Charlotte Jacobi: Heldin der Gezeiten: Eine Schwimmerin. Ein Ziel. Ein weltweiter Erfolg

Mercedes Gleitze hat sich und allen anderen als junge Frau bewiesen, was man mit Zähigkeit, unbedingtem Willen, hartem Training und Ausdauer erreichen kann! Ihr größter Wunsch, ihr erklärtes Ziel war es schon als junges Mädchen, eines Tages den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Ihre ersten Schwimmversuche machte sie als Kind mit ihren beiden älteren Schwestern in Brighton, von Stund an war das Wasser ihr Element.

Bevor sie aber anfangen konnte, ihren Wunsch in die Tat umzusetzen und täglich hart zu trainieren, machte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, trat eine Stelle in einer Reederei in London an und bewies auch dort, dass sie gut war in dem, was sie machte. Sie hatte das Glück, dass ihr Chef ihre Ambitionen, das Schwimmen betreffend, unterstützte und es ihr ermöglichte, bald täglich am sehr frühen Morgen unter fachmännischer Anleitung und Betreuung ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. Oft unter widrigsten Bedingungen, aber immer mit ihrem erklärten Ziel vor Augen, unerbittlich und ausdauernd. Die ersten Versuche, den Kanal zu überqueren, scheitern. Oft wegen der Wetterbedingungen, manchmal auch, weil Mercedes‘ Körper Warnsignale sendet. Weiterlesen

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Julia Hausburg: Fighting Through Deep Waters

Meeresbiologiestudentin Henriette hat einen der begehrten Plätze auf der Segeljacht Sapient Sailor ergattert und verbringt ein exklusives Auslandssemester auf hoher See. Endlich hat sie die Chance, sich aus dem Schatten ihrer Schwester zu lösen. An Bord des Großseglers stößt Henriette auf Lukas, ihren besten Freund aus Kindertagen, der ihr inzwischen jedoch fremd ist. Das erste Wiedersehen ist eisig, aber zwischen Studienprojekten und gemeinsamen Tauchgängen im Südpazifik funkt es gewaltig. Bis ein verhängnisvoller Kuss, alte Wunden und ungesagte Wahrheiten drohen, ihr neues Glück im Keim zu ersticken. Als ein Sturm die Jacht in Gefahr bringt, müssen sie kämpfen: gegen ihre Vergangenheit und um ihre Liebe.

Leider konnte mich das Buch nicht ganz abholen, obwohl das Setting wirklich mega war.

Der Schreibstil der Autorin ist gut, fast schon meditativ und man kann das Buch flüssig lesen. Allerdings wirkte er mir manchmal ein bisschen zu kindisch. Aber man fühlt sich so, als wäre man selbst auf der Segeljacht und alles ist stimmig.

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Inka Lindberg: All the things (s)he said

Skye ist eine »Serial Monogamist«: Ihr Leben lang hüpft sie von Beziehung zu Beziehung und bleibt nie lange allein. Doch als sie sich von Lukas trennt, ist alles anders. Dieses Mal schwört sich die junge Kölnerin, ein Jahr lang single zu bleiben, um herauszufinden, was sie im Leben wirklich will. Wer ist sie ohne Partner? Was gefällt ihr wirklich und was hat sie nur ihrem Freund zuliebe gemacht? Und wie knüpft man bitte mit Mitte zwanzig noch neue Freundschaften? Die Antworten auf diese Fragen zu finden, stellt sich als gar nicht so einfach heraus.

Ausgerechnet Skyes neue Nachbarn Amir und Naima stellen ihren guten Vorsatz auf eine harte Probe. Fühlt sie für Amir eine tiefe Freundschaft oder hat sie doch Schmetterlinge im Bauch? Oder ist es Naima, die ihren Plan, single zu bleiben, wirklich gefährdet?

Die Geschichte hatte ich innerhalb weniger Tage beendet. Nachvollziehbar und nahbar geschrieben, fliegt man nur so durch die Seiten. Erwartet hatte ich hier einen Wohlfühl-Roman, doch es war anders als ich dachte – zwar habe ich mich darin wohlgefühlt, aber er hat mir auch so viele Emotionen abverlangt. Weiterlesen

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Daniela Dröscher: Junge Frau mit Katze

Die Studentin Ela steckt im Prüfungsstress fest. Ihre psychischen und physischen Probleme scheinen kein Ende zu nehmen.

