Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh

witweDie enge Beziehung zwischen den Brüden Vincent und Theo van Gogh kann man in vielen Biografien nachlesen. Camilo Sànchez hat eine Romanbiografie über Theos Ehefrau Johanna van Gogh-Bonger geschrieben, die mit 28 Jahren Witwe wurde. Theo starb ein halbes Jahr nach Vincent.
Drei Tag nach dem Selbstmord des Malers begann Johanna Tagebuch zu schrieben. Die Aufzeichnungen hat Sánchez in den Roman eingearbeitet und zeichnet das Leben der Frau nach, die wusste, dass die große Liebe ihres Mannes sein Bruder ist. Johanna ist „Die Witwe der Brüder van Gogh“, erbt 600 Gemälde, ebenso viele Briefe des Malers und 450 Zeichnungen. Sie organisiert die ersten Ausstellungen und wird eine erfolgreiche Kunstsammlerin. Lesenswert.

Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh.
Unionsverlag, Juli 2014.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich

luftWas hätte Hape Kerkeling für eine spannende Biografie schreiben können: Darüber, wie er das Hannilein und später Horst Schlämmer erfunden hat, wie er zu einem der unterhaltsamsten Komödianten im Fernsehen geworden ist.
Aber zu seinem 50. Geburtstag am 9. Dezember hat er sich ein Abschiedsbuch von seiner Mutter geschenkt. „Der Junge muss an die frische Luft“ reiht (am Anfang etwas sprunghaft) Anekdoten aus seiner Kindheit in Recklinghausen und Herten aneinander – ein großer Teil der 19 Kapitel beschäftigt sich mit Erinnerungen an die depressive Mutter, die sich das Leben nahm, als Hape Kerkeling acht Jahre alt war. Weiterlesen

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Herbert Feuerstein: Die neun Leben des Herrn F.: Autobiographie

herEine Katze hat sieben Leben, Herbert Feuerstein mindestens neun. – Jedenfalls, wenn man der Autobiografie des 77-jährigen Satirikers glaubt. Und im Buch „Die neun Leben des Herbert F.“ lernt man den Österreicher wirklich von vielen anderen Seiten kennen als der des verbalen Punching-Balls von Harald Schmidt.
Unterhaltsam und – wie man es von ihm kennt – leicht zynisch erzählt Feuerstein von seiner Kindheit und dem Musikstudium in Salzburg. Der Vater war Nazi, auch zur Mutter hatte er nie einen guten Draht. Hindemith und Strawinksy hat Feuerstein noch als Dirigent erlebt, mit Carl Orff hat er „Carmina burana“ auf dem Tisch getrommelt. Weiterlesen

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Jörg Magenau: Schmidt – Lenz: Geschichte einer Freundschaft

jahrLänger als ein halbes Jahrhundert waren Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (Jahrgang 1918) und Schriftsteller Siegfried Lenz (Jahrgang 1926) eng befreundet. Auch für den Politiker war der Tod des Freundes ein großer Schock. Germanist und Journalist Jörg Magenau hat die Geschichte einer Freundschaft im Buch „Schmidt – Lenz“ mit Briefen, Ausschnitten aus Interviews und Gesprächen im hochinteressanten Buch „Schmidt – Lenz“ dokumentiert.
Gedanken an den Tod
„Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, in dem der Philosoph verborgen bleibt“, hat Schmidt den vielen Lenz-Fans aus der Seele geschrieben. Seine Ehefrau Loki, die 2010 starb, hat ihre Briefe an Lenz stets mit Zeichnungen von Lieblingspflanzen dekoriert. Mit ihr sprach Lenz gerne über die Natur. Weiterlesen

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Charlotte Link: Sechs Jahre: Der Abschied von meiner Schwester

jahrSechs Jahre hat Bestseller-Autorin Charlotte Link Abschied von ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Franziska genommen. Einen Tag nach ihrem 41. Geburtstag bekam diese die Diagnose Darmkrebs. Am 7. Februar 2012, sechs Jahre später, starb sie. Bereits 1988 war Franziska an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und schien geheilt.
Alltag in Kliniken
Es ist ein sehr persönliches Buch, spannend wie die Krimis von Charlotte Link. Man liest es, ohne es aus der Hand zu legen, obwohl man weiß, wie es endet: mit dem Tod. Weiterlesen

