Jan Beinßen: Der Sommermordclub

Die Mitglieder des Mordclubs sind wieder einmal zum Urlaub zusammengekommen. Der Mordclub, das ist eine Gruppe Senioren, die früher im polizeilichen Dienst Verbrecher verfolgt haben und nun ihren Ruhestand genießen wollen. Und wo ginge das besser, als in einer Villa an der Amalfiküste? Als eine Bekannte sie einlädt, macht die Gruppe sich auf Zeit am Pool und Dolce Vita gefasst – bis in eben diesem Pool eine Leiche schwimmt und alles danach aussieht, als wolle jemand die Ex-Ermittler aus dem Weg räumen.

Die ehemaligen Profis müssen selbst ans Werk, nachdem die Polizei alles als Unfall abtut. Wer könnte es auf sie abgesehen haben? Die Liste der Verdächtigen wird sehr, sehr lang und die Zeit rennt, denn es bleibt nicht bei diesem ersten Anschlag …

Nach „Der Wintermordclub“ treffen wir unsere Lieblingsermittler in Rente nun auch im zweiten Band wieder. Wer gerade eine Lektüre für den Sommerurlaub (eventuell ja auch nach Italien?) sucht, braucht aber kein Vorwissen; die Ermittler werden zu Beginn alle noch einmal vorgestellt und die Geschichte baut nur bedingt auf den bisherigen Ereignissen auf.

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Julia Phillips: Cascadia

Sam, die Protagonistin, lebt gemeinsam mit ihrer Schwester Elena und ihrer Mutter auf der Insel San Juan im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die genaue geografische Lage der Insel samt Fährpassage ist am Buchbeginn auf einem Landkartenausschnitt British Columbias zu ersehen, was für den Textinhalt interessant und aufschlussreich ist.

Die schwer erkrankte Mutter der beiden jungen Frauen liegt die meiste Zeit im Bett und muss sich von ihren Töchtern versorgen lassen.

Die jüngere Schwester Sam arbeitet auf einer Fähre. Dort ist sie mit reichen Urlaubern konfrontiert, deren Allüren sie immer wieder frustrieren, da sie selbst ein ganz anderes, armseligeres Leben führen muss und wie ihre Schwester nie genügend Geld zur Verfügung hat. Die ältere Elena arbeitet in einem Golfclub. Beiden Mädchen blieb es trotz Highschoolabschluss verwehrt, einen lukrativeren, besseren Job zu bekommen. Doch Elena und Sam haben einen gemeinsamen Plan. Solange die Mutter noch lebt, ist es für die Töchter eine Ehrensache, deren Versorgung weiter zu leisten. Sobald ihre Mutter gestorben ist, wollen sie das Haus, das einst die Großmutter für die Familie erbauen ließ, um dadurch den Grundstein für eine abgesicherte Existenz in der Mitte der Gesellschaft zu legen, verkaufen. Sie erträumen sich, später irgendwo auf dem Festland zu leben, um dort mit dem Erlös des Hauses endlich ein besseres Leben führen zu können.

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Parker S. Huntington: Darling Venom

Am Valentinstag steigt Charlotte nachts auf das Dach ihrer High School und ist bereit, alles zu beenden. Doch da begegnet ihr an der Stelle der Außenseiter Kellan. Unter andern Umständen hätten sie bestimmt nie miteinander gesprochen, aber in der Nacht ist alles anders, sie schließen einen Pakt: Jedes Jahr am selben Tag, zur selben Zeit, am selben Ort werden sie sich treffen. Kellan verlangt von Charlotte allerdings, dass sie ihn außerhalb dieser Treffen nicht anspricht. In den darauffolgenden Jahren werden ihre Gespräche immer intimer und die Verbindung zwischen ihnen stärker. Bis Charlotte gegen das Versprechen verstößt und fortan mit den Konsequenzen leben muss. Vier Jahre später trifft sie auf Kellans Bruder Tate. Können sie gemeinsam einen Weg aus dem Dunkel finden? 

Der Klappentext sprach mich hier definitiv mehr an als das Cover, denn das fand ich nicht gut gewählt. Den Inhalt des Buches allerdings fand ich gut, die Geschichte ist voller wunderbarer Menschen. Aber hierbei geht es um viel mehr als die typischen BookTokRomancen, die sonst auf der Plattform immer so gehypte sind. Es ist ein Buch voller Trauer, Verlust, Depressionen und vor allem geht es viel um die psychische Gesundheit, die man auch nie außer Acht lassen sollte. Aber auch viele andere Themen spielen eine Rolle, so ist es zwar breit gefächert, aber die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Denn auch der Schreibstil ist sehr passend und die Autorin weiß, wie man sich ausdrückt, um die Leser emotional abzuholen.

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Charlotte Roth: Die Stauffenbergs: Eine große Liebe in Zeiten des Krieges

Es ist ein bisschen, wie wenn man in einem Buch die letzte Seite zuerst liest.

