Mit „Puppenherz“ hat Bestsellerautor Max Bentow einen absoluten Ausnahme-Thriller geschaffen, den man – einmal angefangen – schlichtweg nicht mehr aus der Hand legen kann. Es ist der dritte Band seiner packenden Reihe um das Berliner Ermittlerteam. Da die einzelnen Fälle jedoch komplett in sich abgeschlossen sind, lässt sich dieses Buch auch ohne jegliche Vorkenntnisse wunderbar lesen.
Der Einstieg in die Geschichte raubt dem Leser sofort den Atem: Eine Frau wird auf bestialische Weise ermordet und von ihrem Peiniger mit einem Hackbeil regelrecht zerstückelt. Am Tatort stoßen die Ermittler Nils Trojan und Carlotta Weiss auf eine makabre und zutiefst verstörende Entdeckung: Eine kleine, weiße Puppe, die komplett aus menschlichen Knochen gefertigt wurde. Ist dies eine grausame Botschaft des Mörders oder ein kryptischer Hinweis?
Die Rechtsmedizin liefert kurz darauf die nächste Schockwelle: Die Knochen der Puppe stammen von einer Frau, die vor genau zehn Jahren auf exakt dieselbe, grausame Art und Weise getötet wurde. Damals blieb das Verbrechen ungelöst. Für das Ermittlerteam beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um herauszufinden, ob derselbe Serienmörder nach einem Jahrzehnt wieder aktiv geworden ist und was die beiden Opfer miteinander verband.
Angesichts der enormen Brutalität und der morbiden Symbolik der Knochenpuppe stellt sich beim Lesen unweigerlich die Frage: Ist das eigentlich noch ein klassischer Psychothriller oder wandelt Max Bentow hier schon tief auf den Pfaden des Horrors? Die extrem bildhaften, düsteren Beschreibungen und das permanente Gefühl, dass hinter der nächsten dunklen Ecke bereits das nächste unvorstellbare Grauen lauert, verleihen dem Buch eine tief schauderhafte Horror-Atmosphäre, während das psychologische Verwirrspiel den Thriller-Kern perfekt wahrt.
Die Spannungskurve schießt bereits auf den ersten Seiten steil nach oben und verharrt bis zum großen Finale ohne jegliche Atempause auf diesem extremen Niveau. Die Geschichte beginnt bereits rasant, gewinnt im Verlauf aber noch zusätzlich an Tempo. Max Bentow versteht sein Handwerk meisterhaft: Er führt seine Leser immer wieder gekonnt an der Nase herum. Man tappt bis zum Schluss völlig im Dunkeln, wer hinter den grausamen Taten steckt. Das genial harmonierende Ermittlerteam aus Trojan und Weiss trägt die Story dabei perfekt und verleiht dem emotionalen Chaos die nötige Erdung.
Wenn man glaubt, man hätte das Muster des Täters durchschaut, holt der Autor zum finalen Schlag aus. Die Auflösung des Falls ist so phänomenal spannend, rasant und absolut unerwartet, dass man als Leser nach dem Zuschlagen des Buches erst einmal tief durchatmen und das Gelesene verarbeiten muss. Ein genialer, psychologischer Clou, den man so niemals hat kommen sehen.
Fazit: „Puppenherz“ ist definitiv etwas ganz Großes auf dem Thriller-Markt. Max Bentow liefert einen grandiosen, düsteren Pageturner ab, der durch sein extremes Tempo, die schaurige Atmosphäre und ein geniales Ermittlerteam besticht. Nichts für schwache Nerven, aber ein absolutes Must-Read für jeden Fan von hochspannender, grenzwertiger Spannungsliteratur!
Max Bentow: Puppenherz
Goldmann, 29.Juli 2026.
352 Seiten, Paperback, 18.00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
