Nicole Böhm: House of Zodiac: Sternenstaub

Zodiac ist eine Parallelwelt, in der das Sternzeichen über die magische Fähigkeit bestimmt. Jupiter findet auf dem Jahrmarkt ein Amulett, das sie kurze Zeit später tief in diese Welt zieht und nicht mehr loslassen möchte. Es beginnt die Flucht vor Intrigen, Geheimnissen und der eigenen Vergangenheit. Und hinter jeder Ecke lauert der Tod, ohne Hoffnung, jemandem trauen zu können. Oder ist da Nox?

„Wer Antworten bei den Sternen sucht, darf die Wahrheit nicht fürchten.“ (~ House of Zodiac, Band 1)

Und die Wahrheit ist, dass mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat und nicht mehr loslassen wird, bis der zweite Teil übernimmt! Eine Welt, in der das Sternzeichen über magische Fähigkeiten bestimmt? Großartige Idee! Ich glaube, bisher hat sich nur ein kleiner Teil von Zodiac – einer Parallelwelt – gezeigt, aber definitiv Lust auf mehr gemacht. Sie hat sich wesentlich düsterer gezeigt, als ich erwartet hatte, das ändert jedoch nichts am komplexen Weltenbau mit vielen Legenden und Geheimnissen, die es noch aufzudecken gilt.

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Callie Hart: Brimstone: Königin der Finsternis

Obwohl ich mich dran erinnern kann, dass mir der erste Band „QuickSilver“ von Callie Hart ziemlich gut gefallen hat, konnte mich der zweite nicht wirklich überzeugen. Das World-Building mit den verschiedenen Ebenen hat mich immer wieder den Faden verlieren lassen und die seltsam agierenden Vampire mitten in einer Fae-Welt haben mich irritiert.

Saeris ist inzwischen zur Königin geworden und zu einer Mischung aus Vampir und Fae und damit die Einzige dieser Art. Sie hadert erstaunlich wenig damit, diese Rolle so ganz ohne Vorbereitung einnehmen zu müssen. Ihr „Seelenverwandter“ Kingfisher dagegen hadert die ganze Zeit, um Vergangenes, um Verlorenes und um das Leben ans sich. Dabei gelingt es ihm jedoch als Charakter so blass zu bleiben, dass er selbst hinter den Nebenfiguren zu verschwinden scheint. Unterbrochen wird das Regieren und Hadern dann durch echt übertriebene Sexszenen, die sogar mir, die sowas inzwischen sehr gut überlesen kann, extrem auf die Nerven gegangen sind.

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Catherine Cowles: Fragile: Niemand kennt dich so wie ich

Rhodes kehrt nach Sparrow Falls zurück, um das Haus ihrer Kindheit zu renovieren – jenen Ort, an dem ein verheerendes Feuer einst ihre Familie auslöschte. Doch schon bald merkt sie, dass die Vergangenheit noch lange nicht begraben ist. Seltsame Unfälle, beunruhigende Botschaften und das nagende Gefühl, beobachtet zu werden, lassen sie zweifeln: War das Feuer wirklich nur ein tragischer Unfall?

Auf der Baustelle trifft sie auf Anson Hunt, den besten Freund ihres Stiefbruders. Er ist verschlossen, wachsam – und ganz offensichtlich nicht erfreut darüber, dass sie ihm ständig über den Weg läuft. Dennoch entwickelt sich zwischen ihnen eine unleugbare Spannung, auch wenn Anson beharrlich Distanz wahrt. Als die Bedrohungen eskalieren und Rhodes’ Leben in Gefahr gerät, steht ausgerechnet er an ihrer Seite. Widerstrebend beginnt sie, ihm zu vertrauen, denn Anson scheint mehr zu wissen, als er preisgibt.

Während Rhodes den Schatten ihrer Vergangenheit nachgeht, zieht sich die Schlinge um sie immer enger zu. Jemand in Sparrow Falls will um jeden Preis verhindern, dass sie die Wahrheit aufdeckt – und dieser Jemand hat sie schon immer im Blick gehabt. Still, geduldig, verborgen in der Dunkelheit. Nun ist er bereit, ein tödliches Spiel zu beenden, das längst begonnen hat.