Man kennt den Ausgang der Geschichte ja und weiß, es ist kein Happy End! Insofern ist dieser biografische Roman von Anfang an bedrückend. Das missglückte Attentat auf Hitler, am 20. Juli 1944, jährt sich zum 80. Mal, das Erscheinungsdatum des Buches ist also sicher nicht zufällig gewählt. Vielleicht sollte man im Geschichtsunterricht durchaus auch mal solche Bücher einsetzen, statt nur trockener Daten, Fakten und Namen, die sich die Wenigsten merken können oder wollen. Das ein oder andere „Geschichtsbuch“ dieser Art würde vielleicht einiges zum besseren Verständnis beitragen. Auch wenn die Autorin betont, dass die Handlungen ihres Romans fiktiv sind, dass der Roman vor allem eine Liebesgeschichte sei, orientiert sie sich doch eng an den historischen Personen und Ereignissen. Sie hatte nicht den Anspruch, eine Biographie zu schreiben, wohl aber den Wunsch, durch Erfundenes Wahres sichtbarer zu machen. Ich finde, dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Charlotte Roth erzählt uns eine wunderschöne und tieftraurige Liebesgeschichte. Die Geschichte von Nina, Tochter des fränkischen Generalkonsuls und einer baltischen Freifrau. Ihre Familie lebt in Bamberg.

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Moritz Heger: Die Zeit der Zikaden

Moritz Heger (Jahrgang 1971) ist Gymnasiallehrer und Jugendtheatermacher in Stuttgart. Er schreibt Theaterstücke und literarische Texte. 2008 erschien sein Roman „In den Schnee“ und 2021 „Aus der Mitte des Sees“. Am 26. Juni 2024 veröffentlichte der Diogenes Verlag „Die Zeit der Zikaden“.

Auszeit im „Land, wo die Zitronen blühen“

Moritz Heger hat sich für seinen dritten Roman „Die Zeit der Zikaden“ ein Setting ausgedacht, das zwei ältere Menschen an den Wendepunkten ihres Lebens beschreibt.

Die eine, Frau Mattmann, geht als Lehrerin in Pension. Der andere, Johann, braucht von seiner Arbeit als Bestatter eine Auszeit. Alex Mattmann hat sich ein Tinyhaus auf Rädern bauen lassen und will auf Reisen gehen. Johann hat ein altes Steinhaus (Rustico) in Italien geerbt und will dort malen. Das Haus gehörte einst Johanns Onkel, dem Maler Renat. Alex und Johann lernen sich auf der Hochzeit von Alexs ehemaliger Schülerin Wibke mit Johans Sohn Dominik kennen. Irgendwann lädt Johann Alex nach Ligurien ein. Und sie fährt mit ihrem Tinyhaus hin und stellt es in seinem Garten ab. Johanns Frau Marion scheint das nicht zu stören. Zwischen Alex und Johann entwickelt sich langsam und vorsichtig eine Beziehung. Beide sind im Aufbruch zu etwas Neuem oder wenigstens Anderem in ihrem Leben.  Und dann taucht Johanns Tochter Nora im Rustico auf.

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Monika Helfer: Der Stoff

Der Residenz Verlag publiziert seit einigen Jahren die Reihe „Dinge des Lebens“. Verschiedene Autorenbeschreiben darin ihre Verbindung zu scheinbar alltäglichen Gegenständen. Die hübschen Büchlein tragen Titel wie „Das Buch“, „Die Kamera“ oder „Der Schlüssel“. Von der österreichischen Autorin Monika Helfer liegt nun „Der Stoff“ vor. Helfer legt darin in Textminiaturen ihre Beziehung zu Stoffen dar. Wie eine bunte Patchwork-Decke muten ihre unterschiedlich langen Textstücke an. Dabei gibt die Autorin auch einen Einblick in ihr Leben und sie skizziert, wie sie, die begeisterte Näherin, ihr Leben lang Textilien begleitet haben. Es geht um „Haut und Hülle“, „Die Magie der Stoffe“ oder„genähte Erinnerungen“. Einen Satz findet man dabei immer wieder: „Ist der Mensch arm, wird der Stoff billig sein, ist er noch ärmer, sind es Lumpen, mit denen er sich bedeckt. Ein reicher Mensch zeigt sich im Feinen.“

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Liz Tomforde: Mile High

Im ersten Band der Windy-City-Reihe trifft Sports Romance auf Forbidden Love und Enemies to Lovers.

