Naumburg, im 11. Jahrhundert. Markgräfin Uta von Ballenstedt ist fast am Ziel ihrer Träume angelangt: Die Kathedrale, ihr Lebenswerk, konnte aller Widrigkeiten zum Trotz gebaut werden, nur die Ausmalungen stehen noch an. Das Einzige, was ihr zu ihrem Glück fehlt, ist, ihre unglückliche Ehe mit Ekkehard einvernehmlich scheiden zu lassen. Denn ihre große Liebe ist Hermann, sein Bruder. In Kaiserin Gisela weiß sie eine Fürsprecherin für ihr Ansinnen. Am Abend trifft sie sich mit dem Geliebten in der Kapelle neben der Kathedrale. Weiterlesen
regina-lindemann
Andreas Eschbach: Der Jesus-Deal
16 Jahre nach Andreas Eschbachs Durchbruch-Roman „Das Jesus-Video“ gibt es jetzt eine Fortsetzung. Oder einen Prequel. Ich bin ehrlich nicht sicher. Diesmal geht es jedenfalls um die Entstehung des Videos, also um die Zeitreisenden. Aber vom „Jesus-Video aus gesehen handelt es sich um Ereignisse in der Zukunft.
Michael Barron ist der jüngere Sohn eines der reichsten Männer der Welt. Es hat seinen Sinn, dass bis etwa zur Buchmitte unklar bleibt, womit dieser seinen Reichtum gemacht hat. Eigentlich war Michaels älterer Bruder Isaak dafür vorgesehen, den großen Plan des Vaters zu erfüllen. Weiterlesen
Ferdinand von Schirach: Die Würde ist antastbar, gelesen von Ferdinand von Schirach
Es handelt sich hierbei weder um einen Roman, noch um eine Sammlung der bekannten Geschichten aus dem Gerichtssaal, sondern um Essays. Um die Gedanken eines Mannes nach fast 50 Jahren Leben. Es geht um Frauenrecht, um Mißbrauch, um Recht haben und Recht bekommen. Er betrachtet die Geschehnisse um ihn herum und traut sich, sie auch zu bewerten. Das tut er auf Basis eines juristischen und philosophischen Grundgerüstets, das seinesgleichen sucht. Weiterlesen
Tana French: Geheimer Ort, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß & Inka Löwendorf
St. Kilda ist ein Internat, auf das auch Hanni und Nanni gerne gegangen wären. Die Mädchen leben behütet, aber können sich einige Freiheiten herausnehmen. Vor einem Jahr ist ein Junge auf dem Grundstück des Internats erschlagen worden, der Fall war schon fast auf dem Schreibtisch von Stephen Moran in der Abteilung für ungelöste Fälle gelandet. Da taucht eine Karte an einer Pinnwand auf, auf der die Mädchen sich anonym mitteilen können. „Ich weiß, wer ihn getötet hat.“ Gemeinsam mit der vor einem Jahr leitenden Ermittlerin rollt Stephen den Fall neu auf, beginnt wieder mit Befragungen und sucht nicht nur den Mörder, sondern auch den Schreiber. Weiterlesen
Lyndsay Faye: Die Entführung der Delia Wright
Tim Wilde ist zurück. Immer noch in der neugegründeten New Yorker Polizeitruppe, immer noch mit einem Bruder geschlagen und immer noch mit dem Herz am rechten Fleck. Leider wurde das Herz bereits gebrochen und daran leidet er sehr.
