Bernhard Kegel: Mit Pflanzen die Welt retten

Was sind Blue Carbon Ökosysteme? Wie können Paludi-Produkte dazu beitragen, Moore zu retten? Was hat China beim Aufforsten falsch gemacht? Welche Ideen brüten Start-ups weltweit aus, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu binden? Was ist beispielsweise von Teppichen aus künstlich hergestellten Blättern zu halten, die auf der Hochsee treiben? Der neueste Geniestreich von Bernhard Kegel begeistert mit seiner gekonnten Mischung aus unbekannten Fakten, verständlich aufbereiteten Informationen sowie hochspannenden Visionen. Vor- und Nachteile, Chancen und Hindernisse werden gekonnt gegeneinander abgewogen. Halten die „Grüne Lösungen gegen den Klimawandel“ alle, was sie versprechen?

Weiterlesen

Annemarie Paulsen: Alles büddn wild

Annemarie Paulsen ist knapp dreißig, vierfache Mama, Bio-Bäuerin und Agrarinfluencerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin und den Schwiegereltern bewirtschaftet sie einen Hof mit 320 Milchkühen in der Uckermark. Aufgewachsen als Letztes von acht Kindern auf einem Milchviehbetrieb in Schleswig-Holstein, zieht es Frau Paulsen nach Abstechern in andere Länder und Berufe immer wieder zurück in einen Melkstand. Kühe sind ihr Ein und Alles. In ihrem Buch „Alles büddn wild“ erzählt sie witzig und wortgewandt von ihrer Kindheit und über das Leben auf dem Dorf.

Es geht dabei auch um Traditionen und notwendige Reformen, Generationenkonflikte und Vor- und Nachteile einer Dorfgemeinschaft. Frau Paulsen hinterfragt humorvoll die Geschlechterrollen am Land und das Vereinsleben. Sie stellt sich aber auch besorgt die Frage, wie es mit der Landwirtschaft in Deutschland weitergehen soll, wenn die Gesellschaft zunehmend Tierhalter mit Tierquälern gleichsetzt und Bauern als Umwelt-Vergifter hingestellt werden, die man mit noch mehr Bürokratie und noch mehr Vorschriften im Zaum halten muss. Ganz zu schweigen von den explodierenden Kosten, die Landwirte schwer treffen.

Weiterlesen

Sophie Villard: Cartier: Der Traum von Diamanten

Man trifft sich bei „Maxim’s“, vielleicht sogar auch mal im Moulin Rouge – dieses Etablissement gilt zwar als verrucht, aber man muss ja mitreden können; man speist im „Ritz“, wo Auguste Escoffier der Küche zu Ruhm und betuchten Gästen verhilft und der ein oder anderen Dame auch mal eine Kreation widmet, so wie der Künstlerin Nellie Melba ein Dessert: „pêchemelba“; man trifft sich auf ein Glas Champagner im „Deux Magots“ oder in den edlen Bistros auf den vornehmen Boulevards, kurz, das gesellschaftliche Leben im Paris des angehenden 20. Jahrhunderts pulsiert. Man – sofern man es sich leisten kann – kauft edel ein, Düfte beim Parfumeur Guerlain, Hüte lässt man sich je nach Anlass bei Coco Chanel fertigen, dazu eventuell auch ein edles Kleid, Koffer und Taschen für alle Gelegenheiten gibt es bei Vuitton. Und den passenden Schmuck leistet man sich bei „Cartier“.

Weiterlesen

Elle Kennedy: The Dare: Briar U 04

Im echten Leben hätte Taylor Connor niemals angesprochen, denn Jungs wie er haben kein Interesse an Mädchen wie ihr: unzufrieden mit ihrem Körper, ruhig, uninteressant. Aber das Leben in einer Sorority nimmt auf sowas keine Rücksicht und als Taylor bei einem Partyspiel dazu aufgefordert wird, geht sie schließlich doch auf den selbstbewussten Eishockeyspieler zu. Allerdings nur, um ihn einzuweihen und einen Pakt zu beschließen, der ihr ihre Verbindungsschwestern vom Hals hält: Die beiden faken eine Beziehung.

Taylor weiß jedoch bereits, dass das nicht lange gutgehen und sie mit gebrochenem Herz enden wird, denn was solle jemand wie Connor von jemandem wie ihr wollen?

Weiterlesen

Lena S. Berger: Broken Light

Nachdem die 27-jährige Architektin Freya erfahren hat, dass die Liebe ihres Lebens eine Lüge war, nimmt sie ein Jobangebot des wohlhabenden James Baltimore an, der sein Anwesen neu einrichten lassen will. Für den Neuanfang reist sie mit ihrem 5-jährigen Sohn in den beschaulichen Küstenort Monterey, wo sie nicht nur auf James, sondern auch auf seinen attraktiven Bruder Trev trifft, der als Schreiner am Haus arbeitet. Freya bemerkt schnell, dass die Familie Baltimore ein düsteres Geheimnis verbirgt. Alles in ihr schreit danach zu gehen, wäre da nicht diese unerklärliche Anziehung zu den Brüdern.

