Der junge Paul, genannt Polo, durchläuft die Höhen und Tiefen der Adoleszenz.
Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Mutter ist seit einem Unfall ans Bett gefesselt. Seine Schwester, die nicht eben mit hoher Intelligenz gesegnet ist, konzentriert ihr Leben auf Schönheitswettbewerbe, an denen sie in beständiger Regelmäßigkeit erfolglos teilnimmt. Der Vater putzt in einer Reinigungsfirma und Polo begleitet ihn häufig bei den nächtlichen Putzeinsätzen.
Die Wohnung der Familie liegt in einem Pariser Vorort, in dem überwiegend Araberfamilien wohnen. Weiterlesen
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Helle Helle: Färseninsel
Die Ich-Erzählerin Bente hat es zufällig in ein kleines Kaff an die Küste Seelands verschlagen. Hier sitzt sie im Wartehäuschen einer Bushaltestelle. Da kein Bus mehr kommen wird, lässt Bente sich von John und Putte, zwei völlig Fremden, überreden, die beiden in ihr Haus zu begleiten, weil ein Unwetter vorausgesagt ist.
Bente bleibt nicht nur für eine Nacht, nein, sie nistet sich wie selbstverständlich bei John und Putte ein. Dabei will sie eigentlich weg vom Festland, will auf einer vorgelagerten Insel wohnen, um dort mit sich und ihrer Traurigkeit allein zu sein. Weiterlesen
Karin Fossum: Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein
In einem kleinen Stausee ist ein sechzehn Monate alter Junge ertrunken. War es ein tragisches Unglück oder gar Mord? – Kommissar Sejer übernimmt die Aufklärung des Falls.
Kann es möglich sein, dass ein Kleinkind mit Down-Syndrom, das eben erst das Laufen gelernt hat, ohne fremde Hilfe barfuß über spitze Kieselsteine hinweg zum Wasser gelangt ist? Warum war das Kind unbekleidet? Warum stand die Tür vom Haus offen? Wo waren die Eltern?
Die Eltern Carmen und ihr Mann Nicolai sind selbst noch halbe Kinder und verarbeiten den Tod ihres Sohnes Tommy ganz unterschiedlich. Während Nicolais Trauer unendlich ist, scheint Carmen eher verdrängen und schnell vergessen zu wollen. Weiterlesen
Julia Jessen: Alles wird hell
Wie ein Leitfaden zieht sich der Titel „Alles wird hell“ durch den Roman. – Das Gute ist hell, Schlechtes ist dunkel.
Julia Jessen beschreibt Hoch- und Tiefphasen ihrer Protagonistin Oda in einer Art Selbstfindungsprozess, der beim kleinen Mädchen beginnt und einschneidende Situationen bis ins hohe Alter aufzeigt.
Es ist eine Familiengeschichte, in der sich die Autorin vieler Metaphern bedient, mit Bildern aller Schattierungen jongliert. Weiterlesen
Cecilia Ekbäck: Schwarzer Winter
Die Handlung von Cecilia Ekbäcks historischem Krimi spielt im Jahr 1717 in Lappland, wo nicht nur durch den eisig kalten Winter unwirtliche Lebensbedingungen vorherrschen.
Kurz nachdem ihre Familie in ihrem neuen Zuhause, einem heruntergewirtschafteten Hof eintrifft, finden die beiden Schwestern Frederika und Dorotea einen Toten am Berg Blackåsen. Die Mutter der Mädchen, Maija, kennt sich als Heilerin mit Wunden aus. Sie glaubt den anderen Siedler nicht, die behaupten, der Tote, bei dem es sich um ihren Nachbarn Eriksson handelt, sei von Wölfen oder einem Bären angegriffen worden.
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Karen Duve: Warum die Sache schiefgeht
In diesem Essay schreibt Karen Duve sich den Frust von der Seele und rechnet ab mit den Verantwortlichen für unser Gesellschaftssystem, Bankenkrisen, dem Kapitalismus, Rohstoffverschwendung, CO2-Emission, Welternährung, Klimawandel.
Zwar bekommen hauptsächlich vermessene, machthungrige Männer aus den obersten Führungsetagen ihr Fett ab, letztlich richtet sich Duves Appell aber an alle. Jeder muss sich an die eigene Nase greifen. – Ob es nun beispielsweise darum geht, wie selbstverständlich wir uns die zu Neige gehenden Ressourcen zu eigen machen, oder wie gedankenlos das mit Antibiotika versetzte Qualfleisch bäuerlicher Mastbetriebe verkonsumiert wird. Weiterlesen
Adriana Altaras: Doitscha: Eine jüdische Mutter packt aus
„Doitscha“ – so hört es sich an, wenn David, der älteste Sohn von Autorin Adriana Altaras, seinen Vater einen Deutschen nennt. Überhaupt trägt David viele erbitterte pubertäre Kämpfe mit dem Vater aus.
Wer könnte nicht besser über einen jüdisch-deutschen Familienalltag, über jüdische Traditionen und die Chancen auf ein neues Begegnen unserer unterschiedlichen Kulturen untereinander schreiben, als Adriana Altaras. Weiterlesen
Werner Dopfer: Seelenscherben: Wenn die Normalität zerbricht
Wie viele Ängste und Nöte kann ein Mensch aushalten? Wieviel Leid
kann eine Seele ertragen bis sie krank wird und zerbricht?
Die Geschichten in diesem Buch handeln von Menschen, die es nicht mehr geschafft haben, mit ihren Problemen allein fertig zu werden.
Der Autor Werner Dopfer praktiziert als Psychotherapeut.
In „Seelenscherben“ beschreibt er die sicher erschütterndsten Fallgeschichten seiner über zwanzigjährigen Berufszeit. Weiterlesen
Gabriele Weingartner: Die Hunde im Souterrain
Nachdem Felice eine Kiste mit alten Schriftstücken in die Hände geraten ist, will sie endlich die Vergangenheit bewältigen und wissen, warum Ulrichs Leben vor Jahren, als sie beide noch zusammen waren, eine so tragische Wende genommen hat.
Felice nimmt das Angebot ihrer Freundin Sue an, die sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat, und fliegt zu ihr nach New York, wo sie sich in Sues Wohnung einquartieren kann.
Damals, in den Siebzigern, als Felice und Ulrich ein Paar waren, war sie Studentin und er junger Professor. Zusammen verschlug es die beiden von Berlin für längere Zeit an die amerikanische Ostküste nach Boston. Weiterlesen
Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht
Raija Siekkinens Geschichten vereinnahmen die Gedanken nach dem Lesen weiter. Über allen zehn in diesem Band versammelten Erzählungen liegt eine besondere Atmosphäre, die von leiser Wehmut getragen wird.
Die Figuren der finnischen Autorin sind weiblich. Etwas in ihrem Leben ist nicht im Lot, bis ein Stein ins Rollen kommt, der eine Wende einleitet.
So lesen wir von Beziehungssituationen mit mehr oder weniger verzagten unglücklichen Protagonistinnen, die ein vordergründig normales Alltagsleben führen. Dabei holt Vergangenes sie immer wieder ein, verändert die Gegenwart. Aus einem neuen Blickwinkel ergeben sich Umkehrschlüsse, Neuanfänge. Weiterlesen