Junge Frau mit Katze“  ist der Kategorie der autofiktionalen Bücher zuzuordnen. Wer Daniela Dröschers Vorgängerroman „Lügen über meine Mutter“ kennt, wird auch „Junge Frau mit Katze“ gerne lesen und hier altbekannte Personen und Probleme im Handlungsverlauf wiederfinden. Um es gleich vorwegzunehmen: Das neue Buch kann „Lügen über meine Mutter“, wie so oft bei Folgeromanen, nicht toppen. Dennoch ist es auf jeden Fall lesenswert.

Ela ist eine junge Frau mit Katze (die eine nicht zu unterschätzende Rolle im Handlungsverlauf einnimmt). Elas Tagesabläufe werden von ihrer Prüfungsangst dominiert. Die Verteidigung ihrer Doktorarbeit, auf die sie all die letzten Jahre hingearbeitet hat, steht kurz bevor. Doch Ela kann sich nicht konzentrieren. Ständig wird sie von ihrem Körper mit neuen Wehwehchen gepeinigt. Hängt alles mit ihrem inneren „Schmetterling“, ihrer Schilddrüse und der Diagnose „Hashimoto“ zusammen? Das wäre im doppeldeutigen Sinn nicht verwunderlich, schließlich befasst sie sich tagein, tagaus, mit der japanischen Literatur. Weiterlesen

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Mariette Navarro: Am Grund des Himmels

Claire hat von ihrem Kollegen Marc erfahren, wie er aus der Führungsetage geflogen ist. Während seine Kollegen wie gewohnt in der obersten Etage ihre Besprechungen abhalten, wurde er eine Etage tiefer versetzt. Er würde auch dort bei Bedarf informiert werden. Doch dies geschah nicht. Marc wurde vergessen. Nur Claire erinnert sich an ihn und seine Frage, ob sie mit ihrem Fuß gegen eine bestimmte Treppenstufe stoße. Inzwischen ist ihr Zeh wundgestoßen, und sie wechselt täglich das Pflaster. Auch sonst stößt sie gegen Hindernisse, die nur sie nicht sehen kann.

Anfangs sah ihr Karrieresprung so vielversprechend aus. Sie fühlte sich dazugehörig und arbeitete mit großem Einsatz. Doch heute gibt es bei den üblichen Treffen mit den Kollegen Gespräche, die sie ausschließen. Sie kennt nicht die Vornamen bestimmter Leute, und ihr fehlt das notwendige Netzwerk. Mitten in einer Besprechung erkennt Claire auf einmal die tatsächliche Distanz, vor der sie so lange die Augen verschlossen hat. Völlig unerwartet bekommt sie keine Luft mehr. Sie muss raus. Über eine Letter klettert sie auf das Dach, um frische Luft zu atmen. Dort oben ist die Perspektive eine andere, und sie erlaubt sich eine ehrliche Analyse über ihr aktuelles Leben. Weiterlesen

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Sarah Stankewitz: No matter why

Isaiah Jones hat es sich nach dem Tod seines Vaters, wo er nicht helfen konnte, zur Aufgabe gemacht, als Feuerwehrmann zu helfen. Damit will er andere von seinem Schicksal bewahren. Bei einem dramatischen Einsatz lernt er Jewel kennen, die ihm mit ihrer Art direkt unter die Haut geht. Aber sie hat ein Geheimnis, das Isaiahs Werten widerspricht und er es somit nie erfahren darf. Muss er seine Gefühle nun also wieder eindämmen oder ist es dafür schon zu spät?

Ein würdiger Abschluss der Love Burns Reihe, wenn es im Mittelteil auch ein bisschen eintönig war.

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Patricia Koelle-Wolken: Der Garten der kleinen Wunder

Vielversprechend klangen Titel und Klappentext dieses Romans, verhießen sie doch genau die Art Buch, die ich mag: Protagonistinnen, die sich gemeinsam ändern, sich dabei gegenseitig helfen. Dabei erwartete ich aufgrund der Beschreibung, eine Jugendliche und eine ältere Dame.

Bekommen habe ich einen Roman voller seichtem Geschwafel, psychologischer Selbst- und Fremdanalysen und ohne fesselnde Handlung oder Figuren. Insbesondere die Figuren, vor allem Ich-Erzählerin Victoria, genannt Toja (merkwürdige Verballhornung des schönen Namens Viktoria), deren Alter man nicht erfährt, die aber offensichtlich wesentlich jünger ist, als der Klappentext denken lässt, vor allem diese Figur ist unangenehm.

