Ewald Arenz: Der Duft von Schokolade

Pralinésoldat verliebt sich in geheimnisvolle Frau – eine Geschichte wie Karamell

Es geht vor allem um Düfte in diesem Roman aus dem Wien der Kaiserzeit, so dass er, wenn auch gänzlich anders, doch ein wenig an das berühmte „Parfüm“ von Patrick Süßkind erinnert.

Dabei sind die beiden Bücher überhaupt nicht zu vergleichen, es sei denn aufgrund der beiden Geschichten innewohnenden Mystik um Gerüche und Düfte und das, was sie in bestimmten Menschen auslösen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Timon Karl Kaleyta: Heilung

Der Protagonist in Timon Karl Kaleytas Roman „Heilung“ leidet an Schlafstörungen und lässt sich von seiner Frau dazu überreden, sich in einer Nobelklinik in den Bergen behandeln zu lassen.

Dort gefällt es ihm aber nicht. Er gerät mit dem Leiter, Professor Trinkl, aneinander und flieht schließlich.
Es gibt gleich mehrere Probleme an diesem Buch. Erstens ist der Held keine Identifikationsfigur. Er wirkt wie ein willenloser Spielball, der sich von anderen herumkommandieren lässt: von seiner Frau, von besagtem Professor, von einer (mutmaßlich) anderen Patientin der Klinik und schließlich von einem alten Freund. Einmal beispielsweise befiehlt ihm der Professor, eine Bären-Mutter zu töten. Warum tut er es, obwohl er es eigentlich gar nicht will?

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Elias Hirschl: Content

Elias Hirschl, geboren 1994, war 2022 für einige Monate Stadtschreiber in Dortmund. Und tatsächlich finden sich in seinem Roman „Content“ einige Dortmund-spezifische Motive: ein legendärer Stahl-Magnat, den es nie gegeben hat (Karl Hoesch) und ein See, dessen Ufer eine Thomas-Birne ziert.
Im Nachwort bedankt sich der gebürtige Wiener bei der Stadt Dortmund, ohne deren Stipendium der Roman nicht möglich gewesen wäre.

Inhaltlich ist „Content“ eine ungemein witzige Satire auf moderne Internet-Eigenheiten wie die Künstliche Intelligenz ChatGPT oder Soziale Medien wie Instagram, Facebook und Co.
Die namenlose Erzählerin arbeitet in einer Firma namens „Smile Smile“, die quasi fließbandmäßig absurde YouTube-Videos oder Listenartikel („Listicles“) produziert – beispielsweise „Die 13 drogensüchtigsten Filmstars (Nummer 7 ist komplett gestört)“. Seltsamerweise wird davon nie etwas veröffentlicht, was die Erzählerin neugierig macht.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jonas Jonasson: Wie die Schweden das Träumen erfanden

Herzerfrischende Geschichte für alle, die den Elch lieben

Dieser kleine Roman macht soviel gute Laune, soviel Spaß, dass man ihn fast gleich noch einmal lesen möchte. Jonas Jonasson, dessen „Hundertjähriger“ immer noch unvergessen ist, hat sich hier eine so leichter, locker-flockige Geschichte ausgedacht, die genau das richtige ist für trübe Novembertage.

Dabei ist das Ganze schon recht absurd, völlig unmöglich aber vielleicht auch nicht. Und es zeigt, wie leicht es sein kann, Grenzen zu überschreiten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Hilde Rød-Larsen: Diamantnächte

Diamantnächte“ ist in Norwegen zum Bestseller avanciert.

Hilde Rød-Larsen bedient sich in diesem Roman verschiedener Erzählperspektiven.

Schreibend nähert sich die Protagonistin Agnete ihrer Vergangenheit an. Es ist an der Zeit, dass sie alles notiert, um endlich Klarheit über sich selbst zu bekommen. Bereits während der ersten Sätze wird klar, dass die Geschichte problembehaftet werden wird.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Susan Fletcher: Florence Butterfield und die Nachtschwalbe

Fenstersturz im idyllischen Seniorenheim

Mord oder Selbstmord, das ist eine Frage in diesem geruhsam erzählten Roman, der kein Krimi sein will.

