Lene Schwarz: Waldesgrab

Fünf Jahre nach seinem Nervenzusammenbruch und dem Unfalltod seiner Frau geht es dem Koch Leon Bosch einigermaßen gut. Er kocht wieder, und zwar in dem hauptsächlich von Jägern besuchten Waldgasthof Quellenbach. Auch seine Tochter Thea hat es aus ihrem Tief geschafft. Es sieht so aus, als könne sie ihr Abitur doch noch schaffen. Vater und Tochter könnten ein glückliches Leben führen.

Als Leon neben seinem Parkplatz am Waldgasthof den ausgeweideten Körper seiner Kollegin entdeckt, kommt nach dem Schock allmählich die Erkenntnis, der Mörder habe es auf ihn abgesehen. Mit Hilfe der befreundeten Nachbarin Marlene beginnt seine quälende Suche nach dem Motiv.

Wenige Tage später findet er seine Freundin, ähnlich aufgeschnitten und im Wald drapiert. Für die Polizei sieht es so aus, als wäre Leon der Mörder. Er wird verhaftet und nur wegen der unklaren Beweislage vorläufig freigelassen.

Weil im Brustkorb der Frauen jeweils ein besonderer Stein liegt, glauben Leon und Marlene an eine von langer Hand vorbereiteten Rache, die ebenfalls mit dem mysteriösen Baumsterben im Wald zusammenhängen muss. Denn in der Nähe der abgestorbenen Buchen hatten sie vor ein paar Jahren die von Thea gestohlene Mineraliensammlung vergraben. Heimlich suchen Leon und Marlene den Mörder. Weiterlesen

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Karl Friedrich Borée: Ein Abschied (1951)

Ende Januar 1945 steht die Stadt Königsberg kurz vor der Einkesselung. Unaufhaltsam rücken die Russen näher, während die Propaganda der Nazis vom Durchhalten spricht und die drohende Gefahr verharmlost. Die Bewohner sollen zu Hause bleiben; sie seien in ihren Häusern sicher, weil der Russe ein anderes Ziel habe. Trotzdem ist der Aufbruch zur Flucht unverkennbar. Auf den Straßen liegen tote Soldaten, die bei ihrer Fahnenflucht erschossen worden sind. Das Zentrum der Stadt und der Hafen liegen in Trümmern, nur die Außenbezirke und die Chemiefabrik sind noch nicht zerstört. Marian Burger hatte das Glück, als leitender Chemiker unverzichtbar zu sein. Doch mit dem Eintreffen der Russen ändert sich auch sein beschauliches Leben. Der Krieg ist bei ihm angekommen. Die Angst der Nazis und Bürger vor Repressalien überschattet das Ende ihrer bisherigen Unterdrückung. Sie befinden sich nun alle in gesetzlosen Verhältnissen. Alles ist dem Sieger erlaubt.

Burger flieht in der Nacht aus Königsberg, der Gedanke, unterwegs bei seiner ehemaligen Verlobten Ulrike vorbeizuschauen, bringt ihn in Gefahr, entweder im Schneegestöber zu erfrieren oder von Soldaten als Fahnenflüchtiger erschossen zu werden. Weiterlesen

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Christi Daugherty: Die schöne Tote

Harper McClain war Polizistin. Schnell wurde ihr Chef zu einem Mentor und einer wichtigen Bezugsperson. Damals genoss er den Ruf, viele Mordfälle aufzuklären. Heute arbeitet Harper als Gerichtsreporterin für eine Tageszeitung, während das Morddezernat unter neuer Leitung nur noch eine geringe Aufklärungsquote vorweisen kann.

Eines Nachts wird in der von Touristen beliebten Altstadt von Savannah (US-Bundesstaat Georgia) eine Jurastudentin erschossen, die kurz vorher noch in derselben Bar gearbeitet hat, in der Harper ihrer Freundin Bonnie Gesellschaft leistet.

Selbstverständlich glaubt die Polizei, nur der Freund der Toten könne aufgrund seiner kriminellen Vergangenheit der Mörder sein. Zum einen habe er für die Tatzeit kein Alibi, und zum anderen spreche die Statistik gegen ihn.