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Donald Windham: Dog Star

Der Weg, ein Erwachsener zu werden, ist voller Erkenntnisse und neuer Erfahrungen. Bei dem jungen Mann Blackie zu Zeiten der Prohibition in Atlanta sind die Weichen seiner Biografie in weiten Teilen vorbestimmt. Der Vater weit weg, die Mutter Alkoholikerin, Armut, der jüngere Bruder lebt bei zwei alten Damen, die älteste Schwester ist alleinerziehende Mutter und ausgezogen. Unter diesen Rahmenbedingungen möchte Blackie viel früher, als es für sein Alter gut ist, das familiäre Nest verlassen. Zeitweise lebt er auf einer County Farm School für schwer erziehbare Jugendliche. Dort arbeitet Blackie zusammen mit anderen Jungen und muss sich seinen Platz in der Hackordnung erkämpfen.

Hätte er den Einzelgänger Whitey nicht kennengelernt, wäre das Überleben auf dieser Farm deutlich schwerer geworden. Aber mit dem älteren Freund an seiner Seite ist er stark. Blackie lernt, menschliche Schwäche zu verachten. Und dann hat sich Whitey für den Freitod entschieden. Nun ist Blackie auf sich allein gestellt, und er macht das, was er schon früh gelernt hat: Er wird ein Nestflüchter.

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Josef Oberhollenzer: Sellemond oder Von der Schwierigkeit, Touristen zu töten

Vorweg sei angemerkt: Ich bin ein Freund experimenteller, von den üblichen Erzählkonventionen abweichender Literatur.

Eigentlich.

Dieser Roman macht eine Ausnahme.

James Joyce soll über sein letztes Werk, das nach einhelliger Meinung unlesbare Finnegans Wake, gesagt haben, so wie er ein Leben lang gebraucht habe, es zu schreiben, bräuchten seine Leser auch ein Leben lang, es zu verstehen. Josef Oberhollenzer war wohl bemüht, dem zumindest nahezukommen.

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Liann Zhang: Belladonnas

Chloe und Julie sind Zwillingsschwestern. Ihre Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben, als sie noch sehr klein waren, und Chloe wurde adoptiert, während Julie bei einer Tante unter prekären Verhältnissen aufwuchs. Jetzt sind sie Jugendliche, fast schon erwachsen, wissen zwar voneinander, kennen sich aber nicht wirklich. Eines Abends erhält Julie einen Anruf von Chloe, der sie derart in Unruhe versetzt, dass sie bei der Schwester vorbeisehen will – und sie tot auffindet. Man hält die Tote für Julie und Julie wird zu Chloe. Übernimmt deren erfolgreiches Influenzerleben beinahe mühelos, niemand scheint Verdacht zu schöpfen, Chloe ist erfolgreicher denn je. So erfolgreich, dass sie auf den begehrten Inselurlaub der Belladonnas eingeladen wird – und jetzt erst erfährt, welchen Preis Erfolg haben kann.

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Libby Page: Das Jahr voller Bücher und Wunder

Ein Roman, der einem ans Herz geht – oder den man als totalen Kitsch abtut. Kann ja auch sein. Jedenfalls ist es ein Roman, der von ganz großer Liebe erzählt und von dem Versuch, jemanden ins Leben zurückzuführen, der den Spaß daran verloren hat. Warmherzig, liebevoll, anrührend und durchaus fesselnd zu lesen, wie Tilly nach und nach wieder lernt zu leben.

Vor fünf Monaten ist Joe, ihr Mann, an Krebs gestorben. Viel zu früh und schon kurz nach ihrer Hochzeit. Sie hatten viel zu wenig Zeit miteinander, es hätte noch so Vieles gegeben, was sie gemeinsam erleben wollten. Für Tilly ist das jetzt anscheinend alles vorbei. Sie hat keinen Spaß mehr an den Dingen, die sie früher gerne gemacht oder mit Joe noch geplant hat. Selbst das Lesen hat sie aufgegeben, das war früher immer ihr Rückzugsort, ihr liebstes Hobby. Seit Joe die Diagnose Krebs bekommen hat, hat Tilly kein Buch mehr angerührt, außer im Verlag, wo sie Biografien von Promis oder solchen, die es werden wollen, lektoriert.

