Es ist einfach, ein korruptes System zu tolerieren, wenn man unbehelligt durch den Alltag kommt. Kleine Fische schwimmen zu ihrem Schutz in Schwärmen, auch wenn Raubfische regelmäßig einen der ihren fressen.
In einem Schwarm, in dem russische Polizisten ihren Dienst verrichten, arbeitet Hauptmann Natalja Iwanowa. In Sankt Petersburg verfolgt sie in einer untergeordneten Abteilung Kapitalverbrechen. Hier ist sie aufgrund ihrer hohen Aufklärungsrate, Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit der Vorzeigefisch. Jeder Außenstehende soll an mit Blick auf Natalja an Verhältnisse im Polizeiapparat glauben, die besser sind als ihr Ruf.
Als eine politische Aktivistin im eiskalten Januar neben einem Straßengraben, halb vom Schnee verborgen, zufällig von einem urinierenden Polizisten gefunden wird, hat Natalja die Order, politische Mitstreiter als Hauptverdächtige zu überführen. Wie gewohnt beginnt sie die Ermittlungsarbeit in den Augen ihres Vorgesetzten völlig falsch, also viel zu gründlich. Und wieder deckt sie Ungereimtheiten auf, die in eine andere Richtung zeigen.
Viel zu schnell wird der Fall der nächsten Instanz übergeben, die ihn politisch lösen sollen. Das übliche Procedere vor der Ablage beginnt: In den Zeitungen wird die Ermordete als drogensüchtige Prostituierte beschrieben, die Opfer ihrer Lebensumstände sei. Weiterlesen