Penetrant betont sie ihr eigenes Stillsein und Stillebedürfnis, mischt sich dann aber in das Leben des Nachbarkindes Viktoria, genannt Vica, ein. Deren Gefühle, Gedanken und Stimmungen kann sie stets ahnen, sie weiß, warum das Mädchen sich wie verhält. Das wirkt unrealistisch, anmaßend und abwegig. Weiterlesen

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Jonas Hassen Khemiri: Die Schwestern

Auf über 700 Seiten entfaltet Jonas Hassen Khemiri in seinem Roman „Die Schwestern“ ein Panorama, das sich über 35 Jahre und mehrere Kontinente erstreckt. Im Mittelpunkt steht eine Familie, insbesondere die drei Schwestern Ina, Evelyn und Anastasia Mikkola. Die Geschichte beginnt mit dem jungen Jonas, der die Drei in seinem Stockholmer Viertel kennenlernt. Zwischen Nachbarschaft, Freundschaft, Geheimnissen und familiären Verstrickungen verweben sich ihre Biografien im Laufe der Jahrzehnte zunehmend miteinander.

Die familiäre Herkunft – der Vater ist Tunesier, die Mutter Schwedin – bringt eine Vielfalt an Perspektiven in die Erzählung, besonders spürbar in der facettenreichen Darstellung der drei Schwestern, die in ihrer Eigenart und inneren Zerrissenheit faszinieren. Im Verlauf des Romans werden Themen wie Identität, Migration, das Suchen und Verlieren sowie der Spagat zwischen Träumen und Realität einfühlsam aufgegriffen.

Immer wieder kehrt das Motiv zurück, dass alles Geliebte letztlich verloren geht, was der Erzählung sowohl Tiefe als auch eine gewisse melancholische Grundstimmung verleiht. Khemiri gliedert seinen Roman in 137 Kapitel, aufgeteilt in sieben Bücher. Seine Erzählweise ist verspielt, assoziativ und geprägt von langen, fließenden Sätzen. Besonders bemerkenswert ist die experimentelle Vermischung aus Metafiktion – die Hauptfigur trägt den Namen des Autors – und realistischen, berührenden Schilderungen zwischen Alltag und existenziellen Krisen. Weiterlesen

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Nina George: Die Passantin

Ist es Verzweiflung oder Verdruss, ohne Vorplanung plötzlich aus dem Leben zu verschwinden? Verwegen und vor allem ganz schön wagemutig ist es auf jeden Fall.

Jeanne Patou, die Protagonistin in diesem Roman, hat nicht lange Zeit zum Überlegen. Sie hat bereits am Flughafen in Barcelona eingecheckt. Als sie im Boardingbereich eine schmale Öffnung an einer Baustelle bemerkt, schlüpft sie, einer plötzlichen Eingebung folgend, unvermittelt hindurch und entfernt sich. 

Die Autorin verknüpft reale Ereignisse mit fiktionaler Erzählweise: Sie greift den Flugzeugabsturz in den französischen Alpen im Jahr 2015 auf, bei dem alle Passagiere ums Leben kamen, als der depressive Copilot die Maschine im Bergmassiv zerschellen ließ.

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Sarah Stankewitz: Perfectly Broken & Lovely Mistake

Perfectly Broken: Als Brooklyn Manchester verlässt. Will sie ihre schmerzhafte Vergangenheit hinter sich lassen und den Tod ihrer Liebe verarbeiten. Die neue Wohnung in Bedford ist ihre letzte Rettung. Sie sieht sogar darüber hinweg, dass ihr Apartment durch eine Tür mit dem Schlafzimmer ihres Nachbarn Chase verbunden ist. Immer wieder dringen Geräusche und Gesprächsfetzen durch die verschlossene Tür, und Brooklyn erfährt viel über Chase. Sie fühlt sich von dem Fremden, dem sie noch kein einziges Mal begegnet ist, auf unerklärliche Weise angezogen. Als Chase dann beginnt, ihr Nachrichten zu schreiben und ihr auf dem Klavier ihr Lieblingsstück vorzuspielen, gerät Brooklyn in einen Strudel aus widersprüchlichen Gefühlen: In ihr kämpft die Anziehung zu einem Fremden mit ihrem eigenen Widerstand. Denn sie hatte ihr Herz für immer einem anderen versprochen …

Die Idee des Buches fand ich unfassbar toll, schon an den ersten Seiten hat es mich komplett abgeholt und ich wusste: so schnell kann ich nicht mit dem Lesen aufhören.

Man kann die Geschichte aus der Sicht von Brooklyn und Chase verfolgen, dadurch bekommt man einen guten Einblick in beide und lernt sie gut kennen. Beide Charaktere mochte ich sehr gerne, wenn es sich manchmal schon etwas unreal anfühlte, was zwischen den Beiden war. An manchen Stellen ging mir alles ein bisschen zu schnell, aber zwischen den Beiden geht es mal hitzig zu, mal gefühlvoll und mal bringen sie so viel Humor in die Geschichte. Man musste sie einfach mögen.

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