Timbuktu war ein geheimnisvoller Ort, der vor etwa 250 Jahren die Fantasie der Westeuropäer beflügelte. Die Gerüchte vom unermesslichen Reichtum in einem unerreichbaren und unerforschten Land in Afrika forderte so manchen Abenteurer heraus. In dieser Zeit waren Amerika und Asien bereits bereist und deren Entdecker berühmt. Es blieb nur noch Afrika, das für die Kartographen aus vielen weißen Flächen bestand. Vor allen Dingen in der Mitte des Kontinents, wenn man aus dem Norden kommend noch die Durchquerung der Sahara vor sich hatte, um den Niger zu erreichen. Ein Fluss, von dem kein Europäer wusste, wo sein Ursprung oder sein Verlauf war und wo er schließlich das Meer erreichte. Irgendwo an diesem Fluss sollte Timbuktu liegen, eine Stadt voller Schätze.
Nach der Gründung der African Association endeten die Annäherungsversuche der ersten Forschungsreisenden tödlich. In einem Brief berichtete Major Laing seinem Schwiegervater von einem überstandenen Überfall und den erlittenen Verletzungen:
„… Um oben zu beginnen: Ich habe drei Säbelwunden am Scheitel und drei an der linken Schläfe, allesamt Frakturen, bei denen ich viel Knochenmasse verloren habe. Ein Säbelhieb auf der linken Wange hat meinen Kiefer zerschmettert und mein Ohr zerschnitten … einen weiteren erhielt ich auf der rechten Schläfe. … eine klaffende Wunde im Nacken, … eine Musketenkugel in der Hüfte, fünf Säbelwunden am rechten Arm und der rechten Hand, … drei Wunden am linken Arm, der gebrochen ist, eine leichte Verletzung am rechten Bein, … zwei am linken …“ (S. 16, 17) Weiterlesen

Der Erzähler hat in seiner Jugend viele Geschichten über seine Familie gehört, manche immer wieder, als gelte es, etwas in der Erinnerung zu verankern, andere überraschen oder irritieren aufgrund des innewohnenden Widerspruchs. Doch ein bestimmter roter Faden zieht sich durch seine Familienbiographie, das Schweigen über Salomon, dem verstorbenen Bruder seines Vaters. Nach seinem Tod wurde niemand mehr in der Familie auf diesen Namen getauft, als wolle man die Tradition dieser Namensvergabe ebenfalls beerdigen.





