Es gibt Katastrophen, die braucht kein Mensch.
Für die sechzehnjährige Sascha verändert sich gerade ihr komplettes Leben: Zuerst ist ihr neues iPhone weg. Ein Musikclip von ihr und den drei Freundinnen wird von einem Unbekannten ins Netz gestellt und ein Hit. Kurz darauf dürfen die vier Freundinnen bei einem Casting vorsingen. Die gerade begonnene Gesangskarriere hat jedoch einen Haken. Die Freundinnen werden nur unter der Bedingung ins Finale zu kommen, wenn eine von ihnen, und zwar die nicht so schlanke Rose die Gruppe verlässt, obwohl sie von allen die beste Stimme hat. Derart von der Jury bedrängt und von den Kameraleuten eingekesselt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Stephan Thome: Gegenspiel
Der neue Roman von Stephan Thome – „Gegenspiel“ heißt er – ist ein literarisches Experiment. Der 1972 geborene Autor benutzt dieselben Figuren und teilweise dieselbe Handlung wie in seinem vorigen Werk „Fliehkräfte“ (2012) – nur dass diesmal nicht der Philosophieprofessor Hartmut Hainbach im Mittelpunkt steht, sondern seine Frau Maria Antonia Pereira, eine gebürtige Portugiesin.
Abwechselnd durch die Zeiten springend, zeichnet der Roman das Leben Marias nach, wobei es besonders um ihre Beziehungen zu verschiedenen Männern geht. Weiterlesen
Anna Romer: Das Rosenholzzimmer
Weit holt Anna Romer in ihrem Debüt-Roman „Das Rosenholzzimmer“ aus und entwickelt diese australische Familiensaga am Schluss zu einem packenden Thriller.
In einem verwunschenen Anwesen spürt die Fotografin Audrey einem Mord, den ihr Großvater am Ende des Zweiten Weltkriegs begangen haben soll nach. Und immer mehr beschleicht sie der Verdacht, dass der Mörder nicht ihr Großvater war und noch lebt.
Die Krimihandlung ist in dem Roman relativ schnell vorhersehbar. Anna Romer packt etwas viel hinein in die Geschichte, auch ihre Begeisterung für die Natur und eine große Liebesgeschichte für die Tochter der Heldin. Das macht das Buch etwas ausschweifen, trotzdem ist das ein gelungenes Debüt.
Anna Romer: Das Rosenholzzimmer.
Goldmann, August 2014.
576 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Dave Eggers: Der Circle, gelesen von Torben Kessler
Mae hält sich selbst für ein Landei. Umso stolzer ist sie darauf, die Universität erfolgreich geschafft zu haben. Noch stolzer ist sie, als ihre ehemalige Mitstudentin Annie sie für den Internetkonzern „The Circle“ anwirbt. Und umso leichter lässt sie sich mehr und mehr in das System der vollständigen Transparenz und Überwachung einbinden, dass bei „The Circle“ herrscht.
