Ich bin ehrlich zwiegespalten über dieses Hörbuch. Auf der einen Seite hat es mir der trockene Humor wieder gefallen, mit dem Fredrik Backman schon in „Ein Mann namens Ove“ die skurrilen Gestalten in unserem Alltag darstellt und herausstellt. Auf der anderen Seite fand ich das Hörbuch aber auch tieftraurig. Denn es geht nicht nur um Elsa, die beinahe achtjährige, die ohnehin ein schwieriges Leben hat, weil sie als „besonderes“ Kind gilt, sondern es geht auch um Tod und Verlust. Ich hab drei Anläufe gebraucht, bis ich das zu Ende hören konnte. Weiterlesen
regina-lindemann
Jonathan Stroud: Lockwood & Co. 03: Die raunende Maske
London hat ein Problem. Nun ja, England hat ja schon seit Jahrzehnten dieses „Problem“, aber in London, genauer gesagt in einem Viertel in der Mitte Londons, scheint es jetzt zu eskalieren. Scharen von Geistern tauchen dort auf und halten alle Agenturen in Trab. Zu Anthony Lockwoods Gram wird jedoch ausgerechnet seine Agentur nicht hinzugezogen, zählt sie doch immer noch nicht zu den „großen“ Agenturen. Trotzdem sind sie gut beschäftigt, alle drei Mitarbeiter bekommen zu wenig Schlaf und zu wenig Gelegenheit, sich auf Einsätze vorzubereiten und der Haushalt leidet. Deswegen wird Molly eingestellt. Molly ist das perfekte Gegenstück zu Lucy und Lucy weiß das auch. Immer wie aus dem Ei gepellt, organisiert, eifrig und auch noch hübsch – Lucy hasst sie vom ersten Tag an. Weiterlesen
Roz Chast: Können wir nicht über was anderes reden?: Meine Eltern und ich
Wirklich ungetrübt war Roz Chasts Verhältnis zu ihren Eltern noch nie. Jetzt sind beide über 90 und bei einem der seltenen Besuche in ihrem Elternhaus muss Roz feststellen: sie können nicht mehr alleine Leben. Aber was kann die Lösung sein? Dort hinziehen will und kann sie auf keinen Fall, ein Heim? Eine Hilfskraft (die von den Eltern vehement und starrsinnig abgelehnt wird)? Es wäre alles einfacher, wenn man mit den Eltern darüber reden könnte, aber wie gesagt, wirklich gut war das Verhältnis nie. Weiterlesen
Paula Hawkins: Girl on the Train, gelesen von Britta Steffenhagen u.a.
Rachel hatte einmal ein Leben. Einen Freund, ein Haus, eine Zukunft. Jetzt hat sie nur noch die tägliche Zugfahrt nach London, die sinnlos geworden ist, weil der damit verbundene Job längst zu ihrer Vergangenheit gehört, und den Alkohol. Selbstquälerisch beobachtet sie jeden Morgen, wenn ihr Zug dort an einem Signal hält, ihr altes Haus, in dem ihr Ex Tom jetzt mit seiner neuen Frau und dem Baby lebt. Aber daneben gibt es noch ein Haus, ein Haus mit einem Paar wie aus dem Bilderbuch, wie Rachel findet. Sie beobachtet die beiden, träumt sich ein perfektes Leben für sie, denkt sich Namen. Bis sie eines Tages beobachtet, dass die Frau in den Armen eines fremden Mannes liegt. Kurz darauf verschwindet die Frau. Weiterlesen
Monika Feth: Der Libellenflüsterer
Der neue Band um Jette und ihre Freunde spielt diesmal wieder in der ländlichen Wohngemeinschaft und hat mir sehr viel besser gefallen als die Vorgänger.
