Katrin Tempel: Die Zeitungsdynastie: Goldene Jahre

Ein historischer Roman, der uns zunächst ins Berlin der Goldenen Jahre, den 1920ern, entführt.

Theo Manthey, Inhaber des gleichnamigen Zeitungsverlages, möchte sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Geschäftsleben zurückziehen und die Leitung des Verlages seinen Söhnen Fritjof und Alexander übertragen. Fritjof ist bereits in die Geschäfte eingebunden, Alexander interessiert sich mehr für schöne Frauen und das Berliner Nachtleben. Tochter Vicky ist außen vor, für sie ist eine standesgemäße Ehe vorgesehen und eine eigene Familie. Zunächst aber möchte auch Vicky das Nachtleben genießen, immerhin hat sie grade ihre Zeit im vornehmen Internat hinter sich gebracht. In ihrem Bruder Alexander hat sie den idealen Begleiter. Das Leben könnte so schön sein, wenn nicht ein tragischer Unfall, bzw. Mord, ihr Leben fortan überschatten würde. Alle drei Geschwister sind darin verwickelt und müssen in Zukunft damit leben, dass sie die Tat vertuscht haben. Ihr Verhältnis untereinander ist nicht mehr unbeschwert. Weiterlesen →

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JP O’Conell: Sommer im Hotel Portofino

Auch im zweiten Teil seiner Bandreihe rund um ein mondänes Hotel an der ligurischen Küste im Italien der 1920er Jahre mixt der britische Autor JP O’Connell einen literarischen Sommercocktail mit den richtigen Zutaten: verbotene Liebschaften aller Art, Fortschritt versus Faschismus, Bilderbuchlandschaften gepaart mit nostalgischem Chic. Plus Frauen, die sich emanzipieren und Männern, denen das zumeist gar nicht passt.

Das Jahrzehnt der 1920er Jahre ist wie geschaffen für spannende Storys voller Sprengstoffpotenzial, da sich die Welt zu dieser Zeit in verschiedene Richtungen entwickelt. Das Beispiel Italien zeigt dies besonders deutlich. Hier machen einerseits mondäne, weltoffene Menschen Urlaub, während sich im Hintergrund seit der Machtübernahme Mussolinis im Jahr 1922 bereits die ersten Schrecken des Faschismus zusammenbrauen. Frauen zelebrieren ihre neue Freiheit rund um Frauenwahlrecht und bejubeln Josephine Baker im Bananenröckchen, während die „Braunhemden“ ihnen nach und nach ihre Besitzansprüche entziehen wollen und sie lieber als Heimchen am Herd sehen. So ist der zweite Teil der „Downton Abbey“-ähnlichen Buchreihe noch spannender und tragischer. Für so manche/n Protagonist/in wartet kein Happy End hinter dem Sonnenuntergang! Weiterlesen →

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Ursula Parrott: Ex-Wife (1929)

Eine köstliche Zeitkapsel? »Sex and the City« meets »The Great Gatsby«?

Als dieser Roman vor 100 Jahren, 1929, anonym erschien, wurde er sofort zum Bestseller – eine skandalöse Scheidungsgeschichte aus der Zeit des Jazz.

Doch wo steckt der Glamour und die wilden Partys à la »The Great Gatsby«? Wo der freche, moderne Geist von »Sex and the City«?

Du bekommst eine spritzige, schnelle Lektüre über Patricia, 24 und frisch verlassen, die das wilde Manhattan der Roaring Twenties unsicher macht. Zwischen Barbesuchen, Partys, Musicals, zu viel Alkohol, Zigaretten, Flirts und unpassenden Affären reflektiert sie über die Vergangenheit mit ihrem Ex-Mann, einem egozentrischen Arsch, und kämpft voller Selbstzweifel und nostalgischer Sehnsüchte mit dem Wunsch, wieder mit ihm zusammenzukommen. Weiterlesen →

