Laird Hunt: Die Vögel sangen ihre letzten Lieder

Von einer sehr schlimmen Zeit erzählt dieser Roman, von furchtbaren Zuständen in Amerika, die sich aber leider bis heute nur ansatzweise geändert haben. Der Roman spielt im heißen Sommer 1930 im Bundesstaat Indiana. Und es geht um den Umgang zwischen Weißen und Schwarzen. Zwei Frauen spielen die Hauptrollen in dieser Geschichte. Beide begeben sich auf den Weg zu einem Ereignis in der Kleinstadt Marvel. Dort sollen, so die Nachricht, die sich im weiten Umkreis verbreitet, drei jugendliche Schwarze gelyncht werden. Und alle wollen das sehen, von allen Seiten strömen die Menschen zu diesem Ort, um Zeugen zu werden dieses Schauspiels.

Darunter ist auch Ottie, die Frau von Dale und Angestellte des schmierigen Bud, eines Versicherungsmaklers. Zusammen begeben sich diese Drei auf die Fahrt nach Marvel, auf der sie immer wieder Halt machen. Mal um zu trinken, mal um weitere Menschen mitzunehmen, die ebenfalls nach Marvel wollen. Dabei ist nicht nur das Wetter an diesem Hochsommertag schwül, sondern auch die Stimmung in Wagen, vor allem dank der provozierenden Bemerkungen und Aktionen Buds, insbesondere gegenüber Ottie. Weiterlesen

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Jim Butcher: Wolfsjagd

Eigentlich, so hatte Harry Dresden seines Zeichens Privatdetektiv und Magier aus Chicago gedacht, eigentlich konnte es kaum schlimmer kommen, als bei seinem letzten Auftrag für die Sonderkommission der Polizei.

Doch dann geschehen bei Vollmond bestialischen Morde. Menschen werden förmlich geschlachtet, das Revier der Sonderkommission selbst angegriffen – und Harry als Mitwisser und Tatverdächtiger festgenommen.

Nun, das wäre ja noch zu verkraften, aber dass der lokale Gangsterboss ihn zu kaufen versucht, dass ein Multimilliardär ihn in seinen Dienst nehmen will, eine betörend schöne, nackte Frau ihm nachstellt, und dass er all diese verlockenden Angebote abschlägig bescheiden muss, obwohl er keinen Cent in der Tasche hat, das schlägt dem Fass nun wirklich den Boden aus.

Im Vergleich dazu ist die Existenz von Werwölfen, Lykantropen und Loup-garous selbst, die allesamt zur Jagd auf unseren Magier blasen, eher ein minderes Ärgernis. Als sich dann auch noch das FBI an der Hatz auf Harry beteiligt, wird es wirklich haarig – im wahrsten Sinne des Wortes … Weiterlesen

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Jim Butcher: Sturmnacht

Ich bin kein Mörder, obwohl ich bereits einmal einen Magier mit meinen Kräften getötet habe. Ich bin Harry Blackstone Copperfield Dresden. Ich bin ein Magier. Sie finden mich in den Gelben Seiten unter M wie Magier, und ich habe ein Problem, ein großes! Nicht nur, dass meine Miete mal wieder zwei Monate überfällig ist, sodass ich gezwungen bin, einen simplen Detektiv-Job, die Suche nach einem verschwundenen Ehemann zu übernehmen. Nein, auch die Sonderkommission der Chicagoer Polizei sucht meinen Rat.

Ein Paar wurde beim Liebesspiel getötet. Eifersucht vermuten sie? Nun, möglich, doch die Tat riecht nach Magie, dunkler Magie, denn, ihre Herzen wurden von innen aus ihrem Brustkorb gerissen. Kombinieren Sie das damit, dass der Mann einer der engsten Vertrauten des örtlichen Paten war, die Frau eine stadtbekannte Luxusnutte in Diensten der örtlichen Vampirchefin und sie ahnen, was auf mich zukommt – genau Ärger, großgeschrieben!

Dass der Weiße Rat der Magier mir einen Bewährungshelfer auf die Fersen gesetzt hat, der nichts lieber täte, als mich zu richten, hilft auch nicht eben, und als die Kacke dann richtig anfängt zu dampfen, und alle Beteiligten mich am liebsten einen Meter unter der Grasnarbe sehen würden, geht es erst richtig … Weiterlesen

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Richard Kadrey: Sandman Slim 02: Höllenjäger

James Stark war, nein, ist eine Legende in der Hölle. Unter dem Namen Sandman Slim hat er sich in der Arena im Kampf gegen jede Menge Höllengezücht einen Namen als Killer gemacht. Jetzt ist er zurück in Los Angeles – der Stadt der Engel.

