Wie ein Leitfaden zieht sich der Titel „Alles wird hell“ durch den Roman. – Das Gute ist hell, Schlechtes ist dunkel.
Julia Jessen beschreibt Hoch- und Tiefphasen ihrer Protagonistin Oda in einer Art Selbstfindungsprozess, der beim kleinen Mädchen beginnt und einschneidende Situationen bis ins hohe Alter aufzeigt.
Es ist eine Familiengeschichte, in der sich die Autorin vieler Metaphern bedient, mit Bildern aller Schattierungen jongliert. Weiterlesen
annegret-glock
Cecilia Ekbäck: Schwarzer Winter
Die Handlung von Cecilia Ekbäcks historischem Krimi spielt im Jahr 1717 in Lappland, wo nicht nur durch den eisig kalten Winter unwirtliche Lebensbedingungen vorherrschen.
Kurz nachdem ihre Familie in ihrem neuen Zuhause, einem heruntergewirtschafteten Hof eintrifft, finden die beiden Schwestern Frederika und Dorotea einen Toten am Berg Blackåsen. Die Mutter der Mädchen, Maija, kennt sich als Heilerin mit Wunden aus. Sie glaubt den anderen Siedler nicht, die behaupten, der Tote, bei dem es sich um ihren Nachbarn Eriksson handelt, sei von Wölfen oder einem Bären angegriffen worden.
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Karen Duve: Warum die Sache schiefgeht
In diesem Essay schreibt Karen Duve sich den Frust von der Seele und rechnet ab mit den Verantwortlichen für unser Gesellschaftssystem, Bankenkrisen, dem Kapitalismus, Rohstoffverschwendung, CO2-Emission, Welternährung, Klimawandel.
Zwar bekommen hauptsächlich vermessene, machthungrige Männer aus den obersten Führungsetagen ihr Fett ab, letztlich richtet sich Duves Appell aber an alle. Jeder muss sich an die eigene Nase greifen. – Ob es nun beispielsweise darum geht, wie selbstverständlich wir uns die zu Neige gehenden Ressourcen zu eigen machen, oder wie gedankenlos das mit Antibiotika versetzte Qualfleisch bäuerlicher Mastbetriebe verkonsumiert wird. Weiterlesen
Adriana Altaras: Doitscha: Eine jüdische Mutter packt aus
„Doitscha“ – so hört es sich an, wenn David, der älteste Sohn von Autorin Adriana Altaras, seinen Vater einen Deutschen nennt. Überhaupt trägt David viele erbitterte pubertäre Kämpfe mit dem Vater aus.
Wer könnte nicht besser über einen jüdisch-deutschen Familienalltag, über jüdische Traditionen und die Chancen auf ein neues Begegnen unserer unterschiedlichen Kulturen untereinander schreiben, als Adriana Altaras. Weiterlesen
Werner Dopfer: Seelenscherben: Wenn die Normalität zerbricht
Wie viele Ängste und Nöte kann ein Mensch aushalten? Wieviel Leid
kann eine Seele ertragen bis sie krank wird und zerbricht?
Die Geschichten in diesem Buch handeln von Menschen, die es nicht mehr geschafft haben, mit ihren Problemen allein fertig zu werden.
Der Autor Werner Dopfer praktiziert als Psychotherapeut.
In „Seelenscherben“ beschreibt er die sicher erschütterndsten Fallgeschichten seiner über zwanzigjährigen Berufszeit. Weiterlesen
Gabriele Weingartner: Die Hunde im Souterrain
Nachdem Felice eine Kiste mit alten Schriftstücken in die Hände geraten ist, will sie endlich die Vergangenheit bewältigen und wissen, warum Ulrichs Leben vor Jahren, als sie beide noch zusammen waren, eine so tragische Wende genommen hat.
Felice nimmt das Angebot ihrer Freundin Sue an, die sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat, und fliegt zu ihr nach New York, wo sie sich in Sues Wohnung einquartieren kann.
Damals, in den Siebzigern, als Felice und Ulrich ein Paar waren, war sie Studentin und er junger Professor. Zusammen verschlug es die beiden von Berlin für längere Zeit an die amerikanische Ostküste nach Boston. Weiterlesen
Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht
Raija Siekkinens Geschichten vereinnahmen die Gedanken nach dem Lesen weiter. Über allen zehn in diesem Band versammelten Erzählungen liegt eine besondere Atmosphäre, die von leiser Wehmut getragen wird.
Die Figuren der finnischen Autorin sind weiblich. Etwas in ihrem Leben ist nicht im Lot, bis ein Stein ins Rollen kommt, der eine Wende einleitet.
So lesen wir von Beziehungssituationen mit mehr oder weniger verzagten unglücklichen Protagonistinnen, die ein vordergründig normales Alltagsleben führen. Dabei holt Vergangenes sie immer wieder ein, verändert die Gegenwart. Aus einem neuen Blickwinkel ergeben sich Umkehrschlüsse, Neuanfänge. Weiterlesen
Karine Giebel: Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir
Karine Giebel, die als DIE weibliche Stimme des französischen Kriminalromans bezeichnet wird, hat in diesem psychologischen Spannungsroman beängstigende Charaktere mit atemlosen Thrill gekoppelt. In der Handlung wird eine attraktive junge Frau systematisch von einem mysteriösen Schatten, der sie verfolgt und nötigt, zugrunde gerichtet.
Cloé Beauchamp ist jung, schön, glücklich verliebt und erfolgreich. Durch Ausdauer und Ehrgeiz hat sie sich in ihrer Werbeagentur weit nach oben gearbeitet. Ihr Chef stellt ihr in Aussicht, in absehbarer Zeit seine Nachfolge anzutreten. – Ein beneidenswertes Leben sollte man meinen, doch der Schein trügt: Auf dem Nachhauseweg von einer Party fühlt Cloé sich plötzlich verfolgt und nimmt eine schemenhafte Gestalt wahr, die dann wieder im Nichts verschwindet. Weiterlesen
Johan Bargum: Septembernovelle
Septembernovelle ist eine hintersinnige Geschichte, deren tiefere Bedeutung vielen Metaphern entspringt.
Der Autor John Bargum schildert darin die jeweilige Beziehung von Olof und Harald zu Elin, mit der beide einmal verheiratet waren. Von einer gemeinsamen Segeltörn der beiden Männer kehrt nur Olof allein zurück.
Im ersten Teil lesen wir die Schilderung des Bankers Olof gegenüber einem Kriminalbeamten über die Zeit, die er mit seiner Frau Elin verbracht hat und was sich zugetragen hat, als er mit Harald aufs Meer hinausfuhr. Weiterlesen
Anne Rüffer: Fräulein Franzen besucht das Glück
Was anfangs wie ein Verbrechen anmutet, entwickelt sich zu einer recht ungewöhnlichen Geschichte mit teilweise skurrilen Ausprägungen. Bei einer 54-jährigen Protagonistin, die Wert darauf legt, mit „Fräulein“ tituliert zu werden, ist dies aber auch nicht verwunderlich.
Fräulein Eva-Maria Franzen arbeitet bei der regionalen Tageszeitung, wo sie für die Traueranzeigen verantwortlich ist, denen sie in Zusammenarbeit mit den Hinterbliebenen eine ganz spezielle Note verleiht.
An einem Samstagmorgen entdeckt eine Wohnungsnachbarin Eva Maria Franzen schwer verletzt am Boden in ihrer Wohnung liegend. Weiterlesen