Lukas Faust ist nicht gerade das, was man gemeinhin einen Erfolgsmenschen nennt – oder auch nur ehrgeizig. Als Straßenillusionist hält er sich gerade eben über Wasser – und das nicht immer nur auf die faire Art und Weise. Jetzt ist er in Staufen ausgerechnet im Faustzimmer gelandet, dem Zimmer, von dem aus der Goethe-Faust in die Hölle gefahren ist – angeblich. In just diesem Zimmer trifft er auf einen schwarzen Pudel namens „Mephistopheles“, der sich ihm als Teufel offenbart und ihn, naja, um Hilfe bittet, soweit man beim Teufel von „bitten“ reden kann. Denn in der Hölle tobt eine Revolution und der Teufel selbst ist irgendwie ausgesperrt. Weiterlesen
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Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria
Der letzte Band um den High-Society-Ermittler Johann Friedrich von Allmen endete mit dem Verschwinden von Maria, der Freundin von Allmens rechter Hand Carlos. Zwar wurde das gestohlene Dahlienbild erfolgreich widerbeschafft, dafür aber Maria entführt – ebenfalls wegen des Dahlienbildes. So tauchen in dieser Fortsetzung also sämtliche Personen des Vorbandes unverändert wieder auf und die Geschichte geht nathlos weiter. Von daher ist es mir ein Rätsel, warum das in zwei Bücher aufgeteilt wurde, eigentlich handelt es sich um eine zusammenhängende Geschichte.
Das ist aber das einzig Ärgerliche an diesem – nicht sehr dicken – Buch. Ansonsten ist die Geschichte gewohnt gut erzählt, witzig und doch hintergründig mit einem ganz besonderen Protagonisten.
Fazit: Wer es noch nicht kennt, sollte beide Bücher zusammen erstehen, ansonsten empfehlenswert.
Martin Suter: Allmen und die verschwundene Maria.
Diogenes, März 2014.
223 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,90 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.
Suzanne Young: Du. Wirst. Vergessen
In einer nicht allzu fernen Zukunft grassiert eine Selbstmordepidemie unter Jugendlichen. Scheinbar aus heiterem Himmel bringt sich eine Vielzahl von Ihnen um, bis das Programm aufgelegt wird. Niemand weiß so wirklich, was dahintersteckt, aber für die Eltern von Teenagern scheint es eine unglaubliche Erleichterung zu bedeuten. Sobald sie ihr Kind als „gefärdet“ melden, wird es abgeholt und kommt nach einigen Wochen zurück. Ohne Erinnerung, ohne Emotionen, ohne Selbstmordgefahr. Für die Teenager – gerade für die nicht-betroffenen – bedeutet das Programm jedoch keinerlei Erleichterung. Im Gegenteil. In der Zeit hochschießender Hormone, der Zeit des unmittelbaren Wechsels zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sehen sie sich gezwungen, jede Emotion zu unterdrücken, um ja nicht im Programm zu landen. Weiterlesen
Hugh Howey: Silo, gelesen von Peter Bieringer
In einer Version der Zukunft leben die letzten Menschen in einem alten Silo. Es muss ein riesiges Silo sein, denn es hat sich eine Gesellschaft herausgebildet mit Oberschicht und Unterschicht und Strafrecht. Die Hauptbestrafung besteht in der Säuberung der vor dem Silo stehenden Linse, die Bilder von der Landschaft rundherum ermöglicht. Die Strafe besteht darin, dass niemand diese Arbeit überlebt, denn die Welt ist verseucht und lebensfeindlich. Trotz Schutzanzug schafft ein Mensch es gerade bis zur Linse zu kommen, sie zu reinigen, dann reicht der Schutz nicht mehr aus und der Mensch stirbt. Es gibt keinen Weg in die verführerisch friedlich daliegende Umgegend und es gibt auch keinen Grund, über die Berge zu gehen, denn sie sind die letzten Menschen – bereits seit Generationen. Weiterlesen
Koji Suzuki: Der Graben
Der japanische Schriftsteller Koji Suzuki ist der Autor der Bücher, auf denen die „Ring“-Filme basieren. Das sind die Filme, die mich am helllichten Tag zum Gruseln gebracht haben und deswegen war ich neugierig auf sein neues Werk. Schon am Anfang beweist er, dass der Horror nicht nur in den Filmen entstanden ist. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber bei den ersten 20 Seiten wurde mir schon ganz unheimlich zumute. Verlassene Autos, einsame Wüstenstraßen, all das bringt er auf ganz besondere Weise zu Papier, sodass beinah alltägliche Situationen höllisch werden. Weiterlesen
Charlaine Harris: Vampirmelodie
Wer hätte das gedacht? Charlaine Harris bringt ihre Reihe um die Gedanken lesende Kellnerin Sookie Stackhouse zum Abschluss. Ich für meinen Teil hätte gerne noch etwas mehr über ihre elfischen Vorfahren erfahren, aber alles in allem ist es ein würdiger Abschluss.
