Iida Turpeinens Roman „Das Wesen des Lebens“ ist ein wissenschaftlich fundiertes Werk, das historische Ereignisse aus verschiedenen Jahren miteinander verbindet. Bindeglied ist die Stellersche Seekuh, ein riesenhaftes Meerestier, das 1741 entdeckt worden war, aber schon ein paar Jahre später als ausgestorben galt. Der Roman beginnt 1741 mit der Großen Nordischen Expedition, angeführt von Georg Wilhelm Steller, und endet 1952 mit der Restaurierung eines Seekuh-Skeletts in Helsinki.
Die wissenschaftliche Präzision des Buches ist unbestreitbar. Turpeinen lässt den Leser in die Welt der Naturforscher eintauchen und vermittelt anschaulich die Bedeutung ihrer Entdeckungen.
Allerdings wirken die Protagonisten zuweilen etwas spröde und distanziert. Obwohl die Geschichten von Steller, Furuhjelm, von Nordmann und Grönvall faszinierend sind, gelingt es Turpeinen nicht vollständig, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Als Leser bleibt man emotional auf Distanz und kommt den Charakteren nicht wirklich nahe. Diese Distanz könnte darauf zurückzuführen sein, dass der Fokus stark auf den wissenschaftlichen Aspekten liegt und die persönlichen Geschichten und Emotionen der Protagonisten dadurch in den Hintergrund geraten.
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