Nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter bei einem Schusswechsel französischer Soldaten macht sich der Bochumer Kommissar Lahnstein unbeliebt. Er fragt so beharrlich bei den Besatzern nach dem Verantwortlichen, dass er sich letztendlich nur durch eine Versetzung in Sicherheit bringen kann.
In Hannover wird zur gleichen Zeit in einer festgefahrenen Ermittlung ein neuer leitender Kommissar gebraucht. Für den politisch motivierten Polizeichef kommt Bochums bester Ermittler wie gerufen. Für die anstehenden Wahlen braucht er in der Presse positive Nachrichten. Denn die stetig wachsende Zahl von vermissten Jugendlichen und jungen Männern hat nicht nur bei den trauernden Eltern, sondern auch in der Bevölkerung für Unmut gesorgt.
Allmählich findet Lahnstein heraus, dass sowohl die Zeugen aus der Schwulenszene als auch seine Kollegen mehr verschweigen, als sie sagen. Mit seiner Beharrlichkeit macht er sich deshalb auch in Hannover unbeliebt. Und wer im Fokus steht, den kann man systematisch zum Sündenbock stilisieren. Viel zu schnell steht Lahnsteins Ermittlungsarbeit, seine Person und weitere Vermisste in der öffentlichen Kritik.
Der Reporter und Autor Dirk Kurbjuweit bearbeitet in seinem Kriminalroman den berühmten Fall um den Massenmörder Haarmann, über den schon einige geschrieben haben. Der Film Der Totmacher mit Götz George dürfte manchem noch in Erinnerung sein. Dirk Kurbjuweit setzt diesen Fall in einen politischen und gesellschaftlichen Kontext. In einem trüben Dickicht aus Schweigen und Korruption sucht der fast fiktive Lahnstein einen Massenmörder. Weiterlesen








