Alexander Oetker, Thi Linh Nguyen: Die Schuld, die uns verfolgt

Linh-Thi und Adam Schmidt sind verheiratet und arbeiten beide bei der Polizei. Im Roman „Die Schuld, die uns verfolgt“ von Alexander Oetker und Thi Linh Nguyen ist es nicht das erste Mal, dass morgens bei beiden zugleich das Diensthandy klingelt und sie zu unterschiedlichen Fällen gerufen werden. Bei Linh-Thi ist es eine Geiselnahme in der Bank einer beschaulichen Kleinstadt, bei Adam ist ein kleines Mädchen aus einer Kindertagesstätte verschwunden. Nichts also, was miteinander zu tun haben könnte. Und dann legt das Autorenduo los.

Wir erfahren beinahe genauso viel über die Geschichte des Ehepaares wie über die beiden eigentlichen Fälle. Und das ist wirklich hochspannend. Linh-Thi (die Autorin und die Protagonistin) ist geborene Vietnamesin, früh nach Deutschland gekommen und hat jede Menge über das Leben und die Schwierigkeiten von Vietnamesen in Berlin zu erzählen. Als sie Adam das erste Mal traf, war sie beinahe noch ein kleines Mädchen.

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Katja Keweritsch: Agnes geht

Wenn nichts mehr geht, geht gehen. Dieser Spruch hält Agnes aufrecht, als sie Hamburg entlang der Elbe zu Fuß verlässt. Am Abend vorher waren bei einem Streit mit ihrem Mann böse Worte gefallen, die mit einem Schlag vieles infrage stellen – die Jahre als Hausfrau und aufopfernde Mutter, das Verhältnis zu ihrem Mann, dem sie immer den Rücken freigehalten hatte, das gemeinsam Erreichte, ihr Selbstverständnis als emanzipierte Frau. In „Agnes geht“ beschreibt Katja Keweritsch eine Frau, die sich vor die Trümmer ihrer Lebensleistung gestellt sieht.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Agnes erzählt. In einigen Kapiteln bekommt aber auch ihr Ehemann Tom, der als erfolgreicher Arzt gerade den Excellence-Award einer großen Hamburger Klinik erhalten hatte, eine Stimme. Er hatte seine Aufgabe vor allem darin gesehen, durch seine Arbeit die Familie wirtschaftlich abzusichern. Nachdem Agnes weggegangen ist, muss er allein Haushalt und Kinder managen.

Agnes realisiert auf ihrer Wanderung, wie unzufrieden sie mit ihrem bisherigen Leben ist und dass sie ihre eigenen Träume der Familie geopfert hat. Als Biologin wollte sie ihren Beitrag zum Naturschutz leisten, stattdessen hat sie sich zwischen Kinderbetreuung, Essen kochen und Hausputz einspannen lassen, nur leicht abgefedert durch einen Nebenjob bei der Betreuung benachteiligter Jugendlicher. Sie muss sich zudem eingestehen, dass sie sich in ihrem Körper schon lange nicht mehr zu Hause fühlt. Die Veränderungen nach Schwangerschaften und Stillzeit erscheinen ihr wie peinliche Deformationen.

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Silvia Moreno-Garcia: Der mexikanische Fluch

Ein angsteinflößender Brief, ein gruseliges Anwesen und eine seltsame Familie voller dunkler Geheimnisse. „Mexican Gothic“ heißt der internationale Bestseller von Silvia Moreno-Garcia, den es jetzt auch in deutscher Übersetzung gibt. „Der mexikanische Fluch“, übersetzt von Frauke Meier, ist ein Fantasy-Thriller und überzeugt vor allem durch seine bildliche Sprache.

Inhalt:

Der Roman handelt von der feministischen Noemi. Sie lebt ihr Partyleben in der Hauptstadt Mexikos, als sie einen besorgniserregenden Brief von ihrer Cousine Catalina erhält. Diese war vor einiger Zeit mit ihrem Ehemann, den sie überstürzt geheiratet hat, in dessen verwildertes Anwesen in den mexikanischen Bergen gezogen und hatte sich seitdem selten gemeldet. Noemi macht sich sofort auf den Weg, um in Erfahrung zu bringen, was in diesem Haus vor sich geht. Schnell merkt sie, dass mit diesem Haus und der Familie etwas nicht stimmt.

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Maria Petterson: Anführerinnen, Agentinnen, Aktivistinnen

Als ich das Buch „Anführerinnen, Agentinnen, Aktivistinnen“ von Maria Petterson aussuchte, um es zu lesen, rechnete ich mit den allbekannten Frauenleben, die hier geschildert werden sollten. Doch tatsächlich stellt die finnische Autorin, eine preisgekrönte Journalistin, hier ganz viele mir bislang völlig unbekannte Frauen vor, aus allen Jahrhunderten, vielen verschiedenen Ländern und vor allem mit absolut unterschiedlichen Schicksalen.