Die Idee der Geschichte fand ich sehr gut, die Umsetzung ließ allerdings leider etwas zu wünschen übrig. Es war mich nicht tiefgründig genug.

Weiterlesen

Angelika Mechtel: Das gläserne Paradies

Die Autorin Angelika Mechtel lässt uns durch eine Glasscheibe in das Innere einer gutbürgerlichen Familie blicken. Von 1971 bis 1972 geht die Zeitreise zu einer „ehrenwerten Gesellschaft“. Den Rahmen bildet die opulente Feier zum 60. Geburtstag von Amelie Born, der Ehefrau eines bekannten Professors.

„Jedes Mitglied ausgestattet mit einer weißen Weste, die untadelig bleibt, solange barmherzig abgedeckte Ungeheuerlichkeiten nicht an die Öffentlichkeit gelangen.“ (S. 10)

Abzudecken gibt es reichlich: Herzlosigkeit, Grausamkeit gegenüber ärmeren Mitmenschen, routinierter Mord, Drogenschmuggel, Lügen, Betrügen und das Vertuschen vergangener Schandtaten.

Weiterlesen

Julia Schoch: Wild nach einem wilden Traum

„Wild nach einem wilden Traum“, Band 3 von Julia Schochs Trilogie

Julia Schoch (Jahrgang 1974) hat ihr Romanprojekt mit Band 3, „Wild nach einem wilden Traum“, beendet. Nach „Das Vorkommnis“ (2022) und „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ (2023) erscheint heute, am 9. Januar 2025, der letzte Teil der Trilogie bei dtv.

Darin erzählt die Ich-Erzählerin über ihre Affäre mit einem Katalanen, den sie während eines Schreibaufenthaltes in den USA kennenlernt. Er bleibt namenlos, wird von ihr nur als „der Katalane“ bezeichnet. Sie hat schon einen Mann, ihren Ehemann, den sie Jahrzehnte später verlassen will (davon handelt Band 2 der Trilogie „Das Liebespaar des Jahrhunderts“).

Weiterlesen

Tríona Walsh: Nachtwald

„Nachtwald“ – Thriller-Highlight oder klischeebeladener Flop?


In unserer neuen Doppel-Rezension nehmen wir das Buch aus verschiedenen Lese-Blickwinkeln unter die Lupe.

Zwei Leserinnen, zwei Sichtweisen:

Olivia Grove ist begeistert von der Idee, bleibt aber vom nervigen Finale enttäuscht. Renate Müller dagegen kritisiert das Setting, die Figuren und die überzeichnete Dramatik.

Können Sie mit diesem Buch spannende Stunden verbringen, oder endet der Ausflug in den Nachtwald in einem literarischen Irrgarten? Lesen Sie weiter und entscheiden Sie selbst!

Weiterlesen

Bea Fitzgerald: Princess, Prophet, Saviour

Helena ist Paris’ Gewinn für eine Wette zwischen drei griechischen Göttinnen. Jedoch, wie aus dem ursprünglichen Drama bekannt, nimmt dies eine Wendung für Paris Heimat, die keiner hat glauben wollen. Kassandra, die als verrückt geltende Prinzessin und gleichzeitig Prophetin gilt, hat versucht eine Warnung auszusprechen. Wahrscheinlich hat sich Apollon, der Sonnengott, zum gleichen Zeitpunkt über die Prinzessin lustig gemacht. Schließlich ist er für diese Tatsache verantwortlich.

Eine Strafe für Trojas Prinzessin, die eigentlich nur dem klassischen Frauenbild ihrer Zeit entfliehen wollte. Ausgerechnet Helena, die von Kassandra von Beginn an als unsympathisch betrachtet wird, könnte der Schlüssel zur Lösung sein. Dabei schwirrte auch mir als Leserin der Kopf.

Weiterlesen

Femi Kayode: Gaslight

Kriminalroman aus Nigeria, der nicht überzeugt

Auf dieses Buch war ich gespannt, auch um mehr über das Land, in dem es spielt, zu erfahren. Der erste in Nigeria spielende Kriminalroman, den ich las. Aber leider konnte er mich nicht überzeugen.

Der nigerianische Psychologe Philip Taiwo, der bis vor ein paar Jahren in Amerika lebte, ist nun mit seiner Familie in sein Herkunftsland zurückgekehrt. Seine Schwester bittet ihn um Hilfe. Der „Bishop“ der Kirchengemeinde, der sie angehört, wurde in Untersuchungshaft genommen. Der Vorwurf gegen ihn: Seine Ehefrau getötet zu haben. Diese ist seit Tagen verschwunden.

Die Gemeinde beteuert unermüdlich, das sei völlig normal, die „First Lady“ würde sich oft für Tage zurückziehen, brauche den Abstand, werde daher bald gesund und munter wieder auftauchen.

Weiterlesen