Das ist wieder einmal so ein Roman, bei dem es schwerfällt, sich ein eindeutiges Urteil zu bilden. Das Thema, dessen sich die in Ost-Berlin geborene Autorin annimmt, ist interessant und kann nicht oft genug angesprochen werden. Der Stil ist modern, rasant, brachial, aber auch verstörend, nicht einfach zu lesen. Die Figuren sind es aber vor allem, die diesen Roman zu einer schwer verdaulichen Lektüre machen.
Die junge Nike, in Berlin beim DAAD arbeitende Jüdin, hadert mit ihrem Leben, mit ihrer Familie, mit sich selbst. Sie hat Erfahrungen hinter sich, die sie physisch und psychisch beschädigt haben, über die sie aber weder mit anderen noch mit sich selbst reflektieren kann. Ganz spontan beschließt sie, für ein Jahr nach Israel zu gehen und sich dort für den DAAD einzusetzen. Sie tauscht mit einer Israelin die Wohnung und findet in Tel Aviv auch recht gut Anschluss an die dortigen Kolleginnen.
Noam, der in Tel Aviv beim Haaretz als Journalist tätig ist und dort eine regelmäßige Kolumne veröffentlicht, ist ein ähnlich zerrissener Charakter. Auch er hat in Kindheit und Jugend schlimmste Erlebnisse verarbeiten müssen bzw. hat sie bis heute nicht verarbeitet. Weiterlesen



Ein anrührender, einfühlsamer Roman um zwei Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Yama, ein junger, schüchterner Fernsehautor, der von seinem Vorgesetzten auf das Heftigste drangsaliert wird, betritt eines Abends eine winzige Bar im Viertel Shinjuku. Hinter der Theke der Bar bedient die ebenfalls sehr junge Yume. Eine wortkarge Frau, die schielt und die eine ganz besondere Beziehung zu Katzen hat. Um diese Katzen dreht sich auch die Katzenwette, bei der einige der Kneipengäste darauf wetten, welche Katze als nächste durch ein Oberlicht in den Raum hineinsehen wird. Zur besseren Unterscheidung der Tiere hat Yume einen sogenannten Katzenplan gezeichnet, der stets an der Kühlschranktür hinter der Theke hängt.



