Monique Schwitter: Eins im Andern

schwitMal eben den Namen der ersten Liebe googeln. – Für die Heldin in Monique Schwitters Roman „Eins im Andern“ endet das in einem Karussell der Gefühle, denn dieser Petrus hat sich fünf Jahre zuvor aus dem achten Stock gestürzt. Mit dem einfühlsam und in einer ausnehmend schönen Sprache geschriebenen Roman ist die 43-jährige Schweizerin für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Die Protagonistin blickt auf alle Männer, die sie geliebt hat, zurück; alle tragen die Namen von Aposteln. Nur Judas fehlt. Weiterlesen

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Véronique Olmi: Nacht der Wahrheit

nachtEine sehr junge Mutter, die sich zusammen mit ihrem pubertierenden Sohn ein Bett in einem kleinen Zimmer teilt, birgt an sich schon genügend Konfliktpotential. Dieser Roman birgt noch viel brisantere Probleme eines heranwachsenden Jungen. Was sich zeilenweise erfrischend amüsant liest, gärt und brodelt, bis das Unheil überkocht.

Der zwölfjährige Enzo Popov ist eine Romanfigur die einem schnell ans Herz wächst. Zusammen mit seiner russischstämmigen Mutter lebt er in Paris, direkt am Palais Royal. Weiterlesen

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Richard Ford: Frank

frankWie schön: Frank Bascombe ist wieder da! – jener leicht zynische Alltagsheld, der nun schon im vierten Roman des Amerikaners Richard Ford die Hauptfigur gibt.

Schlicht „Frank“ heißt das neue nur 224 Seiten dünne und wieder von Frank Heibert übersetzte Büchlein, in dem Bascombe einige Menschen wiedertrifft, die in seiner Vergangenheit eine Rolle gespielt haben: einen Mann, dem er einst sein Strandhaus verkaufte, das nun aber vom Hurrikan Sandy zerstört worden ist, seine Ex-Frau Ann, die an Parkinson leidend in einem Seniorenheim lebt, und einen alten Freund, der ihm auf dem Sterbebett ein unschönes Geheimnis anvertraut. Und dann gibt‘s noch eine unerwartete Besucherin, die Bascombe eine Horrorgeschichte erzählt … Weiterlesen

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Siegfried Lenz: Das Wettangeln

angelBis kurz vor seinem Tod vor fast einem Jahr hat Siegfried Lenz an seiner Erzählung „Das Wettangeln“ geschrieben. Zum ersten Todestag ist die Kurzgeschichte als letztes Geschenk des großen Erzählers an die Leser erschienen. Die liebevolle Gestaltung des kleinen Büchleins mit Illustrationen von Nikolaus Heidelbach erinnert an Lenz‘ Buch „Leute von Hamburg“, das an seinem Todestag erschienen ist. Weiterlesen

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Willy Vlautin: Die Freien

wilyEin Buch aus Amerika zieht den Leser auf der ersten Seite in seinen Bann und lässt ihn bis zum Ende nicht mehr los: Willy Vlautins „Die Freien“.

Der 1967 geborene Sänger (der Folkrockband Richmond Fontaine), Songschreiber und Autor hat ein Herz für die einfachen Menschen, die eher am unteren Ende der amerikanischen Gesellschaftsskala stehen. Sie müssen kämpfen, um über die Runden zu kommen. Weiterlesen

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Gabrielle Zevin: Die Widerspenstigkeit des Glücks

guckA.J. ist der einzige Buchhändler auf Alice Island und hat gerade sein wertvollstes Buch gestohlen bekommen, als er quasi im Austausch ein zweijähriges Kleinkind in seiner mehr als dürftigen Kinderbuchabteilung findet. Die kleine Maya trägt einen Zettel bei sich, auf dem klar wird, dass sie nicht versehentlich vergessen wurde, sondern von ihrer Mutter ganz bewusst an dieser Stelle ausgesetzt wurde, damit die Kleine ein wertvolles Leben in der Umgebung von Büchern führen kann. Doch A.J. ist keineswegs motiviert, das Kind zu behalten. Als Witwer und selbstständiger Buchhändler hat er schon so alle Hände voll zu tun. An dem Wochenende, an dem Maya und er auf die Frau vom Jugendamt müssen, erwärmt das Kind jedoch sein Herz. Weiterlesen

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Alejandro Guillermo Roemmers: Die Rückkehr des Prinzen

prinz72 Jahre nachdem der „Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry auf seinen Planeten zurückgekehrt ist, schickt ihn der argentinische Autor Alejandro Guillermo Roemmers zurück auf die Erde. In „Die Rückkehr des Prinzen“ gabelt der Ich-Erzähler den Jugendlichen mit dem blauen Mantel am Straßenrand in Patagonien auf und reist mit ihm durch Argentinien.
Es entwickeln sich zwischen den beiden wunderbar philosophische Gespräche über das Leben, die Menschen, das Haben und Sein, die Liebe und das Glück. Weiterlesen

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Roz Chast: Können wir nicht über was anderes reden?: Meine Eltern und ich

elternWirklich ungetrübt war Roz Chasts Verhältnis zu ihren Eltern noch nie. Jetzt sind beide über 90 und bei einem der seltenen Besuche in ihrem Elternhaus muss Roz feststellen: sie können nicht mehr alleine Leben. Aber was kann die Lösung sein? Dort hinziehen will und kann sie auf keinen Fall, ein Heim? Eine Hilfskraft (die von den Eltern vehement und starrsinnig abgelehnt wird)? Es wäre alles einfacher, wenn man mit den Eltern darüber reden könnte, aber wie gesagt, wirklich gut war das Verhältnis nie. Weiterlesen

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Larry Tremblay: Der Name meines Bruders

nameLarry Tremblay legt diese Geschichte in einem von Krisen erschütterten Kriegsgebiet an, das überall auf der Welt sein könnte. Dabei beschreibt er einen Konflikt, der für alle Beteiligten in großem Leid endet. Schonungslos verdeutlicht der Autor, wie ein einzelner Fanatiker durch seinen Hass manipulieren kann und das Leben einer Familie zerstört; wie durch geschickte Täuschungsmanöver Menschen beeinflusst und unschuldige Kinder einem sinnlosen Märtyrertod ausgesetzt werden; wie Religion zur Machtausübung missbraucht wird, wie unsinnig und schrecklich der Tod jedes Einzelnen ist und wie die grausamen Geschehnisse die Überlebenden ein Leben lang verfolgen. Weiterlesen

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Aharon Appelfeld: Ein Mädchen nicht von dieser Welt

appelDer jüdische Autor Aharon Appelfeld greift in seinem neuen Roman „Ein Mädchen nicht von dieser Welt“ dasselbe Thema auf wie in seinem vorigen Werk „Auf der Lichtung“ (2014): Menschen verstecken sich gegen Ende des Krieges vor den Nazis im Wald.

Appelfeld, mittlerweile 83 Jahre alt, hat selbst etwas Deratiges erlebt: Er versteckte sich im Krieg als Junge zeitweise in den ukrainischen Wäldern, nachdem seine Mutter getötet und er vom Vater getrennt worden war.
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