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Miriam Georg: Im Nordwind

Der Hamburger Dom ist diesmal einer der Schauplätze des Romans. Miriam Georg erzählt uns – in den Rückblicken auf die Kindheit der Protagonistin Alice – einiges vom Leben der Schausteller, die ständig unterwegs waren, nirgends wirklich zu Hause und meistens in großer Armut lebten. Das ist das Leben von Alice‘ Eltern. Als Kind genoss Alice es, mit ihrem Bruder über den Jahrmarkt zu ziehen, die Attraktionen zu sehen und zu erleben, aber es ist keine Heimat. Alice soll es besser haben, die Eltern brauchen das Geld und geben Alice weg. Von da an lebt sie als Christina im sogenannten Pastorenhaus in der Nordmarsch, wo sie einerseits wie eine Magd behandelt, andererseits aber als die Nichte des Pastors ausgegeben wird. Ihre Aufgabe besteht vor allem in der Pflege der todkranken Ehefrau des Pastors, Zuneigung oder gar Liebe erfährt sie hier nicht. Alice ist noch ein Kind, unbedarft und den Menschen im Haus ausgeliefert. Es kommt wie es kommen muss, Alice wird schwanger, muss das Haus verlassen. Auch das Kind darf sie später nicht behalten. Weiterlesen →

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Charlotte Roth: Die Stauffenbergs: Eine große Liebe in Zeiten des Krieges

Es ist ein bisschen, wie wenn man in einem Buch die letzte Seite zuerst liest.

Man kennt den Ausgang der Geschichte ja und weiß, es ist kein Happy End! Insofern ist dieser biografische Roman von Anfang an bedrückend. Das missglückte Attentat auf Hitler, am 20. Juli 1944, jährt sich zum 80. Mal, das Erscheinungsdatum des Buches ist also sicher nicht zufällig gewählt. Vielleicht sollte man im Geschichtsunterricht durchaus auch mal solche Bücher einsetzen, statt nur trockener Daten, Fakten und Namen, die sich die Wenigsten merken können oder wollen. Das ein oder andere „Geschichtsbuch“ dieser Art würde vielleicht einiges zum besseren Verständnis beitragen. Auch wenn die Autorin betont, dass die Handlungen ihres Romans fiktiv sind, dass der Roman vor allem eine Liebesgeschichte sei, orientiert sie sich doch eng an den historischen Personen und Ereignissen. Sie hatte nicht den Anspruch, eine Biographie zu schreiben, wohl aber den Wunsch, durch Erfundenes Wahres sichtbarer zu machen. Ich finde, dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Charlotte Roth erzählt uns eine wunderschöne und tieftraurige Liebesgeschichte. Die Geschichte von Nina, Tochter des fränkischen Generalkonsuls und einer baltischen Freifrau. Ihre Familie lebt in Bamberg.

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Melanie Metzenthin: Unsere kurze Ewigkeit: Margarethe und Fritz Krupp

Sie hatte kein einfaches Leben. Geboren als Margarethe, Freiin von Ende, viertes von zehn Kindern des preußischen Oberpräsidenten August Freiherr von Ende. Margarethe war die älteste Tochter. Sie wurde schon früh mit hausfraulichen Arbeiten betraut, besuchte lediglich für zwei Jahre eine höhere Töchterschule. Sie setzte sich gegen die strenge Mutter, zu der sie erst spät ein recht gutes Verhältnis entwickelte, durch, mit dem Wunsch, ein Lehrerinnenseminar zu besuchen und als Gouvernante zu arbeiten. Zunächst in England, danach am Hof von Sachsen-Anhalt, wo sie die Bekanntschaft der Prinzessin Maria-Anna machte, die später zu einer engen Freundin und Vertrauten wurde. Fritz Krupp lernte sie als junges Mädchen bei einem Besuch des Vaters in Essen, in der Villa Hügel kennen. Mit seiner Mutter verband sie von Anfang an eine freundschaftliche Beziehung. Fritz und Margarethe waren sich ebenfalls freundschaftlich verbunden. Sein Heiratsantrag, den er ihr in England machte, kam durchaus überraschend.

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Rebekka Eder: Hyazinthenschwestern

Alba Sonntag lebt mit ihren vier Schwestern, mit denen sie allerdings zerstritten ist, auf Gut Boxhagen, nicht weit von Berlin. Jede für sich mit eigenem Anwesen, inmitten riesiger Hyazinthenfelder. Die Familie lebt vom Verkauf der bunten Blumen, aber lediglich Alba lebt für die Anzucht und Veredelung der Blumen, das Gärtnern. Sie drückt sich gerne in der Sprache der Blumen aus, jede Blume und Pflanze hat eine ganz eigene Bedeutung, aber auch jede Farbe einer Blume kann etwas Besonderes ausdrücken. So sagen weiße Hyazinthen etwa: „Ich lieb allein die Gleichgesinnten“, die blauen: „Du bleibst mir ewig eine schmerzliche Erinnerung“, Eisenkraut meint: „Verzeih mir“, die Nelke bedeutet Liebe und Mut. Und so weiter und so fort.