Der Untertitel des Buchs sagt auch bereits viel darüber aus, nach welchen Kriterien die Verfasserinnen die Frauen auswählte, über die sie hier schreibt. Der Untertitel lautet: Außergewöhnliche Frauen, die Regeln brachen. Im Vorwort erläutert Maria Petterson auch, warum sie genau über diese Frauen berichten wollte: Weil es sich um Frauen handelt, die davon abgehalten wurden, ihre Begabung zu nutzen. Um Frauen, deren Geschichten niemals erzählt wurden, deren Erfolge Männern zugeschrieben wurden. Frauen, die für sich, für ihre Kinder, ihr Volk oder für andere Frauen gekämpft haben.

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Jim Butcher: Bluthunger: Die dunklen Fälle des Harry Dresden 06

Eigentlich hatte Harry Dresden, seines Zeichens Magier aus Chicago vor, es zukünftig ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Nachdem er den Anschlägen des Roten, wie auch des Weißen Hofes der Vampire entkommen ist, die Apokalypse gerade noch einmal verhindert hat und dessen Herz von seiner Ex-Freundin gebrochen wurde, stand Konsolidierung der Kräfte wie auch der Finanzen an. So die Ausgangssituation in „Bluthunger“ von Jim Butcher.

Sein neuer Auftrag, das Auffinden gestohlener Hundewelpen, schien da genau das Richtige zu sein. Dass ihn dabei geflügelte Schimpansendämonen erwarten würden, die mit ihren brennbaren Fäkalien nach ihm werfen, hatte er eigentlich nicht einkalkuliert. Damit nicht genug, wird er auf seiner Flucht auch noch von Mitgliedern des Schwarzen Hofes angefallen.

Eine alte Bekannte, die Vampirin Mavra hat noch eine Rechnung mit unserem Magier offen, und will nun tabula rasa machen. Als er dann an das Filmset eines Pornostreifens gerufen wird, um die Darstellerinnen vor einem Entropiefluch zu schützen, weiß er, dass sein Leben einmal mehr eine unerwünscht interessante Wendung zu nehmen im Begriff ist. Da kommt es gut, dass er auf einen verschollenen Bruder trifft, auch wenn dessen Erzeuger alles tut, um Harrys Leben abzukürzen – aber das ist er ja schon gewohnt. Bitte in die Reihe anstellen, schließlich warten eine ganze Anzahl finsterer und überaus mächtiger Figuren darauf, unseren Harry ins Jenseits zu befördern – nur hat dies bis jetzt noch keiner geschafft … 

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Miranda Malins: Die Tochter der Rebellion: Cromwells Töchter 02

Die Historikerin und Autorin Miranda Malins war schon als Teenager von Oliver Cromwell fasziniert. Eine Umfrage der BBC ergab 2006, dass dieser zu den 100 wichtigsten Briten zähle. Dies liegt unter anderem an seinem Geschick, Allianzen zu bilden, um bei König Charles I. mehr Freiheit durchzusetzen.

Er und viele andere vertraten die Meinung, immer neue Steuererhöhungen für Kriege seien nicht mehr hinnehmbar, wenn die Bevölkerung an Hunger litt. Aus dem Aufbegehren des Parlaments entwickelten sich immer neue Auseinandersetzungen, die die Briten in zwei politische Lager teilte und schließlich zu blutigen Bürgerkriegen führten.

Während der Trilogieauftakt mit Frances, der jüngsten Tochter des Königsmörders, zu dem Zeitpunkt beginnt, als der Vater Oliver seine größte Macht entfaltet hat, beginnt der zweite Band mit seinem politischen Aufstieg. Oliver Cromwells älteste Tochter Bridget erzählt, wie ihr Vater nach seinem gesellschaftlichen Abstieg erneut zu Geld und Würden gekommen ist. Sie und ihre acht Geschwister erleben unruhige politische Zeiten, die unter anderem von Extremen geprägt sind.

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Holly Jackson: As Good as Dead

Huch, der dritte Band der „Good Girls Guide to Murder-Reihe“ von Holly Jackson ist inhaltlich noch mal eine echte Überraschung. Im ersten Band haben wir Pip als kluge Schülerin kennengelernt, die den fünf Jahre zurückliegenden Tod einer anderen Schülerin aufklärt, im zweiten Band ist sie schon tief in Verbrechen verstrickt und leidet unter dem, was sie herausfindet und jetzt im dritten und letzten Band, „As Good as Dead“, ist sie das Ziel eines Serienmörders und alles hat mit allem zu tun.

