Was für eine Gesellschaft ist das, die das, was sie unter „Moral“ versteht, zum obersten Gesetz macht? Die Kinder dafür in Lager sperrt, dass ihre Mütter nicht verheiratet sind? Die über den Geschmack ihrer Mitglieder eine militärisch organisierte Polizei wachen lässt? Die ihre jungen Leute zwingt, Mitglied dieser Polizei zu werden? Auf jeden Fall ist es eine Gesellschaft, in der Ember weder leben kann noch will. Denn ihre Mutter war ledig, ihre Mutter hörte die falsche Musik und las die falschen Zeitschriften. Deswegen wurde Ember abgeholt, konnte aber fliehen und gilt jetzt als vogelfrei. Weiterlesen
regina-lindemann
Joe Hill: Christmasland
Charlie Manx selber ist der Überzeugung, ein guter Mensch zu sein. Er rettet diejenigen Kinder,, denen von ihren Eltern früher oder später das Leben ruiniert würde. Er dagegen führt sie in ein Land, in dem immer Weihnachten ist, in dem sie nicht erwachsen werden und in dem sie immer glücklich sein können. Soweit die Theorie. In der Praxis kostet es die Kinder Dinge, auf die sie freiwillig niemals verzichtet hätten.
Vicky findet verlorene Dinge wieder, seit sie als Kind ein bestimmtes Fahrrad bekam. Sie steigt auf dieses Fahrrad, denkt an das, was sie finden möchte und fährt über eine eigentlich schon lange nicht mehr existierende Brücke zu der Stelle, an der das Verlorene zu finden ist. Auch ihr Leben verläuft nicht problemlos: Scheidungskind, Alkohol, Drogen – liegt das alles in den Erlebnissen mit dem Fahrrad begründet? Weiterlesen
Monika Feth: Der Bilderwächter, gelesen von Julia Nachtmann u.a.
Ilka schiebt das Sortieren des Nachlasses ihres Bruders immer weiter vor sich her. Zwei Jahre sind seit Rubens gewaltsamem Tod vergangen, als sie endlich beginnt, seine noch existierenden Bilder zu sichten. Bislang hatte sie das alles einem Nachlassverwalter überlassen, aber der wird plötzlich Tod aufgefunden. Da Ruben ein bekannter Maler war, bricht der typische Medienrummel über Ilka herein. Und dabei ist es so schwer für sie, die Bilder auch nur anzusehen, weil die Gemälde sehr viel persönlicher sind, als es zunächst den Anschein hat. Weiterlesen
Teri Terry: Zersplittert
Kyla wurde geslatet. Weil sie in ihrem alten Leben etwas Illegales getan hat, wurden ihr ihre Erinnerungen genommen und sie kam zu einer neuen Familie. Oder wie Ally McBeal es sagen würde: Sie durfte ihr Leben in der Wäscherei abgeben und hat es hübsch weiß und frisch gebügelt zurückbekommen. So ist zumindest die Theorie. Aber irgendetwas stimmt nicht mit Kylas Erinnerungen. Sie sind nicht weg, sie tauchen in ihren Träumen auf. Als sie angegriffen wird und sich wehren muss, erinnert sie sich auch im wachen Zustand. Sie erinnert sich an ein Leben als Widerstandskämpferin, aber da gibt es auch ein kleines Mädchen mit einem ganz anderen Namen. Wer ist sie wirklich? Wem kann sie vertrauen? Weiterlesen
Kathrin Lange: 40 Stunden
Berlin, fiktive Gegenwart. Ein gemeinsamer Kirchentag von evangelischer und katholischer Kirche ist das anstehende Großereignis. Christen aus aller Welt sind angereist, Jung und Alt wollen gemeinsam feiern, dass der neue Papst bereit ist, auch Protestanten das Abendmahl zu gewähren.
