Molly O´Neill: Waterwitch

Jenny Greenteeth ist ein Monster, das im örtlichen See eines winzigen Dorfes irgendwo in England lebt und sich nicht in die Geschehnisse über Wasser einmischt. Warum sie die Hexe, die eines Tages in ihren See geworfen wird, nicht einfach aufisst, weiß sie selbst nicht – aber sie entscheidet sich stattdessen dafür, diese zu retten.

Temperance, die Heilerin des Dorfes, hat selbstverständlich Schwierigkeiten, dem grünen Ungeheuer mit den spitzen Zähnen zu vertrauen, aber eine richtige Wahl hat sie nicht. Denn wie sich herausstellt, ist der Pfarrer, der ihre Ermordung verordnet hat, der Erlkönig – ein mythologisches Monster, das um einiges schlimmer ist als die schlecht gelaunte Wasserfrau.

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Kate Stewart: Severed Heart

Tyler ist düster, unnahbar und bereits in jungen Jahren mit einem eisernen Willen ausgestattet, doch niemand ahnt, welche dunklen Geheimnisse er vor der Außenwelt verbirgt – bis Delphine, eine vom Leben gezeichnete Straßenkämpferin, in sein Leben tritt. Als Einzige sieht sie die Narben auf seiner Seele – Narben, die ihren eigenen Schmerz widerspiegeln. Zwischen den beiden entsteht eine unerklärliche Verbindung, die sich tief in Tylers Herz brennt und ihn für immer verändern wird …

Tyler ist ein vielschichtiger, interessanter Charakter. Er besteht fast nur aus Wut und Schmerz. Erst wenn man ihn besser kennenlernt, merkt man, wie verletzlich er eigentlich tief im Inneren ist.

Das Buch hat mich innerlich zerrissen.

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Robert Galbraith: Der Tote mit dem Silberzeichen

Cormoran und Robin ermitteln wieder, doch diesmal steht nicht der Fall im Mittelpunkt.

Wenn ich richtig gezählt habe, ist dies der achte Fall der Detektei Strike and Ellacott. Und wieder breitet Robert Galbraith (aka J. K. Rowling) die Ereignisse auf reichlich Seiten aus.

Trotzdem könnte man die Handlung in einem einzigen Satz zusammenfassen: Die Detektei bekommt den Auftrag, ein Mordopfer zu identifizieren. Oder man scheitert kläglich an einer Zusammenfassung der Handlung, denn diese wird ziemlich komplex und vielschichtig – um nicht zu sagen kompliziert und arg verschlungen – erzählt.

Dabei ist in diesem neuen Band gar nicht der Auftrag im Mittelpunkt, den Robin und Cormoran von einer verzweifelten Frau bekommen, die glaubt, der Tote sei ihr Geliebter und der Vater ihres Kindes. Fast mehr dreht sich die Handlung um die Beziehung zwischen Cormoran und Robin, die einander lieben, sich aber nicht trauen, dies einander oder auch nur sich selbst gegenüber einzugestehen.

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Elisabeth Sandmann: Wir dachten, das Leben kommt noch

1940 gründete der britische Premierminister Winston Churchill die „Special Operations Executive“, kurz SOE genannt. Eine spezielle Einsatzgruppe, die in allen von der Wehrmacht besetzten Gebieten aktiv war, so auch in Frankreich, wo sie als Sektion F bekannt war. Winston Churchill wollte damals die Nationalsozialisten und Faschisten in Europa vollständig vernichten, wofür – schon im eigenen Interesse der Briten – der Widerstand im besetzten Frankreich gestärkt werden musste. Allein auf die Unterstützung der Résistance wollte er sich dabei allerdings nicht verlassen.

Das Besondere an dieser neuen Organisation, der SOE, war, dass zum ersten Mal auch Frauen angeworben und aufgenommen wurden. Sie wurden gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen und ebenso intensiv für Kampfhandlungen ausgebildet. Das hatte es in herkömmlichen Agentennetzwerken bisher nicht gegeben. Doch Frauen waren im Einsatz unauffälliger als Männer, hatten andere Möglichkeiten, an Informationen zu kommen oder zum Beispiel Sprengstoff für geplante Anschläge unter Kartoffeln im Einkaufskorb oder im Kinderwagen verborgen zu transportieren. Die Frauen der Sektion F haben Wesentliches zum Sieg über die Wehrmacht beigetragen, doch Erwähnung fanden ihre mutigen und lebensgefährlichen Einsätze kaum.

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Caroline Stadsbjerg: Carnivora

Wenn beim gemeinsamen Essen das erste Familienmitglied erklärt, kein Fleisch mehr essen zu wollen, sind Verwunderung und Diskussionsbedarf unvermeidbar. Fleisch sei wichtig für eine gesunde Ernährung. Das Leben mit Fleisch sei gesünder und besser. Und wenn das Familienmitglied trotzdem auf vegetarischem Essen besteht, fühlen sich die anderen persönlich angegriffen. Auch Hannah erlebt diese Diskussion am Tisch ihrer Schwester, nachdem ihr Schwager Adam neben diversen Beilagen Fleisch mit einer aufwendig gekochten Sauce serviert. Die Gemüter sind erhitzt. Streit liegt in der Luft.

Doch wie soll Hannah sich erklären? Im Vergleich zu ihrer Familie hat sie eine bekannte Zuchtfarm besichtigt. Diese soll das beste Fleisch in der ganzen Umgebung liefern, heißt es.