Doch auch ein aus der Hölle zurückgekehrter Nephilim muss leben – zumal die Videothek, die er mit einem weiteren Höllenabkömmling, dem sein Körper abhanden gekommen ist, gemeinsam betreibt, nicht eben Reichtümer abwirft. Da kommt es geschickt, dass ein Engel Station in L.A. macht. Luzifer persönlich, der gefallene Engel Nummer Eins ist zu Gast in der Filmstadt. Hier will der Höllenfürst offiziell bei der Verfilmung seines Lebens nach dem Rechten schauen, inoffiziell wird es ihm in der Hölle ein wenig zu heiß. Seine Kollegen rüsten zur Rebellion, da ist ein Ausflug in irdische Gefilde angesagt. Um nicht ganz schutzlos zu sein, engagiert er Sandman Slim als Leibwächter.

Als dieser dann eine tschechische Pornodarstellerin, die zum Zeitvertreib Jagd auf Zombies macht, kennenlernt, gehen sie alle interessanten Zeiten entgegen – macht sich doch eine Horde Untoter auf, an Sandman Slim herumzuknabbern – etwas, das die letzten Hemmungen bei ihm zerbröselt und ihn auf eine Vendetta der besonders grausigen Art entsendet … Weiterlesen

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Jennifer Estep: Die Saphirkrone: Gargoyle Queen 1

Gemma ist eine verwöhnte, oberflächliche Prinzessin: Sie liebt Glitzer, Kleider und Bälle und hat als behütete Thronerbin keine weiteren Sorgen, als wie sie sich die Haare frisieren soll. Zumindest ist das die Fassade, die sie aufrechterhält. In Wahrheit ist sie nicht nur eine der mächtigsten Mentalmagierinnen der Welt, sie ist außerdem eine Spionin und ihre Aufträge sind sehr viel gefährlicher, als es ihrer Familie lieb ist.

Vor allem ihre aktuelle Mission artet ungewollt aus: Eigentlich sollte sie, verkleidet als Minenarbeiterin, herausfinden, wer Andvaris königliches Bergwerk ausraubt, bis sie auf Leonidas trifft: gutaussehender Prinz aus dem Nachbarland Morta, ebenfalls ein starker Mentalmagier – und ihr größter Feind. Als sie ihn trotz allem vor dem Tod durch seine eigenen Leute rettet, tritt sie eine ungewollte Ereigniskette los, die darin ausartet, dass sie in Mortas Hauptstadt landet, ausgerechnet im Schloss der königlichen Familie – einer Familie, die alles dafür tun würde, sie tot zu sehen. Dass sie aus einem Wunder heraus niemand zu erkennen scheint, ist eine zu große Chance, die sich Gemma nicht entgehen lassen kann. Sie beschließt also, im Schloss zu bleiben und Mortas Königsfamilie auszuspionieren. Weiterlesen

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Christian von Aster: Bromley: (K)ein Agentenroman

Wir begegnen Bromley das erste Mal im Marodia Hotel in Kirgisien, einer Nobelabsteige, in der vornehmlich Agenten aus aller Welt logieren und die sich auf die ganz besonderen Ansprüche der Gäste eingestellt hat.

Er weiß, dass er ihn eine Falle erwartet – die laszive Frau im engen Kleid ihm gegenüber macht ihm ein fast unwiderstehliches Angebot – sie zahlt gut, als Dreingabe würde auch noch eine unvergessliche Nacht herausspringen – allein, es kommt anders. Die Lounge wird überfallen, so mancher feindliche Agent stößt seinen letzten Atemzug aus. Das Besondere – natürlich gilt der Anschlag Bromley – sind die Täter. Eine Revolverheldin, ein Pirat und ein Barbar direkt aus einem Sandalenfilm begleiten und unterstützten durch Schlagtots mit Hauern im Gesicht. Hoppala, was ist das denn?

Des Rätsels Lösung – Ein Anschlag von Figuren aus billigen, schlecht geschriebenen Romanen, die sich des Protagonisten und des Autors bemächtigen wollen. Etwas, was so gar nicht nach Bromleys Gusto ist … Weiterlesen

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Olivie Blake: The Atlas Six: Wissen ist tödlich

Geheimnisse, Verrat, Verführung – ein Dark-Academia-Roman über eine Geheimgesellschaft und jeder Menge Magie? Die Bibliothek von Alexandria ist niemals untergegangen. Denn sie bewahrt noch immer im Verborgenen und damit seit Jahrtausenden die dunkelsten Geheimnisse der Menschheit …

