Alex Michaelides: Die verschwundenen Studentinnen

Marianna ist noch tief verfangen in der Trauer um ihren Mann. Da erhält sie einen Anruf von ihrer tochtergleichen Nichte Zoe, in deren Wohnheim in Oxford habe es einen Mord gegeben und vielleicht sei es ihre beste Freundin. Marianna ist Traumatherapeutin, also durchaus geeignet, Zoe und gegebenenfalls ihren Freundinnen beizustehen. Sie macht sich auf den Weg nach Oxford, wo sie vor Jahren selbst studierte und auch ihren Mann kennenlernte.

Vor Ort erweist sich die Lage als viel undurchsichtiger als angenommen. Zoe verdächtigt den charismatischen Professor, der angeblich vielen Studentinnen näher als erlaubt gekommen ist. Die Polizei glaubt bereits einen Täter gefunden zu haben und Marianna glaubt sich von griechischen Göttern verfolgt. Weiterlesen

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London Shah: Water Rising 01: Flucht in die Tiefe

London 2099 liegt komplett unter Wasser. Aber nicht der Klimawandel ist diesmal schuld daran, sondern ein Kometeneinschlag vor 65 Jahren. Die Menschen haben sich arrangiert, ein Leben an der Oberfläche gibt es nicht mehr. Leyla ist erst 16 und doch schon fast allein, denn ihr Vater wurde vor 3 Monaten verhaftet, Grund unbekannt bis vorgeschoben. Trotzdem glaubt Leyla, was ihr über die Gefahren der Tiefe – ist schon ein wenig crazy, dass eine Unterwasserzivilisation sich ausgerechnet vor Gefahren aus den tieferen Wassern fürchtet – und über Ungeheuer und die schrecklichen Anthropoiden von der Regierung erzählt wird. Anthropoiden sind Menschen, die unter Wasser atmen können und auch sonst besser an das neue Leben angepasst sind. Leyla schlägt sich als U-Boot-Fahrlehrerin mehr schlecht als recht durch und erst als sie ein großes Rennen gewinnt, ändert sich daran etwas. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Ari bricht sie auf, um sich endlich nicht mehr auf Anwälte und Auskünfte zu verlassen, sondern ihren Vater selbst zu suchen – und um jede Menge Erkenntnisse zu gewinnen.

Water Rising hat gute und schlechte Seiten. Auf der Plusseite würde ich den Wiedererkennungswert der Unterwasserwelt verbuchen. Es macht immer wieder Spaß, alte Sehenswürdigkeiten mit neuen Augen sehen zu können. Als ganz großes Plus habe ich empfunden, dass sich die Autorin mit Hilfe der Anthropoiden sehr genau mit Vorurteilen, Vorverurteilungen und dem Anderssein allgemein auseinandersetzt. Weiterlesen

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Helene Sommerfeld: Die Polizeiärztin 01: Das Leben ein ewiger Traum

Der Markt wird ja gerade überschwemmt von Romanen aus den 20ern und 30ern des 20. Jahrhunderts und seit den Erfolgen von Gereon Rath nimmt auch die Anzahl der Polizeiromane unaufhörlich zu. An diesem Roman hätte mich eigentlich alles abschrecken müssen. Der Name der Autorin und der Titel hören sich in der Kombination verdächtig nach leichter Romance-Kost an, das Cover macht es nicht besser.  Ich habe so manchen als Historischen Roman verkleideten Arztroman in den letzten Jahren frustriert nach den ersten Seiten aufgegeben. Irgendwie bin ich trotzdem an das Buch geraten und muss gestehen, ich habe mich getäuscht. Das Buch ist toll.

Magdas Mann wird getötet, sie verliert danach ihr erstes Kind und es muss ein Neuanfang her. Magda ist selbst Ärztin und bewirbt sich auf eine Anzeige der Berliner Polizei, ohne so ganz genau zu wissen, was das eigentlich ist, eine Polizeiärztin. So springt sie auch ziemlich ins kalte Wasser. Kommt in Berlin an und wird gleich zu ihrem ersten Fall geschickt. Nein, sie ist keine Forensikerin, ihre Aufgabe soll es sein, sich um die betroffenen Frauen und Kinder zu kümmern. Manchmal nur um die Kinder, wenn die Frau das Opfer ist. Sehr schnell begreift sie, zu welchen Taten Mensch in ihrem Elend fähig sind, und dass es immer Kinder gibt, die dabei leiden, selbst wenn sie gar nicht betroffen scheinen.

