Penelope Douglas: Corrupt: Dunkle Versuchung

Rika zieht zum Studieren in die Großstadt, das erste Mal im Leben ist sie auf sich alleine gestellt. Was sie nicht ahnt ist, dass in der Großstadt jemand bereits auf sie wartet, es ist der Mann, in den sie schon immer heimlich verliebt ist, der sie aber immer mit Verachtung gestraft hatte. Er und seine Freunde warten seit drei Jahren darauf, Rika für das bezahlen zu lassen, was sie ihnen damals angetan hat. Michael weiß, dass Rika ihn will und beginnt ein böses Spiel mit ihr.

Ich habe gelernt, dass Dark Romance definitiv nicht mein Genre ist, ein paar Szenen in dem Buch fand ich schon ziemlich heftig. Vor allem, dass Rika sich alles gefallen ließ, störte mich. Der Großteil des Buches ist langatmig oder einfach nur anstrengend. Mehr als einmal habe ich mich schwergetan mit der Geschichte, und ich werde die Reihe auf keinen Fall weiter verfolgen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, sodass man die Charaktere besser kennenlernen konnte und auch die Hintergründe besser verstehen konnte.

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Eleanor Elliot Thomas: Das Gegenteil von Erfolg

Es ist einfach zu köstlich, mitzuerleben, wie zwei Freundinnen unaufhaltsam auf die größten Katastrophen ihres Lebens zusteuern. Sämtliche Versuche das Unglück abzuhalten, sind absolut kontraproduktiv und befeuern die Probleme eher. Könnte allerdings auch an den gewählten Methoden liegen. Denn weder Alkohol noch Affären, weder modische Jumpsuits noch eine erfundene „Schamkrebs“-Erkrankung, weder übereifrige Streberkollegen noch militante Klimaaktivsten tragen zur Deeskalation der Sachlage bei.

Selten war Scheitern witziger!

Eigentlich sollte es der Tag des Triumphs für die 38-jähriger Australierin Lorrie werden. Die zweifache Mutter hat zwar mit einigen Pfunden zu kämpfen, doch sie hat einen Mann, der sie liebt, zwei bezaubernde Töchter und nun auch noch eine Beförderung als Teamleiterin bei der Stadtverwaltung in Aussicht. Zudem soll heute Abend ihr Projekt „Green Cities“ eingeweiht werden – großflächige Dachbegrünungen auf dem Glup Center for Contemporary Art. Das Gebäude gehört einem nicht ganz unumstrittenen Öl-Magnaten, Multimillionär und Mitsponsor des Projektes. Leider entwickelt sich der schicksalsträchtige Tag ganz anders, als erwartet.

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Saša Stanišić: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

„Bitte der Reihe nach lesen.“

Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad im ehemaligen Jugoslawien geboren. 1992 flüchtete er mit seinen Eltern nach Heidelberg. Aktuell lebt Saša Stanišić mit seiner Familie in Hamburg. 2014 erhielt er für seinen Roman „Vor dem Fest“ den Preis der Leipziger Buchmesse. Für das Buch „Herkunft“ aus dem Jahr 2019 bekam er den Deutschen Buchpreis. Nun erschien am 30. Mai 2024 im Luchterhand Literaturverlag Stanišićs neuestes Werk mit dem langen Titel „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“. Darin sind zwölf Episoden, die – so die Bitte des Schriftstellers an die Leserinnen und Leser – „nach der Reihe“ gelesen werden sollen.

„Aber wo war vorne?“

Das fragt sich Gisela, „gern nur Gisel“, beim Abstellen der Gießkanne am Grab ihres Ehemannes Hermann, das sie trotz Knieschmerzen und Traurigkeit seit vier Jahren jeden Tag besucht, in der Titelgeschichte des Buches. Und auch Herr Leip, Johann Leip, der Friedhofsbesucher und Witwer mit der Schiebermütze und dem Fischgrätenjackett, kennt den Gießkannencode. Und er ist „Landesmeister von Schleswig-Holstein im Schmieren von Broten“.

