Helen Macdonald: H wie Habicht

helenHabichte sind nicht gerade die üblichen Vögel für Falkner. Habichte gelten als launisch, schlecht berechenbar und überhaupt sind Falken viel einfacher zu fliegen. Trotzdem oder gerade deshalb setzt sich Helen nach dem Tod ihres Vaters in den Kopf, einen Habicht zu zähmen. So tritt Mabel in ihr Leben. Man kann nicht mit einem Habicht zusammenleben, ohne auf ihn einzugehen. Aber so wunderschön, wie es in diesem Buch beschrieben ist, wurde es noch nie beschrieben.

H wie Habicht handelt nicht nur von Helen und Mabel. Es handelt auch von dem Schriftsteller White, von dem die Vorlage zu „Merlin und Mim“ stammt und der ebenfalls die Rettung aus seiner Depression in der Zähmung eines Habichts suchte. Weiterlesen

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Gabriella Engelmann: Apfelblütenzauber

apfelGerade erst haben Leonie, Nina und Stella ihre „Villa zum Verlieben“ in Hamburg gefunden und schon löst sich die muntere Wohngemeinschaft im neuen Roman von Gabriella Engelmann wieder auf.
In „Apfelblütenzauber“ entführt die Meisterin der romantischen Liebesromane ins Alte Land im Norden Deutschland. Dort scheint erst das ganze Leben von Leonie zusammenzubrechen: Job weg, die Villa steht zum Verkauf, und die Eltern stehen kurz vor der Scheidung. Weiterlesen

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Rolf Lappert: Über den Winter

rolfAuf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2015 steht auch Rolf Lapperts „Über den Winter“. Der 1958 geborene Schweizer schreibt darin über den Künstler Lennard Salm, der von einem nicht näher benannten Ort irgendwo im Süden widerwillig zu seiner Familie nach Hamburg zurückkehrt, um an dem Begräbnis seiner Schwester teilzunehmen. Doch dann bleibt er länger als geplant und richtet sich nach und nach in der Situation ein.

Lapperts Erzählstil passt zum ruhigen Cover dieses Buches. Der Autor nimmt sich jede Menge Zeit auch für kleinste Details und schreckt auch vor längeren Beschreibungen von Landschaften oder Wohnungseinrichtungen nicht zurück. Weiterlesen

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Amy Harmon: Unendlich wir

wirBonnie ist 21 Jahre alt, als sie ihre erste wirklich eigene Entscheidung trifft. Sie will in Boston von einer Brücke springen und ihrem Leben ein Ende setzen. Ein Fremder taucht aus dem abendlichen Nebel auf und hält sie gerade noch davon ab. Clyde, wie er von Freunden genannt wird, ist unterwegs nach Las Vegas und da auch Bonnie etwas hinter sich lassen möchte, schließt sie sich ihm kurzerhand an. Auf dem Weg müssen die beiden feststellen, dass sie weit mehr als nur ein Namenspaar verbindet. Weiterlesen

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Mark B. Mills: Warten auf Doggo

doggoDer Klappentext von Mark B. Mills Roman „Warten auf Doggo“ liest sich vielversprechen, aber das Buch ist eine Enttäuschung. Daniel ist die Freundin Clara über Nacht weggelaufen. Da gelassen hat sie ihm den hässlichen Hund Doggo. Und so trottet Daniel nun durch ein relativ ereignisloses Leben.
Man erfährt viel über seinen Beruf als Werbetexter – der Autor aus Oxford ist auch einer. Betont witzig sind die Szenen im Büro beschrieben, aber wirklich lustig sind sie nicht. Und spannend auch nicht.
Clara taucht später noch mal auf, Daniel hat zwischendurch andere Bekanntschaften, Doggo darf natürlich bleiben und wird Daniels Freund. Nichts überraschendes. Das Buch lässt die Leser mit allem ratlos zurück.