Der Ex-Freund, reich und Sohn eines mächtigen Mannes, hat ebenfalls ein Motiv aber auch ein Alibi für die Tatzeit. Schon nach wenigen Tagen verläuft die Ermittlungsarbeit der Polizei ins Leere. Harpers Nachfragen ergeben stets das gleiche Ergebnis: Es fehle an handfesten Beweisen. Aus diesem Grund ermittelt Harper selbst, auch wenn dies einigen Menschen missfällt. Der Mörder darf nicht davon kommen, ist ihre Devise. Schon bald findet sie heraus, dass nicht nur das Opfer einen aggressiven Stalker hatte. Auch sie selbst wird gestalkt. Weiterlesen

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Harry Bingham-Special

Fiona, Harry Binghams Heldin

© ‎Nuala Bingham

Fiona ist besonders. Eine Erkrankung in ihrer Jugend hat dazu geführt, dass sie sich für tot hielt. Die Chance, so eine Erkrankung zu überleben, ist nicht hoch.

Als sie ein Baby war, wurde sie in den offenen Wagen ihres späteren Ziehvaters gelegt, der sie adoptierte. Die Fragen, warum sie ausgesetzt wurde, wer ihre Eltern sind, begleiten Fiona wie ein dunkles Geheimnis, das sie im Laufe der Jahre in kleinen Schritten zu lösen glaubt. Leider schweigt sich ihr Ziehvater darüber aus, ob er etwas über ihre Herkunft weiß. Eine mögliche Antwort könnte mit einem Ereignis aus seiner kriminellen Vergangenheit zusammenhängen. Selbstverständlich war ihr Ziehvater mit Fionas Berufswunsch, zur Polizei zu gehen, nie einverstanden. Es braucht viel Überwindung und Zeit, bis das einst gute Verhältnis zwischen den beiden wieder funktioniert.

Die zierliche Fiona lernte bei einem Spezialisten effektive Selbstverteidigung. Diese Tricks retten ihr häufig das Leben, wenn sie bei ihren hartnäckigen Ermittlungen den Verbrechern zu Leibe rückt. Ihre Hartnäckigkeit kennt keine Grenzen, einmal festgebissen, lässt sie bis zur finalen Entscheidung nicht mehr los.

Fiona, die beste Ermittlerin der Waliser Polizei, lebt dort, wo es eigentlich beschaulich und ruhig ist, bis verschiedene Morde auf organisierte Verbrechen hinweisen. Fionas Feinde sind mächtig und sehr gut vernetzt.

Für die Ermittlerin, eine routinierte Einzelgängerin, sind Ermittlungen auf eigene Faust unumgänglich, gern auch heimlich und privat. Ihren Vorgesetzten kann dies nicht gefallen, und so bauen sich Konflikte auf. Sind die Chefs dumm oder borniert, riskiert Fiona die Kündigung, sind die Chefs klug und umsichtig, wird Fiona befördert. Im Laufe ihrer Arbeit hat sie sich den Ruf erarbeitet, jeden Fall zu lösen – mit oder ohne Chef.

Ihre Mission: Gerechtigkeit für die Opfer. Gerechtigkeit für die Toten.

Fionas Moral kennt keine Kompromisse. Weiterlesen

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R.R. Sul: Das Erbe

Manchmal braucht der Mensch eine Weile, um sich mit seinem Schicksal und den eigenen Fehlern auszusöhnen. Manchmal ist die Wahrheit die Lüge, an die man glauben möchte.

Der Ich-Erzähler steht am Ende eines ereignisreichen Lebens. Er will seinem Enkel seine Lebensgeschichte, die Geschichte seiner Familie und somit von seinem Erbe erzählen:

Als der Ich-Erzähler geboren wurde, entschied seine psychisch erkrankte Mutter, ihr Junge leide an einer seltenen und gefährlichen Hautkrankheit. Um nicht zu sterben, dürfe er nie die Sonne sehen. Deshalb schlief der Ich-Erzähler immer am Tag und spielte nachts mit seiner Mutter. In dem Leben des Jungen gab es nur die Mutter und eine große Einsamkeit. Im Alter von sieben Jahren bekam er einen Helm und ging damit zur Schule. Sonst änderte sich wenig. Er blieb ohne Freunde. In seiner Freizeit hätte er noch lange in seinem abgedunkelten Zimmer bleiben müssen, wäre nicht Bob aus London aufgetaucht.