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Elizabeth McKenzie: Der Hund des Nordens

Ein turbulenter und schrulliger Unterhaltungsroman, der sich leicht runterlesen lässt – das ist Elizabeth McKenzies „Der Hund des Nordens“. Nicht mehr und nicht weniger.

Penny, die selbst gerade eine Scheidung und einen Jobverlust hinnehmen musste, hilft einigen Verwandten: ihrer unberechenbaren und manchmal fast gemeingefährlichen Oma mitsamt Hausfreund Burt oder auch ihrem 93-jährigen Opa, der mit einer bösartigen neuen Frau zusammenlebt. Insgesamt kommt es alle paar Seiten zu einer neuen Krise, die sie bewältigen muss. Ein gefährlicher Trip in Australien kommt genauso vor wie eine kleine Verliebtheit.

Pluspunkt dieses Romans sind in jedem Fall die exzentrischen Figuren und die sympathische Heldin, der man gerne durch eine turbulente Zeit folgt. Die Handlung allerdings wirkt weit hergeholt und etwas willkürlich zusammengepuzzelt. Sie hat keinen inneren Zusammenhalt. 

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Elke Heidenreich: Altern

Alle wollen alt werden. Niemand will es sein. Ist das nicht absurd?

Heute ist die Sicht auf das Alter nicht mehr ein Warten mehr auf den Tod. Menschen werden nun dank medizinischer und hygienischer Fortschritte immer älter. Andererseits kann dies im negativen Fall natürlich aber auch einen länger zu ertragenden Verfall mit sich bringen.

Elke Heidenreichs Essay über das Alter und das Altern ist sehr persönlich gehalten, indem sie über ihr eigenes Leben nachdenkt. Gleichzeitig verweist sie aber auch auf viele Lebensweisheiten über das Alter(n) von Prominenten oder auch längst Verstorbenen und stellt so weitere Verbindungen zur Literatur- und Kulturgeschichte her.

Im Alter trage man die Konsequenzen für sein gelebtes Leben, sagt die Autorin. Das Gute dabei sei: Man habe alles hinter sich. Das Alter bedeute aber auch, Gelassenheit walten zu lassen. Man müsse alles nicht mehr so ernst nehmen, das meiste sollte man als völlig bedeutungslos betrachten.

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Michela Murgia: Drei Schalen

„Drei Schalen“ ist die letzte der elf Kurzgeschichten im gleichnamigen Band von Michela Murgia.

Alle Geschichten vereint, dass das bislang meist geordnete Leben der jeweiligen Protagonisten eine dramatische Wende erfährt.

Warum es dazu kam, wie die jeweiligen Figuren damit klarkommen, welche Überlegungen und Taten daraus resultieren, in welche Richtungen sich unterschiedliche Lebensentwürfe urplötzlich verändern, davon schreibt Michela Murgia in einer weisen und vor allem direkten, ehrlichen Weitsicht.

Die Protagonisten in den Geschichten stoßen gewissermaßen alle an ihre Grenzen. Es geht um Themen wie Tod, Abschied, Trennung, Krankheit, physische und psychische Belastungen.

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Jo Leevers: In den Augen meiner Mutter

Etwas überfrachtetes Familiendrama um Geheimnisse und Missverständnisse

Wieder einmal ein Roman um die Beziehung von Müttern zu Töchtern, von Kindern zu Eltern, ein Roman um eine Familie voller Probleme, voller Drama.

Der erste Roman, den ich von Jo Leevers gelesen habe, hat mir ausgenommen gut gefallen. Er war gefühlvoll ohne rührselig zu sein, er zeigte einen leisen Humor und die Figuren waren authentisch und sympathisch. Vor allem war er optimistisch und hell.