Von Anfang an wurde sie immer wieder gewarnt und angegriffen, ihr wurde gesagt ja nicht zu tief zu wühlen und sie und ihre Familie wurde angegriffen (ich werde Holly Jackson den toten Familienhund nie verzeihen – und in jedem Band reitet sie wieder drauf rum). Jetzt laufen alle losen Enden wieder zusammen und Pip selbst wird das Ziel jenes Serienmörders, von dem zwar noch nie die Rede war, der aber von Anfang an alle Fäden in der Hand hielt. Man nannte ihn den Duct Tape Mörder, weil er die Köpfe seiner Opfer komplett mit Panzerband umwickelte und ihnen damit quasi ihr Gesicht nahm.

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Patricia Briggs: Seelendieb: Mercy Thompson Band 13

Seitdem Mercy Thompson und ihr Mann, der Alpha des örtlichen Werwolf-Rudels, offiziell den Schutz der Tri-Cities vor den Übergriffen der übernatürlich begabten Wesen übernommen haben, ist ihr Leben noch ein klein wenig interessanter geworden. Mit Hexen und Zombies, Vampiren und Feen hatten sie es ja bereits zu tun, auch ein paar alte Götter haben schon vehement an ihre Tür geklopft, jetzt im neuen Roman von Patricia Briggs, „Seelendieb“, aber bedroht etwas Uralters die, denen sie Schutz versprochen haben und im weiteren Verlauf auch sie selbst.

Ein Jahrtausende altes Artefakt, das sich seine Träger untertan macht, wurde in Tri-Cities platziert – eine Sichel, die Seelen vom geschlachteten Körpern im Diesseits bindet, eine Sense, die ihr ultimatives Opfer zu Ehren eines längst in den Zeiten vergessenen Erntegottes auserwählt und gekennzeichnet hat – Mercy soll als Opfergabe dienen, als letzte, ultimative Gabe um den Weltenfresser wieder in die Welt zu holen …

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Neil Sharpson: Ecce Machina

In der ganzen Welt leben KIs mit Menschen als vollwertige Mitbürger Seite an Seite. Entweder in gezüchteten Körpern oder in der digitalen Welt, wo auch Menschen ihr Bewusstsein hochladen können, seit die menschliche Seele auf Einsen und Nullen reduziert werden konnte. Überall auf der Welt – außer in der Kaspischen Republik. Das Land liegt abgeschottet am Kaspischen Meer und wird von einer totalitären Regierung geführt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, jegliche intelligente Technologie aus dem Land fernzuhalten. Und sei es durch Gewalt gegen seine eigenen Bürger.

In diesem Staat lebt Agent Nikolai South. Er ist Agent bei der StaSich, was zwar weniger brutal als die ParSich ist, aber trotzdem eine Organisation, der man besser aus dem Weg geht, sollte man sich kritisch zur Regierung geäußert haben. South hat wenig Ambitionen. Seit 26 Jahren ist er nicht befördert worden und lebt still und unauffällig vor sich hin. Das Interessanteste an ihm war seine Frau, doch die ist bereits vor Jahren gestorben.

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Nathan Harris: Die Süße von Wasser

Nathan Harris, Jahrgang 1991, wird als große Entdeckung am Autorenhimmel gefeiert. Sein Roman „Die Süße des Wassers“ war auf Anhieb ein Bestseller und die Literaturkritik voller Lob. Dabei behandelt das Buch ein schwieriges Thema, eine dunkle Zeit in der Geschichte der USA, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen.

George Walker ist ein Eigenbrötler, der gerne kocht oder in philosophierende Gedanken versunken durch den Wald auf seinem Land streift. Sein Vater war einst der größte Grundbesitzer von Old Ox, einem kleinen Städtchen in Georgia in den Südstaaten der USA. George lebt mit seiner Frau Isabelle noch immer im elterlichen Blockhaus und bisher bestritt er seinen Lebensunterhalt, indem er das ererbte Land Stück um Stück an interessierte Nachbarn verkaufte.

Doch nun ist Krieg. Die Kämpfe zwischen der Union, bzw. den Nordstaaten und den Konföderierten im Süden liegen in den letzten Zügen, die Sklaverei ist per Dekret beendet. Durch den besten Freund seines Sohnes Caleb erhält George Nachricht von dessen Tod an der Front. Während sich Isabelle mit ihrem Schmerz in Calebs Zimmer verschanzt, überwindet George seine Sprachlosigkeit mit einem neuen Projekt: Er will sein Land nutzen. Bei einem Streifzug durch den Wald hatte er zwei ehemalige Sklaven getroffen. Prentiss und Landry mussten bis vor kurzem auf der Plantage von Georges Nachbarn schuften und brauchen Geld, um im Norden eine Existenz aufbauen zu können. George bietet ihnen an, für fairen Lohn bei ihm zu arbeiten. In Old Ox macht er sich damit vor allem Feinde.

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