Anabelle Stehl: Novel Haven 02: Match of Fate

Willkommen zurück in Novel Haven

Band 2

Um „Novel Haven“ zu vermarkten, geht Nataly als Social Media Managerin das erste Mal live – und hat gleich Dylan, einen berühmten E-Sportler am Hals, der Kritik am Spiel nimmt. Die nachfolgende Diskussion geht viral und sorgt für einen Shitstorm. Und wäre das noch nicht genug, muss sie auf dem nächsten Bühnenpanel neben ihm sitzen. Um das Spiel zu retten, schlägt Fake Dating vor. Alles scheint in bester Ordnung, wäre da nicht Jack …

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Peter Stamm: Auf ganz dünnem Eis

Der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm (Jahrgang 1963) hat ein neues Buch vorgelegt. Darin sind neun Erzählungen. Unter dem Titel „Auf ganz dünnem Eis“ ist das Buch am 8. Oktober 2025 im S. Fischer Verlag erschienen.

Peter Stamm stellt seine Figuren auf dünnes Eis

„Auf ganz dünnem Eis“ – der Titel gibt vor, was Leserinnen und Leser im Inneren des Buches erwartet. Peter Stamms Figuren in den neun Erzählungen bewegen sich auf dünnem Eis, auf dem sie jederzeit einbrechen können.

In den beiden Erzählungen mit dem Titel „Auf dünnem Eis I“ und „Auf dünnem Eis II“ ist die Protagonistin eine Schauspielerin, die mit ihren Rollen verschwimmt. Mit ihrem Lebensgefährten Manuel lebt sie am Bodensee und spielt, simuliert für angehende Ärzte in einer Psychiatrie Patientinnen. Dabei lernt sie den Assistenzarzt Jonas kennen. Ein Engagement in Ingolstadt führt sie vom Bodensee fort, aber da ist sie schon schwanger.

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Donald Windham: Verlorene Freunde

Donald Windham erinnert sich in diesem Buch detailreich an die tragischen Entwicklungen seiner Freundschaften zu Truman Capote und Tennessee Williams.

Mit Tennessee Williams war Donald Windham mehr als 30 Jahre befreundet. 1945 produzierten die beiden gemeinsam ein Stück am Broadway. Die Bekanntschaft mit Truman Capote machte Windham 1948 in Venedig. 

Der Buchtitel „Verlorene Freunde“ könnte nicht besser gewählt sein. Beide Schriftsteller, Truman Capote wie auch Tennessee Williams, waren am Ende ihrer jeweiligen Karrieren nicht nur in sich selbst gefangen und verloren, auch die Verbindung zu Donald Windham veränderte sich.

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John Irving: Königin Esther

Mit Königin Esther legt der amerikanische Bestsellerautor John Irving im Alter von über 80 Jahren ein Werk vor, das alle vertrauten Zutaten seines Schreibens enthält – und doch erstaunlich leblos bleibt. Zwar blitzt hier und da jener eigentümliche Humor auf, der seine Romane seit Garp und wie er die Welt sah oder Owen Meany auszeichnet, doch insgesamt wirkt dieser späte Roman eher wie ein intellektuelles Experiment.

Irving verwebt verschiedene Schauplätze und Zeiten – Wien, Neuengland, Palästina und Jerusalem –, doch die ständigen Orts- und Perspektivwechsel zerren am erzählerischen Zusammenhalt. Das Ergebnis ist ein sprunghaft aufgebauter Text, dessen mittlere Kapitel verwirrend wirken. Die Handlung verliert sich in Nebengleisen, und die Titelfigur, Esther Nacht, bleibt erstaunlich blass. Ihr Innenleben, ihre seelische Entwicklung – all das bleibt schemenhaft, der Leser erfährt so gut wie nichts darüber.