Leider hat mich dieser neuer Roman dagegen etwas enttäuscht. Er ist eher düster und zäh, die Handlung ist überfrachtet und die Charaktere haben kein Mitempfinden wecken können.

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Tom Rachman: Die Hochstapler

Auf dem Cover von Tom Rachmans neuestem Werk steht „Roman“, doch eigentlich handelt es sich um eine Sammlung von Erzählungen, die durch eine Rahmenhandlung lose miteinander verbunden sind. Das soll keinesfalls abwertend gemeint sein. Viele dieser Erzählungen sind spannend, einfallsreich und stilistisch gut geschrieben. Doch wer eine stringente, in sich abgeschlossene Handlung erwartet, ist bei diesem Buch falsch.

In besagter Rahmenhandlung versucht eine alternde Schriftstellerin, die an beginnender Demenz leidet – Dora Frenhofer heißt sie -, einen letzten Roman zu verfassen. Die eingestreuten Erzählungen sind das, was sie zuwege bringt.

Immerhin stehen die Figuren, die darin jeweils die Hauptrolle spielen, in irgendeiner Beziehung zur Autorin. Da ist zum Beispiel ihre Tochter Beck. Sie versucht sich erfolglos als Comedian und verliebt sich unglücklich. Oder Amir, der zur Beerdigung seines Vaters in einen islamischen Staat reist und dort grausamst gefoltert wird. Oder Theo, der sich im Urlaub in Indien zwei Reisebekanntschaften anschließt und in die Rettungsaktion eines Ertrinkenden verstrickt wird.

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Irene Diwiak: Die allerletzte Kaiserin

Sie sei die allerletzte Kaiserin von Österreich, beteuert die resolute, wenn auch steinalte Touristin, die eines Tages in dem Gasthaus in den Bergen auftaucht, das den Eltern der Ich-Erzählerin Claudia Hendl gehört. Sie erscheint dort nach ihrem ersten Besuch täglich, sitzt immer am selben Platz, isst jedes Mal dasselbe Menü und irgendwann erzählt sie der Wirtstochter ihre Geschichte. Und die hat es in sich. In ihrem Lebenslauf bildet sich die österreichische Politik und die Sozialgeschichte des gesamten 20. Jahrhunderts ab. Johanna Fialla heißt die Dame, deren Großvater um 1900 in Wien eines der ersten Autohäuser betreibt.

Die Familie wohnt aus diesem Grund an einer der allerersten Adressen der Stadt an der noblen Ringstraße. Die Mutter ist verträumt und hält in ihrem Leben nach einem Ritter Ausschau, wie sie in den von ihr geliebten Romanen vorkommen. Auf einem Ball begegnet sie dem Kellner Johann Witz und folgt ihm in die Besenkammer.

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Martina Bogdahn: Mühlensommer

Wenig mitreißender Roman um das Leben auf einem Bauernhof

In einer Mischung aus aktueller Handlung und ständigen Rückblicken scheint hier eine Autorin ihre Kindheit aufzuarbeiten. Ein Roman, den es nicht braucht.

Im Stil eines Schulaufsatzes der fünften Klasse zum Thema „Mein schönstes Ferienerlebnis“ erzählt Martina Bogdahn von einer Kindheit auf einem Bauernhof. Da, laut Vita im Buch, sie selbst auf einem solchen aufwuchs, liegt die Annahme nahe, dass sie hier ihre eigenen Erlebnisse schildert.

Maria, Mutter zweier Töchter – einen Vater scheint es nicht zu geben – wird in ihr Elternhaus gerufen, als ihr Vater einen schweren Unfall hat. Sie muss einspringen, die Tiere versorgen und auf die demente Oma aufpassen. Es ist ein heißer Sommer und eigentlich wollte sie sich mit Freunden zu einem langen Wochenende treffen. Nun kommen diese Freunde stattdessen zu ihr auf den Bauernhof und wirken dort dann ziemlich fehl am Platz.

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