Martina Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir?

Die deutsche Performancekünstlerin und Schriftstellerin Martina Hefter (Jahrgang 1965) lebt und arbeitet in Leipzig. Sie schreibt Prosa und Lyrik. In diesem Jahr wurde sie zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse für ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ mit dem Deutschen Buchpreis 2024 ausgezeichnet. Klett-Cotta veröffentlichte das Buch am 13. Juli 2024.

Jupiter und Juno, zwei Gottheiten in Leipzig

In „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erzählt Martina Hefter die Geschichte von Jupiter und Juno, einem mittelalten Paar, das sie nach römischen Gottheiten benennt.

Jupiter ist Schriftsteller und leidet an Multipler Sklerose, Juno ist Tänzerin bzw. Performerin und leidet unter nächtlicher Schlaflosigkeit. Sie pflegt ihren Mann. Da Juno nachts wach ist, beginnt sie, im Internet mit Love-Scammern zu chatten. Love-Scammer sind i.d.R. junge Männer, die irgendwo auf der Welt mit falschen Profilen versuchen, ältere alleinstehende Frauen anzuschreiben, mit dem Ziel, ihnen ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Diese Betrugsmasche ist kriminell und die Täter machen oft fette Beute. Ihre Opfer schämen sich und sehen häufig von einer Anzeige ab.

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Alexa Hennig von Lange: Vielleicht können wir glücklich sein

Ein würdiger Abschluss der zu Herzen gehenden Trilogie. Der dritte Band gipfelt in emotionalen, ergreifenden Momenten. Schließlich begleiten wir Klara – ehemals Heimleiterin einer Ausbildungsstätte für sozial benachteiligte Mädchen, die kranke oder verwaiste Kinder pflegten – in den Beginn des 2. Weltkrieges. Diesen muss sie ohne Ehemann mit vier kleinen Kindern allein bewältigen. Wie schon in den Vorgängerbänden wird die Handlung zum Teil aus Sicht ihrer Enkeltochter Isabell erzählt, die nach dem Tod ihrer Großmutter Klara deren geheime Tonbandaufzeichnungen findet und dabei schrecklichen Familiengeheimnissen auf die Spur kommt.

Höhepunkt der ergreifen NS-Trilogie
Während ihr Ehemann Gustav, ein liebenswerter Lehrer, an die Front eingezogen wird, kämpft sich Klara durch den Kriegsalltag. Medikamente, Lebensmittel, Kleidung – es mangelt an allem. Immer mehr deutsche Städte werden durch Bombardements dem Erdboden gleich gemacht, die Alliierten preschen von allen Seiten vor. Obwohl der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist, verheizt der Führer in einem letzten Aufbegehren sogar schon vierzehnjährige Kinder und alte Greise an der Front.

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Una Mannion: Sag mir, was ich bin

Psychogramm einer durch ein Verbrechen zerstörten Familie

Der Erstlingsroman dieser Autorin wird für mich immer ein Highlight sein in der Welt der Bücher. „Das Licht zwischen den Bäumen“ war und ist ein ganz besonderes Buch, auf vielfältige Weise.

Nun ist ihr nächstes Buch erschienen. In dem als Krimi bezeichneten Roman geht es vordergründig um die Aufklärung des Verschwindens von DeenaGravey. Die junge Frau kehrte eines Tages nicht nach Hause zurück, zu ihrer kleinen Tochter Ruby und zu ihrer Schwester Nessa. Sie war mit ihrem Kind zu ihrer Schwester gezogen, nach einigen Vorfällen, gewalttätigen Angriffen ihres Lebensgefährten Lucas, des Vaters von Ruby.

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Heinz Strunk: Zauberberg 2

Vor 100 Jahren ist Thomas Manns „Zauberberg“ erschienen, jener Monumentalroman, der in einem Lungensanatorium in der Schweizer Bergwelt spielt. Autor Heinz Strunk („Der Goldene Handschuh“, „Ein Sommer in Niendorf“) nimmt das zum Anlass, seine eigene Version der Geschichte zu schreiben.