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Bianca Iosivoni: Der letzte erste Song

Ich werde nie wieder singen. Dieses Versprechen hat sich Grace vor langer Zeit gegeben. Doch als Masons Band eine Sängerin sucht, lässt sie sich schließlich überreden, mitzumachen. Allerdings ist sie nicht auf das Prickeln vorbereitet, das sie plötzlich in Masons Nähe spürt – und auch nicht auf die Erkenntnis, dass sich hinter seinen vorlauten Sprüchen weit mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat. Mit ihm gemeinsam Songs zu schreiben fühlt sich richtiger an als alles andere. Aber Grace weiß, dass sie nie mehr als Freunde sein können. Denn Masons Herz gehört einer anderen …

Der LYX Verlag brachte das Buch erstmals 2008 heraus. Im Jahr 2025 erhielt die gesamte Reihe eine Neuauflage mit wunderschönen Covern, die mir deutlich besser gefallen als die der ersten Ausgabe. Hier handelt es sich um den letzten Band dieser emotionalen Reihe.

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Carsten Henn: Sonnenaufgang Nr. 5

Ein Leben in Erinnerungen. Aber möglichst nur solchen, die einem angenehm sind – keine schlechten! Das möchte die alternde, exzentrische Filmdiva Stella Dor in ihrer Autobiografie wiederfinden. Sie lebt recht einsam in einem kleinen, ziemlich verlassenen Ort an der Küste, in einem ehemaligen Pavillon, den sie der Gemeinde, die ihn eigentlich aufgeben wollte, für einen symbolischen Euro abgekauft hat.

Der Bürgermeister hat sich von diesem Verkauf ein bisschen Glamour für seinen Ort erhofft, vielleicht Künstler, die den Ort beleben würden oder die ein oder andere Ausstellung oder Veranstaltung, aber Stella lebt dort eher zurückgezogen und allein – mit ihren Notizzetteln überall, auf denen sie ihr Leben erinnert. Um all das in Buchform zu bringen, braucht sie Unterstützung. Die findet sie in Jonas, einem 19-jährigen, der grade sein zu trockenes, zu langweiliges Germanistikstudium geschmissen hat, um sich als Ghostwriter seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sollte das nicht gelingen, so hat er versprochen, wird er in einem Jahr seinem Vater im Restaurant helfen. Vorerst ist er froh, diesen ersten Auftrag bekommen zu haben und von zuhause wegzukommen. Auch dort muss er sich nämlich nicht nur dem Leben stellen, sondern auch Erinnerungen, die er lieber verdrängt.

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Kiran Millwood Hargrave u. a.: Gruselige Stunden

Absolut gelungene Geschichten mit hohem Gruselfaktor – tolle Fortsetzung der Reihe

Es sind „nur“ sechs Gruselige Geschichten in diesem Buch vereint, aber die haben es in sich. Ich wüsste nicht zu sagen, welche besser als die anderen oder gar die beste ist, alle sechs sind wirklich gelungen, wunderbar geschrieben, hochspannend und vor allem eben ziemlich gruselig.

Da ist die Geschichte „Wirt“ von Kran Millwood Hargrave um ein kleines Mädchen, das als Wirt für ein verstorbenes Kind herhalten muss, zu dem in einer Séance Kontakt aufgenommen soll. Dass das nicht gut ausgehen kann, ist abzusehen.

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Bianca Wege: Today I’ll Fall For Him

Herbstanfang in Harpersville. Nicht nur saisonal eine Veränderung, sondern auch für Jurastudentin Angelina oder kurz Lina. Dabei begegnen ihr sowie mir als Leserin nicht nur Kleinstadtgefühle- und -umgebung. Irgendwie scheint es für Lina auch eine Art Flucht zu sein, wenn auch nur vorübergehend. So zumindest ist ihr Plan, jedoch entwickelt sich dieser in Bianca Weges dritten Band der „Today“-Reihe in eine ganz andere Richtung. Neben einem zweiten männlichen Protagonisten, Riven, treten ebenso Freundschaft, Studium und Volleyball auf.

