Ulrike Haidacher: Malibu Orange

Überraschend unterhaltsam: Satire meets Tragikomödie

„Malibu Orange“ verwebt BFFs, Burnout und toxische Dynamiken zu einer spritzigen und tiefgründigen Lektüre.

Ulrike Haidacher versteht es, gezielt zu übertreiben und ihre Protagonisten gnadenlos ins Chaos zu stürzen. Mit bissig scharfem Blick entlarvt sie Phrasen und Glaubenssätze, bis nichts mehr heilig ist.

 „[…], also heutzutage ist es so, wenn du dir in der Früh denkst, ah, heute habe ich keine Lust zu arbeiten, dann hat das sicher irgendeinen Namen, es hat sicher irgendeinen englischen Namen mit „Syndrom“ am Ende […]“ (S. 82)

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Silje Ulstein: Ihr Ein und Alles

Hypnotischer Sog? Ungewöhnlicher, düsterer Psychothriller

Kann man seine Vergangenheit wie die Haut einer Schlange jemals wirklich abstreifen?

Halb Psychothriller, halb modernes Märchen – das gruseligste norwegische Krimidebüt seit Jahren? …

Worum geht’s?

Eines Abends fassen Liv und ihre WG-Freunde Egil und Ingvar den verrückten Plan, eine Baby-Tigerpython zu adoptieren. Doch bald wird Nero zum Auslöser düsterer Ereignisse. Liv hält ihn in ihrem Zimmer und verfällt der Schlange zunehmend. Sie lässt Nero bei sich im Bett schlafen und beginnt, seine bedrohlichen Zischlaute wie eine unheimliche Sprache zu verstehen.

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Anne Freytag: Lügen, die wir uns erzählen

„Nostalgie ist eine dreckige Lügnerin“
Ein endloses Was-wäre-wenn?, ein tiefes Bedauern.“ (S. 214)

Ja, was wäre gewesen, wenn …

Helene hätte mit Alex durchbrennen können. Stattdessen blieb sie bei ihrem Mann Georg – der sie jetzt verlässt, weil er sich in eine andere verliebt hat.

Ich sollte Mariam nicht stalken, aber ich kann nicht anders. Wie bei einem Mückenstich, den man anfängt zu kratzen, und dann ist man im Wahn.“ (S. 25)

Alex und Helene, ihre Liebe zueinander hat sie beide schon damals während ihres Studiums existenziell erschüttert. Ein ewiges Hin und Her, Gefühle, die ein Echo hatten, aber im Lärm von Helenes Leben untergingen.

Ich kann diesen fulminanten Roman, dem man die ein oder andere Länge verzeihen kann, nur wärmstens empfehlen! Weiterlesen

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Ursula Parrott: Ex-Wife (1929)

Eine köstliche Zeitkapsel? »Sex and the City« meets »The Great Gatsby«?

Als dieser Roman vor 100 Jahren, 1929, anonym erschien, wurde er sofort zum Bestseller – eine skandalöse Scheidungsgeschichte aus der Zeit des Jazz.

Doch wo steckt der Glamour und die wilden Partys à la »The Great Gatsby«? Wo der freche, moderne Geist von »Sex and the City«?

Du bekommst eine spritzige, schnelle Lektüre über Patricia, 24 und frisch verlassen, die das wilde Manhattan der Roaring Twenties unsicher macht. Zwischen Barbesuchen, Partys, Musicals, zu viel Alkohol, Zigaretten, Flirts und unpassenden Affären reflektiert sie über die Vergangenheit mit ihrem Ex-Mann, einem egozentrischen Arsch, und kämpft voller Selbstzweifel und nostalgischer Sehnsüchte mit dem Wunsch, wieder mit ihm zusammenzukommen. Weiterlesen

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Jason Rekulak: Schlafenszeit

Fesselnder, paranormaler Mysterythriller mit Suchtfaktor – kritisch beleuchtet!

Follow the white rabbit …

Da es innerhalb dieses Genres ein ganz schönes Auf und Ab gibt und dieser Thriller gehypt wird, musste ich natürlich schauen: Was steckt dahinter?

Mallory stand kurz vor einem Sportstipendium, als eine Tragödie ihr Leben zerstörte und sie in die OxyContin-Abhängigkeit trieb. Nach 18 Monaten Abstinenz wagt sie jetzt einen Neuanfang und nimmt einen neuen Job als Kindermädchen für den fünfjährigen Teddy in einem wohlhabenden Vorort an.

Ja, „Schlafenszeit“ ist ein Pageturner, doch mir fehlte der ultimative Drive, der mich so richtig an den Seiten kleben lässt.

Unter dem Lob von Stephen King prangt auf dem Cover: „Albträume erwachen, wenn diese Tür sich schließt“.

