Kat Eryn Rubik: Furye

Ich bin verliebt. Verliebt in das Cover, das diese hypnotisch-tropische Melancholie atmet und den Vibe des Romans vorwegnimmt.

Kat Eryn Rubiks „Furye“ zieht auf wie ein Sommergewitter über dem Meer: zunächst leise, dann ohrenbetäubend intensiv.

„Er ahnte nicht, dass ich schon lange vergessen hatte, wie es sich anfühlte, ›einfach nur glücklich‹ zu sein.“ (S. 24)

Die Geschichte von Alec, einer Frau, die zwischen der Leere ihres Erfolgs und den scharfkantigen Erinnerungen ihrer Jugend taumelt, hat mich lange zappeln lassen.

Die Erzählung tanzt auf zwei Zeitebenen: die glühende, wilde Jugend der siebzehnjährigen „Furien“ Alec, Meg und Tess, die wie BFFs durch Feuer und Chaos gehen; Freundschaft, erste Liebe, Selbstzerstörung. Und der kühlen Gegenwart, in der Alec alles erreicht hat und doch nichts fühlt.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Linn Ullmann: Mädchen 1983

Die Autorin Linn Ullmann ist die Tochter des berühmten Regisseurs Ingmar Bergman und der Schauspielerin Liv Ullmann. Sie gilt als eine der bedeutendsten skandinavischen Autorinnen. Ihre Romane wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet und erscheinen in über zwanzig Sprachen. Eine Rezension zu ihrem vorangegangenen Roman „Die Unruhigen“ ist ebenfalls in unserem Leselust-Portal nachzulesen.

Linn Ullmann versucht sich im Jahr 2021 rückzuerinnern, was fast vierzig Jahre zuvor, im Jahr 1983, vorgefallen ist. Damals war sie sechzehn Jahre alt. Erst jetzt, nach achtunddreißig Jahren, ist sie bereit, nach Antworten zu suchen. Ist alles so gewesen, wie ihre Erinnerungen es vorgeben, oder hat sie Wünsche und Träume in ihrer Fantasie dazugefügt, um Traumatisches auszulöschen? In ihrer Annäherung an die Vergangenheit entsteht diese autofiktionale Erzählung. Wiederholt stößt man im Buch auf den Satz „Das Mädchen, das ich war, und die Frau, die ich bin“.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Matt Coyne: Frank und Red

Wohlfühlroman über einen traurigen alten Mann und einen gewitzten kleinen Jungen

Recht oft erinnert dieser Roman an das zu Recht sehr berühmte Buch „Ein Mann namens Ove“, gibt es doch auffällig viele Übereinstimmungen. Das ändert aber nichts daran, dass der alte Frank und der kleine Red das Herz jeder Leserin erobern werden, denn ihre Geschichte geht ganz einfach zu Herzen.

Frank bewohnt allein ein Haus in London, seit seine geliebte Frau Marcie starb. Immer mehr vergräbt er sich, geht nicht mehr vor die Tür und so gut wie nicht mehr in seinen Garten. Seine Einkäufe erledigen die Nachbarn, anderes bringt ihm ein guter Freund. Ansonsten hat Frank keinerlei Kontakte, auch nicht zu seinem Sohn, nachdem es wegen der Krankheit Marcies heftigen Streit gegeben hatte.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Brittainy C. Cherry: Wie das Feuer zwischen uns

Alyssa Waters und Logan Silverstone waren einmal unzertrennlich, obwohl jeder in True Falls ihnen deutlich zu spüren gab, dass sie nicht zusammenpassten. Bis er Alyssa verließ, als sie ihn am meisten gebraucht hätte. Doch jetzt ist Logan zurück – und mit ihm auch das schmerzliche Feuer zwischen ihnen, das über all die Jahre nicht erloschen ist. Logan weiß, dass er Alyssa aus dem Weg gehen sollte, weil sie sich ein Leben ohne ihn aufgebaut hat. Aber die Erinnerung an ihre glücklichsten Momente ist zu stark. Für einen Moment schlagen ihre Herzen wieder im selben Rhythmus, auch wenn dies Alyssas Welt ein weiteres Mal zu zerstören droht …

Das Buch erschien in der deutschen Ausgabe erstmals 2017 im selben Verlag, nun hat man sich entschieden, die gesamte Reihe neu aufzulegen. Ich persönlich mochte die alten Cover lieber und bin froh sie noch mit diesen im Regal stehen zu haben.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ralf Günther: Ein grenzenloser Sommer

Ralf Günthers Roman „Ein grenzenloser Sommer“ erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem jungen DDR-Steward Ronni und der westdeutschen Jurastudentin Sabine im Sommer 1988 an Bord des Kreuzfahrtschiffs MS Arkona. Das ist das Schiff, auf dem einst die „Traumschiff“-Folgen aus der gleichnamigen ZDF-Serie gedreht wurden. Die Handlung ist im Spannungsfeld zwischen Ost und West, politischer Überwachung und persönlicher Freiheit angesiedelt und bietet damit einen Einblick in ein Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte.