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Martin Walser: Schreiben und Leben: Tagebücher 1979-1981

walserDrei Bände mit Tagebücher hat Martin Walser schon veröffentlicht. „Leben und Schreiben“ hießen diese Bücher. Nun ist Band vier erschienen, die Tagebücher von 1979 bis 1981. Und die heißen „Schreiben und Leben“. Welt der damals 52-Jährige 1979 festgestellt hat, dass erst Schreiben dem Leben einen Sinn gibt.
Kapitel aus einem großen, faszinierenden Lebensroman, den Martin Walser noch nicht zu Ende geschrieben hat, sind diese Bücher, in denen Walser manchmal nur mit wenigen Sätzen, meist aber in langen Erzählungen, die Tage Revue passieren lässt. Weiterlesen

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Ferdinand von Schirach: Die Würde ist antastbar

ferdAlle 13 in diesem Band zusammengefassten Essays hat Ferdinand von Schirach in den Jahren zwischen 2010 bis 2013 für das Magazin Spiegel verfasst. Sein fachmännischer Blick hinter die Kulissen und seine daraus resultierenden juristisch ausgeprägten Ausführungen verdeutlichen die Schwierigkeiten der Rechtssprechung unter Wahrung demokratischer Grundrechte:

Kann man menschliche Existenz in einer Wertigkeit messen? – Wessen Leben ist mehr wert: Das eines Opfers oder das eines Verbrechers?
Sollte man Kinderschändern die Chance zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft ermöglichen? Weiterlesen

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Niels Birbaumer: Dein Gehirn weiß mehr als Du denkst

birnNiels Birbaumer, Hirnforscher aus Tübingen, stellt die neusten Erkenntnisse seiner Hirnforschung vor. Und das macht er auf ausgesprochen verständliche Art und Weise. In mehreren Kapiteln beschreibt er die Wandlungsfähigkeit des Gehirns, das seiner Ansicht nach noch in jedem Alter verändert werden kann. Diese Erkenntnis an sich ist nicht ganz neu, ist sie doch bekannt als der evolutionstechnische Vorteil des Menschen – er kann sich an jede Umgebung anpassen durch die Anpassungsfähigkeit seines Gehirns. Aber Birbaumer untermalt das mit spannenden Beispielen aus seiner Praxis. Weiterlesen

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Tobias Gold & Martina Bäumler: Der pflegeleichte Garten

gartenLiegestuhl aufklappen, zurücklehnen und den Garten genießen. Das ist das, wovon die meisten Gartenbesitzer träumen. Aber die Realität sieht anders aus: Da wird gejätet, gegraben, geschnitten und geharkt – zum Entspannen bleibt wenig Zeit.
Tobias Gold und Martina Bäumler zeigen in ihrem Buch „Der pflegeleichte Garten“, wie man das Stück Grün hinterm Haus zu einer Oase machen kann, die nicht viel Arbeit macht. Sie stellen Pflanzpläne vor, geben Tipps für Teich- und Terrassengestaltung und beschreiben Stauden, Obst- und Gemüsepflanzen, Büsche und Sträucher, die wenig Arbeit machen.
Nun ist das Buch kein Allheilmittel; wenn man all das macht, was die Autoren beschreiben, ist immer noch viel zu tun. Wichtigstes Credo der Gartenexperten ist: Mal entspannen und Unkraut auch mal wachsen lassen.

Tobias Gold & Martina Bäumler: Der pflegeleichte Garten.
BLV Buchverlag, Juni 2014.
160 Seiten, Gebundene Ausgabe, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Paul Auster & J. M Coetzee: Von hier nach da: Briefe

paulNachdem die Schriftsteller Paul Auster und J. M. Coetzee sich 2008 bei einem australischen Literaturfestival kennengelernt hatten, regt Coetzee einen Briefwechsel an, auf den Auster nur zu gern eingeht. Der Gedankenaustausch erstreckt sich über drei Jahre von 2008 bis 2011 hinweg und zeigt ein vielfältiges Themenspektrum auf, das sich nicht nur mit interessanten und brisanten Inhalten befasst, sondern einen transparenten Zugang zu beiden Autorenpersönlichkeiten schafft.

Ein großes Thema von Auster und Coetzee behandelt Sport in seinen unterschiedlichsten Formen. Natürlich machen sich die beiden auch viele politische Gedanken – unter anderem über den Nahostkonflikt, über Südafrika und die Apartheit, über den Wahlausgang in den USA – als nicht Al Gore, sondern Bush an die Macht kam, und und… Weiterlesen

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