Francois Bégaudeau: Die Liebe

Dieser eher stille, unaufgeregte Roman hat grade mal etwas mehr als hundert Seiten – Lektüre für einen Nachmittag. Das Cover ist schwungvoll, fällt auf. Großzügig geschwungene Schreibschrift, Autorenname und Titel gleichermaßen hervorgehoben, macht neugierig.

Es passiert nicht viel in diesem kleinen Roman, der uns die tiefe Liebe zwischen Jeanne und Jacques schildert. Völlig unspektakulär eigentlich, ihr Leben verläuft wie das von Millionen anderer Paare, sie verlieben sich, heiraten, bekommen einen Sohn, der später sehr erfolgreich wird und auf den sie sehr stolz sind. Sie kommen nie weg aus dem Dorf, der Region, in der sie aufgewachsen sind, aber sie schaffen es, aus ihrem gemeinsamen und ihrer beider Leben was zu machen. Jeanne will nicht „in dem Kabuff hinter der Rezeption“ des kleinen Hotels, versauern, in dem sie arbeitet, als sie Jacques kennenlernt, der – nicht unbedingt der Hellste, offenbar – damals in der Firma seines Vaters mitarbeitet, die grade Umbauarbeiten am Hotel vornimmt. Jeanne schafft es bis zur Chefsekretärin bei Michelin, Jacques zu einem eigenen Unternehmen, mit dem er durchaus erfolgreich ist.

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Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters

Lena Schätte (Jahrgang 1993) arbeitete als Krankenschwester in der Psychiatrie. 2014 erschien ihr erster Roman „Ruhrpottliebe“. Am 12. März 2025 veröffentlichte der S. Fischer Verlag mit „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ einen autofiktionalen Roman von ihr.

Die Geschichte einer Familie, die „anders“ ist als andere Familien

In Lena Schättes Geschichte geht es um den Vater, aber auch um seine Tochter und Ich-Erzählerin „Motte“. Und um das Trinken. Mottes Vater ist Arbeiter und Alkoholiker. Aber das ist nichts Besonderes, sondern wie bei allen Männern in der Familie, sagt Mottes Mutter. Die Mutter arbeitet in der Wäscherei eines Hotels und versteckt Geld, um notfalls vor dem betrunkenen Ehemann flüchten zu können. Irgendwann verliert der Vater seinen Job. Wegen der Trinkerei ist er nicht mehr arbeitsfähig. Die Eltern übernehmen eine Raststätte an der Autobahn.

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Ayla Dade: A Million Stars Above

Haven will nur einmal der Star im Zirkus sein, den trotz dass sie die Tochter des Zirkusdirektors ist, hat sie es bisher noch nie an die Spitze geschafft. Als sich eine Konkurrentin verletzt, bekommt sie endlich die Chance sich zu beweisen, doch das hat auch seinen Preis. Sie soll eine Beziehung mit Hell, dem Kraftakrobaten und Partner ihrer Showeinlage, faken. Ausgerechnet mit ihm, denn ihn kann sie von Anfang an nicht leiden. Doch je öfter er sie durch die Luft schleudert, umso öfters schlägt ihr Herz schneller und umso öfter muss sie sich daran erinnern, dass ihre Beziehung nur gespielt ist …

Der Leser wird hier direkt in die Geschichte hinein geworfen, weshalb ich einige Zeit brauchte um mich zu Recht zu finden und die ersten hundert Seiten war ich irgendwie leicht verwirrt. Doch je weiter ich las, desto klarer wurde mein Bild von dem Ganzen. Der leichte Crime Plot, der in der Geschichte mitschwingt, gibt ihr zusätzlichen Pepp, was sie teils auch wirklich brauchte, denn es zog sich teils leicht in die Länge.