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Mia Sheridan: Pelion Lake Reihe

Archer´s Voice: Die geheime Sprache der Liebe

Ich wollte in der verschlafenen Kleinstadt Pelion in Maine in meinem Häuschen am See neu anfangen. Um alles zu vergessen, was ich hinter mir gelassen habe. Das Geräusch des Regens. Das Blut. Die Kälte der Waffe an meiner Haut. Seit sechs Monaten erinnert mich jeder Atemzug daran, dass ich überlebt habe – und mein Vater nicht. Nun bin ich fast wieder sicher. Aber als ich Archer Hale begegne, gerät meine Welt erneut ins Wanken. Und wird nie wieder dieselbe sein.
Bevor ich in Archers fremdes, stilles und isoliertes Universum eingedrungen bin, sprach er mit niemandem. Und doch sehe ich in seinen whiskeyfarbenen Augen, dass etwas Unbegreifliches zwischen uns passiert. Da ist so viel mehr als nur seine Schönheit, seine Ausstrahlung oder die Art, wie seine Hände mit mir sprechen. Auf mir. Diese Stadt ist voller Geheimnisse und Betrug, und Archer ist der explosive Mittelpunkt von allem. 

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Sirpa Kähkönen: Komm, Mama

Komm, Mama“ zählt zur Kategorie der autofiktionalen Romane, die auf dem Buchmarkt mittlerweile immer häufiger zu finden sind.

Sirpa Kähkönen beschreibt darin nicht so sehr ihre eigene Geschichte, dafür die ihrer Familie und damit ihrer Herkunft. Vor allem geht es aber um eine schmerzliche Beziehung zu ihrer Mutter. 

In ihrem Heimatland Finnland gilt sie als Bestsellerautorin und wurde 2023 für diesen Roman mit dem Finlandia-Preis ausgezeichnet.

Zum Inhalt:

Der Tod ihrer Mutter liegt bereits ein Jahr zurück und Sirpa nimmt des Nachts in ihren Gedanken Abschied von ihr, indem sie sich mit vielen zurückgebliebenen Gegenständen auseinandersetzt. Dabei geht es unter anderem um eine  Strickjacke, eine Rute, oder  Filzstiefel. Zu allen Objekten existiert eine besondere Geschichte. Sirpa befasst sich mit jedem einzelnen dieser Teile und verknüpft damit Erinnerungen. Diese Erinnerungen setzen sich teilweise aus früheren Erzählungen ihrer Familie zusammen. Dazu baut die Autorin eine weitere Figur ein: „Tuonis Tochter“, eine Figur aus der Unterwelt der finnischen Mythologie, deren Kopftuch aus Polarlicht besteht.

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Darkviktory & Kostas Kind: Secondhand Toyfriend 02

Wie geht es weiter nach dem Happy End?

Nachdem wir in Band 1 mit Emil und Damian und ihrer ungewöhnlichen Kennenlerngeschichte mitgefiebert haben, erfahren wir in Band 2, wie es mit den beiden – und ihrer Beziehung (oder Nicht-Beziehung?) – weitergeht. Die Probleme und Hürden einer queeren Fernbeziehung werden thematisiert; der Weg ins Erwachsenenalter genauso wie der Weg zu sich selbst.

Dass gerade eine queere Beziehung mit Hürden rechnen muss, ist wohl leider Realität. Dieses Buch jedoch ist hierhingehend fast schon zu realistisch und beschreibt eine Aneinanderreihung derart negativer Ereignisse, dass es eigentlich nicht mehr so richtig Spaß bringt, davon zu lesen. Statt einer kitschigen Fortsetzung eben diese Tiefen zu beschreiben, ist das klar formulierte Ziel der Autoren – aber hätte nicht die ein oder andere Höhe mehr eingebaut werden können?

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