Paula Banholzer: So viel wie eine Liebe: Ungeordnetes Verhältnis mit Bert Brecht

paulaDie Autorin Paula Banholzer war die einstige Jugendliebe Bertolt Brechts. In diesem Buch erinnert sie sich zurück an die Zeit, die sie zusammen mit Brecht, der ihr den Kosenamen „Bi“ (abgeleitet von Bittersüß) gab, verbracht hat. In einem Vorwort legt die Autorin klar, dass ihr die unverfälschte Darstellung ihrer Erinnerungen wichtiger war als literarische Ambitionen.

Als die junge Paula Bertolt Brecht zum ersten Mal begegnete, war sie fünfzehn Jahre alt. Er hieß noch Bert Brecht und war vier Jahre älter. Paula fühlte sich in keinster Weise von ihm angezogen und beachtete ihn nicht. Aber Brecht blieb hartnäckig. Weiterlesen

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Owen Sheers: I Saw a Man

manOwen Sheers hat für seinen Protagonisten einen spannenden Einstieg entwickelt: Wir begegnen dem Schriftsteller Michael, als er im Nachbarhaus der befreundeten Familie Nelson nach den Bewohnern sucht. Die Nelsons haben Michaels Leben nach dem plötzlichen frühen Tod seiner Frau Caroline wieder einen Halt gegeben. Das Unglück, bei dem Caroline, die sich als Journalistin in einem Hochrisikogebiet in Pakistan aufhielt und dabei aus der Luft beschossen wurde, geht Michael nicht aus dem Kopf. Weiterlesen

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Jim Shepard: Aron und der König der Kinder

aronJim Shepard hat sich für diesen erschütternden Roman, der das grausame Schicksal polnischer Juden in Warschau während der Jahre von 1936 bis 1945 aufgreift, historischen Quellenmaterials bedient.
Zwei seiner Figuren, der Arzt und Pädagoge Janusz Korczak und Madam Stefa, die gute Seele des Waisenhauses, waren tatsächlich existent und haben in ähnlicher Form gewirkt, wie Shepard sie fiktiv in seine Geschichte eingebunden hat.

Hauptfigur ist der Junge Aron. Er zieht mit seinen Eltern und Geschwistern von der litauischen Grenze nach Warschau. Weiterlesen

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Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

wellsNach längerer Pause ist Benedict Wells neuer Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ erschienen.
Dass er das Handwerk der Erzählkunst bestens beherrscht, hat der Autor bereits bewiesen.
Mit „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ihm eine wunderbar einfühlsame Geschichte gelungen, die seine vorangegangenen Bücher noch toppt! Aus den Zeilen spricht so viel Lebensweisheit, die für einen so jungen Autor erstaunlich ist. Weiterlesen

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Karen Duve: Macht

machtWer sich erhofft, Karen Duve lege mit „Macht“ einen Roman ähnlich ihrer erfolgreichen Bücher „Taxi“ oder „Regenroman“ vor, wird herb enttäuscht. Duve ist zur Anklägerin einer Gesellschaft geworden, die kritiklos u. a. Massentierhaltung und Klimawandel akzeptiert. Mit „Macht“ scheint die Autorin ihrer Enttäuschung hierüber Ausdruck verleihen zu wollen. Dabei herausgekommen ist ein satirischer Zukunftsroman, der sich explizit von provokanten Überzeichnungen nährt.

