J. Cardenal & H. Araújo: Der große Beutezug

derGlobale Marktwirtschaft, Wirtschaftskrieg, Marktanteile, Gewinnoptimierung. All diese Begriffe würden Anleger mit einem Konzern in Verbindung bringen. Wenn ein Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern wie eine private Firma geführt wird und alle Ressourcen unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung eingesetzt werden, könnte man schnell an einen globalen Beutezug denken, der jeden in irgendeiner Weise betrifft.
2010 besichtigten die Autoren Juan Pablo Cardenal und Heriberto Araújo zum Beispiel Costa Ricas spektakulärstes Geschenk, das von China finanziert worden ist. Ein malerisches Nationalstadion zu einem „sehr vernünftigen Preis von 89 Millionen Dollar“. 35.000 Zuschauer finden dort Platz. Weiterlesen

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Susanna Tamaro: Ein jeder Engel ist schrecklich

tamaIn „Ein jeder Engel ist schrecklich“ erzählt Susanna Tamaro davon wie sie aufgewachsen ist und wie sie zum Schreiben gekommen ist. Dabei gewährt sie den LeserInnen sehr intime Einblicke in ihre von widrigen Umständen geprägte Kindheit und Jugendzeit innerhalbs einer lieblosen Familienstruktur.

Susanna Tamaro ist ein von Ängsten getriebenes, entmutigtes, empfindsames Kind. Wie anders wäre mein Leben verlaufen, wenn ich in einer Gegend mit viel Sonne geboren wäre, fragt sie sich, denn Triest, wo sie aufwächst, ist klimatisch von der eiskalten Bora beeinträchtigt.
Wir lesen vom düsteren Dasein eines unglücklichen Mädchens mit unglücklichen Eltern, die sich abschotten und in eisiges Schweigen hüllen. Weiterlesen

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Theresa Bäuerlein & Friederike Knüpling: Tussikratie: Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können

tussiBefiel mich doch schon länger ein diffuses Unbehagen, wenn es um die Diskussion über benachteiligte Frauen ging. So ein leises Andenken von „ja, aber du hättest auch als Mann nicht über Jahre im Beruf aussetzen können und dann erwarten, beim Wiedereinstieg gleich die Karrieretreppe hochgeschubst zu werden“. Das Buch war also nicht etwa eine Offenbarung, aber es hat mir gezeigt, dass ich doch nicht so ganz alleine stehe mit meiner Denkweise. Das Problem hat sogar einen Namen bekommen, „Tussikratie“. Gemeint damit ist die Meinungsherrschaft der lauten Damen, die ihre Gespräche untereinander auf die Sichtweise beschränken, dass sie nur deswegen im Leben erfolglos (wobei die Definition von Erfolg auch eine ganz eigene ist), weil sie Frauen und als solche benachteiligt seien. Weiterlesen

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Dieter Hildebrandt: Letzte Zugabe

die„Ich bin, was meinen Nachruhm betrifft, nach dem Wegsein dann vermutlich erneuerbare Energie. Also gasförmig schwebend und wiederverwendungsfähig.“ Das hat Kabarettist und Schriftsteller Dieter Hildebrandt kurz vor seinem Tod am 20. November 2013 geschrieben.
Der scharfzüngige Beobachter fehlt uns. Gerade ist das Buch erschienen, in dem er in dem Jahr, als er starb gearbeitet hat. Fertig geworden ist es nicht ganz. Dieter Hanitzsch hat die „Letzte Zugabe“ mit Karikaturen ergänzt, Bühnengefährte Roger Willemsen mit einem Nachwort.
Gedankensplitter sind die Texte aus dem Nachlass – Erinnerungen an sein Vorbild Erich Kästner, an seine Internet-Plattform „Stoersender“, für die Hildebrandt bis zum Schluss schrieb, bissige Satire über die FDP, Karl-Theodor zu Guttenberg, Christian Wulff, die Abhörskandale und Flughafen-Blamage in Berlin. Weiterlesen

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Ulrike Werner: Der liebestolle Beagle und die 45 Nachthemden

„Sbeaie sind unsere letzte Hoffnung“. Diesen Satz hört Ulrike Werner oft. Und dann wird die Berliner Tierärztin und Verhaltenstherapeutin zu Hunden gerufen, mit denen ihre Halter gar nicht mehr klar kommen.
45 solche Geschichten erzählt sie im Buch „Der liebestolle Beagle“. – Vom Yorkshire Terrier mit Kontrollzwang, vom weißen Schäferhund, der mit dem Stadtleben nicht klar kommt, von Doggen, die sich zerfleischen, vom Hütehund, der Kinder beißt und vom Mischling, der dement ist. Meist therapiert Ulrike Werner dann die Besitzer – in manchen Fällen ist alles hoffnungslos. Viele Tipps bekommen die Leser, können aus den Fehlern der anderen Hundehalter lernen oder staunend den Kopf schütteln, was passieren kann im Zusammenleben mit Hunden.