Seine Mutter und der Brite wurden ein Paar. Schon bald schien es im Haus des Erzählers aufwärtszugehen. Bob reparierte, renovierte, putzte und kümmerte sich auch um die darin wohnenden Menschen. Die Mutter blühte auf. Und eines Tages vertraute ihm auch der Ich-Erzähler. Bob durfte das vom Helm geschützte Gesicht genauer betrachten. Weiterlesen

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Anna Tell: Nächte des Zorns 02: Die Unterhändlerin

Amanda arbeitet in einem Team des schwedischen Sonderkommandos. Die Kommissarin wird bei Entführungen als Unterhändlerin eingesetzt. Ihr neuer Auftrag lautet, in den Kosovo zu reisen und zu untersuchen, ob ein dort stationierter schwedischer Polizist entführt worden ist. Recht schnell entwickelt sich der Vorfall zu einer Katastrophe. Abgesehen davon, dass möglicherweise die Mafia den Kollegen entführt haben könnte, sind sowohl der verschwundene Polizist als auch sein Vorgesetzter alles andere als harmlose Polizisten. Beim ersten Kontakt mit den möglichen Entführern zeigen sich weitere Ungereimtheiten. Eine davon ist die Ankündigung bei Nichtzahlung des Lösegeldes die in Schweden lebende Ehefrau des Polizisten zu verletzen.

Je mehr Amanda und ihre Kollegen über diesen Fall erfahren, um so undurchsichtiger werden Motive und Hintergründe.

Die Autorin Anna Tell ist in Schweden Kriminalkommissarin. Ihre über zwanzigjährige Erfahrung bei der Polizei, dem Militär und Auslandseinsätzen stehen für ihre Kompetenz. Der Leser darf nicht nur davon ausgehen, dass die Autorin weiss, wovon sie schreibt, auch die Einsätze ihrer fiktiven Amanda dürften sich an konkreten Erlebnissen orientieren. Weiterlesen

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Samuel Selvon: Eine hellere Sonne (1952)

Wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erlebt die Insel Trinidad einen Ansturm von Menschen: Arbeitssuchende von den Nachbarinseln, jüdische Flüchtlinge aber auch Amerikaner und Engländer, die auf der Insel ihre Stützpunkte ausbauen. Der sechzehnjährige Tiger kennt bis dahin nur die Arbeit im Zuckerrohrfeld und abends das Spielen mit seinen Freunden, die ebenfalls Kinder armer indischer Bauern sind. 1940 wird Tiger mit der gleichaltrigen Urmilla verheiratet. Die beiden sehen sich auf dieser arrangierten Hochzeit zum ersten Mal. Und ebenfalls zum ersten Mal verlassen sie ihr Heimatdorf, um in das Dorf Barataria, vier Meilen östlich der Hauptstadt Port of Spain, zu ziehen. Ihr völlig auf sich selbst gestelltes Leben beginnt in einer baufälligen Lehmhütte, mit einer Kuh und einem Stück Acker. Das Einzige, worüber sich Tiger im Klaren ist: Ein Mann trägt Verantwortung, trinkt Rum und raucht. Schnell begreift er seine fehlende Bildung und Lebenserfahrung, aber auch, dass etwas Großartiges passieren wird. Weiterlesen

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Harry Bingham: Fiona: Das tiefste Grab

Dear Mr. Bingham,

in Ihrem Nachwort schreiben Sie von Ihrer Gewohnheit, alle Rezensionen zu lesen, weil diese Ihren Lesern zugutekommen. Vielleicht schenkt Ihnen das eine oder andere Feedback aber auch Anregungen. Für mich ist die Verschmelzung der Erzählstile Ihrer Favoriten Sir Arthur Conan Doyle mit seinen vertrackten Rätseln und Raymond Chandler mit seinem moralisch denkenden Ermittler deutlich erkennbar. In den klärenden Gesprächen/Verhören à la Doyle zeigt sich, dass immer wieder neue Aspekte hervortreten. Die komplette Geschichte könnte man mit einem Bilderstapel vergleichen, der allmählich – Schicht für Schicht freigelegt, neue Hintergründe für das gleiche Motiv offenbaren und damit eine tiefer gehende Deutung erlauben. Der eilige Leser wird vermutlich diese kostbaren Details überlesen, so dass Andeutungen und Wortspielereien möglicherweise verloren gehen.

