Am Ende seines Lebens kommt Lías Vater Alfredo zu dem Schluss, jeder Mensch solle seine eigene Kathedrale errichten, einen Ort für das Wichtigste im eigenen Leben. Und weil jeder Mensch bekanntlich anders ist, sind diese wichtigen Dinge ebenfalls Unikate: Lías tote Schwester Ana hätte vermutlich in ihrer Kathedrale ihre Zeichnungen aufgehangen. Und bei Lía gäbe es statt der Ziegel Bücher.
Wäre Lía nach Anas Tod nicht nach Spanien geflüchtet, hätte ihr Leben zuhause in Argentinien eine andere Wendung genommen. Seit dreißig Jahren lebt sie in Santiago und führt ihren eigenen Buchladen. Das ständige Kommen und Gehen der vielen Pilger hat sie an ihrem damaligen Entschluss nie zweifeln lassen. Sie hätte auch ihre Muttersprache vergessen können, wäre da nicht der einzige Kontakt zu ihrem Vater Alfredo.
Dreißig Jahre tauschen sie sich über die Dinge des Alltags aus aber nie über Ana. Lía hat geschworen, erst dann wieder die Familie und Argentinien in ihr Leben zu lassen, wenn die Umstände von Anas Tod geklärt seien. Dass ausgerechnet der hartnäckige Alfredo die Hintergründe lüftet, verändert plötzlich alles.
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