Wir treffen auf den Badboy Zanders, der eigentlich ganz anders ist, als er sich vor der Presse gibt. Er ist ein Hockey Star, der für die National Hockey League spielt und dafür bekannt, dass er jede Nacht eine andere Frau mit in sein Bett nimmt. Für diese Saison gibt es erstmals eine feste Crew für den Privatjet, mit dem die Crew von Spiel zu Spiel reist. Dies bringt auch eine wichtige neue Regel mit sich: Hände weg vom Personal! Doch das gestaltet sich für Zanders schwer, als er Stevie das erste Mal sieht. Die Flugbegleiterin geht im vom ersten Augenblick nicht mehr aus dem Kopf und ihr geht es umgekehrt genauso. Doch sie weiß, dass sie damit nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Herz riskieren würde.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

Man sollte erwähnen, dass es schon viele Spice-Szenen gibt, die ruhig etwas weniger hätten sein können, denn sie zogen sich manchmal ein wenig zu sehr in die Länge. Überraschend fand ich, dass man nicht viel über das Hockeyspiel selbst erfährt, da hätte ich ein bisschen mehr erwartet, da ich mich für den Sport begeistere. Dafür aber taucht man tief in die Gedankenwelt von Stevie und Zanders ab, was ich interessant fand. Vor allem, da die Geschichte abwechselnd aus ihren Perspektiven erzählt wird.

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Sharon Gosling: Forgotten Garden

Ein Garten als Allheilmittel – etwas simpel gestrickter, aber netter Roman

Auch wenn der Roman arg klischeelastig ist und die Figuren vor allem altbekannte Archetypen, so kann er doch fesseln, denn er entwickelt auf gewisse Art eine rechte Spannung. Allerdings hält sie sich dennoch in Grenzen, ahnt man doch den Ausgang eigentlich von Anfang an und dieser kann nur ein rundes Happy End sein.

Es ist bereits der dritte Roman von Sharon Gosling, den ich gelesen habe. Der erste „Fishergirl’s Luck“ konnte mich nicht überzeugen, der zweite dagegen „The LighthouseBookshop“ war ein schönes Leseerlebnis, er hatte mich sehr berührt. Nun also ein weiteres Buch aus der Feder der britischen Journalistin und Autorin.

Diesmal steht Luisa im Mittelpunkt. Sie ist seit mehr als 10 Jahren verwitwet, ihr Mann starb bei einem Unfall. Mit ihm zusammen hatte sie Gartenarchitektur studiert, sie hatten viele Pläne, unter anderem für Gemeinschaftsgärten, vor allem in Problemvierteln von Städten. Doch seit seinem Tod arbeitet Luisa nicht mehr selbständig, sondern als schikanierte Assistentin einer boshaften Chefin.

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Craig Schaefer: Sophias Geister: Daniel Faust 02

Las Vegas, Nevada ist meine Heimat. Ja, das Zockerparadies, in dem Vermögen verspielt, Schicksale weggeworfen und Existenzen vernichtet werden ist für mich der Place to be.

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Daniel Faust der Name, meine Profession: – Magier, zur Not auch noch Schnüffler, Gauner und Straßenzauberer, je nachdem, wie sehr ich mit der Miete im Rückstand bin.

Gerade bin ich schwer verliebt – in Caitlin, eine Dämonin, die auf Erden wandelt und dem letzten Engel, den man seit Jahrtausenden in allen Reichen gesehen hat, die Flügel im wahrsten Sinne des Wortes, gestutzt, wie in ausgerissen hat. Als Vollstreckerin des aktuellen Herrschers der Hölle vielleicht nicht unbedingt das, was man seinen Eltern vorstellen möchte, aber mein Ein und Alles.

Ihr Boss, dem wir so nebenbei sein Dasein gerettet haben – zusammen mit der Rettung der gesamten verfluchten Welt – will mich kennenlernen. Doch, statt eines Dankes, vielleicht gar eine Belohnung, stellt er mir eine Aufgabe – will ich seinen Segen für die Beziehung zu Caitlin soll ich einen unschuldigen Priester umbringen!

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Pascale Lacelle: Curious Tides

Emory besucht das renommierte Aldryn College für Mondmagie, doch in ihrer Magie-Ausrichtung, der Heilung, ist sie höchstes mittelmäßig. Ganz anders als ihre beste Freundin Romie, die als Traum-Magierin die beste ihres Faches ist. Und nicht nur das: Romie ist begabt, hübsch, witzig, abenteuerlustig und erweckt in jedem den Wunsch, ganz genau so zu sein wie sie.

Aber nun ist Romie tot. Ertrunken bei einer leichtsinnigen Mutprobe, zusammen mit sieben anderen Studenten. Nur Emory hat überlebt. Nun muss sie mit den Folgen leben, und zwar nicht nur mit dem Trauma: Auch ihre Magie hat sich seit jener Nacht verändert und ist zu etwas Größerem geworden, das Emory nicht begreifen kann. Nur Baz kann ihr helfen, diese Magie unter Kontrolle zu bringen, aber Baz ist nicht nur der Bruder der verstorbenen Romie, sondern auch im Zeichen der Eklipse geboren. Diese Magier werden von der Gesellschaft für ihre Macht geächtet, die keinen Einschränkungen folgt und bei einem Kontrollverlust tödlich enden kann.

Gleichzeitig scheint auch der mysteriöse Keiran hinter Emorys Geheimnis zu kommen. Kann sie ihm vertrauen, nur weil er ihr Herz höherschlagen lässt?

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