Gehypt, gehypt, gehypt. Doch es wird dem Hype leider nicht gerecht. Ich habe auf eine treibende Handlung gehofft, doch der Charakter- und damit Perspektivwechsel ist so flott, dass ich das Gefühl hatte, die Protagonisten würden sich nicht weiterentwickeln. Bedauerlicherweise sind weder die Figuren noch die Story an sich so umwerfend, wie es sich die Autorin und das Marketing-Team wünschen. Das hat mich wirklich nicht überzeugen können. Insbesondere hat mir insgesamt die Tiefe gefehlt und ich habe gehofft, dass mich die Story emotional noch mehr hätte erreichen können. Weiterlesen

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Royce Buckingham: Im Zweifel für das Monster

Daniel Becker ist Anwalt in Seattle. Erfolgreich – gerade bereitet er sich auf einen großen Fall vor, der im die Partnerschaft in der Kanzlei einbringen soll. Er ist geschieden und hat eine Teenagertochter, für die er alles tun würde. Daniel steht also mehr oder weniger fest im Leben, aber er hat auch eine Vergangenheit. Einst war er ein kleiner Junge, der sich wie die meisten kleinen Jungen vor dem Monster unter seinem Bett fürchtete.

Genau dieses Monster besucht ihn eines Nachts auf seinem Hausboot. Aber es will ihn nicht erschrecken, es will seine Hilfe. Als Anwalt. Denn das Monster ist des Mordes an einem kleinen Mädchen verdächtig. Das an sich wäre in der Monsterwelt noch nicht unbedingt ein Verbrechen, aber die Umstände des Todes könnten dazu führen, dass die Menschenwelt Kenntnis von der Monsterwelt erhält. Und das ist unverzeihlich. Das Monster benötigt einen Anwalt.

Hauptsächlich um das Monster loszuwerden, lässt sich Daniel auf eine einmalige Verteidigung vor Gericht ein. Das bringt ihm drei Dinge ein: er vernachlässigt seine eigentlich Fall in der Kanzlei, er muss den wahren Mörder finden und weitere Monster möchten seine Hilfe. Weiterlesen

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Stephen King: Fairy Tale

Charlie verliert seine Mutter sehr früh. Sein Vater ergibt sich dem Suff und Charlie schließt einen Pakt mit Gott: Wenn sein Vater aufhört zu saufen, wird er gute Taten tun. Eine Gelegenheit ergibt sich, als er 17 ist, ein unbeliebter Nachbar hat sich das Bein gebrochen und hätte seine uralte Hündin nicht bebellt, hätte Charlie ihn niemals gefunden. Charlie erfüllt seinen Pakt mit Gott und lernt den alten Mann und vor allem die Hündin Radar schätzen. Als der alte Mann stirbt, ist auch Radar nicht weit davon entfernt, aber es gibt da eine Geschichte und eine Scheune, die Charlie hinterlassen wurden. Und hier fängt das Märchen an. Charlie gelangt auf der Suche nach der geheimnisvollen Sonnenuhr, die verjüngen kann, in die Anderwelt. Es handel sich um ein märchenhaftes Königreich, aber hey, wir lesen King, natürlich liegt darauf gerade ein Fluch. Das Interessante an Charlies Heldenreise hier ist, dass es zwar eine wie aus dem Lehrbuch ist (Held, Ziel, Widerstand, Wachsen), dass er dabei aber ein Held völlig wider Willen ist. Charlies Ziel war es nie, das Königreich vom Fluch zu befreien, das war es noch nicht mal in der Mitte, als er schon einige Bewohner kennen gelernt hatte. Weiterlesen

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Cornelia Funke & Mehrdad Zaeri: Ein Engel in der Nacht

Jede Nacht kommen die Engel auf die Erde, um Glück und Licht in die Herzen der Menschen zu sähen und die Albträume zu verjagen, unter ihnen auch der kleine Engel Rahmiel. Rahmiel ist verantwortlich für Liebe und Mitgefühl – was ihn umso betroffener macht, als er auf Luna trifft. Luna ist ein junges Mädchen, das mitten in der Nacht weinend am Wasser sitzt und überlegt, sich zu ertränken, um dem Schmerz ihres gebrochenen Herzens zu entkommen. Rahmiel tut, was er kann, aber seine Kräfte versagen gegen die tiefe Trostlosigkeit, die in Lunas Inneren herrscht. Mit ein wenig Zauberei holt er sich Hilfe: Die Hexe, der Rabenmann und schließlich der Süde, der Osten, der Westen und der Norden heilen Lunas Herz und geben ihr Hoffnung auf einen neuen Morgen.

„Ein poetisches Märchen“ beschreibt diesen Text besser, als meine Worte es können. Cornelia Funke wählt ihre Worte so bedacht, dass der Prosatext sich anfühlt wie ein lyrisches Gedicht. Ich war tief berührt davon und muss ehrlich sagen, dass das gegenwärtig nur noch die wenigsten Texte vermögen. Weiterlesen

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