Mit Hilfe ihres Elfengeschenkes – eines einmaligen Geschenkes in Form einer kleinen Schmuckdose – erweckt Sookie Sam wieder zum Leben. Damit schafft sie sich eine Menge Gegner. Eric – ihr Vampirehemann – ist davon so wenig begeistert, dass er die Ehe löst, Sam selbst erweist sich zunächst alles andere als dankbar. Weiterlesen
Lauren Beukes: Shining Girls, gelesen von David Nathan
Im Chikago des Jahres 1930 treibt Lee Harper sein Unwesen. Nach einem seiner Morde fällt ihm der Schlüssel für ein altes Haus in die Finger und sehr schnell stellt er zwei Dinge fest. Zum ersten kann er mit diesem Haus durch die Zeit Reisen und zum anderen hängen in diesem Haus neun Bilder. Neun faszinierende Mädchen, die von innen zu leuchten scheinen. Nicht alle leben zu Harpers aktueller Zeit, aber er kann sie mithilfe seines Hauses aufsuchen und ermorden. Niemand kann ihm je auf die Schliche kommen, niemand ihn fassen, denn kurz nach den Morden kehrt er zurück in seine Zeit und ist sicher vor Nachstellungen. Weiterlesen
Jutta Profjit: Knast oder Kühlfach
Trotz aller Versuche in den letzten Bänden, auch endlich ins Licht zu gehen, bleibt uns der tote Autoknacker Pascha mit der großen Klappe erhalten – dem Himmel sei Dank. Denn nicht nur ist Birgit schwanger, die Freundin des einzigen Menschen, der Pascha sehen und hören kann – Martin Gänsewein. Das wäre eigentlich wirklich schon genug zu ertragen für einen harmlosen Geist, denn Martin erweist sich als überaus besorgter werdender Vater. Aber auch der einzige Kriminalist, den Pascha wirklich schätzt, Martins und Birgits Freund Gregor steht unter dem Verdacht, seine Ex-Frau ermordet zu haben. Und Martin ist aus oben erwähnten Gründen nicht mit der ganzen Konzentration bei der Sache, wenn es um Gregors Rettung geht. Weiterlesen
Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek
Er hat gelernt, seine Büchereibücher immer pünktlich zurückzugeben. Nur deswegen geht er zu so später Stunde überhaupt noch in die Bibliothek. Und er hat gelernt, zu gehorchen.. Deswegen folgt er dem Bibliothekar auch dann, als dieser ihn in ein Labyrinth im Keller führt Zwar wird er dort eingesperrt, aber es scheint eine Luxushaft zu sein, weit von Wasser und Brot entfernt. Dort trifft er den Schafmann und das stumme Mädchen. Und er findet einen Weg, mit dem Verlust, der ihn erwartet, fertig zu werden.
„Die unheimliche Bibliothek“ ist nur ein dünnes Bändchen, aber zu der Geschichte gibt es noch reichlich Illustrationen. Auf den ersten Blick erscheint die Geschichte so ganz anders als die großen Romane des Autors und doch ist sie es nicht. Weiterlesen
Marissa Meyer: Die Luna-Chroniken 02: Wie Blut so rot
Im zweiten Band der Luna-Chroniken hat Marissa Meyer sich Rotkäppchen vorgenommen. Scarlet lebte mir ihrer Großmutter im ländlichen Frankreich. Mehr schlecht als recht kamen sie zurecht, indem sie Obst und Gemüse anbauten und an die örtlichen Gasthäuser verkauften. Seit zwei Wochen jedoch ist Scarlets Großmutter spurlos verschwunden und Scarlet befürchtet das Schlimmste. Gerade als die offizielle Suche nach ihrer Großmutter eingestellt wird, trifft Scarlet einen Straßenkämpfer, der mehr zu wissen scheint. Er nennt sich Wolf und benimmt sich auch manchmal so, aber muss er deswegen zu den Bösen gehören? Weiterlesen