Dieses Seniorenheim namens Babbington Hall scheint ein Idyll zu sein. Ein wunderschönes altes Haus, liebevoll renoviert, mitten in einem großen Garten, voller mehr oder weniger skurriler alter Menschen. Eine davon, die liebenswerte Florence Butterfield, 87 Jahre alt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Florrie, wie sie genannt wird, kann gut zuhören und so vertraut sich Renata, die Heimleiterin, ihr eines Tages an und erzählt von ihrer neuen Liebe, ihren Zukunftsplänen. Doch am nächsten Tag stürzt Renata aus dem Fenster. Alle vermuten Selbstmord, doch Florrie glaubt nicht daran. Wer frisch verliebt ist und von Paris träumt, bringt sich nicht um.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Louise Meriwether: Eine Tochter Harlems

Als die Lehrerin Francie erklärt, wie wichtig es für sie sei, Nähen zu lernen, begründet sie dies mit der überschaubaren beruflichen Perspektive für schwarze Mädchen. Es lohne nicht, Schreibmaschine und Stenografie zu lernen, weil sie niemals Sekretärin werden könne.

Es sieht so aus, als wäre Francie in einer Sackgasse geboren, die ihr keine Chance für ein eigenständiges Leben erlaubt. Und die Zeit der großen Depression nimmt mit vollen Händen ihre Träume.

Die Amerikanerin Louise Meriwether (1923–2023) war nie der Ruhm vergönnt wie Toni Morrison oder Alice Walker. Sie fiel als politische Aktivistin und Journalistin auf. Durch ein Interview lernte sie James Baldwin kennen und schätzen. Er wurde ihr Freund und schrieb das Vorwort zu ihrem Debüt.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kai Meyer: Die Bibliothek im Nebel

Wuchtiger Roman über das Schicksal mehrerer Familien, die durch Bücher verbunden sind

Wie schon in seinem Roman „Die Bücher, der Junge und die Nacht“, der letztes Jahr ein absolutes Highlight für mich war, dreht sich auch sein neues Buch um Bücher, um Bibliotheken, um die Liebe zu Büchern und um die Bücherstadt Leipzig. Auf drei Zeitebenen, atmosphärisch dicht, hochspannend und voller Emotionen erzählt Kai Meyer vom Schicksal der Menschen, die ihr Leben Büchern widmen.

Im Jahr 1917 folgen wir dem jungen Artur in Russland auf seiner Flucht vor der Revolution, vor den Verfolgern, die seine Familie ausgelöscht haben. Es gelingt ihm, mit einem Schiff nach Deutschland zu fliehen. Er lernt Grigori kennen – dem wir bereits im letzten Buch begegnen konnten – der ihm ein Freund wird. Arturs Ziel ist Leipzig, wo er Mara treffen will, seine große Liebe. Sie war von seiner Tante adoptiert worden und sollte nun in Leipzig den Sohn eines reichen Verlegers heiraten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Philippe Djian: Ein heißes Jahr

Die Welt im Jahr 2030. Dürresommer voller Waldbrände wechseln sich mit Wintern voller Überschwemmungen ab. Das Wetter schlägt allen Menschen aufs Gemüt, zermürbt sie, radikalisiert sie, lässt sie kopflose Entscheidungen treffen. Wer es sich leisten kann, macht auf Island Urlaub, der Rest des Planeten verspicht keinerlei Erholungswert mehr. Mittendrin in Djians Roman straucheln Protagonisten voller kognitiver Dissonanzen. Denn zwischen dem Wissen, um das, was richtig ist, und dem entsprechenden Handeln danach, liegen Welten. Obwohl die Welt an die Wand fährt, sind sie nicht fähig, von destruktiven Verhaltensweisen abzulassen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Emily Henry: Book Lovers: Die Liebe steckt zwischen den Zeilen

Nora Stephens trägt unter den New Yorker Literaturagenten den Spitznamen „Der Hai.“ Sie ist kontrolliert, angeblich gefühlskalt, tough und erfolgreich. Beruflich. In der Liebe sieht es anders aus. Die Männer an ihrer Seite kommen ihr allesamt abhanden und hinsichtlich Dates schafft es selten ein Kandidat zu mehr als einem. Nora führt Listen, wie Männer sein sollen und kaum einer genügt ihren strengen Kriterien. Geweint hat sie das letzte Mal beim Tod ihrer Mutter.

Wegen Männern pflegt sie nicht zu weinen. Einzig ihre Schwester Libby ist ihr Augenstern. Libby überredet Nora auch dazu, mit ihr vier Wochen Urlaub in dem beschaulichen Städtchen Sunshine Falls in North Carolina zu machen. Sunshine Falls ist der Schauplatz ihres absoluten Lieblingsbuches.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: