Die Schriftstellerin Leïla Slimani wurde 1981 in Marokko geboren. Sie lebt und arbeitet heute in Paris. Für ihre Romane erhielt sie u.a. den Prix Goncourt. „Das Land der Anderen“, ihr dritter Roman, ist am 24. Mai 2021 im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Als Grundlage für das Buch diente Slimani die Geschichte ihrer Großeltern. Übersetzt hat es Amelie Thoma.
1944 lernt die junge Mathilde den Marokkaner Amine Belhaj in ihrer Heimatstadt im Elsaß kennen. Das französische Regiment, in dem Amine während des 2. Weltkriegs dient, ist dort stationiert. Sie verlieben sich, heiraten und im März 1946 landet Mathilde, gerade zwanzig Jahr alt, in Rabat in Marokko. Amine hat von seinem Vater ein Stück Land bei Meknès geerbt und möchte es als Farmer bewirtschaften. Zunächst aber leben sie bei Amines Mutter Mouilala und seinen Geschwistern Omar und Selma in der Medina von Meknès. Mathilde ist schwanger. Sie gewöhnt sich nur langsam an das neue Leben in Marokko. Amine kümmert sich um sein Land, seine Arbeit. Er übernimmt mehr und mehr wieder die traditionelle Rolle des Mannes in der patriarchalischen marokkanischen Gesellschaft. Mathilde und er streiten viel. Sie will sich nicht in die untergeordnete, unterwürfige Frau verwandeln, wie es Amine von ihr verlangt. Die Arbeit auf der Farm ist hart. Die Marokkaner fühlen sich von der französischen Kolonialmacht zusehends benachteiligt und gedemütigt. Die Lage zwischen den französischen Siedlern und den Einheimischen spitzt sich zu. Die Marokkaner streben nach Unabhängigkeit. Mathilde bekommt zwei Kinder, Aïcha und Selim. Aïcha ist sensibel und ängstlich. Mathilde besteht darauf, sie auf eine katholische, französische Schule zu schicken. Amines Bruder Omar wird Nationalist und geht in den Widerstand. Weiterlesen