Ermittler Faris Iskander ist vom Dienst suspendiert. Die herrliche Mischung aus Horst Schimanski und sich selbst hat die Beherrschung verlorenen und sich geprügelt. Es gab einen Grund für seine Unbeherrschtheit, er hat noch nicht verwunden, dass er vor einigen Monaten einen Selbstmordattentäter nicht nur nicht an der Ausführung hindern konnte, sondern dass er auch glaubt, die Explosion durch falsche Worte herbeigeführt zu haben. Weiterlesen
Marie Lu: Legend 02: Schwelender Sturm
Day und June haben sich zusammengerauft. Der Widerstandskämpfer und die Regie-rungssoldatin sind gemeinsam geflohen. In Las Vegas wollen sie sich den Patrioten anschließen, um Days kleinen Bruder zu retten. Bald müssen sie erfahren, dass es nichts im Leben umsonst gibt. Die Patrioten verlangen als Gegenleistung, dass Day und June den neuen Elektor, den neuen Regierungsführer zu töten. June als reumütige Rückkehrerin könnte nah genug an ihn herankommen und Day als Symbol des Widerstandes wäre einfach unschlagbar. Weiterlesen
Jana Oliver: Riley Blackthorne 04: Engelsfeuer
Den große Endkampf zwischen Engeln und Dämonen konnte Riley gerade noch verhindern. Die Welt ist fürs Erste gerettet, endlich kann sie sich um ihre eigenen Probleme kümmern. Ihr größtes Problem heißt derzeit Denver Beck und gehört nach all den Dämonen eher zur nervenden als zur tötenden Seite. Seine Mutter liegt im Sterben und so schlecht ihr Verhältnis auch offensichtlich war, reist er dennoch in sein Heimatdorf, um ihr beizustehen und um einen Abschluss zu finden. Riley merkt sehr schnell, dass nahezu jeder in dieser Kleinstadt Denver hasst. Sie wird gewarnt, beleidigt, ignoriert, allein weil sie mit ihm dort ist. Es ist nicht nur seine Mutter, die als bekannte Trinkerin auch den Sohn mit in die Ablehnung riss. Weiterlesen
Friedrich Ani: M: Ein Tabor Süden Roman
M steht für München. Die Anspielung auf die Landeshauptstadt Bayerns im Titel ist kein Zufall. Gut, offensichtlich ist natürlich, dass der ehemalige Kriminalpolizei-Mitarbeiter Tabor Süden, Held bereits der Vorgängerromane, in München lebt und arbeitet. Inzwischen nicht mehr bei der Kripo, sondern bei einer Privatdetektei. An eben diese Detektei wendet sich eine Lokaljournalistin, um ihren verschwundenen Freund suchen zu lassen. Oder Lebensgefährten. Oder Zufallsbekanntschaft. Der ganze Auftrag ist von Anfang an undurchsichtig. Noch dubioser wird es, als Südens einzige Spur ausgerechnet auf einen offensichtlichen getarnten Polizisten hinweist – als Profi spürt man das einfach -, alle Behörden aber mauern. Weiterlesen
Frau Freitag: Echt easy, Frau Freitag
Neue Klasse, neues Glück. Und dieses Mal hat Frau Freitag wirklich Glück. Die neue Klasse erweist sich als ruhig, lernwillig und unproblematisch. Fast wird ihr schon langweilig, da kommt doch noch der eine oder andere Problemfall dazu. Und dann sind da ja noch die Schüler, die schon nicht mehr ihre Schüler sind, sie aber dennoch anscheinend als Anlaufstelle für alle Bummeleien im Leben ansehen. War doch schon immer so. Zur Not kann man sie auch auf Facebook verfolgen – wenn es gar zu öde im Leben wird.
Frau Freitag kämpft sich als Lehrerin in einer Brennpunktschule gewohnt schnodderig durch den Alltag. Mit Herz und Verzweiflung meistert sie den Schulalltag und mit ihr gemeinsam schüttelt der Leser entspannt den Kopf „über diese Jugendlichen“.
Fazit: Schönes Buch, locker zu lesen und hinterher fühlt man sich irgendwie gut.
Frau Freitag: Echt easy, Frau Freitag.
Ullstein, September 2013.
288 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.
Carsten Stroud: Niceville, gelesen von Michael Hansonis
Um es gleich vorwegzuschicken, wirklich in ihren Bann ziehen konnte mich diese Ge-schichte nicht. Schon den Anfang fand ich verwirrend mit dem kleinen Jungen, der verschwand und dann kam gleich die ganze komplexe Familiengeschichte hinterher und es dauerte ewig lange, bis die Story wieder auf den Jungen zurückkam. Und dann war da noch dieser Banküberfall, bei dem ich nur mit einiger Mühe dahintergekommen bin, was da eigentlich abgeht und wer jetzt zu den Guten und den Bösen gehört. Weiterlesen