Magda lernt die Fürsorgerin Ina kennen und reißt diese aus einer Lethargie, die der Frust ihrer Arbeit in vielen Jahren mit sich gebracht hat. Gemeinsam wollen sie die Welt verbessern, soweit sie das in ihren beschränkten Rollen können. Weiterlesen

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Anna Benning: Vortex 03: Die Liebe, die den Anfang brachte

Elaine hat ihre Kräfte verloren. Sie kann nicht länger durch Zeit und Raum reisen und das fühlt sich wirklich nicht gut an. Gerade jetzt, wo ihr geliebter Bale sich wieder in der Hand von Hawthorne befindet, der nicht weniger will, als den Urvortex im Jahre 2020 mit Bales Hilfe zu erreichen und jegliche Vermengung rückgängig zu machen. Das wäre das Ende der Welt, wie Elaine sie kennt, das Ende vieler ihrer Freunde, die ohne den Urvortex niemals zu Vermengten geworden wären. Der rote Sturm, die Rebellentruppe der Vermengten, dringt mehr und mehr in die Metropolen vor, die ganze Situation spitzt sich zu und Elaine möchte Bale so gerne helfen. Aber hatte er recht, ist wirklich alles vorherbestimmt und sie kann am Lauf der Geschichte gar nichts ändern? Im Laufe des Buches scheint es mehr und mehr so zu sein, auch wenn Elaine an die Vorbestimmung einfach nicht glauben kann, nicht glauben will.

Im zweiten Band der Trilogie, kurz bevor er sich opferte, um sie zu retten, hatte Bale ihr gesagt, dass er sie hat sterben sehen. Dass Elaine zum Urvortex zurückgereist war sich von ihm zermalmen ließ, um den Vortex zu erhalten. Bale glaubte, dass sich an diesem Geschehen nichts mehr ändern lasse. Elaine ist da optimistischer, aber ihn kann sie nicht mehr fragen, denn er steht unter Drogen und kann sich nicht mal mehr an sie erinnern. Weiterlesen

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Rena Fischer: Das Lied der Wölfe

Kaya hat Gründe, dem Leben in Deutschland entfliehen zu wollen. Die junge Wolfsforscherin nimmt das Angebot des schottischen Milliardärs Allistair an, im Hochland sein Wolfsprojekt zu betreuen. Die Briten haben nicht weniger Vorurteile gegen freilaufende Wölfe als die deutschen Landwirte, aber noch liegt Allistairs Projekt hinter Zäunen und beschränkt sich auf ein Pärchen. Ebenfalls in dem Herrenhaus, in dem Kaya untergebracht ist, wohnt Allistairs Sohn Nevis, der sich dort von den Verletzungen erholen soll, die er während seiner Soldateneinsätze erlitten hat – den physischen und den psychischen. Nevis fühlt sich durch das Projekt seines Vaters unter Druck gesetzt und versucht alles, um nicht mit hineingezogen zu werden.

Rena Fischer erzählt uns die Geschichte aus zwei Perspektiven: aus Kayas und aus Nevis. So erfahren wir nach und nach, was die beiden auch innerlich umtreibt. Sie haben beide mit eigenen Dämonen zu kämpfen und nähern sich doch Schritt für Schritt an. Denn Kaya kann Nevis mit ihrer Begeisterung mitreißen und sie verhält sich so ganz anders, als die Frauen, die Nevis bislang kannte. Trotzdem ist diese Geschichte sehr viel mehr, als eine Highlander-Liebesgeschichte mit Wölfen. Denn die Autorin hat hervorragend recherchiert, sich sowohl mit der modernen Wolfsforschung, den Gründen für die Ablehnung in der Bevölkerung für alles was „Wolf“ heißt, als auch mit den Auswirkungen des Krieges auf den Menschen auseinandergesetzt. Weiterlesen

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David Safier: Miss Merkel: Mord in der Uckermark

