Lydia hätte es wissen müssen. Die Gewalt der rivalisierenden Banden hält nicht nur das einst ruhige Acapulco fest in ihrem Griff; sie hat auch ganz Mexiko geprägt. Als der kultivierte Javier ihren Buchladen zum ersten Mal betritt und sich zwischen ihnen eine Freundschaft entwickelt, weiß sie noch nichts von seinem zweiten Leben als Bandenchef. Und als sie es erfährt und ihr Mann, ein bekannter Journalist, über Javier einen Artikel in seiner Zeitung veröffentlicht, glaubt Lydia, Javier werde den Artikel gutheißen. Sie und ihre Familie seien nicht in Gefahr.
Zwei Wochen später, auf einem Familienfest im Garten ihrer Mutter, entkommen Lydia und ihr achtjähriger Sohn Luca nur knapp einem Massaker. Und wenn sie weiterleben wollen, müssen sie in die Vereinigten Staaten fliehen. Es gibt Tausende wie sie, die in Richtung Norden ziehen. Und es gibt auf dem Weg ebenso viele, die an den Flüchtlingen verdienen wollen. Wer nicht zahlen kann, stirbt.
2015 erklärte Angela Merkel: „Wir schaffen das.“ Für eine überschaubare Zeit wurden die Grenzen nach Europa geöffnet, und unzählige Flüchtlinge aus Kriegsgebieten erfuhren Hilfe. Die Grenzen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten dagegen werden immer dichter und strenger bewacht. Die Folgen hieraus beschreibt die Autorin Jeanine Cummins in ihrem zweiten Roman, übersetzt von Katharina Naumann, so plastisch aus der Sicht einer Mutter und ihres Sohnes, dass man als Leser die beiden wie gebannt durch alle Gefahren begleiten muss. Weiterlesen




In fünf unterschiedlichen Novellen beschreibt Hartmut Lange Menschen in ihrem Alltag, der durch bestimmte Ereignisse kein Alltag mehr ist. Sie erleben Grenzerfahrungen, die ein Umdenken, Anpassen oder sogar ein Aufgeben erforderlich machen:


