Alexandra Flint: Lakestone Campus of Seattle: What We Hide

Der Lakestone Campus of Seattle, Eliteuniversität und der richtige Ort für sämtliche Talente aus verschiedenen Bereichen. Auch im dritten Band rund um diesen Schauplatz stehen diese Themen zusammen mit den Protagonisten im Vordergrund. Diesmal habe ich als Leserin Lucie und Callahan näher kennenlernen dürfen. Künstlerin und Sportskanone. Beide Figuren wirkten auf mich schnell sympathisch und ihr Verhalten wirkte nachvollziehbar. Bereits auf den ersten Buchseiten wurde ich förmlich in den Inhalt der Geschichte hineingeworfen.

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Regula Venske: Die Schneckenkönigin

komplex – verstörend – provokant

Eine Reihe grausamer Morde beschäftigt Polizeiteams in Hamburg, Berlin, Amsterdam und London. Der Killer wählt seine Opfer zielsicher aus, befördert sie, ermuntert durch diverse Bibelzitate, skrupellos ins Jenseits und lässt dabei die Ermittler ziemlich ratlos im Dunklen tappen.

Durch die Geschichte führen uns Peter Player, genannt Pit, Mediziner und unverbesserlicher Schürzenjäger, der zuerst seltsame Fotos, dann immer gruseligere Botschaften in seiner Post findet und Romy Schulze, eine Psychotherapeutin, deren eigenes Leben zusehends aus den Fugen gerät. Während sie ihre Patienten mit provozierenden Fragen traktiert, kämpft sie gegen die Realitäten des Älterwerdens, die unterkühlte Beziehung zu ihrer Tochter und eine unerfreuliche Schneckenplage in ihrem Gartenrefugium.

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Carina Schnell: Call my heart home

Ein absolutes Wohlfühlbuch!

Erin hatte immer nur ein Ziel: ihre Heimat Hawaii verlassen, um Biochemie zu studieren und ein Heilmittel für die Krankheit ihres Vaters zu finden. Als sich sein Zustand verschlechtert, kehrt sie nach Hause zurück und lernt den Schnitzkünstler Shane kennen. Zunächst kann Erin ihm und seinem Lebensstil nicht viel abgewinnen, denn Shane lebt in den Tag hinein und jagt der perfekten Welle hinterher. Doch über den gemeinsam verbrachten Sommer bringt er Erin die Schönheit ihrer Heimat näher und wird nach und nach zu einem Grund, zu bleiben. Wäre da nur nicht ihr Lebenstraum, der nach ihr ruft, …

Die Atmosphäre in diesem Buch ist beeindruckend, lässt einen das Buch kaum aus der Hand legen und die Zeit vergeht so schnell, wenn man es in den Händen hält. Hierbei kommt das Buch ohne Drama aus, dafür aber mit viel Herz, Atmosphäre und den nötigen Tiefgang.

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M. L. Wang: Blood Over Bright Haven

Eine Welt, die dem Untergang entgegen taumelt. Das Leben im Flachland der Kwen, einem der Nomadenstämme, die die Welt bevölkern – genauer gesagt bevölkerten – schwand. Andere Sippen sieht man nie, auch die legendären Schattenwölfe wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet. Als wären das Eis und der Schnee nicht schon genug, sucht auch noch der Feuerbrand, der – wie der Name sagt – die Befallenen in einem Taumel aus Schmerzen verbrennt, die darbenden Nomaden heim.

Es gibt eine Hoffnung: die Stadt Tiran, die ein magischer Schutzwall umschließt, bietet demjenigen, der es schafft, die Grenze zu überqueren, Aufnahme – sofern sie oder er von Nutzen sein kann, versteht sich. Die Bürger der magischen Stadt sind schließlich alles andere als mitfühlend.

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Sharon Gosling: Der alte Apfelgarten

Leicht schnulziger Schmöker, trotz Vorhersehbarkeit spannend und emotional

Wieder stellt die britische Autorin einen Garten in den Mittelpunkt eines Romans. War es in ihrem vorigen Buch ein Stadtgarten, den die Protagonistin wieder aufmöbelte, so ist es diesmal ein Garten voller uralter Apfelbäume, den zwei Schwestern unverhofft am Rande ihres landwirtschaftlichen Betriebs entdecken.

Diese beiden Schwestern sind Bette, die ältere, in London lebende erfolgreiche Anwältin, und Nina, die um etliche Jahre jüngere, eine alleinerziehende Mutter, die seit mehreren Jahren wieder auf dem elterlichen Bauernhof lebt. Die beiden Frauen haben wenig gemeinsam, in vielen Jahren nur wenig miteinander gesprochen und wenn, dann meist im Streit.