Positive Aspekte:

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Christian Berkel: Sputnik

Nach »Der Apfelbaum« und »Ada« hat Christian Berkel nun den dritten Teil seiner autofiktionalen Familiengeschichte vorgelegt. Ging es in den ersten beiden Romanen um seine Eltern und seine (erfundene) Schwester, dreht sich diesmal alles um ihn selbst. Und das buchstäblich von Anfang an.

Im ersten Kapitel befinden wir uns im Uterus seiner Mutter und tauchen ein in seine Gedanken- und Gefühlswelt von der Befruchtung bis zur Geburt. Auf die Idee muss man erst einmal kommen – und dann sprachlich meistern. Was Berkel beeindruckend gelingt. Das Kapitel ist aber nicht nur ein literarisches Experiment; es hat auch eine strukturelle Funktion, greift der Autor doch kurz vor dem Ende noch einmal im Kontext seiner Ausbildung als Schauspieler darauf zurück und formt so den Rahmen für den eigentlichen Inhalt der Erzählung: die Geburtswehen eines Schauspielers.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alexandra Flint: Lakestone Campus of Seattle: What We Hide

Der Lakestone Campus of Seattle, Eliteuniversität und der richtige Ort für sämtliche Talente aus verschiedenen Bereichen. Auch im dritten Band rund um diesen Schauplatz stehen diese Themen zusammen mit den Protagonisten im Vordergrund. Diesmal habe ich als Leserin Lucie und Callahan näher kennenlernen dürfen. Künstlerin und Sportskanone. Beide Figuren wirkten auf mich schnell sympathisch und ihr Verhalten wirkte nachvollziehbar. Bereits auf den ersten Buchseiten wurde ich förmlich in den Inhalt der Geschichte hineingeworfen.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Carina Schnell: Call my heart home

Ein absolutes Wohlfühlbuch!

Erin hatte immer nur ein Ziel: ihre Heimat Hawaii verlassen, um Biochemie zu studieren und ein Heilmittel für die Krankheit ihres Vaters zu finden. Als sich sein Zustand verschlechtert, kehrt sie nach Hause zurück und lernt den Schnitzkünstler Shane kennen. Zunächst kann Erin ihm und seinem Lebensstil nicht viel abgewinnen, denn Shane lebt in den Tag hinein und jagt der perfekten Welle hinterher. Doch über den gemeinsam verbrachten Sommer bringt er Erin die Schönheit ihrer Heimat näher und wird nach und nach zu einem Grund, zu bleiben. Wäre da nur nicht ihr Lebenstraum, der nach ihr ruft, …

Die Atmosphäre in diesem Buch ist beeindruckend, lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen und die Zeit vergeht so schnell, wenn man es in den Händen hält. Hierbei kommt das Buch ohne Drama aus, dafür aber mit viel Herz, Atmosphäre und den nötigen Tiefgang.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sharon Gosling: Der alte Apfelgarten

Leicht schnulziger Schmöker, trotz Vorhersehbarkeit spannend und emotional

Wieder stellt die britische Autorin einen Garten in den Mittelpunkt eines Romans. War es in ihrem vorigen Buch ein Stadtgarten, den die Protagonistin wieder aufmöbelte, so ist es diesmal ein Garten voller uralter Apfelbäume, den zwei Schwestern unverhofft am Rande ihres landwirtschaftlichen Betriebs entdecken.

Diese beiden Schwestern sind Bette, die ältere, in London lebende erfolgreiche Anwältin, und Nina, die um etliche Jahre jüngere, eine alleinerziehende Mutter, die seit mehreren Jahren wieder auf dem elterlichen Bauernhof lebt. Die beiden Frauen haben wenig gemeinsam, in vielen Jahren nur wenig miteinander gesprochen und wenn, dann meist im Streit.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Heinz Strunk: Kein Geld Kein Glück Kein Sprit

Mit „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ liefert Heinz Strunk eine Sammlung von Kurzgeschichten, die seine unverwechselbare Handschrift tragen: scharf beobachtet, abgründig, makaber und zugleich von einer bitteren Komik durchzogen. Strunk entführt die Leserinnen und Leser in eine Welt, die auf den ersten Blick fremd und düster erscheint, aber in ihrer Überzeichnung stets einen Spiegel der eigenen Realität vorhält.

Seine Figuren sind oft Außenseiter, Verlierer oder Menschen in prekären Lebenssituationen, die sich mit mehr oder weniger skurrilen Mitteln durchs Leben schlagen. Dabei gelingt es Strunk meisterhaft, das Tragische mit dem Komischen zu verweben, sodass man beim Lesen gleichermaßen schmunzelt und nachdenklich wird.

Weiterlesen →
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: