Paul Lynch: Das Lied des Propheten

„Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ Dieses Zitat stammt von Franz Kafka. Es verwundert nicht, dass Paul Lynch, Booker Prize Träger 2023, in den Medien bisweilen als „Kafka dieses Jahrhunderts“ bezeichnet wird. Denn dieses Buch tut weh. Es erschüttert unser tiefstes Inneres von der ersten bis zur letzten Seite. Der vermeintlich dystopische Plot ist längst Realität, nicht im vermeintlich demokratischen Westeuropa, sondern in anderen Teilen der Erde, die man gemütlich ausblenden und wegzappen kann. Doch Lynch holt uns ein. Er transferiert die Schrecken von Diktatur und Fanatismus ins Irland der nahen Zukunft, mitten in die EU.

Hausbesuche ohne Wiederkehr? Ausgrenzung und Demütigung Andersdenkender? Straßenkämpfe, Folter, Tod, Zusammenbruch des Systems – bei uns in Europa nicht denkbar? Doch. Wie Paul Lynch den Schrecken eines autokratischen Systems über die Welt von Eilish und Larry Stark hereinbrechen lässt, ist ganz große Literatur. Sie sind aufgeklärte Menschen, die an die Vernunft glauben. Nur dass dieser Wert unter der tyrannischen, rechtsnationalen Regierungspartei eben nichts mehr wert ist.

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T. J. Klune: Alte Geheimnisse: The Extraordinaries 03

T. J. Klune schließt mit vorliegendem Roman seine Young-Adult-Superhelden-Trilogie „The Extraordinaries“ ab.

Heyne hat der kleinen Reihe die Weihen einer Hardcover-Ausgabe zukommen lassen – ein Hinweis darauf, dass man zum einen von der inhaltlichen Qualität überzeugt war, aber auch, dass der Vertrieb davon ausgegangen ist, dass sich die Leser für die Geschichte erwärmen würden.

Im Zentrum des Geschehens steht der Teenager Nick und dessen Beziehung zu seiner großen Liebe, Seth.

Nick hat sich vom Superhelden-Fanfiction-Autor zum Superhelden entwickelt, einem „Außergewöhnlichen“, der sich jetzt Guardian nennt, der alte Spitzname seiner Mutter.

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Arno Strobel: Stalker: Er will dein Leben

Wo waren hier die Stalkervibes? Meiner Meinung nach ist das, was Eric passiert, nicht stalken, aber ok. Titel für mich schon mal verfehlt. Doch leider nicht nur das, denn auch die Story war für mich eine der Schlechtesten dieses Autors und das, obwohl ich seine Bücher eigentlich immer inhaliere und sie mich nicht mehr loslassen.

Wir treffen auf Eric Sanders, dieser hat seine erste Rolle im Fernsehen bekommen und erhofft sich damit eine Karriere aufbauen zu können. Nach der Ausstrahlung steigert sich seine Bekanntheit und die Anfragen steigen, doch mit dem Ruhm kommen auch die Schattenseiten ans Licht. Jemand fängt an seine Social-Media-Accounts zu kopieren und treibt mit Sanders Identität ein böses Spiel, er bedroht Eric sogar und dieser soll nun einen Mord gestehen, um das Leben seiner Lieben zu schützen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, wenn ich auch hier den Schreibstil des Autors anders fand als in seinen bisherigen Werken. Irgendwie konnte mich hier der Aufbau der Geschichte nicht so sehr fesseln und mir fehlte das Konstrukt der psychologischen Ebenen und die Einblicke in Sanders Gefühlswelt waren zu wenig verworren.

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Gesine Dammel (Hg.): Weihnachtswunderland

Viele Geschichten rund um Weihnachten versammelt Gesine Dammel in der Anthologie „Weihnachtswunderland. Die schönsten Geschichten zum Fest“.

Namhafte Autoren wie Thomas Bernhard, Antoine de Saint-Exupery oder Bert Brecht findet man neben weniger bekannten Kollegen, die allesamt Kindheitserinnerungen, Märchenhaftes und auch Lustiges zum Thema Weihnachten zu erzählen haben. Gabriela Jaskulla schreibt von einer Frau, die in der Kirche beim gemeinsamen Singen mit der alten Mutter die Distanz zu ihr überwindet.

Mit Ray Bradburys „Das Weihnachtsgeschenk“ begibt sich der Leser in ein Marsraumschiff, in Richard Hughes „Der Weihnachtsbaum“ spielen die Spielsachen den Kindern am Heiligen Abend einen schlimmen Streich und lassen sich einiges einfallen, um die vielen Tränen, die dadurch entstehen, zu trocknen und Armando Massareti macht sich an die „Beweise für die Existenz des Weihnachtsmannes“.

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Christopher Paolini: Fractal Noise

Der Xenobiologe Alex Crichton ist nicht unbedingt sehr engagiert bei seiner Arbeit an Bord der Adamura. Er ist in tiefer Trauer, nachdem seine Partnerin Layla auf dem Planeten getötet wurde, auf dem sie und Crichton Kolonisten waren.

Alles ändert sich, als die Besatzung des Raumschiffs etwas Seltsames auf der Oberfläche des abgelegenen Planeten Talos VII entdeckt.

Eine riesige, perfekt kreisförmige Öffnung, die offensichtlich von Aliens geschaffen wurde und als riesiger Lautsprecher zu fungieren scheint.