Vor einiger Zeit hat Tierschützerin Merle einen Hund an einen Förster vermittelt, der kurz darauf erschlagen aufgefunden wurde. Obwohl der Förster nie verurteilt wurde, macht sie sich bis heute Vorwürfe. Nach wie vor ist ungeklärt, ob es wirklich Unbekannte waren, die damals auf das Grundstück eindrangen. Merle hat die ganze Sache nie wirklich Ruhe gelassen und anlässlich eines Artikels über Tierquäler, den sie schreien soll, kommt also wieder hoch. Weiterlesen
Christopher Moore: Der kleine Dämoneberater, gelesen von Simon Jäger
Travis lebt schon lange – sehr lange. Seit etwa beginn des letzten Jahrhunderts. Seit dem Zeitpunkt, als er sich mit dem Dämon Cash zusammentat, altert er nicht mehr. Das hat unbestreitbar Vorteile – aber auch mindestens einen ganz gravierenden Nachteil: Cash will mit Menschenfleisch versorgt werden und zwar regelmäßig. Kurz gesagt: nach 70 Jahren hat Travis genug von Cash. Da taucht der König der Dschinn auf, seit den Tagen Salomos (des Diebes!) Gegenspieler von Cash und immer noch leicht beleidigt, weil von diesem in eine Flasche im Meer verbannt. Es beginnt eine irrwitzige Jagd Richtung der kleinen Küstenstadt Pine Cove, um dem menschenfressenden Cash endlich das Handwerk zu legen. Weiterlesen
Ursula Poznanski: Layers
Dorian hat es zu Hause nicht mehr ausgehalten. Jetzt lebt er mehr schlecht als recht auf der Straße und sehnt sich nach Wärme und Bildung. Er ist misstrauisch, aber nicht misstrauisch genug. Eines Abends gibt es Streit, Dorian wacht in der Nacht auf neben einer Leiche und mit seinem eigenen blutverschmierten Taschenmesser in der Hand. Er glaubt, alles ist zu Ende, aber da holt ihn Nico in eine Villa. Dort wird ihm alles das angeboten, was er in den letzten Monaten so schmerzlich vermisst hat: Bildung, Freundschaft, ein Ziel, eine Zukunft. Und man will so gut wie nichts dafür haben. Nur das Verteilen von harmlosen Flugblättern oder das zustellten von harmlosen Päckchen wird von den Jugendlichen erwartet. Es ist zu schön, um Realität und von Dauer zu sein. Weiterlesen
Ben Aaronovitch: Fingerhut-Sommer
Peter Grant ist ein Londoner Urgewächs. Das englische Landleben ist ihm eher suspekt, deswegen hält sich seine Begeisterung in Grenzen, als er zu einem Fall in der tiefsten Provinz hinzugezogen wird. Zwei Mädchen sind verschwunden und die örtliche Polizei ist – obwohl sie sich als erstaunlich kompetent erweist – verzweifelt genug, jemanden von der Mystery-Abteilung anzufordern. Zunächst kann Peter nichts ungewöhnliches feststellen, aber dann wird eines der Handys der Mädchen gefunden und die Chips sind zerbröselt. So zerbröselt, wie es eigentlich nur starke Magie vermag. Aber hat der alte Mann, der alte Magier, der den zweiten Weltkrieg nicht ohne geistige Schäden überlebt hat, wirklich etwas damit zu tun? Oder seine Enkelin, die mit Bienen redet wie mit Ihresgleichen? Weiterlesen
S. J. Watson: Tu es. Tu es nicht., gelesen von Andrea Sawatzki
Julia lebt heute mit ihrem Mann Hugh und ihrem dreizehnjährigen Sohn Connor in London. Ihre jüngere Schwester Kate wird in Paris ermordet, der Täter nicht gefunden. Es ist rätselhaft, was Kate in der Straße, in der sie erschlagen wurde, eigentlich zu suchen hatte und Julia lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein. Sie beginnt, den Täter in Sexkontakt-Börsen zu suchen, weil Kate dort Kontakte hatte. Dabei lernt sie Lucas kennen und beginnt eine Affäre mit ihm. Weiterlesen
Meg Wolitzer: Was uns bleibt ist jetzt
Wow, ein Buch wie ein Herbststurm.
Jam verliert ihre erste große Liebe nach nur 41 Tagen und verkraftet das nicht. Deswegen schicken ihre Eltern sie in ein Internat für „fragile Jugendliche“. Dort wird sie für einen elitären Literaturkurs ausgewäht, der immer nur ein Halbjahr dauert, auf den man sich nicht bewerben kann und in dem immer nur ein Autor bearbeitet wird. Und es werden Tagebücher ausgeteilt, die bis zum Ende des Halbjahres gefüllt werden müssen.
Jam findet heraus, dass sie mit Hilfe des Tagebuchs in die Vergangenheit reisen kann, für immer genau 5 Seiten kann sie die Stunden mit Reeve noch einmal erleben. Aber ist es das, was sie wollte? In der Vergangenheit hängen bleiben und nie mehr erreichen, als sie schon hatte? Weiterlesen