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Robert Seethaler: Ein ganzes Leben
Erst im letzten Drittel beeindruckte mich das Buch wirklich. Dann aber auch tief. Andreas Eggers Geschichte ist die eines Alpenländlers, von denen es bestimmt viele gab und gibt, ärmlich aber fest naturverbunden, wetterkundig und leidlich mürrisch. In Gasthäusern auf Eckbänken still die Suppe löffelnd und draußen steht der Schlitten, den der bärtige Wuchtling, eigenhändig, beladen mit den Vorräten eines Monats, auf seine einsame Hütte zieht. Die steht hoch oben am Hang mit gnadenloser Aussicht auf das Wetter von Übermorgen. In etwa so. Eine schwere Kindheit bei Adoptiveltern, auch schwer geschlagen in Armut und Glauben, mit ein paar Widerwärtigkeiten durch den Bauern und der still leidenden Bäuerin. Weiterlesen
Marita Sydow Hamann: Die Erben der alten Zeit: Ragnarök
Ragnarök ist das Ende. Das Ende der Welt in den nordischen Sagen und das Ende der Trilogie um Charlie und ihre Weltenreisen. Der Kampf um die Welt hat die Erde erreicht, Oden hat den Fimbulwinter nach Schweden gesandt und das schwedische Militär wird mit seinen Fabelwesen überhaupt nicht fertig. Charlie indessen befindet sich noch auf der Suche nach der Quelle von Odens Macht. Auf ihrem Weg heuert sie Verbündete an, scheitert an manchen Sturköpfen und versucht nebenbei noch ihre Freunde zu beschützen. Weiterlesen
James Carol: Broken Dolls
„… Menschen bewältigen den Alltag mit Hilfe von Routine, von vertrauten Mustern. Fallen sie weg, entsteht Chaos. Alles … war ihr genommen. … Ihre Entführer bestimmten jetzt über jede Einzelheit ihres Lebens. Wann sie schlief, wann sie aß, was sie tat und was sie anhatte. Das, was Rachels Persönlichkeit bis dahin ausgemacht hatte, wurde nach und nach zerstört, bis nur noch eine kaputte Puppe übrig war.“ (S. 222/223)
Jefferson Winter arbeitet für die Polizei als Berater. Er wird immer dann gerufen, wenn Massenmörder beziehungsweise Psychopathen ihr Unwesen treiben. Mit Massenmördern kennt er sich aus. Weiterlesen
Richard Dübell: Zorn des Himmels
Köln im Spätmittelalter ist ein bunter Ort. Die Fährmanntochter Philippa hat ihren eigenen Kopf. Ungewöhnlich fürs Mittelalter und nicht ganz einfach für die junge Frau. Ihr Vater und ihr langjähriger Freund haben beschlossen, dass es jetzt endlich Zeit für die Hochzeit ist. Aber etwas sträubt sich in Philippa. Sie will nicht, jedenfalls nicht jetzt und nicht so. Dazu denkt sie zu unabhängig, dazu ist das Leben zu spannend. Gerade jetzt, wo ein seltsamer junger Fremder ihre Aufmerksamkeit erregt hat. Weiterlesen
Andrea Lochen: Das Wunschjahr
Als Olive am Neujahrsmorgen ihre Augen aufschlägt, traut sie dem Anblick kaum. Neben ihr schläft seelenruhig ihr Exfreund Phil, von dem sie sich vor zehn Monaten getrennt hat. Wie ist sie bloß bei ihm gelandet? Hat er sie etwa von ihrer Silvesterschicht im Krankenhaus abgeholt? Nachdem auch Phil wach geworden ist, scheint es für ihn das natürlichste auf der Welt zu sein, dass sie beide gemeinsam die Nacht verbracht haben. Nach und nach kommt Olive zu einer schrecklichen Erkenntnis: Es ist als habe jemand ihr Jahr in der Nacht zurückgespult! Alle Ereignisse der letzten zwölf Monate haben für ihre Mitmenschen gar nicht stattgefunden, nur sie kann sich daran erinnern. Weiterlesen
Jonathan Stroud: Lockwood & Co 02: Der Wispernde Schädel, gelesen von Anna Thalbach
Das Leben von Lucy Carlyle, Anthony Lockwood und George Cubbins hat sich seit dem ersten Band von „Lockwood & Co.“ leicht verändert. Sie haben sich von einem Randdarsteller in der Welt der Geisterjäger mit ihrem letzten Fall einen Ruf geholt. Nun werden sie zumindest manchmal engagiert und die Arbeit geht ihnen selten aus. Als sie versuchen, auf einem Friedhof für gehenkte Verurteilte eine Geisterquelle zu finden, geht Einiges schief. Am Ende der Nacht ist nicht nur ein Mordfall zu lösen, auch die plötzlich auftauchende Konkurrenz sammelt die Belohnung ein. Das heißt Krieg! Oder zumindest noch härterer Kampf darum, die besseren zu sein. Anthony geht eine Wette mit seinen Konkurrenten ein. Weiterlesen