Die Ich-Erzählerin hat sich für ein Leben entschieden, in dem nur Raum für das Schreiben bleibt. Bis sie Bo kennenlernt, glaubte sie, sich in der konservierten Einsamkeit eingerichtet zu haben. Und dann, völlig überraschend sagt sie nach fünf Jahren ja zu Bo, einem Mann, der trotz der ständigen Absagen immer wieder auf sie zugegangen ist. Jetzt sind sie eine Familie. Als ihr zweites Kind, eine Tochter, geboren wird, hält sie mit ihr eine Zwiesprache, die eine Liebeserklärung an das Leben ist.
Die Autorin Kjersti A. Skomsvold, 1979 in Oslo geboren, zählt zu den wichtigsten Gegenwartsautorinnen Norwegens. Zahlreiche Preise und unterschiedliche Werke in den Bereichen Lyrik und autobiographischer Prosa zeigen ihre künstlerische Vielfalt. Ihr aktueller Kurzroman handelt von einer schreibenden Frau, die ihre Arbeit und die Natur braucht, um sich vollständig zu fühlen. Die Ich-Erzählerin beschreibt ein an und für sich normales Leben so präzise und zugleich reduziert, dass sich ihre Lebensabschnitte als besonders und einzigartig offenbaren. Mit leichter Hand weiß sie ihren vertraulichen, halb privaten Erzählton einzusetzen, um den Leser für sich einzunehmen. Sie vermittelt damit den Eindruck, man tauche in das reiche Innenleben einer intellektuellen Künstlerin ein. Einige Textpassagen sind direkte Ansprachen an ihre Tochter, viele andere jedoch haben den Charakter des inneren Monologes, in dem die Ich-Erzählerin sich ihrem Thema offen und ehrlich stellt, nämlich der Überwindung der Einsamkeit für eine Zwei- beziehungsweise Mehrsamkeit. Weiterlesen

In ihrem frühen Werk aus dem Jahr 1909 erzählt Sigrid Undset von der Begegnung eines Mannes und einer jungen Frau, die sich spontan mögen und ein Paar werden könnten. Viga-Ljot, der aufbrausende, ungezügelte Isländer, ist der Ziehsohn eines Handlungsreisenden. Auf ihrer Reise nach Norwegen trifft er auf die selbstbewusste Vigdis, als Viga-Ljots Ziehvater mit Vigdis reichem Vater Geschäfte machen will. Die Geschäfte gehen ihren Weg, die Gastfreundschaft könnte für die beiden jungen Leute eine gute Basis für eine gemeinsame Zukunft sein, doch Viga-Ljots ungebührliches Benehmen zerstört für immer Vigdis Gefühle. Ernüchtert und verletzt gehen beide getrennte Wege. Der eine trauert um den Verlust, die andere sinnt auf ewige Rache. 