Nach einer hitzigen Debatte darüber, ob die Besatzung versuchen, das Phänomen selbst zu untersuchen, oder auf eine Mission warten sollte, die besser für eine solche Erkundung ausgerüstet ist, schließt sich Crichton einem vierköpfigen Team an, das die feindliche Landschaft von Talos VII durchqueren soll, um das außerirdische Artefakt zu untersuchen.

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Ayla Dade: Whispers

Vier Studenten auf der Harvard University, eine Nachricht auf Whispers, die verheerende Challenges mit sich bringt. Eine verhängnisvolle Nacht, vier Taten und ein Mord. Wer steckt dahinter, was hat das alles auf sich und was hat da ausgerechnet mit genau den vier Menschen zu tun? War einer von ihnen der Täter, oder können sie sich gegenseitig trauen?

Ich fand diese Geschichte von Anfang bis zum Ende so gut. Noch dazu gab es beim Lesen immer wieder Überraschungen, weshalb das Lesen auch nie langweilig wurde.  Ich war so überrascht, was ich in diesem Buch alles miterleben durfte. Hier kommen nicht nur Romance Leser auf ihre Kosten, denn es ist gemischt mit ein bisschen Krimi, aber auch durchaus mit einem kleinen bisschen spice darin. Der Lesefluss wird trotz der verschiedenen POVs nicht unterbrochen und man kommt damit gut zurecht, bekommt dadurch einen guten Bezug zu jedem einzelnen Charakter.

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Bianca Wege: Today I’ll steal his Heart

India studiert genau wie Layla in Harpersville.

Außerdem ist India ihre Mitbewohnerin und eine Pflanzensammlerin. Allerdings ohne grünen Daumen. Neben ihrem Studienalltag arbeitet sie im „Paolas“. Da sie aus einfachen Verhältnissen stammt, ist India über jede Extra-Schicht in dem Café äußerst dankbar. Abgesehen davon hat sie sich dazu entschieden, niemals eine Liebesbeziehung einzugehen. Auch von Asher, einem Volleyballspieler, will und möchte sie sich nicht ablenken lassen. Egal, wie gut er aussieht. Ihre freie Zeit nutzt India dazu, eine App zu testen und ahnt nicht, welche Folgen diese Entscheidung haben wird.

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Alexej Nawalny: Patriot

Die Geschichte eines beeindruckenden Mannes, von ihm selbst erzählt

Allein schon das Wissen, dass er dieses Buch unter anderem im Gefängnis, in dem er schließlich sogar den Tod fand, schrieb, macht diese Biografie zu einem erschütternden Dokument. Es schildert das Leben eines faszinierenden Charakters, eines Mannes, der die Welt bewegte und um den die Welt trauert.

Das Buch beschreibt vor allem seinen Kampf gegen den Staat, gegen das System, gegen Korruption und Unterdrückung. Dabei ist es ihm wichtig, den Unterschied deutlich zu machen: Sein Kampf gilt nicht seinem Land, sondern dem Staat: „Ich liebe mein Land, aber ich hasse diesen Staat.“

Die Biografie ist in vier Abschnitte geteilt. Der erste, recht kurze Teil trägt den Titel „Dem Tode nahe“, worin er die Ereignisse beschreibt vor und nach dem Giftanschlag auf ihn 2020. Diesen Teil schrieb er während seiner anschließenden Genesung in Deutschland.

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Judith Mohr: Cole und die Sache mit Charlie

In der Großfamilie Neumann kann man schon mal im üblichen Trubel an den Rand rutschen. So ist es Charlie, Coles jüngeren Schwester, passiert. Sie ist sein absoluter Lieblingsmensch und hat offensichtlich Probleme. Zunächst glaubt Cole, sie versucht ebenfalls, mit der Schwangerschaft ihrer Mutter klarzukommen.

Jeder Tag verläuft laut und turbulent. Cole und Charlie reden immer weniger miteinander. Es scheint, als würde Cole seine Schwester aus den Augen verlieren, bis es für Charlie fast zu spät ist.

Die Autorin Judith Mohr hat mit ihrem ersten Jugendroman ein schwieriges Thema verarbeitet. Was kann mit Jugendlichen passieren, die sich alleingelassen fühlen, Angst haben und sich nicht trauen, darüber zu reden?

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Tracy Wolff: A Touch of Snow

Für den Profi Snowboarder Z Michaels ist es neu, dass seine Frau ihn so einfach abblitzen lässt, denn er wird sonst von Frauen nur so umschwärmt, allerdings scheint die attraktive Barfrau Ophelia immun gegen seinen Erfolg und Charme zu sein. Ophelia kam nur nach Utah, um einen schweren persönlichen Verlust zu verarbeiten und fühlt sich schon zu dem Sportler hingezogen, kann dies aktuell aber einfach nicht brauchen …

Mehr Tiefgang hätte der Geschichte gutgetan, ebenfalls mehr Emotionen. So ganz überzeugt lässt mich dieses Buch nicht zurück, dennoch muss ich nach diesem Cliffhanger den zweiten Band dann doch lesen, denn das Ende war wirklich mehr als schockierend, wenn es mir auch etwas zu schnell kam. Die Geschichte war eine gute Mischung zwischen Drama, Sport, Romance und Spice, plätscherte aber zu sehr dahin.

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