Die aktive Regierungszeit von Angela Merkel wird im September 2021 enden. Aber was macht eigentlich so eine Ex-Bundeskanzlerin in Rente? David Safier lässt sie gemeinsam mit Ehemann „Puffel“ Joachim, Mops Putin und Personenschützer Mike in das beschauliche Neufreudenstadt in der Uckermark ziehen. Wandern und Kuchenbacken sollen ab jetzt ihr Leben bestimmen und ruhig und erholsam machen. Aber Wandern ist anstrengend, manchmal anstrengender als regieren, und Kuchenbacken kann man nur begrenzt, es muss ja auch von irgendwem gegessen werden. Kleinfreudenstadt hat zwar eine High Society, zu der Kontakt zu bekommen erweist sich jedoch in mancher Hinsicht als schwieriger als ein G7-Gipfel und auch der Kontakt zum Volk funktioniert nur eingeschränkt. Angela langweilt sich.

Da wird der Freiherr Philip von Baugenwitz vergiftet in seinem von innen verschlossenem Verlies gefunden. Endlich wieder eine Aufgabe. Sie treibt ihren Personenschützer damit zwar in den Wahnsinn, aber die Ex-Bundeskanzlerin ist fest entschlossen, von jetzt an auf den Spuren Sherlock Holmes zu wandeln. Sie will den Täter finden. Weiterlesen

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Katy Rose Pool: The Age of Darkness 02: Schatten über Behesda

„Schatten über Behesda” ist der Mittelteil einer Trilogie über eine Welt, in der man die Magie braucht, aber eigentlich nicht haben will. Die Geschichte wird aus fünf Perspektiven erzählt, deren Protagonisten sich nur zum Teil kennen und deren Wege zwar aufeinander zulaufen, die aber nur wenig voneinander wissen.

Da ist zunächst Ephyra, „die blasse Hand“, magiebegabt, oder besser magieverflucht. Einst hat sie ein ganzes Dorf ausgerottet, um ihre Schwester zu retten, aber die hat sich am Ende von Band 1 von ihr abgewandt. Prinz Hassan, der damit hadert, nicht magiebegabt und trotzdem der Thronfolger zu sein. Anton, der seine Begabung ebenfalls mehr für einen Fluch hält und der sich als „der letzte Prophet“ herausgestellt hat und dessen Familie auch nicht ohne Probleme ist. Jude, der nie etwas anderes wollte als ein Wächter sein. Der sein Leben dem Schutz des letzten Propheten geweiht hat, dabei seine Kräfte verlor und jetzt nicht zugeben kann, dass er sich rettungslos in diesen verliebt hat. Und Beru, die schon lange tot ist und durch die Morde, die ihre Schwester begeht, am Leben gehalten wird. Sie will das nicht mehr. Weiterlesen

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Charlotte Richter: Gemma – Sei glücklich oder stirb

In Gemmas Welt ist glücklich sein nicht nur ein erstrebenswertes Lebensziel: unglücklich sein ist sogar tödlich. Vor vielen Jahren schlug etwas in die Erde ein, der Himmel verdunkelte sich und wer seither ein bestimmtes Glückslevel unterschreitet, verschwindet einfach. So ging es auch Gemmas Mutter.

Aber nicht Gemma, Gemma ist stabil glücklich, der Indikatorstein an ihrem Hals zeigt es jeden Tag der ganzen Welt: er ist rundum golden, ohne auch nur den Anflug von grauen Schlieren. Gemma möchte helfen, sie möchte sich ausbilden lassen, um andere Menschen zu unterstützen, ihr Glück wieder zu finden. Dabei verfolgt sich nicht nur uneigennützige Ziele. Der Stein ihres Vaters wird grauer und grauer, schon zeigen sich die ersten schwarzen Schlieren. Der Zwang zum Glücklichsein hat eines nicht verändert: wer gute Behandlung will, muss dafür zahlen, was Gemmas Familie nicht kann. Zwar gibt es öffentliche Hilfen, aber das Nonplusultra ist die wochenlange Behandlung in einer Einrichtung und die ist teuer. Würde Gemma zur Ausbildung angenommen, könnte sie ihrem Vater dafür eine kostenlose Behandlung zukommen lassen; nichts auf der Welt will sie mehr.