Alba kennt alle Bedeutungen und nutzt sie intensiv zur Kommunikation – nicht nur mit ihren Schwestern. Die Bedeutung der Blumen spielt eine zentrale Rolle in diesem historischen Roman, der uns mitnimmt in eine schwierige, zerstrittene Familie mit einigen dunklen Geheimnissen, über die wir im Laufe der Erzählung dann mehr erfahren. Alba leidet ganz offensichtlich unter diesen

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Thomas Ziebula: Evas Rache

Evas Rache ist der vierte und leider auch der letzte Fall des Kriminalhauptkommissars Paul Stainer. Vor ein paar Jahren bekam der Kriegsheimkehrer bei der Leipziger Polizei, der Wächterburg, seine Chance, im Alltag Fuß zu fassen. Er ist einer von den vielen Soldaten, die von den Geschehnissen des Ersten Weltkriegs traumatisiert sind. Und jeder von ihnen muss seinen Platz in einer Gesellschaft finden, die unter der Wirtschaftskrise leidet. Die Inflation zerstört die Reichsmark und ist verantwortlich für die explodierenden Preise.

Recht schnell wird der Außenseiter Paul Stainer befördert, und neue Freundschaften geben ihm besonders nach der Ermordung seiner Frau Halt.

Ohne Widerstand verändern die Nationalsozialisten die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die auch vor der Wächterburg keinen Halt machen. Kriminelle haben auch 1922 ein leichtes Spiel. In diesem Jahr werden im Raum Leipzig junge Blondinen ermordet, ohne dass Paul Stainer und seine Kollegen eine konkrete Spur zum brutalen Serienmörder finden.

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Anne Stern: Das Opernhaus: Rot das Feuer

Elise Jacobi, geborene Spielmann, hat sich in Dresden mittlerweile einen Namen als begnadete Violinistin gemacht. Ihr Wunsch nach Anerkennung ihres Könnens wurde also erfüllt. Nicht zuletzt hat sie das den Kontakten ihres wesentlich älteren Ehemannes, des Komponisten und Journalisten Adam Jacobi zu verdanken. Dessen ist sich Elise durchaus bewusst, was sie aber nicht daran hindert, auch immer mal wieder, im Rahmen einer Soirée oder eines Empfanges, im Gespräch, mit ihrer Meinung zur Kunst nicht hinter dem Berg zu halten. Sehr zum Missfallen ihres Ehemannes, der streng auf Etikette und Konventionen achtet und der Meinung ist, Frauen haben keine Meinung zu haben.

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Alexander Schwarz: Bertha Benz und die Straße der Träume

Wer den Namen „Bertha Benz“ hört, denkt sicher gleich an die erste Autofahrt der Welt. 1888 war es die Ehefrau des Erfinders und Ingenieurs Carl Benz, die dem ersten selbstfahrenden Wagen zum Durchbruch verhalf. Bertha hatte es einfach satt, dass ihr Mann über Jahre und Jahrzehnte an einem Projekt tüftelte und feilte, Zeit und damit auch wertvolles Geld investierte, ohne dass es je zu einem Ende kam. Carl war voller Ideen und machte viele Erfindungen, aber mit Geld konnte er nicht umgehen und an Unternehmergeist fehlte es ihm.

Ohne Bertha wäre seine Firma mehr als einmal pleite gegangen. Das Leben an Carls Seite ist für Bertha nicht leicht. Wäre ihre Liebe nicht so stark, wäre sie sicher verzweifelt. Bertha glaubt an den Erfolg ihres Mannes. Immer wieder steht sie ihm zur Seite, steht harte und entbehrungsreiche Zeiten mit ihm durch, bis hin zur Pfändung all seiner Maschinen und Werkzeuge durch den Gerichtsvollzieher. Carl steht wieder einmal vor dem Nichts, kann nur noch kleine Aufträge annehmen und muss alles von Hand machen. Bertha ermutigt ihn, weiterzumachen. Von nun an kümmert sich Bertha um alles Finanzielle. Mit zwei Geschäftsleuten, die an Carls gute Arbeit glauben und in seine Firma investieren, geht es wieder aufwärts. Allerdings sehen die beiden es nicht gerne, dass Carl viel Zeit auch weiterhin an die Entwicklung seiner selbstfahrenden Maschine verschwendet.

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