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Caroline O’Donoghue: Die Sache mit Rachel

Ist es das, was heutzutage als großartige Literatur gilt?

Endlich habe ich dieses Buch beendet – ein Roman, der mich nicht begeistern konnte. 

Schade, denn das Cover versprach mir doch: ‚Ein verdammter Knaller, ein brillanter Roman!‚ (Dolly Alderton).

Ist er lesenswert? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich war es weder ein Knaller noch überzeugend.

Der Hype um diese verworrene Coming-of-Age-Geschichte über das chaotische Leben von Rachel und ihrem besten Freund James geht völlig an mir vorbei.

Für mich hat es sich weder witzig noch charmant angefühlt, sondern eher deprimierend. Die begeisterten Kritiken irritieren mich dezent. Vielleicht verstehe ich den irischen Humor einfach nicht?

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Daphne Palasi Andreades: Brown Girls

Wenn Vielfalt zur Klischeefalle wird: Wie „Brown Girls“ an seinen Ambitionen scheitert

„Solche Jungs sind nicht gut genug für dich – siehst du das nicht?

Und so »sehen« manche von uns – die gehorsamen Mädchen, die Enttäusch-deine-Familie-nicht-Mädchen, die Willst-du-nicht-was-Besseres-im-Leben-Mädchen – dann doch.“ (S. 65)

Eine moderne, essayartige Geschichte straight outta Queens, New York.

Queens, die Königin der Kulturen. Mehr kulturelle Diversität aka Multikulti als hier geht nicht, denn New York war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der vibrierende Traum vieler Vertriebener und Flüchtlinge.

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Bonnie Leben: Eine Bonnie kommt niemals allein: Meine Leben mit dissoziativer Identitätsstörung

Es ist nur so: Die eine Welt möchte von der anderen nichts wissen.

„Wir sind nicht gefährlich oder krank. Wir sind viele, weil andere Menschen gefährlich und krank uns gegenüber waren.” (S. 158 | Delia)

Bonnies Geschichte hat mich sofort berührt, emotional gepackt. Aufgerüttelt.

„Manchmal ist die Gefahr zu verteilt, um sie an der Wurzel vernichten zu können.” (S. 48 | 46)

Sie offenbart faszinierende, erschreckende und vielschichtige Lebensrealitäten. Ihr Werk lässt uns alle tiefe Einblicke in eine Diagnose gewinnen, die für viele nur in schemenhaften Umrissen existiert. Absolut beeindruckend, wie die Bonnies aus all ihren Perspektiven ein tiefschürfendes Verständnis für diese Thematik vermitteln.

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Ashley Audrain: Das Geflüster

Die kanadische Autorin Ashley Audrain (Jahrgang 1982) schrieb in ihrem 2021 auf Deutsch erschienen Debütroman „Der Verdacht“ über eine Mutter, die ihre neugeborene Tochter ablehnt. Nun veröffentlichte der Penguin-Verlag am 24. April 2024 ihren zweiten Roman „Das Geflüster“. Aus dem Englischen übersetzt wurde er von Lotta Rüegger und Holger Wolandt.

Zu diesem Roman haben unsere Rezensenten Sabine Sürder und Olivia Grove ganz unterschiedliche Meinungen. Wir veröffentlichen hier beide. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

Sabine Sürders Besprechung fällt so aus:

Gossip im Großstadt-Viertel

Im Buch finden wir vier Frauen aus einem früher von Portugiesen bevorzugtem Viertel einer US-amerikanischen Großstadt. Whitney, Blair, Rebecca und Mara leben mit ihren Ehemännern in kleineren oder größeren Häusern mit oder ohne Kinder.

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Freida McFadden: Sie kann dich hören

Spannend, doch nicht ganz überzeugend: „Sie kann dich hören“ unter der Lupe

Millie ist zurück!

Und damit kehrt FreidaMcFadden mit ihrem neuesten Thriller „Sie kann dich hören“ – der Fortsetzung von „Wenn sie wüsste“ – zurück und entführt uns erneut in das Leben von Millie Calloway. Das Buch beginnt wieder mit einem scheinbar harmlosen Housemaid-Jobangebot, das sich schnell zu einem gefährlichen Spiel entwickelt.

Obwohl dieser Thriller eine großartige Fortsetzung hätte werden können, blieb er für mich letztendlich unauffällig und ließ mich leider unbeeindruckt zurück. Es war definitiv eine kurzweilige Popcorn-Lektüre, aber erfahrene Thriller-Leser wünschen sich vielleicht weniger Handlungserzählung und mehr Raum für eigene Entdeckungsreisen und Enthüllungsjagden (ich gehöre definitiv dazu).

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