Jonas Heidbrink, der unter Depressionen leidet, begibt sich in eine Heilanstalt für psychisch Kranke an der Ostsee. Wie beim legendären Hans Castorp aus dem Original dehnt sich sein Aufenthalt dort aus.

Strunk spielt gekonnt mit den Motiven aus dem Ur-Zauberberg. Ein Philosoph, der hier aber nur unzusammenhängende Weisheiten von sich gibt, kommt genauso vor wie das berühmte Türenschlagen im Speisesaal, das eine so große Wirkung auf Hans Castorp hat.

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Abby Jimenez: Part of Your World

Small Town Guy trifft auf City Girl.

Alexis Montgomery trifft bei einer Reifenpanne auf Daniel Grant und sie verbringt ihre Nacht bei ihm. Schnell wird klar, dass sie beide eine unerklärliche Anziehung haben, aber sie niemals ein echtes Paar werden können, denn sie trennen Welten. Alexis ist die Tochter einer legendären Arztfamilie und ist mit ihren 38 Jahren zehn Jahre älter als Daniel. Er kommt vom Land, muss in die Fußstapfen seiner Eltern treten und das renommierte Krankenhaus in Minneapolis leiten. Sie beschließen sich also zu treffen, aber ohne feste Beziehung einzugehen und ohne Gefühle aufkommen zu lassen. Doch alleine schon bei dem Gedanken daran, dass sie Daniel eines Tages aufgeben muss, droht Alexis zu zerbrechen …

Was ich mich hier fragte war, warum dieses Buch nach „YoursTruly“ veröffentlicht wurde, denn es spielt zeitlich deutlich zuvor, wodurch man für dieses Buch schon ein bisschen gespoilert wurde. Aber abgesehen davon hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und das Buch hat es geschafft mich endlich aus der Leseflaute zu holen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt während dem Lesen. Klar, einiges war auch vorhersehbar, aber ich mochte das Setting und die Charaktere in diesem Buch so gerne, dass es mir nichts ausgemacht hatte manches Mal schon genau zu wissen, was als nächsten passieren würde.

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Cameron Capello: I´ll look for you, Everywhere

Magdalen und Theo haben für ihr Studium das malerische Chivasso, in dem sie zusammen aufgewachsen sind, verlassen. Jahrelang haben sie sich nicht mehr gesehen, erst eine Hochzeitseinladung bringt die beiden zurück – dorthin, wo ihnen alles so vertraut ist und sich gleichzeitig alles verändert hat. Sie versuchen sich voneinander fernzuhalten, denn Magdalen ist die beste Freundin von Theos kleiner Schwester und sie dürfen sich nicht verlieben. Trotzdem laufen sie sich immer wieder über den Weg und können die knisternde Anziehung zwischen ihnen nicht ignorieren. Als die düsteren Geheimnisse ihrer Familien an die Oberfläche treten, müssen sie sich entscheiden, wie stark die Gefühle füreinander wirklich sind.

Selten habe ich so ein schlechtes Buch gelesen, das Einzige, das mir gefiel, war hier das Cover.

Der Schreibstil ist so schwer, recht ungewöhnlich und ich konnte mich mit ihm nicht anfreunden, trotz der kurzen Kapitel kam ich nie richtig in das Buch hinein. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich etwas überlesen hätte, aber dem war nicht so. Teilweise hab ich Sachen nicht verstanden, denn sie wurden schlicht und ergreifend nicht gut genug beschrieben.

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Cheon Myeong-kwan: Eine Bumerangfamilie

Der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Cheon Myeong-kwan (Jahrgang 1964) aus Südkorea stand mit seinem ersten Roman „Der Wal“ aus dem Jahr 2004 auf der Shortlist des International Booker Prize 2023. Sein zweiter Roman „Eine Bumerangfamilie“ ist im Oktober 2024 bei Weissbooks in einer Übersetzung von Matthias Augustin und Kyunghee Park erschienen.