Mark B. Mills: Warten auf Doggo.
Bastei Lübbe, September 2015.
256 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Ulrich Peltzer: Das bessere Leben

ulliUlrich Peltzers „Das bessere Leben“ steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2015. Als Leser braucht man sehr viel Kraft und eisernen Willen, um diesen Roman durchzustehen. Der 1956 geborene Autor taucht in die Köpfe einer fast unüberschaubaren Vielzahl von Figuren ein und bedient sich dabei der literarischen Technik „Bewusstseinsstrom“ – das heißt, er schreibt das auf, was die Figuren gerade denken. Und da Gedanken eben oft aus Halbsätzen bestehen oder wild durcheinander von einem Thema aufs nächste springen, ist das Ergebnis ein gewisses Text-Wirrwarr. Weiterlesen

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Patrick Tschan: Eine Reise später

reiseEs geht um das erste Mal, die erste große Liebe, die ersten riesigen Enttäuschungen, so dass man auch mit zarten sechzehn, oder grade deswegen, oft nicht mehr weiter leben will. Diese Erlebnisse sind so prägend, dass man sie, auch zig Jahre später, auf der Haut oder im Herzen, oder alternativ in der Magengrube, spürt. Dann, wenn man mit etwas Damaligen konfrontiert wird und sich die Synapsen der Erinnerung zusammenschließen. Ich glaube jeder kennt das. Der berühmte japanische Schriftsteller Haruki Murakami – schon lange ein Nobelpreiskandidat – beschreibt dieses Phänomen eindringlich, fast schmerzhaft in seinem Roman „Gefährliche Geliebte“. Weiterlesen

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Jane Shemilt: Am Anfang war die Schuld

janeVom einen auf den anderen Tag verändert sich das Leben von Jennys Familie grundsätzlich. Gerade noch hat sie ihre 15-jährige Tochter Naomi zu einer Theaterprobe verabschiedet, dann verschwindet das Mädchen spurlos. Sie soll in Begleitung eines fremden Mannes gewesen sein! Dass Jenny nicht lachen muss. Ihre Naomi und ein Mann! Unruhe erfasst die Familie, die darüber hinaus noch aus ihren Zwillingssöhnen Ed und Theo und ihrem Mann Ted besteht. Naomi ist auch nach Tagen nicht wieder aufgetaucht, die Polizei ermittelt und Jenny kommt es immer mehr so vor, als habe sie mit einer Fremden ihre Wohnung geteilt. Einer Fremden, die ihre eigene Tochter war. Weiterlesen

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Philipp Tingler: Schöne Seelen

seele„… Effizienz ist bekanntlich das Erreichen eines maximalen Ergebnisses mit minimalem Aufwand. Wenn Patienten ihr Glück nach einer zweistündigen Nasen-Operation finden, ist eine jahrelange psychotherapeutische Behandlung wegen einer aus dem Nasenproblem resultierenden Depression, Zwangsstörung und sozialen Phobie verzichtbar, oder nicht?“ (S. 331/332)
Für den vermögenden und erfolgreichen Schriftsteller Oskar Canow gibt es einen Zusammenhang zwischen einer schönen Seele und seiner Hülle. Erst recht, wenn man es sich leisten kann. Weiterlesen

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Yorck Kronenberg: Tage der Nacht

yorckDie Nächte in denen er schlaflos wach liegt, werden für Anton zum Wechselspiel der Erinnerungen. Der vergangene Überfall auf ihn und seine Frau Franziska in ihrem gemeinsamen Landhaus an der Küste Westenglands und die schrecklichen Geschehnisse während des Nationalsozialismus, als er noch der kleine Toni war, lassen seine Gedanken nicht mehr los.

Im Einschlafen werden all die Bilder in Antons Kopf wieder lebendig. Dann schämt er sich über seine Hilflosigkeit, dass er seiner Frau nicht beistehen und sie beschützen konnte, als einer der Einbrecher ihn festgehalten hatte. Weiterlesen

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