Es gibt Menschen, die glauben der Lüge, jeder sei seines Glückes Schmied. Doch Lutie Johnson begreift allmählich, dass hinter den Fehlschlägen ein Plan steckt, der insbesondere von weißen Händen arrangiert worden ist. Hinter jeder offenen Tür, die ein besseres Leben verspricht, findet sie einen neuen Käfig, der ihr immer weniger Schlupflöcher erlaubt.
Die alleinerziehende junge Mutter eines achtjährigen Jungen verlässt das untervermietete Zimmer bei ihrem Vater, weil dessen Lebensgefährtin ihrem Sohn Alkohol und Zigaretten gibt und in seiner Nähe der Prostitution nachgeht.
Lutie will für ihren Sohn einen besseren Start ins Leben. Also zieht sie in Harlem in eine billige Dachgeschosswohnung. Die Straßen in ihrem neuen Umfeld erweisen sich viel zu schnell als das, was sie nie wollte: einen sozialen Brennpunkt, in dem besonders Frauen schlecht behandelt werden. In Harlem, dem Viertel der Farbigen, lebt auch ein alter weißer Mann. Mit viel Geschick ist er reich und einflussreich geworden. Ihm würde es gefallen, wenn es Lutie so schlecht ginge, dass sie wie die anderen Frauen ihren Körper verkauft. Zur gleichen Zeit stellt ihr der Hausmeister nach. Luties Zuhause erweist sich jeden Tag mehr als eine Falle, in der auch ihr Sohn gefangen ist.
Die Straße zeigt ihr hässlichstes Gesicht; ihr scheint niemand aus eigener Kraft zu entkommen.
Ann Petrys fesselnder Debütroman The Street, übersetzt von Uda Strätling, wurde 1946 erstmalig veröffentlicht; ein Jahr nachdem James Baldwin dem Tod bringenden Rassismus in den USA den Rücken kehrte und mit 40 Dollar Startkapital sein schriftstellerisches Schaffen in Frankreich fortsetzte. Seine Aussage, er sei kein Nigger, er sei ein Mensch, wurde berühmt. Weiterlesen
Michel de Palma soll in drei Wochen in den Ruhestand gehen. „… Hunderte von Verhaftungen hatte er miterlebt, … Es waren jedes Mal harte Brüche gewesen. Menschenleben, die an Paragrafen zerschmettert waren.“ (S. 343)
2012 lebte Richard wieder in Oakland bei seiner Mutter. Wegen einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen ihm, seinen Freunden und einer Gruppe weißer Jugendlicher war er bereits als 14-Jähriger zu dem Verbleib in einer Jugendgruppe verurteilt worden. Über ein Jahr lang befand er sich in einer Betreuung und unter Beobachtung. Vieles hat sich nach seiner Rückkehr geändert. Er wollte mehr für die Schule lernen, regelmäßig zum Unterricht gehen und sich verantwortungsvoll verhalten. Doch anderes war geblieben. Wenn er mit den falschen Leuten zusammenhing, vergaß er seine Vorsätze. Auch sein Naturell war geblieben, das ihn dazu verleitete, den Spaßmacher zu spielen.