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Heinz Strunk: Kein Geld Kein Glück Kein Sprit

Mit „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ liefert Heinz Strunk eine Sammlung von Kurzgeschichten, die seine unverwechselbare Handschrift tragen: scharf beobachtet, abgründig, makaber und zugleich von einer bitteren Komik durchzogen. Strunk entführt die Leserinnen und Leser in eine Welt, die auf den ersten Blick fremd und düster erscheint, aber in ihrer Überzeichnung stets einen Spiegel der eigenen Realität vorhält.

Seine Figuren sind oft Außenseiter, Verlierer oder Menschen in prekären Lebenssituationen, die sich mit mehr oder weniger skurrilen Mitteln durchs Leben schlagen. Dabei gelingt es Strunk meisterhaft, das Tragische mit dem Komischen zu verweben, sodass man beim Lesen gleichermaßen schmunzelt und nachdenklich wird.

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Emily Henry: Great Big Beautiful Life

Für Alice Scott ist es ein Traum schlechthin! Schon so ungefähr seit sie lesen kann, schwärmt sie für Margaret Ives und Cosmo Sinclair, deren Ehemann, dessen Platten ihr Vater rauf und runter dudelte. Außerdem hat ihr Vater ihr ein Buch geschenkt, das sich mit dem mondänen Leben der beiden Promis beschäftigt. Alice ist Promi-Reporterin und will unbedingt wirklich bekannt werden. Eine Biografie über Margaret Ives zu schreiben, wäre genau, was ihr dazu verhelfen könnte. Immerhin entstammt Margaret einer der superreichen und ebenso skandalträchtigen amerikanischen Familien. Das Ives-Imperium war im 20. Jahrhundert in allen Schlagzeilen. Dumm nur, dass sie offenbar völlig von der Bildfläche verschwunden ist. Margaret ist abgetaucht und will auch wohl nicht gefunden werden. Das ist Alice völlig gleich. Wozu ist sie Journalistin? Sie wird die Dame schon aufstöbern!

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Ulf Kvensler: Die Insel

Leise brodelnder Psychothriller, der unter die Haut kriecht

„Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ Friedrich Nietzsche (S. 271)

Nachdem mich schon „Der Ausflug“ mit seiner eiskalten Atmosphäre und psychologischen Tiefe begeistert hat, war ich gespannt, ob „Die Insel“ dieses Niveau halten kann. Und ja – sie kann!

Statt eisiger Gletschertäler nun Gotlands stille Strände. Statt Naturgewalten: psychologische Abgründe. Und wieder dieses Gefühl: Etwas stimmt hier nicht.

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Nettie Jones: Fish Tales

Lewis Ex-Mann sagt: „Ich finde dich nicht verrückt. Ich finde dich mutig. Die meisten können sich ein Leben, wie du es lebst, nicht einmal vorstellen.“ (S. 195)

Wie soll man Lewis Leben beschreiben, das sich die meisten Menschen nicht vorstellen können? Lewis hat früh gelernt, wie wichtig es ist, anderen – insbesondere Männern – zu gefallen. Nachdem sie viel zu früh von einem Pädophilen verführt worden ist, entwickelt sich die junge Lewis zu einem „heißen Feger“. Sie tobt sich in jeder Hinsicht aus, bis sie ein Alter erreicht, um nicht einmal als Bettvorlage erwünscht zu sein.

Der Debütroman Fish Tales von Netti Jones erschien 1983, ein zweiter Roman folgte sowie Essays und Kurzprosa. Sie hatte das Glück, zwei Fürsprecherinnen für sich zu gewinnen: Gayl Jones, die nach der Lektüre ihrer Tagebücher zu ihr sagte: „Schreib!“ – und Toni Morrison, ihre Lektorin bei Random House.

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Sue Hincenbergs: Very bad widows

Wendungsreiche, aber zu langatmige Geschichte um rachsüchtige Ehefrauen

Romane um Ehefrauen, denen daran gelegen ist, ihre Gatten um die Ecke zu bringen, gibt es reichlich. Auch die Gründe, warum dieses Verlangen in den Damen wächst, sind vielfältig. Die drei Frauen im vorliegenden Roman sinnen einerseits auf Rache für ihre immer langweiliger werdenden Ehemänner, die sie zudem um ihre Ersparnisse gebracht haben. Zum anderen gedenken sie die hohen Lebensversicherungen ebendieser Männer einzustreichen, nach deren Tod natürlich.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als geplant. So planen Pam, Shalisa und Nancy zwar mit Hilfe eines engagierten Killers den Tod ihrer Ehemänner. Doch ihre Männer haben ihrerseits ebenfalls Pläne. Die sich einmal aus der Angst heraus entwickeln, Opfer von indischen Mafiamördern zu werden. Denn Hank, Andre, Larry und der gleich zu Beginn des Buches zu Tode gekommene David, vierter im Bunde der Freunde, sind auf wenig legale Weise zu Geld gekommen und fürchten nun, entdeckt zu werden. Um sich der vermuteten Killer zu erwehren, engagieren die drei Männer ihrerseits einen Auftragsmörder – eben jenen, den auch ihre Ehefrauen beauftragen, sie zu töten.

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