Auch in ihrem dritten gemeinsamen Fall beweisen Juha und Lux, das ungleiche, aber sympathische Ermittler-Duo vom LKA Hamburg, dass sie nicht nur mit Verstand an ihre Fälle gehen, sondern auch mit Empathie.
Für diesen etwas speziellen Fall sind sie eigentlich gar nicht zuständig, sondern eher die Kollegen in Itzehoe, aber dort herrscht ebenso Personalmangel wie in Hamburg. Juha hat gerade noch ziemlich mit dem Jetlag zu kämpfen, als er gebeten wird, zu einer ehemaligen Autobahnraststätte etwas außerhalb von Hamburg zu fahren, weil dort eine männliche Leiche gefunden worden sei. Das Opfer wurde erschossen, alles deutet auf einen Raubmord hin. Lux ist zwar eigentlich auch noch im Urlaub, beendet den dann aber vorzeitig, um Juha zu unterstützen. Außerdem kommt eine Kollegin aus Itzehoe dazu, nachdem der Tote als jemand identifiziert wird, der auf einem Dorf gelebt haben soll. Es soll sich um Sören Petersen handeln, den Lebenspartner der Frau, die ihn identifiziert hat.
Er war Fernfahrer bei einer Spedition, meistens mehrere Tage unterwegs, und lebte eher in bescheidenen Verhältnissen, zusammen mit Jessica und ihrem Hund. Doch dann wird das Opfer ein weiteres Mal identifiziert. Diesmal von seiner Ehefrau. Rune Frahm ist Ingenieur, spezialisiert auf Windkraftanlagen, immer wieder für mehrere Tage auf Montage, wohlhabend und Vater eines Sohnes im Teenager-Alter. Ein Toter, zwei Identitäten. Das hatten Juha und Lux auch noch nicht. Wie kann man das über Jahre durchhalten, zwei völlig verschiedene Leben zu führen? Was veranlasst jemanden dazu, und wo ist die Gemeinsamkeit, die beide Leben ja in der Vergangenheit irgendwo haben müssen? Juha, Lux und Stine stehen vor nicht nur einem Rätsel. Sie versuchen, möglichst viel über die Vergangenheit des Mannes mit den zwei Identitäten herauszufinden. Rune Frahm hatte den Kontakt zu seiner Familie völlig abgebrochen, die Eltern leben inzwischen auch nicht mehr in Hamburg und sind nicht mal daran interessiert, vom Tod ihres Sohnes zu erfahren, lediglich die Schwester ist bereit, mit den Ermittlern zu reden. Nach diesem Gespräch sieht alles wieder ganz anders aus. Runes Schwester hat sehr glaubhaft versichert, dass es sich bei dem Toten nicht um ihren Bruder handeln kann. Ihrem Bruder fehlt seit Jahren eine Hand, dem Opfer nicht. Damit stehen Juha, Lux und Stine wieder ziemlich am Anfang. Wer ist das Opfer wirklich und was hat er mit Rune Frahm zu tun?
Es bleibt nicht bei dieser einen Wendung, im Verlauf gibt es mehrere überraschende und durchaus interessante Wendungen, die einen auch als Leser immer wieder fragen lassen: Wie war’s denn jetzt wirklich? Spannend geschrieben, wendungs- und überraschungsreich, sympathische Ermittler, die auch diesmal wieder vor eine Reihe von Problemen gleichzeitig gestellt werden, nicht nur beruflich., im Verlauf gibt es mehrere überraschende und durchaus interessante Wendungen, die einen auch als Leser immer wieder fragen lassen, wie war’s denn jetzt wirklich? Spannend geschrieben, wendungs- und überraschungsreich, sympathische Ermittler, die auch diesmal wieder vor eine Reihe von Problemen gleichzeitig gestellt werden, nicht nur beruflich.
Kuhl + Sandrock: Ein Leben zu viel: Juha und Lux vom LKA Hamburg ermitteln
Rowohlt, August 2026
416 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.
