Femi Kayode: Gaslight

Kriminalroman aus Nigeria, der nicht überzeugt

Auf dieses Buch war ich gespannt, auch um mehr über das Land, in dem es spielt, zu erfahren. Der erste in Nigeria spielende Kriminalroman, den ich las. Aber leider konnte er mich nicht überzeugen.

Der nigerianische Psychologe Philip Taiwo, der bis vor ein paar Jahren in Amerika lebte, ist nun mit seiner Familie in sein Herkunftsland zurückgekehrt. Seine Schwester bittet ihn um Hilfe. Der „Bishop“ der Kirchengemeinde, der sie angehört, wurde in Untersuchungshaft genommen. Der Vorwurf gegen ihn: Seine Ehefrau getötet zu haben. Diese ist seit Tagen verschwunden.

Die Gemeinde beteuert unermüdlich, das sei völlig normal, die „First Lady“ würde sich oft für Tage zurückziehen, brauche den Abstand, werde daher bald gesund und munter wieder auftauchen.

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Abigail Owen: The Games Gods Play

Macht ist doch etwas Verführerisches. Da hat man als Gott gemeinhin doch wirklich genügen derselben, doch irgendwie kann es wohl nie zu viel an Macht sein, zumal die Damen und Herren Nachbargötter ja auch, bildlich gesprochen, ihren Hut in den Ring werfen. So wird, so ist es gute, alte Sitte, alle einhundert Jahre ein Wettstreit ausgelobt. Der Sieger besteigt der Thron des Olymp – so weit, so gut.

Natürlich kämpfen die hohen Herrschaften nicht persönlich. Sie wählen ihre oder ihren Kämpen, die oder der sie bei den Crucible-Spielen vertritt.

Bislang waren die altgriechischen Götter dabei ziemlich unter sich – dieses Mal, sie ahnen es bestimmt bereits, ist es ein wenig anders, sonst hätte ich ja auch nichts zu berichten.

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L. M. Chilton: Don´t Swipe Right

Wenn man auf einer Dating-App nach Ablenkung oder der Liebe des Lebens sucht, ist vorprogrammiert, dass auch ein paar Spinner dabei sind. Das muss Gwen bei einer Reihe erster Dates an eigener Haut erfahren. Sie denkt sich jedoch nichts dabei, denn: Was soll man schon machen? Man blockiert die Typen und zieht weiter.

Nur dass das gar nicht so einfach ist, wenn einer dieser Typen plötzlich ermordet wird. Und ein zweiter. Und noch einer. Und Gwen ist die einzige Verbindung zwischen ihnen. Nun steht sie auf einmal im Fokus der Polizei und es sieht natürlich gar nicht gut aus, dass Zeugen von unschönen Auseinandersetzungen berichten – einem Date hat sie sogar mit einem Golfschläger die Hand gebrochen. Dass all diesen Situationen eine unschöne Belästigung vorausgegangen ist, möchte niemand hören, denn wer glaubt schon der mordverdächtigen Frau.

Gwen muss auf eigene Faust versuchen, dem Mörder auf die Schliche zu kommen, denn wer weiß, was passiert, wenn er mit ihren Dates durch ist …

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Chloe Walsh: Keeping 13: Boys Of Tommen 02

Die Geschichte von Johnny, dem verletzten Baseballspiele und Shannon, dem schüchternen Mädchen – das mehr private Probleme hat als man denkt, geht endlich weiter.

Nachdem ich den ersten Band „Binding 13“ verschlungen habe und nicht mal mehr merkte, wie viele Seiten das Buch hat, dachte ich mir nie, dass der zweite Band genauso gut werden könnte. Wurde aber eines Besseren belehrt und habe auch das Buch verschlungen, hing mit meinen Gedanken jede freie Minute dran und somit wurde es zu einem Jahreshighlight für mich, genauso wie der erste Band.

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Peter Weibel: Kaltfront

Die junge Ärztin Vera T. übernimmt die verwaiste Hausarztpraxis in Wolfach. Es gefällt ihr dort auf Anhieb. Sie ist der Überzeugung, „Hier will ich nie mehr weg.“ (S. 7) Die Leute in Wolfach sind nett und froh darüber, so eine engagierte, tüchtige Ärztin bekommen zu haben. Vera geht mit ganzem Herzen auf ihre Patienten ein, hört zu, arbeitet unermüdlich in der Praxis, macht Hausbesuche. Alles läuft gut.

Da hört man aus der Ferne von einer Seuche, einer Pandemie, von Covid-19. Es dauert nicht lange und sie packt die ersten Patienten. Wie im Fieber betreut Vera Tag und Nacht die Todkranken und lässt sich auch dazu überreden, als Impfärztin durch das Land zu reisen, als es endlich eine Impfung gibt. Sie erfährt am eigenen Leib, wie die Krankheit sich anfühlt, weil sie sich ansteckt und erst durch die Pflege ihres Freundes und eine Auszeit auf einer Alm wieder gesund wird. Danach setzt sie sich umso vehementer für die Impfung ein, die bei vielen auf Ablehnung stößt. Vera aber will die Erstickenden retten, indem sie sich bedingungslos für die Impfung gegen Covid ausspricht.