Karen Duve siedelt diesen fiktiven Roman im Jahr 2031 an und beschreibt eine sehr düstere Endzeitstimmung: Die Klimakatastrophe hat den Untergang der Welt eingeläutet. Weiterlesen

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Stefan Moster: Neringa: oder Die andere Art der Heimkehr

neriStefan Mosters Protagonist, ein fünfzigjähriger erfolgreicher Software-Entwickler, der Erfinder der Cloud, begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Das Leben seines Großvaters Jakob Flieder, der Pflasterer in seiner Heimatstadt Mainz gewesen war, beschäftigt ihn. Vor dem elterlichen Haus hatte er einen kunstvoll gemusterten Weg mit kleinformatigen Steinen gestaltet, über den der Erzähler als Kind immer gelaufen war. Auch das Holzpflaster in der Großen Bleiche in seiner Heimatstadt, das später, während der Bombardierungen im Krieg in Flammen aufgegangen war und vielen Menschen das Leben gekostet hatte, soll er gelegt haben. Aus Erzählungen seiner Mutter hat er weiter erfahren, dass der Großvater sehr jähzornig gewesen sein soll und nur durch einen glücklichen Umstand seine Frau nicht getötet hatte. Weiterlesen

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Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer

regenFür die siebzehnjährige Alessandra bricht eine Welt zusammen, als ihre Mutter an Krebs stirbt.
Zurück bleibt neben ihrer Trauer um den Verlust eine unendliche Leere. Ihre Großmutter kann dem jungen Mädchen wenig helfen.
In ihrer Hilflosigkeit schottet Alessandra sich von allen und allem ab, zieht sich in sich zurück. In ihrer Schulklasse setzt sie sich ganz nach hinten zu dem Außenseiter Gabriel, genannt Zero. Zero ist ein wundervoller Zeichner. Doch auch er hat Probleme mit seinem Schicksal. Das verbindet.
Ganz langsam beginnen Alessandra und Zero sich anzunähern, doch beide sind zu sehr in ihrem eigenen Schmerz gefangen, dass ihre Verbindung immer wieder zu scheitern droht.

Ein schönes Buch, das Hoffnungslosigkeit, Verlust, Trauer, Schmerz, Liebe und alle damit verbundenen Emotionen ausdrucksstark widerspiegelt.

Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer.
Aufbau, März 2015.
238 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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Isabel Allende: Der japanische Liebhaber

japanIn ihrem neuen Roman erzählt Isabel Allende von einer gefühlvollen Liebesbeziehung.
Gleichzeitig beleuchtet sie das Altern mit den gängigen Bedürfnissen und Beeinträchtigungen.
Allende holt weit aus, bindet geschichtliche Ereignisse – so die Zeit des Pazifikkrieges und Schicksale im Konzentrationslager mit ein.

Die junge Osteuropäerin Irina Bazili findet eine Anstellung in einem Altenheim. Eine der Heimbewohnerinnen, die achtzigjährige Künstlerin Alma Belasco, bestimmt Irina als ihre persönliche Assistentin. Weiterlesen

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Sarah Kuttner: 180 Grad Meer

meerJule hat das Trennungstrauma ihrer Eltern, das sie seit ihrer Kindheit begleitet, nie überwunden. – Das hört sich nach Problemen und Tragik an. Doch der jungen Protagonistin folgt man sehr gern durch ihr reichlich verkorkstes Leben, weil die Geschichte sehr einfühlsam und gleichzeitig urkomisch daherkommt.

Nie konnte Jule richtig Kind sein, weil sie stets Verantwortung für ihre depressive Mutter übernommen hat. Ihrem Vater ist sie ewig böse, weil er die Familie im Stich gelassen hat.
Telefonanrufe der Mutter versucht sie zu ignorieren. Den Kontakt zum Vater hat sie abgebrochen, seine Geldzahlungen rührt sie nicht an. Weiterlesen

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Toni Jordan: Neun Tage

tageAlles beginnt mit einem Foto auf dem ein junges Paar auf dem überfüllten Bahnhof in Melbourne abgebildet ist: Er – ein Soldat, beugt sich weit aus dem Zugfenster. Sie – auf den Schultern eines anderen Mannes auf dem Bahnsteig, reckt sich dem Soldat entgegen. Es ist eine unter vielen Abschiedsszenen in der Zeit um den zweiten Weltkrieg. Doch genau diese Ablichtung in der Melbourner Tageszeitung inspirierte die Autorin Toni Jordan dazu, diesen Roman zu schreiben. Weiterlesen

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