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Cilla u. Rolf Börjlind: Schatten über dem Wald

Es beginnt schaurig: Jemand beobachtet ein seltsames Ritual auf einem Felsplateau; ein Blinder geht mit seiner Begleitung durch ein stilles Dorf, beobachtet durch den schmalen Spalt einer Jalousie; der Schrei einer Frau gellt durch die Nacht; ein Wolf heult auf dem Felsplateau.

Dann beginnt der Fall: In einem riesigen Ameisenhaufen wird eine männliche Leiche ohne Kopf entdeckt. Die örtliche Polizei aus Strömsund beginnt in dem kleinen Dorf Slagtjärn in den Tiefen der schwedischen Wälder zu ermitteln, während in dem Dorf die Angst umgeht und eine Bürgerwehr gebildet wird.

Emmy Sunna, die örtliche Polizeiassistentin, wird durch Olivia Rönning unterstützt, die Kennern der Krimireihe des Autorenpaares Börjlind bestens vertraut ist. Zunächst gibt es keinerlei Spuren, keinerlei nennenswerte Ansatzpunkte.

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Kai Meyer: Das Antiquariat am alten Friedhof

Ein weiterer Roman um das Graphische Viertel in Leipzig

Kai Meyers Romane, die sich stets um außergewöhnliche oder auch gefährliche Bücher drehen, sind meist fesselnd, stets dramatisch und immer voller historischer Ereignisse. So auch der neue Band, dessen Handlung sich von 1930 bis 1945 spannt und der nicht nur in Leipzig, sondern auch in der Ägäis oder in Amalfi spielt.

Im Mittelpunkt steht Felix, der 1930 als gerade Zwanzigjähriger Teil einer Gruppe junger Männer ist, die sich regelmäßig im Antiquariat ihres Freundes Vadim treffen. Die anderen beiden sind Julius und Eddie. Alle kommen aus gut situierten Familien, vertreiben sich die Zeit mit Diskussionen über Literatur und mit dem Stehlen von Büchern, die Vadim wiederum in seinem Laden unter der Hand weiterverkauft, um das Antiquariat halbwegs am Leben zu erhalten.

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Emiko Jean: The Return of Ellie Black

Ich sage ja selten etwas zu Covern, aber dieses hier hatte auf den ersten Blick deutliche Ähnlichkeiten zum Cover von „A Good Girl’s Guide to Murder“, was mich letztlich auch zum Kauf verführt hat. Es ist aber ganz anders – vom Aufbau, von der Geschichte – und es ist schon gar kein Roman aus Teenagersicht.

Als Ellie Black vor zwei Jahren nach einer Teenagerparty verschwand, war es Chelsey Calhouns Fall. Jetzt taucht Ellie plötzlich wieder auf: verstört, schweigend, anscheinend unverletzt. Chelsey möchte unbedingt herausfinden, was ihr genau zugestoßen ist, denn Jahre zuvor verschwand ihre eigene Schwester auf die gleiche Art und Weise, und diese tauchte nie wieder auf. Auf der einen Seite Ellie, bei der man sich lange fragt, warum sie so hartnäckig schweigt und die immer noch wie ein Teenager agiert, auf der anderen Seite die erfahrene und bodenständige Ermittlerin Chelsey Calhoun. Die beiden passen als Protagonistinnen sehr gut zusammen und sind mal etwas anderes als die dauernden Ermittlerteams.

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Kaylie Smith Enchantra: Verrate die Liebe, rette dein Herz

Genevieves Weg auf der Suche nach ihren Wurzeln führt sie nach Italien. Vor ihr erstreckt sich ein verwunschenes Anwesen. Enchantra ist wunderschön, aber auch absolut tödlich – was sie noch nicht weiß, als sie beschließt, trotz aller Warnungen hineinzugehen. Nun ist sie hier gefangen. Wenn sie überleben will, muss sie Rowin heiraten, denn als Paar haben sie gemeinsam eine Chance, das Spiel lebend zu verlassen.

Endlich eine Geschichte aus Genevieves Sicht. Ich habe mich sehr auf diese gefreut, vor allem nachdem mir Phantasma so unglaublich gut gefallen hat. Auch hier gibt es wieder einiges an Magie und Action. Man lernt die Familie Silver und ihren Fluch gut kennen und fragt sich bald, ob dieser oder Phantasma schlimmer ist.

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Edvard Hoem: Die Hausmamsell

Der norwegische Autor Edvard Hoem schreibt zu Beginn seiner Einleitung an seine Leser, wie er beschloss, genug über das Leben seiner Ahnen geschrieben zu haben. In den vergangenen Jahren stellte er uns seine Urahnin vor, die eigenständig ihren Lebensunterhalt als Hebamme verdient hatte. Ein weiterer Vorfahr wurde während seiner fünfjährigen Gefangenschaft bei den Engländern Geigenbauer, ein anderer liebte das Heumachen.

Völlig unerwartet übernahm die Erinnerung an Julie Elisabeth Hoem, die jüngste Tochter des Geigenbauers, die Regie über ein neues Buchprojekt. Es begann eine schwierige und nahezu unmögliche Recherche, denn über Julie fanden sich nur sehr wenige Spuren. Sie tauchte zum Beispiel 1865 in einer Volkszählung auf oder in zwei Inseraten, in denen sie 1894 ihre Dienste als erfahrene Haushaltshilfe anbot. Sie starb im Februar 1911 in dem Bergener Altenheim „Alders Hvile“ (Frieden des Alters). Zwei Jahre benötigte Edvard Hoem für seine historische Liebeserklärung an Julie Elisabeth Hoem, die nicht wie ihre viel zu früh verstorbene Mutter im kalten Fjordwasser Klippfisch waschen wollte, um ihre Familie satt zu bekommen.

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