Ulrike Werner: Der liebestolle Beagle und die 45 Nachthemden.
mvg Verlag, Februar 2014.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Sophie Seeberg: Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey

ausEin Buch über Schakkeline und Kevin muss heutzutage jeder geschrieben haben. Meist sind diese Bücher überzogen witzig, bedienen sich im Klischee-Fundus der Gesellschaft und nerven schon nach gut 40 Seiten nur noch. Nicht so „Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey“. Die Autorin ist Psychologin und arbeitet als Sachverständige beim Familiengericht. Sie wird immer dann in die Familien gerufen, wenn die Betreuungssituation unklar ist, wenn Partner sich um das Sorgerecht streiten oder die Frage einer Inobhutnahme eingeschätzt werden muss. In ihrem Buch beschreibt sie verschiedene Fälle, zu denen sie gerufen wurde. Welche am Anfang ihrer Karriere, als sie noch schockiert war, und welche aus der Gegenwart, wo sie so schnell nichts mehr umhaut. Weiterlesen

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Jonah Lehrer: Imagine! Wie das kreative Gehirn funktioniert

jonJonah Lehrer beweist mit „Imagine“, dass ein Buch über menschliche Denkvorgänge nicht zwangsläufig eine wissenschaftliche Abhandlung sein muss. Vielmehr leben alle seine aufgezeigten Studien von ihren begleitenden Geschichten, die so interessant und verblüffend erscheinen, dass man ähnlich wie bei einem spannenden Roman, nicht mehr aufhören kann zu lesen.

An Fallbeispielen von Bob Dylan, Shakespeare, Steve Jobs und weiteren, zeigt der Autor auf, wie kreative Momente und Prozesse zustande kommen.
So lesen wir zum Beispiel davon, wie der Laborant Dick Drew den Tesafilm erfindet, oder wie die Entwickler des Konzerns Procter & Gamble die Idee für den „Swiffer Bodenwischer“ ersinnen. Weiterlesen

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Gerald Groß: Making News: Hinter den Kulissen der TV-Nachrichten

news„Ist Michael Ballack kein Engländer?“ Eine gute Frage. Ebenso gut, wie diejenige nach der Funktion eines Teleprompters. Klar, da wird abgelesen, aber wie kann ein Bildschirm gleichzeitig eine Kamera sein? Und wie ist Italien eigentlich mit einem 1:1 Europameister geworden?
Gerald Groß hat sich 2011 selbstständig gemacht und nutzt den Abstand zur TV-Karriere nun für einen sehr persönlichen und doch professionellen Einblick in die Welt der TV-Redaktionen. Weiterlesen

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Norbert F. Pötzl & Johannes Saltzwedel (Hrsg.): Die Germanen: Geschichte und Mythos

germKlar, wenn jemand fragt: Wir stammen von der Germanen ab. Und die hatten Stress mit den Römern. Und den Nordmännern. Eigentlich mit allen, weil sie so … naja, so waren, wie sie waren. Nicht so wie wir. Oder?

Norbert F. Pötzl und Johannes Saltzwedel haben in ihrem jüngsten Buch „Die Germanen“ ein Fundus an Geschichte und Mythos geschaffen, die ein wenig Licht ins Dunkle unserer Ahnen bringen soll. Vom Beitrag Cäsars zum “Mythos Germane”, über die Schlacht am Teutoburger Wald bis hin zum Einfluss der Sachsen in Britannien entsteht ein vielschichtiges Bild eines Volkes, das eben nicht nur grobmotorisch Runen in den Fels schlug. Weiterlesen

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Gerard Mortier: Dramaturgie einer Leidenschaft

dramaDie „Dramaturgie einer Leidenschaft“ hat Starintendant Gerard Mortier den Theatermachern und -Freunden als Vermächtnis hinterlassen.
Dieses Buch, das einen Tag nach Mortiers Tod erschien, ist ein Buch über die Oper. – Ein schmales, aber sehr kluges Buch, das alle Theatermacher und vor allem Opernfreunde gelesen haben sollten.
Mortier spannt einen Bogen von den Anfängen der Oper bei Monteverdi bis heute und erinnert an die 1970er-Jahre, in denen es zum Beispiel an der Rheinoper 450 Vorstellungen mit 60 Repertoire-Opern im Jahr gab. Er erinnert sich an die Ruhrtriennale („Ich habe die beste Erinnerung an die drei Jahre“) und die „Soldaten“ von Zimmermann in der Bochumer Jahrhunderthalle. Weiterlesen

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