3 ihrer beliebten „Audrey-Rose-Reihe“, wie meisterhaft sie historische Settings und packende Atmosphären erschaffen kann. Nach den düsteren Gassen des viktorianischen Londons in Band 1 und dem unheimlichen Vampir-Schloss in Transsilvanien in Band 2 entführt sie ihre Leser in „Escaping from Houdini“ auf eine spannende Reise über den Atlantik.

Handlung: Spannung auf hoher See

Die Geschichte spielt an Bord des Luxus-Dampfschiffs RMS Etruria, das es tatsächlich gegeben hat. Während der Überfahrt von Liverpool nach New York wird die Reisegesellschaft von einem Zirkusensemble unterhalten, zu dem auch der berühmte Entfesselungskünstler Harry Houdini gehört. Doch als es zu mehreren mysteriösen Morden kommt, müssen die angehenden Gerichtsmediziner Audrey Rose und ihr charmanter Begleiter Thomas Cresswell die Ermittlungen aufnehmen. Kerri Maniscalco verbindet dabei gekonnt historische Elemente mit einem Hauch von Mystery und Crime.

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Freya Miles: A Bookboyfriend for Christmas

Die bekannte Booktokerin Mia bekommt die Chance Weihnachten alleine in einer Buchhandlung zu feiern und muss nicht lange überlegen, ob sie zusagen soll – denn was gibt es Schöneres als das Fest mit einem Bookboyfriend zu verbringen und dabei inmitten von Büchern einschlafen zu können? Der Plan klingt gut, doch ein Schneesturm macht ihn zunichte, denn anstatt alleine sitzt sie nun mit dem schlecht gelaunten Arzt Nick in der Buchhandlung fest. Dieser hasst Weihnachten und Bücher genauso, außer sie enthalten medizinisches Wissen. Es scheint ein Albtraum zu werden, bis Mia es schafft, die harte Schale des Grinches zu knacken, vielleicht steckt ja doch Bookboyfriend-Potenzial in ihm?

Wie toll kann ein Buch sein? Welcher Bookie wünscht sich nicht genau das, was Mia hier erlebt hat?

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Paul Lynch: Das Lied des Propheten

„Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ Dieses Zitat stammt von Franz Kafka. Es verwundert nicht, dass Paul Lynch, Booker Prize Träger 2023, in den Medien bisweilen als „Kafka dieses Jahrhunderts“ bezeichnet wird. Denn dieses Buch tut weh. Es erschüttert unser tiefstes Inneres von der ersten bis zur letzten Seite. Der vermeintlich dystopische Plot ist längst Realität, nicht im vermeintlich demokratischen Westeuropa, sondern in anderen Teilen der Erde, die man gemütlich ausblenden und wegzappen kann. Doch Lynch holt uns ein. Er transferiert die Schrecken von Diktatur und Fanatismus ins Irland der nahen Zukunft, mitten in die EU.

Hausbesuche ohne Wiederkehr? Ausgrenzung und Demütigung Andersdenkender? Straßenkämpfe, Folter, Tod, Zusammenbruch des Systems – bei uns in Europa nicht denkbar? Doch. Wie Paul Lynch den Schrecken eines autokratischen Systems über die Welt von Eilish und Larry Stark hereinbrechen lässt, ist ganz große Literatur. Sie sind aufgeklärte Menschen, die an die Vernunft glauben. Nur dass dieser Wert unter der tyrannischen, rechtsnationalen Regierungspartei eben nichts mehr wert ist.

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Gesine Dammel (Hg.): Weihnachtswunderland

Viele Geschichten rund um Weihnachten versammelt Gesine Dammel in der Anthologie „Weihnachtswunderland. Die schönsten Geschichten zum Fest“.

Namhafte Autoren wie Thomas Bernhard, Antoine de Saint-Exupery oder Bert Brecht findet man neben weniger bekannten Kollegen, die allesamt Kindheitserinnerungen, Märchenhaftes und auch Lustiges zum Thema Weihnachten zu erzählen haben. Gabriela Jaskulla schreibt von einer Frau, die in der Kirche beim gemeinsamen Singen mit der alten Mutter die Distanz zu ihr überwindet.

Mit Ray Bradburys „Das Weihnachtsgeschenk“ begibt sich der Leser in ein Marsraumschiff, in Richard Hughes „Der Weihnachtsbaum“ spielen die Spielsachen den Kindern am Heiligen Abend einen schlimmen Streich und lassen sich einiges einfallen, um die vielen Tränen, die dadurch entstehen, zu trocknen und Armando Massareti macht sich an die „Beweise für die Existenz des Weihnachtsmannes“.

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