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Laura Labas: Trust Me More

Die Italienreise der 23-jährigen New Yorkerin Cleo hat keinen guten Start: Ihr Freund lässt sie sitzen, und am Flughafen vertauscht sie zu allem Überfluss auch noch ihren Koffer. Auf der Suche nach dem Gepäck landet sie auf einer kleinen Ferienanlage im charmanten Bergdörfchen Tursi. Nicht so charmant ist jedoch der junge Besitzer der Anlage: Dante Marinotti, ein arroganter Kerl mit zweifelhaftem Ruf. Cleo zögert trotzdem nicht lange, als Dante ihr einen Job anbietet. Während sie gemeinsam die Ferienanlage renovieren, kommt Cleo Dante näher – bis seine schmerzhafte Vergangenheit ihn einholt …

Der Prolog machte sogleich neugierig auf die folgende Geschichte und ich habe mich voller Vorfreude hineingestürzt. Leider muss ich sagen, dass der Fortgang mich nicht so recht packen konnte, obwohl ich das Ganze nicht ganz so schlecht fand. Ich empfand einfach zu viele Geschichten als leicht oberflächlich angeschnitten und hätte mir ein wenig mehr Tiefgang bei manchen gewünscht. Wahrscheinlich konnte mich auch deshalb die Liebesgeschichte von Cleo und Dante nicht recht in ihren Bann ziehen, denn auch die Emotionen waren für mich nicht ganz so stark. Es kam mir leicht gewollt vor eine Beziehung führen zu müssen, das Knistern kam nie an.

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Anette Strohmeyer: Die Frau und der Fjord

Die Geologin Gro wird die Frau vom Fjord. In den Lofoten hat sie eine einsame Insel mit einem Fjord entdeckt, den die Einheimischen Die Heimsuchung nennen. Dort steht ein verlassenes Holzhaus in der Nähe eines Bootsstegs. Die Stille und Einsamkeit sprechen Gro an. Hier will sie ihre Trauer verarbeiten und heilen. Doch die herbeigesehnte Ruhe ist trügerisch. Denn immer wieder geschieht etwas, dass ihr Eremitenleben aus dem Takt bringt.

„Es war anstrengend gewesen, sich unter Leute zu begeben. Sich vorher zu waschen, ordentliche Kleidung anzuziehen und ein Gesicht aufzusetzen, das keinen dazu veranlasste, sie anzusprechen.“ (S. 12)

Die in Göttingen geborene Autorin Anette Strohmeyer ist eines Tages in den Norden gezogen. Sie wohnte eine Weile in Kopenhagen. Heute lebt sie auf einer dänischen Insel. Ähnlich wie ihre Romanheldin Gro liebt sie den Blick auf das Meer. Sie verarbeitet ihre Erfahrungen in ihren Büchern, die als Romane, Krimis und Hörspiele auf unterhaltsame Weise zu lesen und hören sind.

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Elle Kennedy: The Dixon Rule

Diana Dixon hat diesen Sommer viel zu tun. Sie probt für einen Tanzwettkampf und muss mit ihrem Ex-Freund fertigwerden, der einfach nicht kapieren will, dass es vorbei ist. Zu allem Überfluss zieht auch noch ihre Nemesis, der Eishockeyspieler Shane Lindley, in die Wohnung nebenan ein. Genervt stellt sie einige Regeln auf: keine gemeinsamen Partys, Finger weg von ihrem Team, und vor allem soll er sie in Ruhe lassen. Diana weiß nicht, dass Shane One-Night-Stands sowieso satthat. Und als seine Ex auftaucht, will er sie mit Diana eifersüchtig machen. Eine Fake-Beziehung könnte auch einige ihrer Probleme lösen, also willigt sie ein. Doch schon bald kann sie nicht mehr leugnen, dass es zwischen ihnen gewaltig knistert …

Das Buch zog sich anfangs ein wenig, doch als es dann zum Eingehen der Fake-Beziehung kommt, hatte mich das Buch dann vollkommen in seinen Bann gezogen und es hörte auf sich zu ziehen.

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Chloe Dalton: Hase und ich

Chloe Dalton ist Autorin, politische Beraterin und Expertin für Außenpolitik. Sie lebt in London und auf dem Land. Mit „Hase und ich“, einem Sachbuch aus dem Bereich Natur, hat sie ihr Debüt geschrieben. Auf Deutsch ist das Buch am 15. März 2025 bei Klett-Cotta erschienen. Übersetzt hat es Claudia Amor.

Nature writing at its best oder Wie ziehe ich einen Feldhasen auf?