Dabei sind Lina und Riven als ein gegenübergestelltes Gegenteil vom jeweils anderen zu betrachten. Lina ist die scheinbar Perfekte. In allen Bereichen – dank ihrer unumstößlich wirkenden Organisation, samt ewig langen To Do-Listen. Diese Faktoren haben auf mich echt gewirkt, da ein Jurastudium sicherlich mit vielen Pflichten einhergeht. Des Weiteren stellt Bianca Wege ebenso die Strenge von Linas Eltern heraus. Folglich sind mir diese als ziemlich unangenehm in Erinnerung geblieben. Hingegen spielt Riven die Position des undurchdringlichen, attraktiven Sportlers. Aber hinter seiner inneren Mauer hat Wege einen verschlossenen Typen zum Leben erweckt, der dennoch nahbar und ab und an schwach sein kann. Seinen beschriebenen Charakterzug des Familienmenschen lässt ihn zusätzlich sympathisch sowie treu erscheinen. Ferner begegnen sich beide Hauptfiguren in „Today I’ll Fall For Him“ und decken zusehends die Fassade ihres Gegenübers auf.

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Caren Benedikt: Wogende Wellen: Grand Hotel Usedom 02

Das Cover, diesmal in lila-Tönen mit entsprechendem Farbschnitt, stellt schon gleich eine schöne Stimmung her. Der Blick geht auf ein edles Hotel, auf den Strand der Ostsee und in einen Sonnenuntergangshimmel. So idyllisch wie das Cover es erwarten lässt, geht es im zweiten Band der Trilogie um das Grand Hotel Usedom allerdings nicht zu. Im Gegenteil. Private Ermittlungen, die die Umstände aufklären sollen, unter denen der Hotelier August-Wilhelm von Höveln beim Frühjahrsball im vornehmen „Ahlbecker Hof“ ums Leben gekommen ist, stehen im Zentrum. Die Schwestern Helene, die inzwischen mit viel Liebe und Geschick als Frau von Weigand das Literaturhotel „Atlantic“ leitet, und Sophie sind überzeugt, dass ihr Vater damals weder versehentlich vom Balkon seines Büros im Hotel gestürzt ist, noch dass es ein Unfall war. Sie sind überzeugt, jemand hat ihren Vater ermordet. Ihr Verdacht richtet sich zunächst auf ihren Schwager Friedrich Kaminski, dessen Ziel es schon länger gewesen ist, die Leitung der Hotels der Familie von Höveln zu übernehmen, doch sein Schwiegervater hat das nicht zugelassen. Er hat Friedrich nicht zugetraut, dieser Aufgabe gewachsen zu sein, obwohl er ebenfalls aus einer angesehenen und erfolgreichen Hoteliersfamilie stammt. In seinen Augen hatte Friedrich weder ein Gespür fürs Geschäftliche noch für den Umgang mit Gästen, sondern hatte nichts im Blick als den eigenen Vorteil, was sich deutlich darin zeigte, dass er dem Glücksspiel sehr zugetan war und das auch im Hotel.

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Ian McEwan: Was wir wissen können

Der Brite Ian McEwan (Jahrgang 1948) ist ein brillanter Schriftsteller. Viele seiner Romane wurden ausgezeichnet und verfilmt. Auf dieser Homegage haben wir zuletzt „Lektionen“ aus dem Jahr 2022 besprochen.

Am 24. September 2025 veröffentlichte der Diogenes Verlag sein neuestes Werk mit dem Titel „Was wir wissen können“. Bernhard Robben hat es aus dem Englischen übersetzt.

„Was wir wissen können“ von Ian McEwan ist eine Dystopie oder nicht?

Im ersten Teil des Romans spielt „Was wir wissen können“ im Jahr 2119. Die Welt wurde überschwemmt, England und Europa sind nunmehr in Inseln zerstückelt. Die Weltbevölkerung ist um die Hälfte auf vier Milliarden geschrumpft. Demokratie, Wirtschaft und Freiheit sind Katastrophen, Kriegen und Atomschlägen zum Opfer gefallen. Der englische Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe beschäftigt sich mit der Literatur von 1990 bis 2030.

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