Im zweiten Band, der recht zielstrebig auf eine Fortsetzung im Bürgerkrieg hinzusteuern scheint – noch sind wir im Jahr 1846 – , ist dem Norden die Sklavereifrage noch nicht schwerwiegend genug, um sich mit dem Süden zu zerstreiten. Zwar haben Schwarze grundsätzlich das Recht zur Freiheit, aber auch in New York gibst es Sklavenjäger, die den Plantagenbesitzern im Süden ihr Eigentum zurückbringen. Nicht alle davon sind seriös. Weiterlesen
Lauren Oliver: Panic, gelesen von Julia Nachtmann
In Heathers Kleinstadt gibt es seit mehreren Jahren ein Spiel nur für Schulabgänger. Es heißt Panic und genau darum geht es auch. Man qualifiziert sich für die Teilnahme, indem man von einer hohen Klippe springt. Es ist ein Spiel nur für Schulabgänger und es gibt viel Geld dabei zu gewinnen. Genug, um aus der Kleinstadt zu verschwinden und sich die eigenen Lebensträume zu verwirklichen. Aber es ist gefährlich, wirklich gefährlich. Im letzten Jahr ist Dodges Schwester Dana dabei verunglückt und sitzt seitdem im Rollstuhl. Weiterlesen
Susan Kreller: Schneeriese
Stella und Adrian sind befreundet, seit sie sich kennen und das scheint Adrian schon sehr lange zu sein. Zwar sind sie nach der Grundschule auf verschiedene Schulen gegangen, aber das spielt keine Rolle, sie wohnen immer noch nebeneinander. Stelle nennt Adrian „Einsneunzig“ und wann immer sie etwas riesiges in der Welt findet, bringt sie ihm die Information darüber – das größte Insekt der Welt, der größte Vulkan der Welt, es ist eine richtige Sammlung geworden. Denn Adrian ist groß – sehr groß. So groß, dass sie ihn irgendwann in der Schule „Einsneunzig“ riefen und es als Beleidigung meinten. Stella begann sofort damit, daraus einen liebevollen Spitznamen zu machen „Damit es gar nicht erst wehtun kann“. Weiterlesen
Kiera Cass: Selection, gelesen von Friederike Wolters
Ach du meine Güte, ist das eine Dystopie? Irgendwie schon, die Erde hat mehrere Weltkriege hinter sich und mal wieder gibt es eine neue Form der Herrschaft – irgendwas zwischen Monarchie und „Wir müssen aber wenigstens so tun, als würden wir die Meinung des Volkes respektieren“. Die Bevölkerung ist in Kasten eingeteilt – warum die jetzt Kasten heißen, bleibt mir ein Rätsel – je nach Ansehen des einzelnen Arbeitens gehört man zu einer niedrigeren oder höheren Kaste. Und natürlich sind die Grenzen theoretisch durchlässig, aber ein Vermischen nicht gern gesehen. Weiterlesen
Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte, gelesen von Katharina Thalbach
Nombeko Mayeki ist nicht dumm, gewiss nicht, aber leider wurde sie nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren. Sie wächst in den 70er Jahren in einem südafrikanischen Slum auf und arbeitet sich schon als zwölfjährige ziemlich weit nach oben – zumindest gemessen an ihrer Herkunft. Durch einen Unfall wird sie dazu verurteilt, für 70 Jahre die Putzfrau eines Atomtechnikers zu werden und schließlich landet sie in Schweden bei einer Familie, die mindestens genauso durchgeknallt ist, wie sie selbst. Weiterlesen
Helena Mierscheid: Vokuhila: Als scheiße aussehen Mode war
Ach ja, die 80er, meine besten Jahre. Bloß nicht die Fotos von damals ansehen, mit den seltsamen Karottenhosen, den komischen Locken und diesen Schuhen. Seltsame Ansichten gab es damals auch, bloß hatte ich keine, weil ich gar keine eigenen Ansichten hatte. Dieses Problem hatte Helene Mierscheid zumindest nicht, auch wenn sie in ihrer Jugend mehrfach gehandicapt war, am meisten durch ihre Herkunft als Landei aus dem Odenwald. Trotzdem hat sie in ihrem abgelegenen Dorf eine ganze Menge des Zeitgeistes mitbekommen und in diesem Buch wieder zum Leben erweckt. Weiterlesen