Die Rückkehr der „Bumerang-Kinder“

In „Eine Bumerangfamilie“ kehrt Cheon Myeong-kwans Ich-Erzähler und Protagonist, der Regisseur Inmo, in die Wohnung seiner Mutter zurück. Als beinahe Fünfzigjähriger steht er vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz. Inmo hat kein Geld mehr, aber einen Haufen Schulden und ein Alkoholproblem. In die Wohnung der über siebzigjährigen Mutter ist bereits Inmos älterer Bruder Hanmo eingezogen. Hanmo, genannt Hammer, ist ein fetter Möchtegern-Gangster. Es dauert nicht lange und es gesellen sich Miyǒn, die jüngere Schwester der beiden, mit ihrer halbwüchsigen Tochter Min’gyǒng dazu.

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Jennifer Bright: Almost isn‘t enough

Seitdem ihr Elternhaus in Flammen aufgegangen ist, wird Summer von Albträumen geplagt. Einzig beim Kitesurfen fühlt sie sich frei. Als der mysteriöse Student Ares in ihre WG in der Kleinstadt am Meer zieht, macht er sie wahnsinnig. Doch auch vom ersten Augenblick an fühlt Summer sich zu ihm hingezogen. Als Ares von ihren Albträumen erfährt, versteht er sie so gut wie niemand sonst. Denn niemand weiß, dass er ebenfalls tiefe Wunden in sich trägt. Als Summer mit Ares beginnt, die Wahrheit über den Brand ihres Elternhauses aufzudecken, stoßen sie auf eine schockierende Verwicklung 

Eine emotionale Achterbahn erlebt man hier beim Lesen.

Selten habe ich so ein wunderschönes, emotionales und vor allem realistisches Buch gelesen. Die Themen, die in dem Buch behandelt werden, ist wahrscheinlich nicht für jeden was, weshalb es ratsam ist, die Trigger-Warnung zu beachten.

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Ella Berman: Das Comeback

Grace lebte einen Traum – eigentlich. Mit 13 Jahren wurde die Britin auf dem Schulhof entdeckt und nach Los Angeles geholt. Ihre ganze Familie siedelte mit ihr nach Amerika, aber sie sieht sie trotzdem kaum. Denn ihre ersten Filme werden volle Erfolge, sie ist viel beschäftigt und hat jede Menge Freunde. Ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entscheidet sie sich dafür, das alles hinter sich zu lassen. Ohne jemandem auch nur ein Wort zu sagen, zieht sie zu ihren Eltern nach Anaheim und lebt dort beinahe ein Jahr mehr oder weniger unerkannt. Dann entscheidet sie sich dafür, zurückzukehren, aber es soll niemals wieder so werden, wie es einmal war.

Das Buch beginnt mit einem Unfall. Dann zeigt Ella Berman uns Grace bei ihren Eltern und warum sie zurück nach LA geht. Grace erzählt uns die Geschichte aus ihrer Sicht – unterbrochen immer wieder von Rückblenden, wie es so weit kommen konnte.

Es war Able, der sie einst entdeckte, der sie förderte und einen erfolgreichen Film nach dem anderen mit ihr produzierte. Aber es war auch Able, der sie manipulierte, ihr jedes Selbstbewusstsein raubte und sie auch sexuell missbrauchte – was erschütternderweise nicht der schlimmste Teil des Missbrauchs war.

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Maria-Christina Piwowarski (Hg.): Und ich

In dieser Anthologie geht es um drastische Veränderungen im Leben von Frauen und wie die verschiedenen Protagonistinnen damit umgehen.

Zwanzig Geschichten sind in diesem Erzählband versammelt. Zu den Autorinnen gehören außer der Herausgeberin selbst unter anderem:

Gabriele von Arnim, Zsuzsa Bánk, Judith Poznan oder Mareike Fallwickl.

Manche der Geschichten zeigen vielleicht Parallelen zum eigenen Leben auf. Auch Texte die schwer wiegen, die man geradezu aushalten muss, sind zu lesen. Andere wiederum kommen federleicht daher; sie können motivieren, beflügeln, ermutigen.

Lesen ist für sie ein Grundbedürfnis, schreibt die Herausgeberin Maria-Christina Piwowarski in einem Vorwort.

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