Stefanie Lasthaus: Schneewittchens dunkler Kuss

Einst war der Vater von Cyntha der Hirte des Lords – bis er eine Heldentat beging. Bei einem verheerenden Feuer rannte er in den Stall und ließ die dort eingesperrten Rinder frei. Seine Tat bescherte ihm schmerzhafte Narben, einen Arm, der kaum mehr zu gebrauchen war und ein Hinkebein. Seitdem zieht er als fahrender Händler durch die Grafschaften, seine Tochter ist bei der Lady beschäftigt. Dass ihre Mutter die Gabe hatte, lässt die einfachen Menschen des Dorfes auf Distanz zu ihr gehen. Überall stößt sie auf Misstrauen und Ablehnung.

Als der Earl eines Tages zu Besuch weilt, hofft sie, dass sie statt des unfähigen Bauern, der gerade als Hirte angestellt ist, den Posten erhält. Doch dann kommt alles anders als erhofft oder erwartet. Der Earl macht ihr, der Hirtentochter, einen Hochzeitsantrag – einen Antrag, den sie unmöglich ablehnen kann.

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Tina Seel: Der sonderbare Fall der Rosi Brucker

Im Dorf Allweiler im Harz kennt jeder jeden und alle kennen Rosi Brucker. Rosi ist die Tochter des großen Weinbauern Otto Brucker, 32 Jahre alt und geistig beeinträchtigt. Jeden Tag fährt sie mit einem speziellen Bus zu einer Behindertenwerkstätte und von dort um 14.00 wieder zurück nach Hause. Am 11. September 1975 kommt Rosi nicht heim. Ihre Eltern denken vorerst, sie treibe sich irgendwo herum. Dann aber wirft ihnen jemand mit einem Stein einen Erpresserbrief durch das Fenster und verlangt 1.000 DM Lösegeld. Otto Brucker soll zu einem vereinbarten Zeitpunkt das Geld an einer bestimmten Stelle ablegen. Daraufhin werde der Entführer Rosi freilassen.

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Peter Grandl: Höllenfeuer

Ein Thriller, der den Begriff echt wert ist

Von Anfang an schafft es Peter Grandl, den Leser zu fesseln. Auch wenn man sich zunächst vielleicht fragt, warum wir so viel über den einst mächtigsten Mann des selbst ernannten „Islamischen Staates“, Abu Bakr Al-Baghdadi, und seine Ermordung erfahren, was ziemlich exakte Details über Anwerbung und Ausbildung von Kämpfern für diese Organisation zu bedeuten haben oder was der Begriff „Gefährder“ genau beinhaltet, es dauert nicht lange, bis all das klar ist und wir wissen, warum es durchaus wichtig ist, das zu erfahren. Präzise und detailliert, wie immer bestens recherchiert, fügt Grandl Fakten zusammen, die uns Hintergründe erklären und bewusst machen, die für den weiteren Verlauf der erschreckend realistischen Geschichte wichtig sind.

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Susan Fletcher: Florence Butterfield und die Nachtschwalbe

Fenstersturz im idyllischen Seniorenheim

Mord oder Selbstmord, das ist eine Frage in diesem geruhsam erzählten Roman, der kein Krimi sein will.

Dieses Seniorenheim namens Babbington Hall scheint ein Idyll zu sein. Ein wunderschönes altes Haus, liebevoll renoviert, mitten in einem großen Garten, voller mehr oder weniger skurriler alter Menschen. Eine davon, die liebenswerte Florence Butterfield, 87 Jahre alt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Florrie, wie sie genannt wird, kann gut zuhören und so vertraut sich Renata, die Heimleiterin, ihr eines Tages an und erzählt von ihrer neuen Liebe, ihren Zukunftsplänen. Doch am nächsten Tag stürzt Renata aus dem Fenster. Alle vermuten Selbstmord, doch Florrie glaubt nicht daran. Wer frisch verliebt ist und von Paris träumt, bringt sich nicht um.

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Natasha Pulley: Die verlorene Zukunft von Pepperharrow

Seit den Ereignissen, von denen uns Natasha Pulley in „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ berichtet hat, ist einige Zeit ins Land gegangen. Keita Mori, der scheinbar alterslose japanische Adelige, der offensichtlich das Gesicht hat, hat London zunächst verlassen. Jede Woche erhält Thaniel Steepleton, sein Freund, Gefährte und Liebhaber einen Brief, der natürlich auch die gemeinsame Pflegetochter Six, die sie aus einem Arbeitshaus zu sich genommen haben, brennend interessiert.