Chloe Dalton schreibt in „Hase und ich“ über ihre reale Begegnung mit einem Junghasen während der Corona-Pandemie. Sie findet das Hasenjunge, verlassen von seiner Mutter, auf einem ihrer Spaziergänge durch die Felder irgendwo im ländlichen England. Dalton hat sich in ihr Cottage auf dem Land zurückgezogen, um die Pandemie dort gesund zu überstehen. Nach einigem Zögern nimmt sie den kleinen Hasen mit ins Haus. Sie zieht ihn zunächst mit laktosefreiem Milchersatz, der für Katzenbabys gedacht ist, auf. Aber sie gibt ihm keinen Namen und berührt ihn nur, wenn es absolut nötig ist. Von Anfang an will Dalton ihn wieder in die Freiheit entlassen. Aber zunächst muss der kleine Hase überleben. Chloe Dalton recherchiert alles, was sie zu Feldhasen finden kann und stellt fest, dass es wenig Material über sie gibt. Nur über die Hasenjagd findet sie etwas mehr Informationen. So entwickelt sie nach und nach ihren eigenen Weg im Umgang mit dem wilden Tier. Und der Hase, der sich als Häsin herausstellt, überlebt tatsächlich unter ihrer Pflege. Lebt im Haus und Garten, ganz freiwillig. Bis die Häsin eines Tages über die Mauer in die Freiheit springt. Aber auch danach kehrt sie immer wieder zu Chloe Dalton zurück. Und bringt sogar ihre eigenen Jungen mit.

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Kate Stewart: Ravenhood Legacy: One last rainy day

Dominic King ist düster, gut aussehend und unnahbar, führt aber ein geheimes Doppelleben. Der stille Automechaniker ist Mitglied einer kriminellen Bruderschaft und niemand weiß, wer wirklich hinter seiner steinernen Fassade steckt. Bis Cecilia, die neueste Eroberung seiners besten Freundes in sein Leben tritt. Sie ist die Tochter seines Erzfeindes und eigentlich sollte sie für Dominic absolut tabu sein, doch sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Dabei braucht er einen hellen Kopf für die Bruderschaft, denn seine Feinde schrecken vor nichts zurück …

Dies ist der erste Band der Spin-Off Reihe zu „The Ravenhood“, weshalb ich jedem empfehlen würde diese Reihe erst zu lesen, bevor man sich dann dieser widmet. Hier erfährt man viel über die Anfänge der Bruderschaft, ihre Vorhaben und man lernt die Rabenbrüder von Grund auf kennen, was ich sehr toll fand. Auch gibt es neue Details von Cecilia und die gingen teils auch unter die Haut.

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Sarah Stankewitz: No Matter When

Nachdem Band eins mit so einem Cliffhanger geendet hatte, habe ich mich sehr gefreut, als dieser Band dann endlich draußen war, nur um dann festzustellen, dass dieser mit genauso einem großen Cliffhanger endet.

Gracie, die Kleinste der Jones Familie, genießt eigentlich ihr Kunststudium, bis sie auf einer Party auf ihren Kindheitsfreund Fynn trifft. Nach zehn Jahren sind er und seine Zwillingsschwester plötzlich wieder da und Gracie verliert den Halt bei dem Anblick, sie möchte die Beiden nicht sehen und das, obwohl sie Fynn eigentlich vermisst, aber ihre Schuldgefühle sind zu groß. Sie greift zum Alkohol, steigt betrunken in den Wagen und baut einen Unfall, der sie in die Klinik bringt. Dort muss sie feststellen, dass Fynn da als Pflegekraft arbeitet und so muss sie mehr Zeit mit ihm verbringen als ihr lieb ist. Dadurch erfährt man auch endlich den Grund der Funkstille zwischen den Beiden und Gracie stellt sich ihren Dämonen.

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Tom Hofland: Nimms nicht persönlich

Der Verlust von Menschlichkeit am Arbeitsplatz ist das zentrale Thema von Tom Hoflands Groteske „Nimms nicht persönlich.“ Der Roman thematisiert, wie Menschen in einem kapitalistischen System oft reduziert werden auf ihre wirtschaftliche Nützlichkeit.

Als ein Schweizer Unternehmen eine Firma in den Niederlanden übernimmt, wird eine gesamte Abteilung überflüssig. Lute soll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bringen, von sich aus zu kündigen. Und weil er sich damit überfordert fühlt, holt er sich Hilfe vom zwielichtigen Lombard und seinem Spießgesellen Reiner. Doch die beiden gehen alles andere als sanft mit Lutes Kollegen um …

Diese schwarze Komödie entführt den Leser in eine Welt voller surrealistischer Elemente. Die Handlung beginnt realistisch, um dann ins Absurde abzudriften – spätestens als Lute bemerkt, dass Lombard offenbar in einem mit Erde gefüllten Anhänger nächtigt.

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