Sie muss also schon mal überzeugt sein von dem Konzept der ewigen Glückseligkeit. Sie ist es aber auch. Bis sie auf Keno trifft. Der hält das Leben im andauernden Glückstaumel für unecht, er will auch die traurigen Seiten spüren, er will die Härten des Lebens auskosten und nicht wegmeditieren. Zunächst hält Gemma ihn für verrückt, bis ihr selbst Zweifel kommen. Bis ihr Leben so bitter wird, dass sie sich einfach nicht mehr golden atmen kann. Weiterlesen

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Brigid Kemmerer: Ein Fluch so ewig und kalt, gelesen von Funda Vanroy

Mit diesem Hörbuch ist mir etwas passiert, was mir schon sehr lange nicht mehr passiert ist: Erst hatte ich schlaflose Nächte, weil ich nicht aufhören konnte zuzuhören. Dann habe ich mir die Folgebände als englisches E-Book geholt. Dann habe ich sie tatsächlich gelesen, beide. Dann habe ich mit dem E-Book des ersten Teils weitergemacht. Und jetzt kann ich es kaum erwarten, dass die deutschen Hörbücher von Teil 2 und 3 endlich rauskommen. Kürzer gesagt: ich bin völlig fasziniert von dieser Story um die (nicht sooo) Schöne und das (wirklich schreckliche) Biest.

Worum geht es? Prinz Rhen durchläuft mit seinem Wachkommandanten Grey zum inzwischen 328. Mal die exakt gleiche Szenerie: Grey besorgt ein Mädchen aus einer Parallelwelt (unserer), nach 3 Monaten verwandelt sich Rhen in ein Monster und tötet was ihm unter die Pfoten kommt. Alle Protagonisten und der Leser erwarten, dass die Liebe des Mädchens zu Rhen den Fluch brechen muss und dass das halt noch nicht passiert ist. Beim 328. Mal läuft von Anfang an alles schief. Statt des Nutte, die er eigentlich im Auge hatte kehrt Grey mit Harper zurück, weil diese ihn während der Entführung angegriffen hat, um dem Mädchen zu helfen. Und Harper verhält sich so gar nicht wie die 327 anderen Mädchen vorher. Sie ist nicht interessiert an den schönen Kleidern, dem Schloß oder daran, Prinzessin zu sein. Sie setzt sich zur Wehr und zwingt Rhen dazu, sich endlich mal nicht mit sich selbst, sondern mit seinem Königreich auseinanderzusetzen. Soweit so wenig neu, es gibt einige neue Aspekte der Geschichte, wie den Schwertkämpfer Grey oder die Tatsache, dass Rhen nicht von Anfang des Zyklus an ein Monster ist, aber die Story an sich ist bekannt. Weiterlesen

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Rebecca Gablé: Teufelskrone

„Die Teufelskrone“ ist der sechste, aber eigentlich der erste Band der Waringham-Saga. Es geht um zwei Brüderpaare, Yvain und Guillaume (die Namensgebung lässt mich rätseln, auf welchem der beiden Äste eigentlich Robins Zweig ruht, immer noch) of Waringham auf der einen Seite und John und Richard Plantagenet auf der anderen. Im Jahr 1193 ist Richard noch der kraftvolle Kriegerkönig und John der kleine Bruder, der zu Hause die Stange hält. Die Waringham-Brüder folgen nicht dem gleichen König. Guillaume zieht mit Richard ins Morgenland und Yvain wird Ritter in Johns Haushalt. Aber sie schwören sich, dass die Konflikte der Plantagnets niemals zwischen Ihnen stehen werden. Ein Schwur, der nicht immer leicht zu halten ist.

Es war wie nach Hause kommen. Vieles kommt bekannt vor und genau das macht den Reiz dieser Romane aus. Die Burg befindet sich im Umbau, das Gestüt existiert noch nicht, aber viele Namen aus dem Dorf sind bekannt. Ganz vieles, was den späteren Generationen selbstverständlich erscheint, wird gerade erst angelegt, wie der Rosengarten. Bei vielen Dingen, die im Hause Waringham geplant und eingeführt werden, wissen wir, wie es endet und das macht einfach Spaß. Yvain hat die Gabe, weiß es aber noch nicht und mit seiner Frau kommt auch die Hellsichtigkeit in die Familie. Ich rechne immer noch nach, ob es ihre Tochter oder doch eher die Enkelin ist, zu der Robin später seine eigene Tochter schickt. Vieles bleibt auch offen, so gibt es am Ende dieses Romans immer noch kein eigenes Gestüt, was mich auf mindestens noch einen Roman für die Zwischenzeit hoffen lässt. Weiterlesen

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