Es ziehen dunkle Wolken am Horizont auf – Mori, wie auch der britische Dienst, dem Thaniel angehört, haben deutliche Hinweise darauf, dass Mütterchen Russland, besser gesagt, deren Flotte einen Angriff auf Japan planen. Thaniel erhält den Auftrag nach Japan zu reisen, um vor Ort den anbahnenden Konflikt im Auge zu behalten.

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Royce Buckingham: Monsteranwalt

Ich hatte nach dem ersten Band so sehr auf mehr von dem Monsteranwalt Daniel Becker gehofft und ich wurde nicht enttäuscht.

Daniel hat sich inzwischen von seiner renommierten Kanzlei getrennt und ein eigenes Büro aufgemacht. Dabei zur Seite stehen ihm Praktikant Fill, der keine Ahnung davon hat, was für Klienten in der Kanzlei ein und aus gehen, und eine nicht ganz menschliche Privatermittlerin. Geld verdienen kann man mit der Verteidigung von Monstern eher nicht, dafür ist es gefährlich. Deswegen ist Daniel mehr als froh, als die Bürgermeisterin mit einem Auftrag an ihn herantritt, auch wenn er den Boten nicht leiden kann. Denn für diesen Auftrag würde er bezahlt und es besteht die, wenn auch geringe, Hoffnung, dass es sich dabei nicht um etwas Übernatürliches handelt.

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Ava Reed: Nur ein Wort mit sieben Buchstaben

„Liebe kann furchtbar sein. Abhängigkeit grausam. Aber beides zusammen? Zusammen ist es die Hölle.“ (S. 92)

Es gibt Themen, für die man viel Mut braucht. Sie verlangen jedem etwas ab. Ava Reed hatte den Mut, als sie ihren Jugendroman über häusliche Gewalt geschrieben hat. Hierbei geht es um viel mehr als die Beschreibung, wie Angst, Gewalt, Schmerz und das Ausgeliefertsein in einer Familie ins Tagesgeschehen eindringen. In Mikas Leben fängt die Gewalt mit bestimmten Ereignissen an und hört auf, wenn neue Ereignisse ein Ende erzwingen. So ähnlich ergeht es nicht nur dem siebzehnjährigen Mika, der schlimme Misshandlungen und noch viel mehr erdulden muss, bis etwas passiert.

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Nele Neuhaus: Monster

Oliver von Bodenstein, Pia Sander und die Leute vom K11 Hofheim sehen sich mit einem neuen Fall konfrontiert. Die sechzehnjährige „Lissy“ Larissa Böhlefeld wird erdrosselt. Ihr Mörder legt sie hinter einem Marienbildstock ab. Die Ermittlungen im Umfeld des Mädchens bringen keine brauchbaren Ergebnisse. Die DNA-Spuren, die man an Lissys Leiche feststellt, ergeben, dass sie vor ihrem Tod Kontakt hatte mit Farwad Mahmoudi, einem abgelehnten Asylbewerber aus Afghanistan, einem Vergewaltiger, der sich wieder auf freiem Fuß befindet. Lissy und Farwad haben einander gekannt.

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Lucy Clarke: You Let Me In

Atmosphärisch rasanter Psychothriller

„Die Leser möchten immer wissen, wie es passiert ist. Sie möchten erfahren, wie man vom Möchtegernschriftsteller zum publizierten Autor wurde.“ (S. 379)

Neues Cover, neuer Titel, neuer Klappentext? Auf geht’s, denn Lucy Clarkes Roman „Das Haus am Rand der Klippen“ aus dem Jahr 2020 wurde jetzt noch einmal optisch aufgepimpt und unter dem Titel „You Let Me In“ neu veröffentlicht.

Seit die Schriftstellerin Elle ihre luxuriöse Küstenresidenz in Cornwall für eine Woche an Fremde vermietet hat, schleicht sich etwas Unheimliches in ihr Leben. Mit einem Schlag fühlt sie sich, als hätte jemand jene Geheimnisse entdeckt, die sie nachts wachhalten. Doch die Bedrohung scheint plötzlich sehr real …

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Carina Schnell: A Breath of Winter: Rabenwintersaga 01

Die Welt, sie stöhnt unter eisigen Temperaturen, unter Not, Krankheiten und Tod. Seitdem sich die Götter von Middangard abgewandt haben, sind sie nicht länger nur im Verborgenen unterwegs. Die Sprache ist von einst mystischen Wesen, die sich nun, da die Götter ihre Schöpfung verlassen haben, daran machen, die Menschheit zu vernichten.

Überall schlagen sie zu – angeführt von den Walküren und den Trollen blasen sie zur Jagd auf die Menschen.

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