Mir bereitet es immer wieder eine große Freude, wenn Ihre kluge Kunstfigur Fiona mit den Mächtigen und Stärkeren ringt. Eine zierliche, durch eine Erkrankung gehandikapte Frau schlägt mit enormen Fleiß und Mut da hin, wo es den im Verborgenen agierenden Herren richtig weh tut. Weiterlesen

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Hayley Barker: Die Arena 01: Grausame Spiele

Menschen können sich ihre Herkunft nicht aussuchen. Entweder wird man 2045 als Pure oder Dreg geboren. Seit Hundert Jahren herrscht zwischen den Pures und Dregs Krieg, bei dem die inzwischen überlegenen Pures ihren Gegnern jede Menschlichkeit absprechen und diese konsequent auf die Stufe der gefährlichen Tiere stellen. Dank ausufernder Hetzreden und Propaganda herrschen tiefes Misstrauen und Hass. Nur tote Dregs sind akzeptable Dregs, heißt es.

Ben erlebt in London auf der Seite der Pures einen unermesslichen Luxus. Dies hängt auch mit seiner Mutter, der Ministerin, zusammen, die gerade für das Amt der Präsidentin kandidiert. Überall und zu jeder Zeit steht der gesamten Familie Personenschutz zur Verfügung. Auch Ben hat ständig einen Schatten hinter sich, seinen persönlichen Bodyguard, der ihn nie aus den Augen lässt.

Immer häufiger glaubt Ben, er würde nicht beschützt, sondern eher wie ein Gefangener gehalten, denn er darf nie seine Schulkameraden besuchen, oder mit ihnen etwas unternehmen.

An dem Tag, an dem der legendäre Zirkus nach zehn Jahren Abwesenheit wieder in London seine Zelte aufschlägt, will jeder Pure die ebenso legendären Attraktionen sehen. Den spektakulären Einzug verfolgt Ben am Fenster seines Zimmers, auch die Hologramme am Himmel faszinieren ihn und ganz besonders die der Seiltänzerin Hoshiko, einer Dreg. Weiterlesen

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Tom Callaghan: Erbarmungsloser Herbst

Akyl Borubaew, Inspektor der Mordkommission in Bischkek, Kirgisistan, glaubt nicht daran, alt zu werden. Sein Job ist extrem schmutzig und gefährlich, seine Gegner sind skrupellos, und die Politik in Gestalt des Ministers für Staatssicherheit ist auch nicht ohne.

In der Vergangenheit hat Akyl dem Minister so manche Gefallen erwiesen, die an der Grenze oder auch jenseits der Legalität waren. Inzwischen kennt er zu viele Geheimnisse, die ihn in ernsthafte Gefahr bringen. Sein neuer Auftrag sieht deshalb auch nach Erpressung aus. Der Minister zeigt ihm die beiden Alternativen: Entweder Auftrag erfüllen oder sofort durch die Hand der Kollegen sterben. Akyl entschließt sich für eine mögliche spätere Ermordung. Bisher hatte er mit viel List seine Kontrahenten in Schach gehalten, vielleicht gelingt es ihm bei der Kontaktaufnahme mit den Drogenbaronen im eigenen Land oder in Bangkok wieder.

Der englische Autor Tom Callaghan begann seine Thrillerserie um den kirgisischen Inspektor Akyl Borubaew 2015 und ging mit ihm durch die Jahreszeiten Blutiger Winter, Tödlicher Frühling und Mörderischer Sommer. In diesem Jahr schließt sich der Kreis der Jahreszeiten, der insgesamt von Sepp Leeb und Kristian Lutze übersetzt wurde. Weiterlesen

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