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Kai Spellmeier: Luis & Dima: Forever our Beginning

Dimas Leben steht kopf: Nach dem Umzug in das kleine Örtchen Fountainbridge schafft es allein der Nachbarsjunge Luis, ihn von all den Problemen abzulenken, die er in seiner Heimat zurückgelassen hat. Der Dezember ist ein magischer Monat, und zwischen Schlittschuhlaufen, Karaoke-Singen und DIY-Nussknacker-Wettbewerben kommen sich die beiden immer näher. Aber steht Dima überhaupt auf Jungs? Und wie kann er sich sicher sein, dass auch Luis Gefühle für ihn hat? Dima fühlt sich mehr und mehr unter Druck gesetzt, und auch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los. Dabei möchte er doch eigentlich nur herausfinden, wer er wirklich ist. Und vielleicht hat ja dann auch die Liebe eine Chance …

Das Cover war ein Traum und hat mich angezogen, doch leider hatte mich die Geschichte in seinem Inneren nicht ganz überzeugen können.

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Kerstin Gier: Vergissmeinnicht 3: Was die Welt zusammenhält

So ein Finale betrachte ich ja immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge – besonders wenn die Trilogie so fesselnd ist, wie diese hier. Jetzt ist er also endlich erschienen, der letzte Band von Vergissmeinnicht. Wir mussten nicht ganz so lange warten wie zwischen dem ersten und dem zweiten Band und dieses Mal gibt es sogar eine kurze Erinnerung an die Vorgänge der ersten beiden Bände. Sehr süß vorgetragen von dem kleinen Dämon Bax.

Mathilda und Quinn sind sich inzwischen schon seit 6 Monaten sehr sicher, dass sie zusammen gehören. Was auch immer Quinn in der Sternentor-Prüfung erwartet, sie wollen es gemeinsam durchstehen. Sie erzählen abwechselnd, wie die Geschichte weitergeht. Zunächst soll aber der große Schulball anstehen, organisiert von niemand geringerem als Johanna Bogen, ehemals bekannt als Jean d’Arc. Die hat sich nicht lumpen lassen und alles was Welt und Saum zu bieten haben angeheuert. Dumm nur, dass im Saum gerade eine Strafaktion stattfindet, die unter anderem das berühmte Musikorchester betrifft, das auf dem Schulball spielen soll.

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Chloe Gong: Immortal Longings

Stellen Sie sich eine Metropole vor, wie wir sie so zumindest noch nicht kennen. Ein Moloch von einer Stadt, ein Zentrum allen Lebens, ein Ort der Verzweiflung, der Armut und der Intrigen.

Willkommen in San-er, einst zwei separate Städte, die inzwischen zu- besser ineinander gewuchert sind.

Einst gab es auch zwei Monarchen inklusive zweier Paläste – nachdem der eine Zweig der Monarchie, blutig, wie sich dies so gehört, von den Töpfen der Macht verdrängt wurde, wurde dessen Palast geschliffen, dort recken sich nun, wie allerorts, Wolkenkratzer in den Himmel, stinkt es genauso, wie überall sonst. Das Elend regiert in der Stadt.

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Joe Roman: Eat, poop, die

Wie Leben auf einer völlig neuen Insel entstehen kann – spannender Anschauungsunterricht

 „Der Biologe Joe Roman erzählt vergnüglich und hoffnungsfroh davon, wie unser Planet durch das Fressen, Kacken und Sterben von Tieren geformt wird.“ – So steht es im Klappentext.

November 1963: Bei einem Vulkanausbruch vor der Südostküste Islands werden aus 120 Meter Tiefe große Mengen vulkanischen Auswurfs, Asche, Schlacke und Gesteinsfragmente in bis zu 3 Kilometer Höhe ausgeworfen. In den folgenden Tagen erhebt sich über der Ausbruchsstelle zehn Meter über der Oberfläche des Nordatlantiks eine Insel, die in den folgenden Tagen etwa 60 Meter pro Tag an Höhe zulegt. Eine Insel war geboren, auf der noch kein Leben existieren konnte: Die Isländer gaben ihr den Namen Surtsey.

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Sarah Sands: Das Igel-Tagebuch

Dieses Buch ist so viel mehr, als der niedliche Titel vermuten lässt. Die britische Journalistin und ehemalige Chefredakteurin des London Evening Standards verbindet die stacheligen Tiere mit NATO, Nahtoderfahrungen, Märchen, britischer Lebensart und philosophischen Ansätzen. Wir erfahren Wissenswertes und Unbekanntes über die liebenswerten Igel. Zum Beispiel, dass sie schon zu Dinosaurierzeiten gelebt haben – und nun ausgerechnet von den Menschen an den Rand des Aussterbens gebracht wurden. Dabei scheint es niemanden zu geben, der Igel nicht liebt! Selbst umstrittene Politiker und Multimillionäre schmelzen bei den putzigen Vierbeinern dahin.

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